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Reviews: Nintendo Wii

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We Love Golf!

Sport

30.07.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Golfen für Anfänger!

 

Wer eine Wii hat, der hat automatisch auch Wii Sports und damit ein Golfspiel, das mit Bewegung gesteuert wird, und zwar gar nicht mal schlecht. Dafür mangelt es an Umfang, spielerischer Tiefe, abwechslungsreicher Grafik und einigem mehr. Da Nintendo sich auch nicht bequemt, Mario wieder golfen zu lassen (zum Glück, wie ich finde), haben sich die Entwickler von Camelot – die für Golf und Tennis von Mario auf dem Cube zuständig waren – eben mit Capcom zusammengetan und liefern uns ein Golfspiel, das eigentlich alles bietet, was ein Fan von Mario Golf erwartet... Außer Mario!

 

Das muss aber per Definition ja nichts Schlechtes sein. Ich hab zum Beispiel so langsam die Nase voll von den ganzen Sportspielen mit immer wieder denselben Figuren. So bin ich ganz froh, dass uns Baby Waluigi als Golfer erst mal erspart bleibt. Doch der Vergleich mit Mario Golf passt trotzdem wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, denn Kenner der GameCube-Version werden sich in We Love Golf gleich heimisch fühlen.

 

In mehreren Modi geht es hier, wie im echten Golf, darum, den Ball mit möglichst wenigen Schlägen einzulochen, so genau wie möglich ein bestimmtes Zielgebiet zu treffen oder eine bestimmte Flugbahn mit dem Ball zu fliegen. Doch bevor ich die Spielmodi vorstelle, zunächst einmal ein paar Worte zur Steuerung.

 

 

Mit der Wiimote auf dem Golfplatz?

 

Was könnte leichter sein und näher liegen, als mit der Wii Fernbedienung ein Golfspiel zu bedienen? Richtig: (fast) nichts! Die Entwickler haben sich wirklich Mühe gegeben, die Steuerung gleichzeitig so intuitiv und realistisch wie möglich zu gestalten und das ist ihnen auch beinahe perfekt gelungen.

 

Steht man mit seiner Figur am Abschlag, dann wird einem direkt ein recht passender Schläger angelegt und eine gute Flugbahn vorgeschlagen. Per + und - Taste kann man sich dann doch noch für einen anderen Schläger entscheiden und über das Steuerkreuz die Flugweite und-richtung ändern. Da man in der Standardperspektive kaum sieht, wo genau der Ball voraussichtlich landen wird, empfiehlt es sich, die Wiimote aus der Golfschläger-Haltung kurz anzuheben, um so in eine Ansicht des Landepunktes umzuschalten. Dort kann man dann bei gedrückt gehaltener B-Taste die Ansicht noch weiter verändern, um den perfekten Punkt für die Landung des Balles zu finden. Hebt man die Wiimote noch höher oder drückt man A, dann bekommt man eine „von oben“-Ansicht des Loches angezeigt.

 

Hat man alle Einstellungen vorgenommen, einfach den Schläger wieder senken und schon kann es los gehen. Man hält den A-Knopf gedrückt (oder B für einen Übungsschlag) holt aus und schwingt im richtigen Moment, um den Ball zu schlagen. Beim Ausholen muss man darauf achten, eine möglichst gleichmäßige und nicht zu schnelle Bewegung zu machen, damit man mehr Kraft in den Schlag gibt. Am höchsten Punkt hält man die Fernbedienung so lange, bis die Kraft eingeloggt wird, um dann einer Anzeige zu folgen, damit man im richtigen Moment abschlägt. Je genauer man den unteren Punkt trifft, umso grader fliegt der Ball. Drückt man vor dem Abschlag noch 1 oder 2, dann bekommt der Ball einen Top- oder Backspin und durch Neigungen der Wiimote einen Seitwärtsdrall.

 

 

Für Anfänger gibt es eine Hilfestellung in Form einer vermenschlichten Wiimote mit Armen und Beinen. Diese zeigt einem, was man wann genau zu tun hat, um optimal abzuschlagen. Etwas verwerflich ist lediglich deren Zeigen auf B und A für einen (Übungs)schlag. Hierbei zeigt sie sich nämlich – wegen der ungünstigen Proportionen der Wiimote – auf den Po (B) und das Äquivalent gegenüber (A). Dazu kriegt man auch eine Hilfestellung über den Lautsprecher des Controllers, die aber schon nach wenigen Abschlägen so nervt, dass man sie besser schnell ausschaltet.

 

Die Steuerung an sich ist aber wirklich vorbildlich und könnte besser kaum sein. Lediglich manchmal kommt es zu leichtem Frust, weil man irgendeinen kleinen Bewegungsfehler macht, sich deshalb die Leiste nicht voll auflädt und der Ball in der Pampa landet. Aber so soll es beim Golf ja eigentlich auch sein...

 

 

Golfen bis zum Umfallen!

 

Zu der sehr guten Steuerung kommt dann auch noch ein recht großer Umfang. Neben acht Kursen mit 18 Löchern, die man in Turnieren nach und nach freischaltet, gibt es zahlreiche andere Modi, die für Abwechslung und langen Spielspaß sorgen. Zu Anfang hat man vier Charaktere zur Verfügung. Um die restlichen freizuschalten gibt es das Spielfigurenmatch. Hierbei tritt man in einem One on One gegen einen vom CPU gesteuerten Gegner auf maximal 18 Löchern an. Man gewinnt ein Loch, wenn man es mit weniger Schlägen abschließt als der Gegner und umgekehrt. Bei gleicher Schlaganzahl bekommt keiner einen Punkt. Wer zuerst 10 Punkte (oder weniger bei unentschiedenen Löchern) hat, der gewinnt das Spiel. Die Gegner – sollten sie vorher noch nicht verfügbar gewesen sein – sind dann nach einem Sieg des Spielers auch selbst spielbar. Die Charaktere unterscheiden sich dabei durch verschiedene Attribute, wie Drive, Kontrolle oder Spin. Hat man alle Charaktere freigeschaltet, dann darf man auch als Mii antreten. Witzigerweise ist das Mii aber nur der Kopf der Figur, während die Attribute und der Körper von einer der Spielfiguren stammen. Das sieht zwar manchmal etwas seltsam aus, ist aber durchaus eine lustige und gut umgesetzte Idee.

 

Doch auch, wenn man alle Turniere gewonnen und alle Figuren freigeschaltet hat, ist noch lange nicht Schicht im Schacht. Dazu gibt es noch ein paar Minispiel-Modi, wie zum Beispiel Ringschlag, Zielgolf oder das Flaggenstockspiel. Beim Ringschlag muss man den Golfball auf dem Weg zum Loch durch verschiedene Ringe schlagen und das Loch dann auch noch mit einer vorgegebenen Anzahl Schläge beenden. Beim Zielgolf geht es darum, mit dem Ball ein Zielgebiet möglichst genau zu treffen, um so mit 10 Schlägen so viele Punkte wie möglich zu holen. Das Flaggenstockspiel zählt den Abstand in Metern vom Flaggenstock, den man auf einem Kurs mit 9 oder 18 Löchern erreicht hat.

 

Über diese Spielmodi schaltet man neue Kostüme für die Figuren frei, was auch durchaus zu empfehlen ist. Denn nur so kommt man in den Genuss, auch mal zum Beispiel als Pirat Zack zu golfen. Darüber hinaus gibt es noch andere Kostüme, aber lasst euch da mal besser überraschen; es lohnt sich!

 

 

Alleine golfen ist doof!

 

Das dachten sich die Entwickler wohl auch und haben dem Spiel so nicht nur einen 4-Spieler-Modus spendiert, sondern dazu sogar noch einen Wi-Fi Modus. Im ersten Modus ist es möglich, mit einer beliebigen Anzahl an Wiimotes bis zu vier Spieler vor demselben Fernseher ins Geschehen eintauchen zu lassen. Dazu gibt es einige Sondermodi, aber natürlich kann man auch einfach ein Turnier oder ein Matchspiel gegen einen menschlichen Gegner austragen. Vorbildlich ist dabei, dass es tatsächlich alles auch mit nur einer Fernbedienung geht; es macht ja auch Sinn, da man eh nicht simultan golft. Der echte Spielspaß entsteht hier also schnell und einfach und auf Dauer macht es einfach mehr Spaß, gegen echte Menschen anzutreten.

 

Weil die aber nicht immer vor Ort verfügbar sind, gibt es auch einen Online-Modus. Hier kann man entweder ein Weltspiel (also ohne Freundescode) oder ein Freundespiel (also mit Freundescode) spielen. Beim Weltspiel hat man die Auswahl zwischen Anfänger- und Meisterregeln, was Auswirkungen auf den Abschlag und die angezeigten Hilfslinien hat. Gespielt werden immer 9 Löcher auf einem zufällig ausgewählten Kurs. Beim Freundesspiel macht man einfach einen Raum auf, legt die Regeln fest und wartet darauf, dass (leider nur) ein weiterer Spieler eintritt. Durch das Besiegen von Gegnern sammelt man Medaillen, die auch vor einem Match angezeigt werden, damit man sieht, welches Niveau der Spieler hat.

 

An sich ist der Online-Modus eine echt feine Sache, vor allem, da es der erste onlinefähige Golftitel auf der Wii ist, allerdings hätte es durchaus besser sein können. Zum einen nervt das Freundescode-System (aber das ist ja nichts Neues) und zum anderen sind die Modi einfach zu beschränkt. Darüber hinaus ist es extrem schwer, online überhaupt Gegner zu finden. Ob das daran liegt, dass keiner spielt, kann ich nicht sagen. Mir ist es bei 10 Versuchen durchschnittlich jedenfalls nur zweimal wirklich gelungen, auch ein Match spielen zu können. Geduld sollte man also auf jeden Fall mitbringen. Hat man einen Mitspieler gefunden, dann läuft jedoch alles einwandfrei.

 

 

Auch technisch nur Mario Golf?

 

Leider muss man ja sagen, dass die Wii ja nicht gerade dafür berühmt ist, Entwickler anzulocken, die alles aus dem weißen Kasten herausholen wollen. Somit liegt es nahe, zu vermuten, dass auch Camelot einfach nur die Engine von Mario Golf auf dem Cube genommen und für Wii leicht optimiert hat. Und diese Vermutung ist zumindest nicht völlig von der Hand zu weisen. Die Ähnlichkeiten der Kurse sind auf jeden Fall da, auch wenn die Themen hier realistischer sind. Man spielt ja hier nicht in Bowsers Vorgarten.

 

Schlecht sieht das Spiel aber trotzdem nicht aus. Die Bewegungen der Figuren sind gut gelungen, die Weitsicht ist sehr gut und die Plätze machen etwas her. Meckern kann man lediglich bei so manchen Hintergrundelementen, wie zum Beispiel Blumenfelder, die weder ansatzweise realistisch aussehen, noch sich so bewegen. Aber das sind Kleinigkeiten, über die man hinweg sehen kann.

 

Die Musik kommt mir auch recht bekannt vor – viel getan hat sich seit Mario Golf also nicht. Einige der Sequenzen könnten sogar eins zu eins aus dem „Vorgänger“ übernommen worden sein. Das kann aber auch nur subjektives Empfinden sein, da ich mit Mario schon bis zum Abwinken gegolft habe. Generell ist die Musik aber gut, vor allem weil sie im Hintergrund bleibt und beim Spielen nicht stört, sondern gut untermalt.

 

Die Sprachausgabe, wenn man die paar Sätze pro Figur denn so nennen kann, ist ordentlich. Man hat zwar schnell alles gehört und drückt die Zwischensequenzen nach Erfolgen oder Niederlagen dann einfach nur noch weg, aber besser als nichts ist es allemal. Etwas mehr Abwechslung wäre aber gut gewesen.

 

 

Vielen Dank an Capcom für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

We Love Golf ist auf jeden Fall der heimliche Nachfolger von Mario Golf auf dem GameCube und sollte von Fans dieses Titels daher auf jeden Fall genauer betrachtet werden. Die Bewegungssteuerung ist beinahe perfekt umgesetzt und an Abwechslung mangelt es auch nicht. Dazu gibt es jede Menge freischaltbare Extras und einen guten Mehrspielermodus. Lediglich über Wi-Fi ist es zu wenig und irgendwie komisch, dass man kaum Gegner findet. Technisch ist der Titel solide, hätte aber durchaus besser sein können, vor allem was die Musik und die Sprachausgabe angeht. Unterm Strich ist es ein guter Titel, der nicht nur für Golf-Fans geeignet ist. Mario kann also zu Hause bleiben!

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

81%

Multiplayer

Release

04.07.2008

Developer

Camelot

Publisher

Capcom

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

1-2


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