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Reviews: Nintendo Wii

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Rock Band (inkl. Song Pack 1 & 2)

Musik

28.10.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Werde der Star deiner Rock Band!

 

Wer träumt nicht davon, einmal im Leben auf einer großen Bühne zu stehen und der Star zu sein? Bei WiiMeet am 25. Oktober 2008 wurde genau das möglich; und zwar dank Rock Band. In dem Spiel, das quasi eine Mischung aus Sing Star und Guitar Hero ist und dazu noch ein Schlagzeug packt, geht es in erster Linie darum, Songs mit den Instrumenten möglichst perfekt nachzuspielen. Bei Auftritten auf Events kommt natürlich noch die Show-Komponente dazu, aber das sei hier nur am Rande erwähnt. Ähnlich wie bei den genannten anderen Spielen laufen Noten bzw. Tonlagen auf einer Leiste und müssen im richtigen Zeitpunkt getroffen werden. Je genauer man das macht, desto mehr Punkte kassiert man. Wenn man zu viele Fehler macht, wird das virtuelle Publikum böse und der Auftritt ist vorzeitig beendet.

 

Im Hauptmenü hat man die Auswahl aus mehreren Dingen. So kann man sowohl eine Solo-Tour bestreiten als auch eine Band gründen und gemeinsam durch das Spiel rocken. In der Tour spielt man immer schwerere Lieder auf immer größeren Bühnen und muss das Publikum von seinen Qualitäten überzeugen. Nur wenn das gelingt, kommt man weiter und erhält neue Songs, die man dann auch außerhalb der Tournee spielen kann. Rockt man alleine, dann kann man natürlich mit allen vier möglichen Instrumenten (Gitarre, Bass, Schlagzeug oder Gesang) an den Start gehen. Das einmal gewählte Werkzeug muss dann aber bis zum Ende gespielt werden, ein Wechsel im Laufe einer Tour ist nicht möglich. Man kann aber jederzeit eine Neue starten und sich so ein bisschen Abwechslung besorgen. Allerdings muss man dann jedes Mal auch wieder ganz von vorne anfangen. Durch die vier unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade ist das aber nur wenig schmerzhaft.

 

Hat man Freunde vor Ort zur Verfügung – einen Online-Modus gibt es leider nicht – dann kann man das Ganze natürlich auch in Band-Form zocken. Hier wählt man dann zwei oder mehr Instrumente und versucht sich einen Namen zu machen. Sich gemeinsam durch die knapp 70 Songs zu rocken macht auf jeden Fall am meisten Spaß, setzt aber eben voraus, dass man gemeinsam vor derselben Konsole sitzt.

 

 

Die Instrumente!

 

Anders als bei Guitar Hero ist bei Rock Band auch noch ein Schlagzeug und ein Mikrofon dabei, wenn man das entsprechende Set kauft. Die Gitarren sind dabei ganz ordentlich verarbeitet, haben jedoch ein paar große Schwächen. Die erste ist die, das man sie nur mit drei normalen AA-Batterien betreiben kann und nicht die Wiimote einsetzt, wie beim Konkurrenzprodukt. Das hat nicht nur zur Folge, dass man noch mehr Akkus braucht, sondern auch, dass man nicht weiß, wie viel Saft gerade noch drauf ist. Da das Spiel nicht unterbrochen wird, wenn die Verbindung zur Gitarre abbricht, kann das sehr ärgerlich sein. Dazu kommt noch, dass man an das Batteriefach nur mit einem Schraubenzieher heran kommt. Auch der Transport ist nicht so einfach, da man sie nicht in zwei Teile zerlegen und somit handlicher machen kann. Zwar ist der Kopf nur aufgesteckt, rastet aber so fest ein, dass man auch hier Schrauben lösen muss, um ihn wieder abnehmen zu können.

 

Abseits der Verarbeitung und der technischen Mängel ist es natürlich viel wichtiger, wie gut man mit dem Teil spielen kann. Das klappt grundsätzlich sehr gut, vor allem wegen der zwei Knopfleisten. Man kann einmal am oberen Ende des Gitarrenhalses die fünf Farben drücken und auch am unteren. Letzteres wird primär für Soli eingesetzt, kann aber auch dazu dienen, Leuten mit kleinen Händen oder Kindern eine bessere Möglichkeit zu bieten. Der verbaute Bewegungssensor funktioniert dabei ebenso gut, wie der Anschlag der Tasten, was hier geräuschlos vonstatten geht. Insgesamt ist die Rock Band Gitarre der von Guitar Hero 3 aber deutlich unterlegen. Von Guitar Hero World Tour ist sie noch weiter entfernt.

 

Das Drumset ist auch ein sehr zweischneidiges Schwert. Zum einen überzeugt der leichte und schnell Auf- und Abbau und die gute Erkennung von Schlägen, zum anderen sind die Pads einfach viel zu laut und das Ganze wirkt viel zu sehr nach Spielzeug. Zur Bekämpfung der Lautstärke kann man sich Abdeckungen dazu kaufen, die auf die Pads geklebt werden und für eine deutliche Geräuschminderung sorgen, allerdings verschlechtert sich damit auch die Erkennung von Schlägen ein wenig, was man spätestens auf der höchsten Stufe merkt. Insgesamt also leider ein eher schwaches Bild, auch hier liegt die Alternative von Guitar Hero World Tour deutlich vorne, zumindest nach unserem Test auf der Games Convention.

 

Das Mikrofon ist gut verarbeitet und wir konnten keine Mängel feststellen. Lediglich das Kabel ist für einen Bühnenauftritt ein wenig zu kurz, kann aber natürlich per USB-Verlängerungen in der Reichweite erweitert werden. Schade, dass nicht auch das Mirko kabellos funktionieren kann, wie auch die Gitarren.

 

 

Die technische Seite!

 

Davon abgesehen, dass die Instrumente leider qualitativ nicht wirklich perfekt sind, funktioniert das Spiel sehr gut. Wenn man die Verzögerung seines Bildschirms im Menü einmal richtig eingestellt hat, dann trifft man die Noten in der Regel problemlos. Die richtige Einstellung ist jedoch alles andere als einfach und wird Laien sicherlich nicht leicht fallen. Doch zum Glück gibt es eine automatische Funktion für die gängigen Gerätearten (LCD, Plasma etc.), so dass man es auch einfach haben kann. Für die höchsten Stufen ist diese Methode allerdings in der Regel zu ungenau, so dass man dann doch wieder den perfekten Verzögerungswert in Millisekunden von Hand festlegen muss.

 

Grafisch ist das Spiel eine wahre Augenweide, denn die während den Songs ablaufenden Videos sind eben genau das: Videos. Dementsprechend gut sehen die Figuren und die Umgebung aus und auch alle Bewegungen der Bandmitglieder wissen zu überzeugen. Nicht schlecht, wie die Entwickler die insgesamt mindestens vier Stunden an Videomaterial neben dem Spiel auf die DVD gepresst haben. Allerdings muss man dazu auch sagen, dass dieser Aspekt für ein solches Spiel eher unwichtig ist, es kommt vielmehr darauf an, wie gut die Noten und Texte lesbar sind und hier gibt es einige Mängel. Mit einem normalen Videokabel ist es teilweise sehr schwer zu entziffern, vor allem, wenn der Text dynamisch mitläuft. Die Umstellung auf statische Texte hilft hier aber zum Glück ebenso weiter wie ein RGB-Kabel, dass die Lesbarkeit deutlich verbessert. Bei den Instrumenten gibt es dagegen keine Probleme.

 

Der Sound ist sehr gut. Hier haben die Entwickler eine wirklich gute Abmischung hinbekommen und auch der Einfluss des Spielers (z.B. bei Fehlern) ist deutlich zu hören, wenn auch leider nicht direkt aus der Gitarre wie beim Konkurrenzprodukt. Die Auswahl der Songs ist auch sehr gelungen und kann auf der Wii durch Song Packs erweitert werden. Das erste ist bereits für knapp 30 Euro zu haben und beinhaltet 20 neue Songs, das zweite erscheint kommenden April. Im Vergleich dazu ist das Spiel mit 70 Songs und 50-60 Euro vergleichsweise natürlich günstig. Verglichen mit den herunterladbaren Inhalten auf den anderen Konsolen ist es aber preislich auf dem gleichen Niveau. Dazu kommt, dass man auf der Wii das Hauptspiel nicht braucht, die Song Packs funktionieren auch alleine. Hier ein paar detaillierte Infos dazu:

 

 

Die Song Packs

 

Bereits kurz nach dem Release des Hauptspiels am 25. September 2008 lieferte Entwickler Harmonix gleich ein erstes Song Pack nach, um so auszugleichen, dass es auf der Wii bei Rock Band keine Möglichkeit gibt, neue Songs herunterzuladen. Für unter 30 Euro bekommt man auf dieser Disk 20 neue Songs und hat so deutlich mehr Abwechslung im Angebot. Das Ganze hat sogar einen Vorteil gegenüber der Download-Variante bei den anderen Konsolen: Man kann sich auch nur das Song Pack kaufen und die Songs genießen. Das Hauptspiel ist nicht erforderlich. Man braucht nur mindestens eins der Instrumente und schon kann man für kleines Geld loslegen.

 

Das Song Pack beinhaltet dabei die aus dem Hauptspiel bekannten Spielmodi, so dass man sowohl alleine als auch mit bis zu drei Freunden rocken kann. Die folgenden Songs sind dabei:

 

Rock Band Song Pack 1

  • 30 Seconds to Mars - The Kill
  • All-American Rejects - Move along
  • Blink-182 - All the small Things
  • Boston - More than a Feeling
  • David Bowie - Moonage Dream
  • Faith No More - We care a lot
  • Grateful Dead - Truckin'
  • The Hives - Die, all right!
  • Kiss - Calling Dr. Love
  • Lynyrd Skynyrd - Gimme three Steps
  • Nine Inch Nails - March of the Pigs
  • Oasis - Live forever
  • Paramore - Crushcrushcrush
  • The Police - Synchronicity II
  • Queens of the Stone Age - Little Sister
  • the Ramones - Teenage Lobotomy
  • Smashing Pumpkins - Siva
  • Stonetemple Pilots - Interstate Love Song
  • Weezer - Buddy Holly
  • Wolfmother - Joker & The Thief

 

Etwa ein halbes Jahr nach dem ersten Song Pack brachten die Entwickler im April 2009 das zweite auf den Markt, wohl auch, um die Wartezeit zu Rock Band 2 zu verkürzen, das Ende 2009 erscheinen soll. Auch diese neue Erweiterung beinhaltet wieder 20 neue Songs und lässt sich auch ohne das Hauptspiel genießen. Folgede Songs sind diesmal dabei:

 

Rock Band Song Pack 2

  • Avenged Sevenfold - Afterlife
  • Blondie - Call me
  • Wheezer - El Scorcho
  • Devo - Girl U want
  • Maximo Park - Girls who play Guitars
  • Disturbed - Indestructable
  • Angels & Airwaves - It hurts
  • The Cars - Just what I needed
  • The Police - Message in a Bottle
  • Pixies - Monkey gone to Heaven
  • Duran Duran - Rio
  • Mötley Crüe - Saints of Los Angeles
  • Lynyrd Skynyrd - Simple Man
  • Red Hot Chili Peppers - Snow
  • Nine Inch Nails - The perfect Drug
  • Fall Out Boy - This ain't a Scene, it's an Arms Race
  • Papa Roach - Time is running out
  • Garbage - Why do you love me
  • Judas Priest - You've got another thing comin'
  • Smashing Pumpkins - Zero

 

 

Meckerecke

 

Neben den bereits angesprochenen Mängeln ist der größte Kritikpunkt der Preis. Zwar wird es so langsam günstiger, aber etwa 140 Euro für Gitarre, Schlagzeug und Mikrofon finde ich doch sehr teuer. Dazu kommt dann noch das Spiel für 50-60 Euro. Eine zusätzliche Gitarre schlägt mit ca. 80 Euro zu Buche. Natürlich kann man auch alle Instrumente zusammen kaufen, dann kommt man aber auch nie unter 100 Euro für Spiel inklusive einem Instrument aus. Guitar Hero World Tour wird zwar auch nicht günstiger sein, aber dort bekommt man fürs gleiche Geld deutlich bessere Hardware geboten und darüber hinaus ist die Software vermutlich (nach unserem ersten Eindruck) auch noch um Längen besser.

 

Das ist dann auch mein zweiter und letzter großer Kritikpunkt. Anfangs haben die Rock Band Entwickler gesagt, dass es auf Wii nicht möglich sei, herunterladbare Inhalte anzubieten und auch ein Online-Modus sei nicht machbar. Knapp zwei Monate nach Rock Band - ok, Rock Band ist in den USA schon ein Jahr auf dem Markt, von daher hinkt dieser Vergleich etwas - erscheint dann aber das schon mehrfach erwähnte Produkt der Konkurrenz, das komischerweise beides bietet. Deshalb kann Rock Band eigentlich noch so gut sein, so lange es diese Mängel nicht behebt, kann es nicht bestehen. Oder wer gibt schon 200 Euro heute aus, wenn er kurze Zeit später für dieselben 200 Euro etwas viel besseres haben kann? Zumindest auf der Wii kann man deshalb Rock Band, obwohl es an sich ein gutes Spiel ist, kaum empfehlen. Es ist einfach klar, dass deutlich mehr drin ist, was hoffentlich mit Teil 2 behoben wird.

 

Vielen Dank an Electronic Arts für die Bereitstellung der Testmuster.


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Fazit

Rock Band ist an sich ein saugeiles Spiel. Es macht Laune, die Auswahl an Songs ist groß, die Technik sehr gut und der Schwierigkeitsgrad auf den hohen Stufen wirklich fordernd. Doch leider gibt es auf der Wii einfach viel zu viele offensichtliche Mängel für eine sehr gute Note oder gar eine Kaufempfehlung. Die Instrumente wirken wie Spielzeuge, das Schlagzeug macht einen Höllenlärm und es gibt keinen Online-Modus oder herunterladbare Inhalte. Wäre das Spiel vor einem Jahr erschienen, hätte es vermutlich eine andere Bewertung bekommen, aber mit Guitar Hero World Tour und Rock Band 2 vor der Tür kann es nicht bestehen. Schade, dass es nicht ein Jahr früher gekommen ist, dann wäre die Note deutlich besser gewesen.

Grafik

super

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

77%

Singleplayer

82%

Multiplayer

Release

25.09.2008

Developer

MTV Games

Publisher

Electronic Arts

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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