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Reviews: Nintendo Wii

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Destroy All Humans! Big Willy Entfesselt

Action

02.08.2008

Autor: Philipp Bress

 

 

I want to believe

 

Gibt es Aliens da draußen? Eine Frage die uns wohl schon so lange beschäftigt, wie es Menschen gibt du zu den Sternen aufgesehen haben. Agent Mulder hat daran geglaubt und er hatte wohl auch recht! Wir schreiben das Jahr 1976 und der Menschheit steht eine neue Invasion bevor Marsmenschen bevor. Mit ihrem neusten Plan setzen die beiden Invasoren Pox und Crypto alles daran endlich die Menschheit auszulöschen und so den Planeten unter ihre Kontrolle zu bringen.

 

 

Und Fast Food ist doch ungesund!

 

Nun, die beiden Eroberer waren ja in ihren ersten beiden Teilen eher weniger erfolgreich, was das erobern angeht. Aber was wäre schon ein echter Marsianer, wenn er sich so leicht geschlagen geben würde? Kurzer Hand hat also Mastermind Pox einen neuen Plan zur Auslöschung der Menschheit entwickelt, er verarbeitet nämlich Menschen zu Fast Food in Form von Burgern und Hot Dogs und verkauft diese in seiner Kette „Big Willy's“. Natürlich kommt jemand dem Ganzen auf die Schliche und dabei handelt es sich um niemand geringeres als Patty Wurst, eine verwöhnte Millionärs-Tochter, die sich als Terroristin versucht.

 

Da Pox sich als Anführer natürlich zu fein ist, selbst die Hände schmutzig zu machen, übernimmt man die Rolle von Crypto, um die Bevölkerung aufzumischen und etwas gegen die lästige Wurst zu unternehmen. Wie bereits bei den Vorgängern kann man sich in unterschiedlich großen Gebieten frei bewegen und muss in bester GTA-Manier Aufgaben erledigen. Hat man die Hauptaufgaben absolviert gelangt man in das nächste Gebiet in dem man Unheil anrichten darf oder man bleibt noch im alten Gebiet und sucht dort nach Extras und Nebenmissionen. Insgesamt sind sowohl die Haupt-Missionen als auch die Neben-Aufgaben sehr abwechslungsreich und man dürfte nie Langeweile bekommen. Mal darf man ein Big Willy's Restaurant vor wild gewordenen Rollschuh-Weibern beschützen, die es in die Luft jagen wollen, mal mit dem Traktorstrahl LKWs entführen oder aber auch ein ganzes Gebiet in Schutt und Asche verwandeln.

 

Für die Bewältigung der Missionen steht ein breites Arsenal an Equipment zur Verfügung, wie z.B. die alt bewährte fliegende Untertasse und das neue haushohe Maskottchen der Fressbude, welches mit Laser-Augen, Explosions-Ausdünstungen und Säure-Kotze ausgestattet ist. Recht nervend ist leider, wenn man eine Mission verhaut dass man dann zurück zu dem Ort muss, wo man die Mission angenommen hat. Klingt ja noch ganz passabel, aber wenn einem dann das gesamte Militär auf den Fersen ist, wird das echt zu einem Spießrutenlauf. An Handfeuer-Waffen stehen neben der erfolgserprobten Anal-Sonde auch noch neue Wummen wie z.B. die Zombie-Kanone zur Verfügung, mit welcher man (ach wer hätte es erwartet) die Menschen zu willenlosen Zombies mutieren lassen kann. Netter Nebeneffekt: die erschaffenden Zombies können andere Menschen auch in wandelndes Gammelfleisch verwandeln.

 

 

Der Schlüssel zum Erfolg

 

Was soll man sagen, wie es ja bereits bekannt sein dürfte nimmt sich die gesamte Destroy All Humans-Reihe nicht all zu ernst und lebt von ihrer eigenen Art des Humors. Das sieht man ja schon an der Tatsache, dass man Anal-Sonden als Waffe verwenden kann, Menschen zu Fast Food verarbeitet werden und die Zivilbevölkerung die Sichtung eines Außerirdischen auf übertriebenen Marihuana-Konsum schiebt. Weiterhin werden auch einige Klischees der 70er Jahre aufs Korn genommen, beispielsweise die Ausbreitung des äußerst gefährlichen Diskofiebers. Auch die beiden Protagonisten Crypto und Pox bombardieren sich gegenseitig mit mehr oder weniger lustigen Sprüchen, doch da hätte noch einiges mehr drin sein müssen. Dennoch kommt man häufig ins Schmunzeln, auch wenn die Witze meistens doch eher recht platt und albern sind. Aber mal ehrlich, lachend die Menschheit vor das Jüngste Gericht zu führen hat doch auch mal was für sich...

 

Durchaus gelungen ist der Soundtrack des Spieles, der einen gerne daran erinnert, dass man sich in den 70ern befindet und so kommt auch ein gewisses Retro-Feeling auf, welches nochmal zur Atmosphäre des Spieles beiträgt. Schön wäre es aber gewesen, wenn der Soundtrack noch etwas öfters und aktiver eingesetzt worden wäre.

 

 

Das leidige Thema

 

Bis hierhin bietet das ganze Drumherum um die mörderische Imbiss-Kette eine unterhaltsame Story, aber dafür keinerlei Neuerungen gegenüber den Vorgängern aus PS2 und Xbox. Das größte Manko des Games, eigentlich das Manko von gut 90% aller Third-Party Spiele für die Wii sind die Optik und die Steuerung. Grafisch bewegt sich das Spiel auf eher schlechtem PS2 Niveau, da kommt manchmal echt die Frage auf als ob das Budget der Entwickler so gering ist, dass man sich nicht einmal ein paar mehr Polygone oder bessere Effekte leisten kann. Die Texturen wirken leider auch eher wie hingekotzt, wirklich schade drum! Dabei hat Nintendo es doch so schön vorgemacht mit Titeln wie Super Mario Galaxy oder Super Smash Bros. Brawl, die ja wirklich super aussehen auf der Wii. Wenigstens stimmen die Farben und eine annehmbarer Fernsicht so, dass man selbst nicht auch noch direkt vor den TV göbeln muss.

 

Aber das eigentlich richtig grausige an dem Spiel ist die Steuerung des ausführenden Organs Crypto. Bewegt wird der Marsmensch mittels Analogstick des Nunchuks und durch Bewegung der Wiimote legt man Zielrichtung und Blickfeld fest. Klingt eigentlich ganz gut, ist es aber leider nicht. Eine Zielhilfe soll einem dann noch helfen, Gegner leichter ins Visier zu nehmen. Befindet man sich aber in einem Menschenauflauf, wird es recht schwer, eine bestimmte Person ins Fadenkreuz zunehmen, da der Cursor sich dann mal gerne selbstständig macht. Auch die Kameraführung weiß nicht zu überzeugen, denn gerne bleibt die Kamera mal an irgendwelchen Kanten hängen und will sich auch nicht bewegen, bis man seinen Standort wechselt. Besonders nervig halt, wenn man ein Areal überblicken möchte. Als wäre das nicht schon genug, setzt die fiese Steuerung des UFOs und des übergewichtigen Maskottchens dem ganzen noch die Krone auf. Per Neigung der waagerecht gehaltenen Wiimote lässt sich das UFO auf und ab bewegen und hält man sie senkrecht kann man die Kamera steuern in dem man die Wiimote nach links oder rechts kippt. Ein Beispiel wie super das funktioniert: Hebe ich die Remote in eine vertikale Stellung um den Blickwinkel zu ändern, steigt das UFO auch noch weiter hoch. Sofern der ganze Vorgang überhaupt richtig erkannt wird, dank miserabler Reaktionszeit der Sensorerkennung. Zum Glück ist der Schwierigkeitsgrad nicht allzu hoch, denn ansonsten könnte das Ganze im totalen Frust enden.

 

 

Und zu guter letzt...

 

... noch ein paar Worte zum schwachen Mehrspieler-Modus. Es gibt nur eine extrem limitierte Anzahl an Spielmodi, nämlich zwei. Entweder man tritt direkt gegen einen Kollegen an und sammelt möglichst viele Signalfeuer in einer begrenzten Zeit ein oder man beschützt in einem Koop-Spiel zusammen eine Big Willy's Filiale gegen heranstürmende Truppen. Der ganze Multiplayer-Modus ist aber kaum erwähnenswert, da er nichts zum Spiel beiträgt und auch nicht wirklich Spaß macht. Nach gut 30 Minuten dürfte man alles gesehen haben und den Spaß daran verloren haben.


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Fazit

Humorvoll, bizarr, actionreich und dennoch ein Fall für den Mülleimer. Technisch hat sich das Spiel im Vergleich zu seinen Vorgängern kein Stück weiter entwickelt. Die Entwickler scheinen wirklich etwas zu viel Wunderwasser getrunken zu haben, wenn sie solch ein Selbstvertrauen haben, dass Pox in einer Nebenmission zum Besten gibt, dass das Spiel ruhig mal richtig zerrissen werden soll. Wer aber so eine miese Steuerung und Grafik abliefert, der darf sich in keinster Weise wundern, wenn die Forderung des Marsianers in die Tat umgesetzt wird. Wer wirklich mal mit dem Spiel in Kontakt kommen möchte, der sollte lieber zu der älteren PS2 bzw. Xbox-Variante greifen, die man ja schon für ein paar Euro bekommt. So bleibt einem wenigstens die miese Steuerung erspart ;).

Grafik

schwach

Sound

ok

Steuerung

schwach

Spielspaß

ok

55%

Singleplayer

30%

Multiplayer

Release

07.03.2008

Developer

Pandemic

Publisher

THQ

USK Freigabe

16+


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