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Reviews: Nintendo Wii

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Kororinpa

Puzzle

25.02.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Kontrolliere deine Umgebung

 

Prinzipiell muss man in Kororinpa eigentlich gar nicht viel machen. Eine Murmel liegt am Anfang eines Kororinpas (Parcours) und will zum Ende gerollt werden. Doch der Weg zum Ziel ist nicht immer einfach, wenn man sich nur vorstellt, was für Fallen sich der Kugel in den Weg stellen können. Dazu kommt erschwerend hinzu, dass das Ziel nur erreicht werden kann, wenn man alle roten Kristalle einsammelt, die auf dem Weg verteilt sind.

 

Dabei steuert man nie die Murmel direkt, sondern bewegt die Umgebung, in dem man die Wii-Fernbedienung bewegt: Kippt man sie nach rechts, dann kippt der Parcours nach rechts und Bewegungen nach links, hinten und vorne haben demnach die entsprechenden Bewegungen zur Folge.

 

Während sich die ersten Strecken noch als recht einfach erweisen, indem sie über breite Wege, Randbegrenzungen und wenig Hindernisse verfügen, wird es im Laufe des Spiels immer heftiger. Die Wege werden immer schmaler, Randbegrenzung wird zur Mangelware und Wellen oder gar Löcher im Boden sind keine Seltenheit. Dazu kommen später Förderbänder, Kanonen und bewegliche Streckenelemente, die die Kugel von der Bahn stoßen können. Nicht zuletzt wird die Zielerreichung auch durch eine starre Kamera erschwert, da man manchmal nur wenig des Weges erkennen kann, der noch vor einem liegt. Vorsicht ist also stets geboten, um einen Absturz zu vermeiden, der dazu führt, dass man wieder von vorne beginnen muss.

 

Doch als wäre das nicht genug, kommen bald auch noch Stellen auf den Spieler zu, in dem man gar nicht so genau weiß, wie man zum Ziel kommen kann. Es gibt Aufgaben, bei denen man sogar auf bewegte Plattformen trifft, die die Kugel über sonst unüberwindbare Lücken tragen oder und sogar solche, in denen man den Parcours um mehr als 90° in eine Richtung kippen muss, nicht selten auch gleichzeitig in zwei Richtungen.

 

Um Frust zu vermeiden und die besonders langen Strecken – es kommt schon vor, dass man 5 Minuten für eine Aufgabe braucht – gibt es Checkpoints, die man aktivieren kann, um nicht wieder ganz von vorne anfangen zu müssen, wenn man einmal abstürzen sollte.

 

 

Während man am Anfang noch relativ unkontrolliert mit der Umgebung umgeht, da man die Feinheiten der Kontrollen erst erlernen muss, beginnt man recht schnell, eine sichere Hand dafür zu entwickeln. Die Steuerung funktioniert wirklich unglaublich gut und man hat fast immer alles im Griff. Es gibt lediglich ein paar Momente – vor allen Dingen, wenn man die Fernbedienung um etwa 90° geneigt hält – in denen die Kamera ein wenig bockig wird und sich manchmal zu sehr ungünstigen Momenten ein Stückchen dreht, was dazu führt, dass man auf einmal den Kontroller etwas anders hält, weil sich ja die Umgebung bewegt hat. Das scheint aber nur so, denn die seltenen Bewegungen der Kamera führen nicht dazu, dass sich auch der Parcours bewegt. Sobald man das raus hat und stets die Hand ruhig hält, ist das Problem nicht mehr vorhanden. Dennoch nervt es an manchen Stellen etwas.

 

 

Qualität oder Quantität?

 

Generell ist ja ein kurzes aber sehr gutes Spiel besser, als ein grottiges Stück Software, das sich dann auch noch scheinbar unendlich bis zum Abspann hinzieht. Allerdings gibt es auch zum Thema Umfang ein gewisses Mindestmaß, dass man erwarten darf, wenn man ein Spiel zum Vollpreis kauft und da lässt Kororinpa wirklich stark zu wünschen übrig. Insgesamt gibt es 50 Parcours, die es zu schaffen gilt. Darunter sind einige, die man in 10-30 Sekunden schaffen kann und andere, die mehrere Minuten benötigen.

 

Den Abspann sieht man nachdem man 45 geschafft hat, was nach etwa 2-3 Stunden der Fall ist. Danach bekommt man alle Aufgaben noch einmal in gespiegelter Form gestellt, so dass man weitere 1-2 Stunden dabei ist, da es nun deutlich schneller geht, weil man sehr viel sicherer zum Ziel kullert. Um das ganze ein wenig aufzubohren, gibt es auch noch 15 geheime Kororinpas, die man frei schaltet, in dem man grüne Kristalle sammelt. Von diesen gibt es in jedem Parcours genau einen und die alle zu kriegen, ist nicht ganz einfach. Meist liegen sie an Stellen, die man nur extrem schwer erreicht oder im Normalfall sogar gar nicht erst sieht. Nach jeweils drei gefunden Spezialkristallen schaltet man eins von insgesamt 15 geheimen Kororinpas frei, die sich abseits der fünf Hauptthemen des Spiels (Wald, Kinderzimmer, Konditorei, Stadt bei Tag und Stadt bei Nacht) ansiedeln und teilweise ziemlich verrückt sind. So gibt es zum Beispiel einen Parcours, der wie eine Hand geformt ist oder eine Strecke, in der man mit der Kugel durch Reifen springen, Abgründe überwinden und im Slalom rollen muss.

 

Darüber hinaus trägt zur Langzeitmotivation bei, dass man bei jeder Aufgabe einen Pokal bekommen kann, wenn man schnell genug war. Alle Strecken in Gold zu schaffen, ist dabei alles andere als einfach und auch nicht mal eben so erledigt. Außerdem schaltet man im Verlauf des Spiels alternative Musikstücke frei, die man dann nach Belieben auf den Strecken hören kann. Für Sammelfanatiker gibt es auch noch 20 verschiedene Kugeln, die sich nicht nur durch ihr Aussehen unterscheiden. So gibt es zum Beispiel einen Fußball, Basketball, Marienkäfer, Pinguin, Rugby-Ball und vieles mehr. Die Kugeln unterscheiden sich dabei in der Geschwindigkeit, Reaktion, Bodenhaftung und Flexibilität. Letzte sorgt unter anderem dafür, dass die „Murmel“ nach einem Fall höher wieder aufspringt, was an vielen Stellen für zusätzliche Schwierigkeiten sorgt.

 

 

Dennoch hat man nach höchstens 5-7 Stunden alles im Spiel gesehen, was es zu sehen gibt und nur die wenigsten werden die Geduld haben, die einzelnen Kororinpas im Schlaf zu beherrschen, um auf jedem den Goldpokal zu bekommen. Sein Soll erfüllt hätte das Spiel, wenn es mindestens 100 Parcours geben würde, damit man ordentlich zu tun hat. So legt man das Spiel nach wenigen Tagen zur Seite und wird es wohl nicht mehr so oft in die Konsole einlegen.

 

 

Alleine spielen war gestern!

 

Positiv hervorzuheben ist die Tatsache, dass man das komplette Spiel auch zu zweit spielen kann. Dazu schließt man an die Fernbedienung einen Nunchuk an, den der zweite Spieler in die Hand nimmt. Damit kontrolliert man die Umgebung genauso, wie gehabt. Allerdings ist der Bildschirm nun geteilt und jeder Spieler hat eine eigene Bildschirmhälfte. Beide Kugeln rollen nun gleichzeitig durch den Parcours und gewonnen hat derjenige, der zuerst alle roten Kristalle eingesammelt und das Ziel erreicht hat. Natürlich kann man sich dabei auch gegenseitig behindern oder sogar von der Strecke schubsen.

Auf diese Weise lässt sich das Spiel genauso beenden und alle Zusatzaufgaben freischalten, wie es auch alleine möglich ist. Dieser Modus bringt dem Spiel zwar nicht mehr Tiefe, aber er ermöglicht, dass zwei Leute gleichzeitig mit dem Titel Spaß haben können.

 

Blöd ist, dass beide für denselben Speicherstand Punkte sammeln, so dass man später nicht mehr sieht, wer welche Rekorde aufgestellt hat, ansonsten ist der Mehrspieler-Modus vorbildlich, auch wenn ein paar Minispiele sicherlich eine Ergänzung gewesen wären.

 

 

Knuddeloptik sonder gleichen

 

Technisch kann das Spiel nur bedingt überzeugen. Zwar sind die Texturen recht ordentlich, die Hintergründe lebhaft und die Bahnen sehr schön gestaltet, aber dennoch bekommt man zu wenig Abwechslung geboten. Wie schon erwähnt, gibt es im Spiel fünf Hauptthemen in die sich die Bahnen einordnen und in jedem Thema gibt es 10 Kororinpas. Die Bahnen an sich unterscheiden sich zwar stark in der Streckenführung und Schwierigkeit, aber irgendwie sehen sie alle immer gleich aus. Fünf weitere Themen und 50 weitere Parcours und das wäre kein Thema mehr gewesen.

 

 

An manchen Stellen (besonders in der Nachtstadt) sind die Hintergründe etwas unglücklich gewählt, so dass es vorkommt, dass man die Bahn nicht deutlich genug nicht vom Hintergrund unterscheiden kann, was in der Regel zu einem Absturz führt. Vor allem auf einer Bahn (43) hat mich das fast in den Wahnsinn getrieben, weil man nach einem Absturz erst wieder gut eine Minute braucht, um an die besagte Stelle zurück zu kommen.

 

Etwas seltsam ist auch die Tatsache, dass das Spiel bei Übertragung über ein Komponenten-Kabel in Verbindung mit 16:9 ein paar Probleme hat. Leider bleiben hier trotz korrekt eingestelltem Fernseher und gewähltem Breitbild-Modus im Spiel immer schwarzen Balken ober- und unterhalb des Bildes. Im 4:3 Modus und bei Verwendung des normalen AV-Kabels ist das Problem nicht mehr vorhanden.

 

Musikalisch gibt es nicht zu bemängeln. Die Stücke passen sehr gut zum Spiel und es gibt eine mehr als ausreichend große Auswahl. Die Soundeffekte sind auch sehr gut und klingen sehr authentisch, wobei ich besonders die unterschiedlichen Roll-Geräusche hervorheben möchte, die die Kugeln machen, je nachdem über welchen Untergrund sie rollen. Holz hört sich wie Holz an, Keks wie Keks und Straße wie Straße.

 

Die Geräusche der Tierkugeln sind auch sehr lustig, besonders das genervte Miauen der Katze, das sie nach einem tiefen Fall von sich gibt. Es klingt einfach wie eine Katze, die gerade etwas tun muss, worauf sie gar keine Lust hat. ;-)

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Steuerungstechnisch und vom Design ist Kororinpa eine echte Perle. Nach kurzer Eingewöhnung macht es riesigen Spaß, die Strecken entlang zu rollen. Leider ist der Spaß viel zu schnell vorbei, was sich auch durch ein paar freischaltbare Extras und Bonusstrecken nicht allzu lange heraus zögern lässt. Es ist schade, dass es nicht die Möglichkeit gibt, durch Updates neue Strecken herunterzuladen, was eine gute Möglichkeit gewesen wäre, um das Spiel deutlich aufzuwerten. Dennoch hoffe ich auf einen zweiten Teil mit optimierter Grafik (480p), einem Online-Modus für spannende Duelle auch dann, wenn man keinen Spielpartner zu Hause hat sowie deutlich mehr Strecken, denn Kororinpa hat noch viel ungenutztes Potenzial, das unbedingt ausgeschöpft werden sollte.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

gut

75%

Singleplayer

75%

Multiplayer

Release

23.02.2007

Developer

Hudson

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

nicht bekannt


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