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Reviews: Nintendo Wii

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Wario Land: The Shake Dimension

Jump 'n Run

04.10.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Wo ein Schatz, da auch ein Wario!

 

Ein fernes Land wird angegriffen und eine Fee bittet Wario um Hilfe. Dieser ist zunächst so gar nicht davon angetan, doch als er erfährt, dass die „Bösen“ einen Geldsack geklaut haben, der niemals leer wird, ist der Anti-Held auf einmal doch begeistert. Mit Hilfe eines ominösen Teleskops der Fee begibt er sich in ihre Welt und macht sich daran, das Böse zu besie... äh... den Schatz zu finden. Mehr gibt es zur Geschichte nicht zu erzählen. Präsentiert wird sie in einem recht lustig gemachten Comic-Video, das aber nicht so recht überzeugen kann, da es untertitelt anstatt mit Sprachausgabe versehen wurde, was erstens typisch für Nintendo und zweitens immer noch aus dem letzten Jahrtausend ist. So wird das durch die guten Zeichnungen erzeugte Gefühl, in einem Cartoon zu sein, gleich wieder vollkommen zerstört.

 

Einmal im geheimnisvollen Land angekommen, muss Wario sich zuerst auf einem Piratenschiff mit der Steuerung vertraut machen. Dazu gibt es ein Trainingslevel, das ähnlich aufgebaut ist, wie die 20 regulären, die danach noch zu meistern sind. Zunächst läuft man von links nach rechts bis zum Ende des Levels, besiegt dabei Gegner, findet Schatztruhen, sammelt Münzen ein und versucht Aufgaben zu erfüllen. Am Ende befindet sich eine eingesperrte Fee, die man befreien muss. Mit dieser im Schlepptau geht es dann zurück von rechts nach links bis zum Eingang des Levels. Bei der ersten Hälfte kann man sich so viel Zeit lassen, wie man will, aber der Rückweg hat ein Zeitlimit.

 

In jedem Level gibt es drei Schätze zu finden und mehrere Aufgaben zu erfüllen. Diese sind in der Art von: „Überstehe den Level, ohne Schaden zu nehmen.“, „Erreiche das Ziel, bevor die Uhr unter 1:30 Minuten fällt.“ oder „Sammle mindestens 30.000 Münzen ein.“. Erfüllt man alle Aufgaben in einem Level, dann wird in der Jukebox im Hauptmenü das Musikstück dieses Levels freigeschaltet. Eine echte Motivation...

 

Das Spiel besteht aus fünf Welten, die jeweils vier Level und einen Endgegner umfassen. Die einzelnen Levels sind in der Regel sehr leicht zu knacken und nach wenigen Minuten geschafft. Bei den Endgegnern wird es manchmal schon etwas schwerer, denn die Taktik ist zwar meistens recht schnell durchschaut, aber die Umsetzung verlangt nicht selten extreme Genauigkeit und perfektes Timing. Manchmal ist es so heftig, dass man leicht frustriert werden kann. Spielt man Wario Land einfach nur durch, ohne auf Schätze und Aufgaben zu achten, dann sieht man den Abspann nach etwa fünf Stunden Spielzeit. Das Einzige, was etwas aufhält, wenn man schnell durch spielt, ist, dass man eine bestimmte Summe Geld benötigt, um Karten zum Zugang neuer Welten zu kaufen. Hat man nicht genug, muss man bereits geschaffte Levels noch einmal spielen. Insgesamt ist der Umfang aber viel zu gering, vor allen Dingen, weil die Suche nach allen Schätzen und das Schaffen aller Aufgaben nicht gerade mit motivierenden Extras belohnt werden.

 

 

Steuerung und Technik

 

Die Steuerung von Wario ist super simpel. Man hält die Wiimote wie einen NES-Controller und steuert den Schurken über das Steuerkreuz. Gesprungen wird mit der Taste 2 und die Taste 1 setzt einen Angriff ein. Drückt man beide Tasten zur selben Zeit, dann führt der dicke Knoblauchliebhaber einen Sprungangriff durch und durch einen Druck nach unten im Sprung löst man eine Stampfattacke mit seinem Allerwertesten aus. Schüttelt man die Wiimote, dann schlägt Wario auf den Boden und lässt alles erzittern, was die meisten Gegner KO gehen lässt.

 

In diesem Zustand, der meistens auch durch einen Sprung auf einen Gegner ausgelöst werden kann, kann Wario ihn aufheben. Hält man dann die Taste 1 gedrückt und neigt den Controller, dann wirft er sie im angezeigten Winkel ab. Trägt man einen Gegner, dann schüttelt man diesen durch Schütteln der Wiimote ordentlich durch, was manchmal dazu führt, dass sie eine Knoblauchzehe verlieren, mit der man die Energieleiste wieder auffüllen kann.

 

Technisch hat das Spiel einen sehr interessanter Ansatz. Wario ist von Hand gezeichnet und ebenso alle seine Animationen. Dieser Look sorgt dafür, dass man tatsächlich eine echte Comicfigur durch recht schicke 2D-Welten steuert. Abwechslung bekommt man in den 20 Levels und bei den fünf Endgegnern auch genug geboten, so dass es nie langweilig wird. Von Wäldern, über Wüsten und Sümpfe bis hin zu Schneeleveln ist fast alles dabei.

 

Die Musik ist ganz klar Geschmackssache. Mir persönlich haben die recht monotonen und für Wario untypischen Klänge nicht gefallen. Die „Sprachausgabe“ besteht leider mal wieder nur aus diversen Geräuschen, die er von sich gibt. Insgesamt ist es hier eher durchschnittlich.

 

 

Meckerecke

 

Wer sich am Umfang und den anderen bereits aufgezählten Mängeln nicht stört, der sollte nun nochmal genau die Ohren (bzw. Augen) spitzen, denn es gibt ein paar weitere Macken, von denen ein paar absolut unverzeihlich sind.

 

Die wohl Größte ist der, dass das Spiel den 16:9 Modus nicht richtig ausnutzt, denn das Spielgeschehen findet lediglich in 4:3 statt und der dabei entstehende Rahmen wird lediglich für die Anzeige der gefunden Schätze und geschafften Aufgaben benutzt. Alle anderen Anzeigen (Lebensenergie, Zeit, Münzen etc.) sind auf dem 4:3 Spielbildschirm angezeigt. Warum man dann nicht gleich alles in den Rand geschoben hat, ist mir völlig unklar, denn dann hätte man wenigstens im Spiel völlig freie Sicht gehabt. Oder anders gesagt: Es nervt, dass ¼ der Bildschirmgröße nicht genutzt wird, weil es oft Szenen gibt, in denen ein breiteres „Spielfeld“ durchaus helfen würde, vor allem auf den Rückwegen, durch die man oft beschleunigt läuft, aber für das Tempo einfach zu wenig sieht. Das kostet viele Wertungspunkte! Spielt man an einem 4:3 Fernseher, dann werden die Zusatzinfos einfach weggelassen und nur eine Informationen eingeblendet, wenn man einen Schatz gefunden oder eine Aufgabe geschafft hat.

 

Mich persönlich hat auch gestört, dass man nur mit der Wiimote spielen kann, denn das Steuerkreuz darauf ist mir viel zu klein. Gerade bei einem Jump 'n Run, wo es nicht selten auf Präzision ankommt, passieren dadurch einfach zu viele Fehler. Vermutlich waren die Schütteleinlagen den Entwicklern wichtiger, als eine wirklich gute Steuerung. Schade.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

So cool ich Wario auch finde und so gerne ich seine Spiele auf dem GBA gespielt habe, mit seinem Jump 'n Run Auftritt auf der Wii kann ich mich nicht so recht anfreunden. Kaum Umfang, billiger 16:9 Modus, langweilige Musik und keine Auswahl bei der Steuerung. Mehr Levels, weniger hin und her rennen und Comics mit Sprachausgabe und es wäre es gutes Spiel geworden, so ist es leider nur mittelmäßig. Wer es unbedingt spielen will kann natürlich zuschlagen, besser aber warten, bis es günstiger wird.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

70%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

26.09.2008

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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