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Reviews: Nintendo Wii

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Disaster: Day of Crisis

Action

31.10.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

You can’t save everyone!

 

Raymon Bryce – oder kurz Ray – ist Mitglied eines Rettungsteams. Er und sein Partner Steve sind bei einen Vulkanausbruch im Einsatz, um Personen zu retten, die ohne fremde Hilfe nicht mehr entkommen könnten. Gerade ist die letzte Person per Seil auf den Hubschrauber hochgezogen worden, da bricht das Chaos aus. Ray und Steve wollen schnell einsteigen, da wird der Helikopter von einem Feuerball getroffen und stürzt ab. Ray und Steve verlieren sich im Chaos aus den Augen und der Spieler übernimmt erstmals die Kontrolle über Ray. In diesem ersten Level bekommt man zunächst die Steuerung erläutert (dazu später mehr) und findet irgendwann Steve wieder. Dieser verletzt sich auf dem weiteren Weg und stürzt einen Abhang hinunter. Ray seilt sich ab, um ihn zu retten, hält ihn schon in der Hand, kann ihn aber nicht hochziehen. Steve sagt, dass es nicht sein Fehler sei und dass er nicht jeden retten könne... und lässt los... Ray kann sich retten und kündigt seinen Job beim Rettungsteam...

 

 

Ein Jahr später ist in Blue Ridge City Gefahr im Verzug. Ein Erdbeben wird von Terroristen dazu genutzt, Atombomben in ihren Besitz zu bringen. Außerdem löst das Erdbeben ein wahres Chaos in der Stadt aus: Ein Vulkanausbruch wird ausgelöst, ein Tsunami rast auf die Stadt zu, Feuerstürme brechen aus und eine andere Stadt wird von einem Hurrikane bedroht. Dazu haben die Terroristen auch noch einen Professor und dessen Assistentin gekidnappt, die zufälligerweise die Schwester von Rays totem Partner Steve ist, die Frau, die er zu beschützen geschworen hat. Er hat also keine Wahl und begibt sich – auch im Auftrag der Regierung – erneut auf eine Rettungsmission.

 

 

Damn, this guy is unstoppable!

 

Zunächst greift er gemeinsam mit einer Regierungseinheit ein Lagerhaus an, in dem sich die Terroristen aufhalten sollen. Das Team wird ausgelöscht, nur er kann überleben. Die Bösen sind ehemalige Elitesoldaten, die ihr Land angeblich verraten haben und nun wohl Rache wollen, für das, was man ihnen angetan hat. Ray sieht erstmals Lisa, die Schwester von Steve, denn bisher hat er sich nicht getraut, ihr unter die Augen zu treten, aus Angst, sie würde ihn für den Tod seines Partners, ihres Bruders verantwortlich machen und ihn hassen. Doch die auf den Namen SURGE hörende ehemalige Söldnertruppe kann entkommen und damit geht das Ganze erst los. Ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen Naturgewalten in Kinoqualität.

 

Ihr begleitet Ray durch die Stadt auf der Suche nach Lisa und müsst dabei in erster Linie überleben, in zweiter Lisa retten und SURGE aufhalten und in dritter Menschen helfen. Man bewegt Ray per Joystick, springt mit A, läuft schneller mit B, zentriert die Kamera mit Z und führt Kontext sensitive Aktionen mit Z aus, wie nach Leuten rufen oder tief durchatmen. Die Steuerung funktioniert sehr gut. Um das Ganze nicht zu einfach zu machen, hat Ray nicht nur eine Energieleiste, sondern auch einen Konzentrationsbalken und eine Ausdaueranzeige. Außerdem wird seine Lunge und sein Herzschlag angezeigt. Verliert er alle Energie, dass stirbt er und man muss vom letzten Checkpoint weiterspielen. Ist die Ausdauer am Ende, dann verliert er Kraft, wird langsamer und seine Konzentration lässt nach. Die Herzanzeige ist wichtig beim Sprinten, läuft man nämlich zu lange schnell, dann erhöht sich sein Herzschlag und irgendwann bricht er zusammen und muss sich erst wieder fangen. Die Lungenanzeige ist wichtig, wenn er unter Wasser oder die Luft von Rauch oder Staub verschmutzt ist. Das hält er nämlich jeweils nur eine bestimmte Zeit aus.

 

 

Während man also mit Ray durch die Stadt läuft, immer linear dem Ziel entgegen, trifft man ab und an auf Truppen von SURGE. Dann schaltet das Spiel in eine Egoansicht um und man muss per Pointer die Gegner erledigen. Hierzu hat man nicht nur viele aufrüstbare Waffen zur Verfügung, sondern muss auch einen gute Balance zwischen Angriff und Deckung finden. Außerdem wird hier die Konzentrationsanzeige wichtig: Zoomt man an einen Gegner heran, um ihn besser treffen zu können, dann kostet das Konzentration und kann nicht ewig aufrecht erhalten werden, bevor Ray eine Verschnaufpause braucht. Die Kämpfe sind das wohl am häufigsten aufkommende Element abseits des Herumlaufens.

 

Darüber hinaus gibt es noch eine Hand voll eingebaute „Minispiele“ so trifft man hier und da auf Leute, die gerettet werden müssen. Diese trägt Ray dann entweder an einen sicheren Ort oder behandelt sie mit Gesten von Wiimote und Nunchuk. Eine willkommene Abwechslung sind ebenso die Quick Time Events, bei denen man schnell reagieren und die richtige Aktion ausführen muss, um Schaden zu vermeiden. Dies wird sowohl im laufenden Spiel (bei Überraschungsangriffen) und bei Endgegnerkämpfen eingesetzt und lockert das Gameplay deutlich auf.

 

 

I’m alive? You gotta be kidding me.

 

Im Laufe des Spiels macht Ray so einiges durch, fast wie in einem Katastrophenfilm. Der Spieler hat aber sehr großen Einfluss auf das Geschehen, aber darüber hinaus haben die Entwickler hohen Wert auf Zwischensequenzen gelegt, die in verbesserter Ingame-Grafik dargestellt werden. Insgesamt ist die Technik als solide zu bezeichnen. Anfangs denkt man noch, dass alles ein wenig statisch und detailarm aussieht, aber in späteren Leveln, wenn das Chaos so richtig ausbricht, dann ist schon einiges los. Rauchschaden, Regenstürme und eine sehr lebhafte Umgebung. Unterm Strich kommt das Spiel aber nicht über eine durchschnittliche Bewertung in diesem Bereich hinaus. Positiv zu erwähnen sind auf jeden Fall die Zwischensequenzen, die vieles in den Schatten stellen. Grafisch zwar nicht erste Sahne, dafür aber inhaltlich und stilistisch genial. Die Kameraführung ist fast kinoreif und sollte auch den letzten Actionmuffel an die Story fesseln. Hier ist man wirklich mittendrin statt nur dabei.

 

Der Sound ist nahezu perfekt: Orchestraler Score mit großer Abwechslung und hoher Qualität, erstklassige Sprachausgabe fast komplett aller Dialoge und gute Soundeffekte. Lediglich manche Geräusche wirken ein wenig unecht, ansonsten gibt es hier nichts zu bemängeln. Die Sprachausgabe ist auf Englisch, wird aber deutsch untertitelt, wenn man das möchte. Wie ein O-Ton Film mit Untertitel eben.

 

 

Auf die Steuerung bin ich ja schon kurz eingegangen, möchte aber an dieser Stelle noch einmal zusammenfassend erwähnen, dass sie meistens sehr gut funktioniert. Vor allem im Auto – wenn man per quer gehaltener Wiimote lenkt – klappt alles wunderbar. Hier könnte sich so manches Rennspiel eine dicke Scheibe abschneiden. Lediglich manche Gesten bei den Quick Time Events werden nicht sofort erkannt, wenn man zu hektisch ist. Mit etwas Übung und Konzentration ist das aber in den Griff zu kriegen. Man darf sich eben nie sicher fühlen, Ray ist es ja auch nicht.

 

Der Umfang ist leider eine große Schwachstelle, denn mehr als 8-10 Stunden wird man kaum brauchen. Dafür kann es danach auf einer höheren Stufe erneut versuchen, und alle bereits gefunden Waffen und verbesserten Statuswerte von Ray behalten. Dann kann man versuchen, den Rest der Waffen freizuschalten, diese zu optimieren und Ray noch besser zu machen. Außerdem hat man vielleicht einige Personen im ersten Durchlauf nicht retten können und möchte das nachholen. Insgesamt ist der Umfang aber trotz hohem Wiederspielwert eindeutig zu gering und das Einzige, was wirklich Punkte kostet.

 

 

That was one hell of a day

 

Zu meckern gibt es darüber hinaus fast nichts mehr. Wäre die Grafik schöner und der Umfang größer, dann hätte es ein echter Superhit werden können. So ist es „nur“ ein gutes Spiel, das sicher seine Fans finden wird; mich jedenfalls hat es gefunden. Die mittelmäßige Grafik wird man schon bald nicht mehr beachten, wenn man einmal von der sehr guten Story gefesselt ist und nur noch zwei Ziele vor Auge hat: überleben und Lisa retten. Alles andere ist höchstens nebensächlich. Man muss jedoch wissen, dass es für einige den Charakter einer Minispielesammlung mit Action drumherum sein könnte, da man selten durchgehend herumläuft und die Umgebung erkundet. Vielmehr gibt es laufend Unterbrechnungen, in denen man dann etwas anderes machen muss. Dies hat mich aber gar nicht gestört, sondern nur noch mehr dazu beigetragen, dass ich mich wie in einem interaktiven Film fühlte.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Disaster ist ohne Frage ein gutes Spiel, das aber eine sehr spezielle Zielgruppe anspricht, nicht zuletzt wegen der USK16-Freigabe. Wer auf Katastrophenfilme steht und auch mal selbst Hand anlegen will und keinen hohen Wert auf perfekte Grafik legt, der ist mit dem Spiel sehr gut bedient. Die RPG-Elemente sind gut eingebaut, die Aufgaben sind vielseitig und die Story unglaublich spannend geschrieben und erzählt. Dazu kommen eine sehr gute und umfangreiche Sprachausgabe und viele Zwischensequenzen. Außerdem bekommt man jede Menge Infos über alle mögliche Arten von Naturkatastrophen, wnen man sie im Spiel überlebt hat. Lediglich am Umfang gibt es wirklich etwas auszusetzen, auch wenn man zur Zielgruppe gehört. Für Actionfans ist der Titel in meinen Augen aber trotzdem ein absolutes Muss.

Grafik

ok

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

super

80%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

24.10.2008

Developer

Monolith Softworks

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

16+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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