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Reviews: Nintendo Wii

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Family Ski

Sport

28.06.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Schnee im Überfluss

 

Die Lawine an Spielen, die nach Wii Fit das Balance Board unterstützen werden, rollt unaufhaltsam auf uns zu. Sie wird schneller und größer und wird nicht aufzuhalten sein. Den Anfang macht dann quasi die Lawine selbst, denn mit Family Ski bringt Nintendo eine sehr realistische Ski-Simulation (natürlich steuerungstechnisch und nicht grafisch...), die man unter anderem auch mit der wohl besten Waage in Deutschlands Wohnzimmern spielen kann. Aber mal langsam, worum geht es eigentlich genau?

 

Der Titel ist fast als Winterurlaub gedacht, denn man befindet sich dort in einem großen Ressort, das einen Berg mit neun Pisten umfasst. Eine Piste geht dabei jeweils etwa über ein Drittel der Gesamtabfahrt, so dass man sich leicht ausrechnen kann, wie viele verschiedene Routen man von ganz oben bis ganz unten fahren kann. Natürlich sind die Abfahrten in Schwierigkeitsgrade eingeteilt, so dass man schon vorher überlegen kann, ob man lieber die Löwenspitze herab rast oder es auf der Hasenbahn erstmal ganz langsam angehen lässt.

 

Doch bevor man dem Ruf des Berges folgen darf, muss man zunächst in die Skischule, denn ohne Können ist Skifahren extrem gefährlich. In der Schule lernt man dann, je nachdem welche Steuerungsmethode man im Hauptmenü gewählt hat, wie man am schnellsten, sichersten und elegantesten nach unten kommt. Hat man diesen Teil verinnerlicht, dann kann man entweder loslegen oder zunächst noch den Sprungkurs belegen, indem man das gute Dutzend an Sprungtechniken beigebracht bekommt.

 

Auf der Piste setzt man dann seinen Fahrer (oder alternativ auch ein vorher gewähltes Mii) in Bewegung und kann sich frei auf dem Berg bewegen. Nach unten auf Skiern, nach oben per Lift. Bei den Abfahrten auf den Pisten bekommt man, sobald man unten angekommen ist, automatisch eine Bewertung, je nachdem, wie gut man Kurven gefahren ist, wie perfekt ausgeführt die Sprünge waren und wie lange die Abfahrt gedauert hat. Je besser das Ergebnis, umso mehr Punkte erhält man. Diese kann man dann im Shop dazu einsetzen, sich neue Kleidung zu kaufen. So wird der eigene Charakter schnell sehr individuell gestaltet. Schade ist nur, dass ein Mii keinen Helm tragen kann, die Figuren aus dem Spiel aber schon.

 

Punkte sammelt man auch durch kleine Events direkt im Ressort. Dort halten sich natürlich auch jede Menge andere Leute auf, die manchmal durch eine Sprechblase über dem Kopf symbolisieren, dass sie gerne Kontakt aufnehmen wollen. Auf diese Art nimmt man Missionen an, in denen man zum Beispiel ein Rennen gewinnen, einen Slalom möglichst schnell und fehlerfrei fahren oder eine bestimmte Person finden muss. Je höher man sich gerade am Berg aufhält, desto schwerer sind natürlich auch die Missionen. Einige der Aufgaben (Rennen, Slalom und Buckelpiste) kann man auch direkt über das Hauptmenü aufrufen, um die verschiedenen Schwierigkeitsgrade zu meistern oder einfach nur zum üben. An dieser Stelle ist es dann auch möglich, mit mehreren Spielern gegeneinander anzutreten. Allerdings geht das simultan nicht per Balance Board und jeder der bis zu vier Mitspieler benötigt Wiimote und Nunchuk.

 

Auf den ersten Blick gibt es also eine ganze Menge zu tun, allerdings leider eben nur auf den ersten Blick. Die Aufgaben wiederholen sich nämlich sehr schnell und werden einfach nur immer etwas schwerer, so dass man nicht wirklich Abwechslung geboten bekommt. Langeweile ist also vorprogrammiert. Doch bevor es dazu kommt, wird dennoch eine ganze Weile vergehen, denn die Phase, in der man die Steuerung lernt und perfektioniert ist sehr spannend und hält die Motivation hoch. Danach ist allerdings die Luft leider trotz Mehrspieler-Modus raus.

 

 

Ski auf Wii!

 

Das Wii Balance Board ist natürlich die Art, auf die man das Spiel am besten steuern sollte. Dazu stellt man sich einfach auf das Brett drauf und steuert dann seine Figur durch Verlagerungen des Körperschwerpunktes. Dabei sind aber nur Bewegungen nach links und rechts möglich, während die Geschwindigkeit, nicht wie in den Ski-Minispielen bei Wii Fit, hier über die beiden Controller in den Händen gesteuert wird. Zusätzlich setzt man Wiimote und Nunchuk als Skistöcke ein. Will man also anfahren, dann muss man die typische Bewegung nachahmen. Hat man einmal genug Tempo drauf, muss man die beiden Controller nur nach innen drehen, damit sich der Fahrer die Stöcke unter den Arm klemmt, in die Hocke geht und die wahre Raserei beginnen kann.

 

Gebremst wird einfach indem man den Control-Stick nach unten drückt und langsam gefahren wird (Schneepflug) per C-Taste. Gerät man ins Wanken, dann verhindert man den Sturz durch gemeinsames herunter Schwingen von beiden Controllern. Nach einem Sturz hilft nur noch schnelles Schütteln, um bald wieder auf die Beine zu kommen. Darüber hinaus gibt es noch die Möglichkeit durch gleichzeitiges Drücken von B und Z zu wedeln, was auf Buckelpisten sehr wichtig ist, da man nur so schnell die kleinen Hubbel umfahren kann. Für die zahllosen Sprünge werden Kombinationen von Knopfdrücken und Controllerbewegungen eingesetzt, was recht gut funktioniert.

 

Spielt man ohne Balance Board, dann steuert man die Richtung durch Parallelbewegungen der beiden Controller, was zunächst deutlich einfach ist, aber recht schnell an seine Grenzen stößt. Die Steuerung per Balance Board ist am Anfang extrem gewöhnungsbedürftig, aber sobald man den Bogen raus hat, sind sehr genaue Fahrten locker möglich. Es dauert allerdings eine ganze Weile, bis man soweit ist.

 

 

Technik

 

Grafisch ist der Titel sicher keine Wucht, aber er hat dennoch einiges zu bieten. Die Figuren, die auch im Stil der Miis gehalten sind, passen sehr gut ins Spiel, so dass das Gesamtbild gut ist. Sehr positiv zu erwähnen ist auch die Weitsicht, denn an bestimmten Punkten kann man fast den gesamten Berg hinunter sehen. Dort fehlen zwar viele der Details, aber dennoch erkennt man die Pisten gut. Der Schnee ist zwar nicht wirklich pulverig, aber zumindest hinterlassen alle anderen Fahrer auch Spuren, die erst nach einer recht langen Zeit wieder verschwinden. Einfluss auf die eigene Abfahrt haben diese Spurrillen jedoch aber nicht. Cool ist, dass man vor dem Betreten des Berges wählen kann, ob man tagsüber oder in der Nacht fahren will. Nachts ist zwar die Weitsicht eingeschränkt, dafür aber alles schon beleuchtet und der Sternenhimmel wird von andauerndem Feuerwerk verschönert. Nette Idee.

 

Ziemlich nervig ist die „Sprachausgabe“. Immer, wenn eine Figur etwas erzählt, muss man das natürlich selbst lesen, allerdings wird es durch ein Geblubber unterstützt, das fast wie aus Big Brain Academy klingt. Gut gemacht bin ich ja ein Freund von Fantasie-Sprachen, wie zum Beispiel bei Banjo Kazooie, aber hier ist es wirklich überflüssig und einfach nur nervig. Ähnlich verhält es sich mit der Musik, die zwar selten auffällt, wenn doch, dann aber schnell auf die Nerven geht. Sowohl mehr Qualität als auch Quantität wäre hier bitter nötig gewesen.

 

Insgesamt macht das Spiel technisch also einen soliden Eindruck, was gepaart mit der recht guten Steuerung schon eine sehr gute Grundlage für ein empfehlenswertes Spiel ist. Doch leider ist eben eine solide Technik nicht alles.

 

 

Mehrspieler-Spaß!

 

Diesen Teil kann ich ganz schnell abhandeln, denn mit mehreren Spielern kann man einfach nur die Events, also Rennen, Buckelpiste und Slalom gegeneinander fahren. Zwar geht das mit bis zu vier Spielern und macht auch an sich Spaß, aber dadurch, dass die Konsole nur ein Balance Board unterstützt muss man zwangsläufig auf die schlechtere „klassisch innovative“ Steuerung zurückgreifen. Da die durch die ständigen Dreh- und Kippbewegungen von Wii-Experten zwar recht schnell gelernt werden kann, Anfänger aber sicher eine ganze Weile benötigen, stellt sich die Frage, wie so mit der ganzen Familie Spaß aufkommen soll.

 

Man kann zwar auch nacheinander auf Zeit antreten, was sicher auch gut ist, damit man die Wahl hat, aber mehr Spaß macht das auch nicht, da man sich so nicht gegenseitig in die Quere kommen und stören kann. Das ist also so, als würde bei Mario Kart der Mehrspieler-Modus die Option bieten, im Zeitfahren einer nach dem anderen gegeneinander anzutreten...

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters


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Fazit

Family Ski ist auf jeden Fall kein schlechtes Spiel. Die Idee ist gut und die Einbindung des Balance Boards vorbildlich. Dazu ist die Technik solide, kann aber leider dennoch nicht wirklich überzeugen. Hinzu kommt, dass der Umfang arg begrenzt ist und man auch im Mehrspieler-Modus nicht besonders viel machen kann. Es gibt zwar noch ein paar nette Extras, wie Fotoshootings und personalisierbare Charaktere, aber das reißt das Ruder auch nicht mehr herum. Wer das Balance Board hat, der kann es gerne mal anspielen, alle anderen greifen wohl eher auf die bessere Alternative SSX Blur zurück oder warten auf weitere Ski-Spiele mit BB-Unterstützung.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

63%

Singleplayer

55%

Multiplayer

Release

13.06.2008

Developer

Bandai Namco

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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