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Reviews: Nintendo Wii

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Dragon Quest Swords: Die maskierte Königin und der Spiegelturm

RPG

05.08.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Ein Rollenspiel mal anders!

 

Die Geschichten von Rollenspielen ähneln sich in ihrer Grundstruktur ja meist, wie ein Ei dem anderen: Vor langer Zeit gab es etwas schrecklich Böses, aber es konnte besiegt und für immer gebannt werden. Doch nun taucht es wieder auf und eine neue Truppe Helden muss erneut die Welt retten und das Böse dann endgültig zerstören. So auch hier bei Dragon Quest Swords, mit dem Unterschied, dass der vergangene Teil der Geschichte erst wenige Jahre her ist und damals der Vater des jetzigen Helden Anführer der Truppe war, die das Böse vermeintlich besiegt hat.

 

Das ist aber auch so ziemlich die einzige Gemeinsamkeit mit einem „typischen“ RPG, darüber hinaus macht der Titel so ziemlich alles anders, aber leider nicht viel wirklich richtig. Aber mal eins nach dem anderen. Zunächst ist es wichtig zu erwähnen, dass man Dragon Quest aus der Ego-Perspektive spielt und sich nicht frei in der Umgebung bewegen kann. Es ist lediglich möglich per Steuerkreuz vorwärts oder rückwärst auf einem vordefinierten Weg zu gehen. Gegner tauchen dabei nicht wirklich zufällig auf, sondern nur ohne Vorwarnung immer an denselben Stellen. Im Kampf setzt man dann die Wiimote als Schwert oder Schild ein, um die Gegner zu besiegen. Dabei sind Schwerthiebe senkrecht, waagerecht oder diagonal möglich und gehen immer durch die Mitte des Bildschirms. Will man einen anderen Bereich treffen, dann muss man den vorher per A-Taste markieren und kann dann gezielt zuschlagen. Mit dem B-Knopf setzt man den Schild ein, den man frei per Pointer auf dem Bildschirm einsetzt kann, um Angriffe abzuwehren. Hat man alle Gegner besiegt, dann kann man weiter gehen. Hier und da trifft man auf Abzweigungen, die aber nur selten wirklich alternative Wege darstellen. Meistens sind es Sackgassen, an deren Ende sich eine Schatztruhe befindet. Danach wird man automatisch zur Weggabelung zurück gebracht, um dann wieder dem Hauptweg zu folgen.

 

Durch das Besiegen von Gegnern und beim Erleiden von Schaden lädt sich außerdem eine Leiste auf, die gefüllt in der Lage ist, einen Meisterstreich auszulösen. Dabei handelt es sich um einen besonders kräftigen Schlag, der durch bestimmte Bewegungen ausgelöst wird. Zunächst wählt man jedoch im Kampfmenü aus, welchen man ausführen will und dann führt man die angezeigten Bewegungen aus, um ihn einzusetzen. Man bekommt neue Angriffe hinzu, wenn man neue Waffen kauft oder bestehende erweitert. Später im Spiel sind so auch Angriffe möglich, die mit Feuer, Eis oder Blitz versehen und damit gegen bestimmte Gegner besonders effektiv sind.

 

Die einzelnen Areale erreicht man alle direkt aus der Stadt, dem einzigen Ort, an dem man sich völlig frei bewegen kann. Hier gibt es auch kleine Läden, in denen man zum Beispiel neue Waffen oder andere Ausrüstung kaufen kann. Geld dazu wird von Monstern hinterlassen. Waffen sind beim Schmied aufrüstbar und zum Beispiel mit Eis- oder Feuerkräften zu belegen. Dazu braucht man aber bestimmte Gegenstände, die man bei ganz speziellen Gegnern finden kann. In der Stadt muss man dann immer bestimmte Leute besuchen, um die Geschichte voranzutreiben. Nach den Sequenzen, in denen die Geschichte erzählt wird, verlässt man die Stadt durch das Tor und wird automatisch in das nächste Areal gebracht. Dort kämpft man sich dann bis zum Boss durch und trainiert dabei den eigenen Kämpfer. Am Ende gelangt man wieder zur Stadt zurück und kann zur nächsten Mission aufbrechen. Im Laufe der Zeit bekommt man auch mehrere Begleitpersonen, von denen man jedoch immer nur eine mitnehmen kann. Diese helfen dem Helden dann im Kampf durch Angriffs- oder Heilzauber und ähnliche Dinge.

 

So spielt man sich nach und nach durch die leider nur acht Missionen und damit durch die gesamte Geschichte. Insgesamt braucht man von Anfang bis Ende etwa 10 Stunden, das aber nur, weil man immer wieder alte Aufgaben wiederholen muss, um zu trainieren, da der Schwierigkeitsgrad schneller ansteigt als die Kraft des Helden. Nur so hat man auch genug Geld, sich die optimale Ausrüstung zu kaufen. Für ein Rollenspiel ist dieser Umfang auf jeden Fall viel zu gering und die an sich gute Geschichte ist viel zu schnell vorbei. Schade.

 

 

Umfang pfui, Technik hui?

 

Anders als beim Umfang haben sich die Designer des Spiels bei der Grafik und beim Sound mehr Mühe gegeben. Die Umgebungen sind zwar leider sehr statisch, sehen aber insgesamt sehr schön aus. Es wurde viel Liebe in die Details gesteckt und das spürt man. Gegner gibt es auch ausreichend viele in Relation zum Umfang, so dass es ist spielerischer Hinsicht nicht so schnell langweilig wird. Jeder Gegner braucht ja auch eine etwas andere Taktik. Besonders gut gelungen sind die Bosskämpfe, die zwar nicht besonders herausfordernd, dafür aber toll inszeniert sind. Leider gibt es nur einfach viel zu wenige davon und wenn man das System einmal verstanden hat, sind sie allesamt zu einfach.

 

Sound und Musik sind absolut vorbildlich. Die Hintergrundmusik unterstützt das Geschehen, passt sich an Gegner und Umgebung an und ist abwechslungsreich. Qualitativ kann man sich auch nicht beklagen. Die Soundeffekte sind ähnlich gut. Besonders hervorzuheben ist die Sprachausgabe, die während des Spiels und in den Zwischensequenzen zum Einsatz kommt. Sie ist zwar leider nur auf Englisch, aber das ist einer schlechten deutschen Synchronisation auf jeden Fall vorzuziehen. Bei Bedarf kann man Untertitel einblenden lassen, die sogar die Akzente der verschiedenen Figuren in Textform perfekt umsetzen.

 

Die Steuerung funktioniert meistens sehr gut. In den Missionen und während der Kämpfe hat man stets alles im Griff, sämtliche Funktionen gehen leicht von der Hand und Fehler sind nach einer kurzen Eingewöhnung fast ausgeschlossen. Vor allem die Möglichkeit, per IR Zielpunkte zu setzen, macht sehr genaue und effektive Angriffe möglich. Lediglich die Steuerung in der Stadt per Steuerkreuz ist völlig daneben. Hier wäre es gut gewesen, auch den Joystick des Nunchuks als Option anzubieten, denn mit einem digitalen Steuerkreuz in einer dreidimensionalen Welt zu laufen ist an sich schon wenig spaßig. Wenn es dann auch noch so ungünstig liegt, wie auf einer hochkant gehalteten Wiimote und viel zu klein ist, hört der Spaß erst recht auf. Zum Glück gibt es in der Stadt weder Hektik noch andere Ablenkungen, so dass dieser Fehler keine großen Auswirkungen auf das Spiel hat.

 

Ladezeiten kommen in den Missionen kaum vor. Einmal geladene Aufgaben lassen sich ohne Unterbrechungen – außer an den Weggabelungen – von Anfang bis Ende spielen. Nur in der Stadt nerven die Unterbrechungen, die gefühlt alle 10 Sekunden das Spiel für 5 Sekunden anhalten, um nachzuladen. Dabei ist die Stadt weder sonderlich groß, noch extrem detailliert. Wenn man dort viel unterwegs ist, um einzukaufen oder die Story voranzutreiben, dann geht das schnell mächtig auf den Keks.

 

 

Vielen Dank an Koch Media für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Dragon Quest Swords feiert auf der Wii einen recht gelungenen Einstieg. Vor allem die gute Steuerung in den Kämpfen und die Liebe zum Detail bei der Technik können überzeugen. Abzüge gibt es wegen mangelhaftem Umfang und der schlechten Steuerung in der Stadt. Wer ein kurzweiliges RPG mit recht platter aber spannender Geschichte sucht, das die Wiimote gut nutzt, der kann bedenkenlos zugreifen. Wer mehr Rollenspiel und mehr spielerische Vielfalt will, der wartet lieber auf Tales of Symphonia oder Final Fantasy Crystal Chronicles für dieselbe Konsole.

Grafik

gut

Sound

super

Steuerung

ok

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

09.05.2008

Developer

Square Enix

Publisher

Koch Media

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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