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Boom Blox

Puzzle

18.06.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Bunte Blöcke en Masse!

 

Das erste Spiel von EA und Stephen Spielberg für die Wii ist auf den ersten Blick betrachtet ein recht simples Spiel, in dem es „einfach nur“ darum geht, per Wiimote auf Blöcke zu zielen und sie dann möglichst gekonnt durch Wurfbewegungen umzuwerfen. Jedoch ist dies nur ein winzig kleiner Teil des gesamten Erlebnisses, das für Einzelspieler über 300 abwechslungsreiche Levels und für Mehrspieler darüber hinaus weitere bietet. Doch bevor es los geht, muss man erst mal eine Runde trainieren, um mit der Steuerung und den verschiedenen Blöcken vertraut gemacht zu werden.

 

Grundsätzlich unterscheidet das Spiel Blöcke und Charaktere, wobei letztere eine eigene künstliche Intelligenz haben und dementsprechend handeln, aber dazu später mehr. Blöcke liegen einfach nur irgendwo im Level rum und warten darauf, dass der Spieler etwas mit ihnen anfängt. Zu Beginn lernt man das einfache Werfen. Hierfür zielt man mit dem Pointer auf einen bestimmten Punkt, fixiert diesen mit der A-Taste und schickt den Ball durch eine Wurfbewegung und Loslassen der Taste auf seinen Weg. Je härter man wirft, desto härter fliegt der Ball natürlich auch.

 

Trifft er auf einen Block, dann passiert das, was in der echten Welt auch passieren würde: Die Bewegungsenergie des Balles geht auf den Block über und er bewegt sich. Je nachdem, wie er steht, wie man ihn trifft und wie hart der Wurf war, bewegt er sich natürlich anders. Ziel der ersten Levels ist es, Blöcke mit möglichst wenigen Würfen von einem fixierten und unzerstörbaren Fundament zu befördern.

 

 

Um das Ganze abwechslungsreich zu gestalten, gibt es viele verschiedene Arten von Blöcken, darunter zum Beispiel Chemikalien, Bomben, Verschwinde-Blöcke und Edelsteine. Bringt man beispielsweise zwei der grünen Chemikalien-Blöcke aneinander, dann reagieren sie und explodieren. Dies hat natürlich folgen auf alle umliegenden Blöcke, die den physikalischen Gesetzen folgend durch die Luft fliegen. Eine Bombe macht im Prinzip dasselbe, wird jedoch einfach gezündet, indem man sie mit dem Ball trifft oder von einem passenden Charakter anzünden lässt. Verschwinde-Blöcke lösen sich auf, sobald man sie trifft und Edelsteine bringen Punkte, wenn sie auf den Boden fallen und sich auflösen. Darüber hinaus gibt es noch etwa ein halbes Dutzend weitere Blockarten.

 

Neben dem einfachen Werfen bekommt man im Laufe des Spiels weitere Interaktionsmöglichkeiten, was für eine immense Vielfalt sorgt. Mit dabei zum Beispiel ein Greifwerkzeug und Projektilwaffen. Ebenso gibt es auch andere Formen von Bällen, zum Beispiel eine Bowlingkugel, die mehr Wucht hat und einen Gummiball, der besonders hart abprallt und somit Schaden an vielen Blöcken anrichten kann, wenn er richtig fliegt.

 

 

Gehe auf Entdeckungsreise!

 

Hat man sich mit der grundlegenden Steuerung und den Elementen des Spiels vertraut gemacht, dann kann man auf Entdeckungsreise gehen. Hinter diesem Modus verbergen sich die „ganz normalen“ Rätsel in sechs Kategorien, die es zu lösen gilt. In einem Bereich muss man zum Beispiel möglichst viele Edelsteine per geworfenem Ball zu Boden bringen und bekommt eine von drei Medaillen (natürlich in Blockform), je nachdem, wie wenige Würfe man braucht. Darüber hinaus gibt es Levels, die sich durch chemische Reaktionen lösen lassen, solche, die auf Bombeneinsatz setzen und als Krönung die, die man mit sehr ruhiger Hand meistern muss. Ähnlich wie bei dem bekannten Spiel Jenga muss man hier mit dem Greifwerkzeug Türme abbauen, ohne dass sie einstürzen und so möglichst viele Punkte machen.

 

Schließt man alle Levels dieses Modus mit einer guten Bewertung ab, dann schaltet man den Experten-Stapel frei und bei sehr guter Bewertung den Meister-Stapel. Diese beiden Sammlungen von Aufgaben hat es in sich und brauchen dementsprechend ein sehr ruhiges Händchen, viele graue Zellen und räumliches Denkvermögen. Hat man die 40 zusätzlichen extraschweren Aufgaben geschafft, dann darf man sich wohl zu Recht Block-Meister nennen.

 

 

Daneben gibt es noch das Abenteuer. Hier werden vier kurze Geschichten von Charakteren erzählt, die in jeweils etwa 30 Levels begleitet und beschützt werden wollen. Dabei besteht jede Geschichte aus drei unterschiedlichen Aufgabentypen. So muss man zum Beispiel in einem Teil ein Loch in eine „Goldmine“ schießen und anschließend mit Gummibällen möglichst viele der Blöcke in der Mine berühren, um sie so „abzubauen“ und Gold zu bekommen. In einer anderen Geschichte muss man hilflose Katzen vor bösen Geistern beschützen. Dazu setzt man seine Waffe ein, muss aber darauf achten, nicht die Katzen selbst zu treffen. Alternativ bekommt man bei diesen Aufgaben das Greifwerkzeug in die Hand und muss den Feinden den Weg mit Blöcken verbauen und gleichzeitig den der Katzen freilegen, damit sie das sichere Ziel erreichen können. Abschließend seien noch die Labyrinthe erwähnt. Hier versucht eine Mutter zu ihren Kindern zu gelangen, wird aber durch Blöcke aufgehalten. Der Spieler muss diese dann so geschickt verschieben, dass der Weg frei wird. Verfeinert werden diese ganzen Aufgaben später noch durch Bomben oder Chemikalien, die bei Explosion den eigenen Figuren ein Ende setzen.

 

Ist man auch im Abenteuer gut genug, dann werden in alle 12 Kategorien der vier Welten ebenso weitere Aufgaben freigeschaltet, die im Vergleich zu den vorherigen deutlich schwerer sind und viel Zeit und Konzentration erfordern. Doch all das hat auch noch einen weiteren Sinn. Je besser man abschneidet und je mehr Goldmedaillen man sammelt, desto mehr Bauteile werden für den Modus „Erstellen“ verfügbar. Dort kann man sehr einfach und schnell eigene Levels bauen, alle bestehenden aus dem Spiel verändern und mit Freunden tauschen. Doch dazu später mehr.

 

 

Mehr Spieler = Mehr Spaß!

 

Natürlich bietet Boom Blox auch einen Mehrspieler-Modus. Ich persönlich hatte zwar auch im normalen Modus mit Freunden zusammen schon viel Spaß, da man gemeinsam viel besser rätseln kann. Außerdem kann man einfach nach jeder geschafften Aufgabe die Fernbedienung weitergeben und das Spiel so gemeinsam genießen. Doch es gibt darüber hinaus noch einen Party-Modus, der auch nicht von schlechten Eltern ist. In diesem Modus gibt es drei verschiedene Spielmöglichkeiten: Gegeneinander, Kooperativ und die Schnellauswahl.

 

Wählt man die erste Option, dann kann man mit bis zu vier Spielern, auch mit nur einer Fernbedienung, in dutzenden Levels gegeneinander antreten. Man muss dann entweder nacheinander Punktesteine aus einem wackeligen Turm ziehen, der auch mit Strafblöcken gespickt ist oder die Festungen seiner Gegner durch gezielte Würfe zerstören. Besonders spannend sind die Zielübungen, bei denen Punkteblöcke auf einem Feld liegen und per Ball in Multiplikatoren geschossen werden können, um noch mehr Punkte zu sammeln. Man sollte jedoch möglichst vermeiden, die Strafblöcke zu treffen oder gar mit diesen die Multiplikatoren erwischen...

 

 

Beim kooperativen Spiel haben die Entwickler jede Menge zusätzliche Levels gebaut, aber auch einige aus dem Einzelspieler-Modus übernommen. Diese kann man dann mit bis zu vier Spielern gemeinsam lösen. Dafür braucht dann allerdings jeder eine eigene Fernbedienung. Einige der Aufgaben sind dabei natürlich so angelegt, dass man sie nur mit mehreren Spielern gleichzeitig lösen kann, zum Beispiel indem man zwei Blöcke gleichzeitig wegzieht, damit ein Turm nicht einstürzt.

 

Zu guter letzt bietet die Schnellauswahl eine gute Möglichkeit, sich direkt mit Freunden zu messen. Das Spiel wählt aus den verschiedenen Levels des Modus „Gegeneinander“ einige Aufgaben zufällig aus und die Punkte werden aufsummiert. Wer am Ende die Meisten gemacht hat, gewinnt das Spiel. Dieser Modus bietet auf jeden Fall die größte Abwechslung, da man locker 10 Spiele nacheinander machen kann, ohne ein bestimmtes Level mehr als einmal gespielt zu haben.

 

Insgesamt macht der Mehrspieler-Modus extrem viel Spaß und besticht, ebenso wie die Einzelspieler-Aufgaben, durch die unglaubliche Vielfalt an Möglichkeiten und Aufgaben. Dabei hilft natürlich, dass wirklich jeder schnell und einfach mit einsteigen kann, da das Prinzip simpel ist und man leicht versteht, was gemacht werden muss. Ob das dann jedoch auch klappt, ist eine Frage der Übung...

 

 

Ich baue was, was du nicht lösen kannst!

 

Als Bonus zum ohnehin schon sehr umfangreichen Angebot gibt es auch noch einen Level-Editor, mit dem man eigene Welten bauen oder auch die im Spiel bereits gebauten nach Belieben verändern kann. Dabei greift man per Pointer auf allerhand Werkzeuge zurück, mit denen man recht einfach wirklich jeden Level im Spiel selbst nachbauen könnte. Einschränkungen bei den verfügbaren Steinen und anderen Dingen gibt es keine, allerdings muss man vieles erst freispielen. Darüber hinaus kann man sogar Dinge einsetzen, die es in den normalen Aufgaben gar nicht gibt.

 

Man kann jeden Blocktyp im dreidimensionalen Raum völlig frei platzieren, die Größen der Objekte beliebig ändern, bestehende Strukturen einfach klonen und sämtliche Rahmenbedingungen (Zeit, Anzahl verfügbarer Bälle, Werkzeug, Balltyp etc.) individuell festlegen. Für kreative Köpfe ist dieser Editor Garant für endlosen Spielspaß. Verglichen mit Spielen wie Eledees oder sogar Super Smash Bros. Brawl bietet Boom Blox den mit Abstand besten Modus dieser Art. Hut ab!

 

Hat man ein Level gebaut oder geändert, kann man es ganz einfach speichern und dann sogar per WiiConnect24 direkt an Freunde aus der Wii-Freundesliste verschicken. Einfacher geht’s nicht.

 

 

Technik, Steuerung und Umfang

 

Technisch haut das Spiel auf den ersten Blick sicher niemanden vom Hocker, aber wenn man genau hinsieht, dann erkennt man immer mehr, wie viel Mühe sich die Entwickler gegeben haben. An erster Stelle ist da natürlich die überragende Physik des Titels zu nennen. Bälle und Blöcke verhalten sich genauso, wie man es in der echten Welt erwarten würde, was das Spiel zu einem großartigen Erlebnis macht. Man kann das, was man über physikalische Eigenschaften weiß, ganz einfach im Spiel anwenden, ohne sich an neue Rahmenbedingungen gewöhnen zu müssen. Besonders gut kann man das im Modus „Erstellen“ beobachten, denn dort lassen sich Levels testen und die Bewegungen zu jedem Zeitpunkt einfach einfrieren. So genau man auch sucht, man wird nur extrem selten Fehler finden. Einfach toll gemacht.

 

Die knapp 30 verschiedenen Figuren sind zwar alle aus derselben, eckigen Grundform, aber dennoch haben sie Charakter und verhalten sich dementsprechend. Vor allem die in Standbildern mit ein wenig Animation und Untertiteln erzählten Geschichten hauchen den Gestalten gut Leben ein.

 

 

Zur Musik gibt es nicht viel zu sagen, denn die Melodien sind recht unscheinbar. Lediglich die Titelmelodie geistert mir seit ein paar Tagen ununterbrochen im Kopf herum. Ob das jetzt positiv oder negativ ist, sei mal dahingestellt. Qualitativ und quantitativ sind die musikalische Untermalung und die Soundeffekte aber gut gelungen. Mir hat lediglich ein Erzähler gefehlt, der die kurzen Geschichten im Abenteuer-Modus vorliest, was die Atmosphäre ohne großen Aufwand deutlich verbessert hätte.

 

Die Steuerung funktioniert einwandfrei. Zielen per Pointer und die Wurfbewegungen gehen leicht von der Hand. Man sollte jedoch nicht zu viel am Stück spielen, denn das geht auf Dauer ganz schön auf die Arme. Umsehen kann man sich entweder durch gedrückt Halten der B-Taste per Infrarot oder bei angeschlossenem Nunchuk mittels Joystick, was auch nötig ist, denn ohne den richtigen Blickwinkel braucht man es gar nicht erst zu versuchen. Auch beim Level-Editor gibt es nur selten Probleme, wenn man mit dem Pointer zielsicher umgehen kann.

 

Zum Umfang habe ich ja im Text weiter oben schon jede Menge geschrieben, aber auch an dieser Stelle noch einmal der Hinweis, dass man bei Boom Blox extrem viel Spiel fürs Geld geboten bekommen. Um wirklich alle Aufgaben im Einzelspieler-Modus zu knacken, gehen locker 20 Stunden drauf. Bis man alle Aufgaben mit Gold abgeschlossen und somit Belohnungen erhalten hat, kann schnell noch einmal soviel Zeit vergehen. Wenn man sich dann noch mit dem Mehrspieler-Modus befasst, verlässt das Spiel wohl nie wieder die Konsole...

 

 

Meckerecke

 

Bei all dem Lob für den Titel muss ich leider auch einige Kritikpunkte äußern. Besonders nervig finde ich, dass man oft nur eine Aufgabe aktuell vor sich hat, zumindest solange man die schwereren Aufgaben nicht freigeschaltet hat. Kommt man dann an einer Stelle mal nicht weiter, wird der Frust schnell groß, da man eben nicht zunächst an anderer Stelle weiter machen kann, um sich abzulenken oder die zündende Idee zu bekommen. Jedoch kann man jedes Level in den Editor laden und sich dort ganz genau ansehen und trainieren, wenn man wirklich nicht mehr weiter kommt.

 

Zusätzlich dazu ist es bei der ganzen Abwechslung dennoch manchmal etwas eintönig, da sowohl bei der Entdeckung als auch im Abenteuer immer etwa 6-15 Levels vom gleichen Typ einander folgen, bevor ein neues Thema kommt. Da auch mal Typen dabei sind, die weniger Spaß machen, kann das etwas motivationshemmend sein, da man sich wohl oder übel dadurch quälen muss.

 

Zuletzt sei noch angemerkt, dass einige Level leider absolut keinen Fehler verzeihen und daher ebenso frustrierend wie schwer sein können. Gerade bei der Steuerung per Pointer kriegt man es eben nicht so leicht hin, pixelgenau fünfmal hintereinander ohne Fehler sich bewegende Blöcke zu treffen. Der Erhalt einer Goldmedaille bei diesen Aufgaben ist daher eher Glück als echtes Können, behaupte ich jetzt einfach mal.

 

 

Vielen Dank an Electronic Arts für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Mit Boom Blox hat Stephen Spielberg zwar nicht das Spiel geschaffen, was sich viele erhofft haben, aber einen zweiten Blick ist der Titel auf jeden Fall wert. Er bietet jede Menge Levels, abwechslungsreiche Aufgaben, einen sehr guten Mehrspieler-Modus, den bisher besten Level-Editor eines Wii-Spiels und eine perfekt auf die Wii abgestimmte Steuerung. Das alles gibt es auch noch zum Budget-Preis von unter 40 Euro, so dass wirklich niemand eine gute Ausrede hat, sich Boom Blox nicht zu kaufen. Ich jedenfalls hatte extrem viel Spaß mit dem Spiel und genieße es solange weiter mit Freunden, bis der Nachfolger kommt. Das kann gar nicht schnell genug gehen! Bis dahin: Wieder hoch scrollen -> Rechts auf den Link von Spielegrotte klicken -> Spiel kaufen! ;-)

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

super

90%

Singleplayer

90%

Multiplayer

Release

08.05.2008

Developer

Electronic Arts

Publisher

Electronic Arts

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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