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Reviews: Nintendo Wii

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Rayman Rabing Rabbids TV Party

Party

13.11.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Die Folgen eines Jagdunfalls!

 

Rayman ist auf der Flucht! Die Rabbids sind dem Helden auf der Spur! Durch gemeine Tricks schließt die mehr oder weniger gefährliche Bande immer weiter auf. Bis sie „gestoppt wird“. Durch einen Blitz, der sie trifft und mal eben so in Raymans Fernseher ablädt. Digitalisiert und in Comic-Form machen sie nun die Röhre des Helden unsicher und treiben ihn damit über kurz oder lang in den Wahnsinn. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Rayman und hilft ihm dabei, das verrückte Fernsehprogramm der Hasen eine Woche lang zu überstehen. Denn ausschalten kann man die Kiste nicht mehr, was Rayman nicht selten zu wütenden Maßnahmen verführt, die den Fernseher nach und nach beschädigen. Wo das hin führt, kann man sich sicher denken.

 

Jedenfalls beginnt man am Montagmorgen im Zeitfenster 7-9 Uhr und muss sich dort eines der neuen Minispiele aussuchen. Darin tritt man dann gegen die Hasen an. Erreicht man mindestens 10.000 Punkte, dann ist das Zeitfenster geschafft und man kann zum nächsten ziehen. Bei 15.000 Punkten schaltet man ein Extra frei und ab und an gibt es solche Extras auch in Geschenkform direkt in den Minispielen zu finden. Man spielt also zunächst am Montag die sieben Zeitfenster bis 22 Uhr durch und schaltet bereits nach fünf geschafften den Dienstag frei. Dort geht das ganze Spiel dann von vorne los, aber natürlich mit anderen Minispielen. Überstehen muss Rayman das Rabbids-Chaos bis Sonntag um 22 Uhr, wo er sie dann mit ihren eigenen Waffen schlagen kann.

 

Der Solo-Modus, der natürlich auch wieder einige lustige Videos bietet, übertrifft die Möglichkeiten der ersten beiden Teile deutlich. Es wirkt einfach runder, es gibt wieder einen Anfang und ein Ende und man hat auf dem Weg zum Ziel jede Menge Freiheiten. Viel besser kann eine Einzelspielerkampagne bei einem Partyspiel kaum aussehen.

 

 

Lieber mit oder ohne Balance Board?

 

Als „große“ Neuheit dieses dritten Teils, der insgesamt knapp 50 neue Minispiele bietet, ist das Balance Board zu nennen. Neben den üblichen Aufgaben, die man per Wiimote und Nunchuk durch wildes gezappel oder eine ruhige Hand löst, gibt es auch jede Menge, die man mit dem Board steuern kann, aber nicht muss. Einige Beispiele:

 

Bei Hasenzilla schlüpft man in die Rolle eines Hasen im Godzilla-Kostüm und muss eine Stadt mit Feueratem zerstören. Der Strahl wird durch Gewichtsverlagerungen auf dem Board gesteuert. Man muss jedoch nicht nur möglichst viele Gebäude zerstören, sondern auch darauf achten, dass Panzer und Helikopter, die den Rabbid angreifen, nicht zum Schuss kommen, da Treffer Punkte kosten.

 

In Mähdresche steigt man in einen - was auch sonst - Mähdrescher und drescht kein Korn auf dem Feld sondern Hasen auf der Rennstrecke. Gelenkt wird per quer gehaltener Wiimote und das Balance Board dient als Gaspedal und Bremse. Bremst man in einer Kurve mit dem linken Fuß, dann slidet man und sammelt dabei Energie für einen Boost, der durch Schütteln der Wiimote eingesetzt wird.

 

Darüber hinaus gibt es noch etwa ein gutes Dutzend weitere Spiele, die auf diese oder ähnliche Art gesteuert werden. Auch bei den Tanzspielen kann das Board zum Einsatz kommen, so dass man dann richtig abgehen muss, um Punkte zu sammeln.

 

Natürlich sind auch wieder die beliebten Shooter dabei, jetzt auch für vier Spieler auf einmal. Man selbst ist auf einem Filmset, auf dem falsch kostümierte Hasen herumlaufen. So spielt man sich durch einen rabbifizierten Klassiker und muss dafür sorgen, dass möglichst viele der deplatzierten Hasen das zeitliche segnen. Dafür setzt man wieder die Pümpelkanone ein, zielt per Pointer und lädt durch Schütteln des Nunchuks nach.

 

Bei den Tanzspielen gibt es diesmal zwei Varianten. Zum einen sind die aus dem letzten Teil mit neuen Songs wieder dabei. Dort muss man Wiimote und Nunchuk schütteln, wenn das entsprechende Symbol eine Leiste am unteren Bildschirmrand trifft. Bei der neuen Musik-Variante, die auch mit Balance Board als Unterstützung gespielt werden kann, muss man den Bewegungen eines Strichmännchens auf dem Bildschirm im Takt folgen. Vor allem zu viert ist diese Variante, wenn man genug Platz hat, eines der witzigsten Spiele.

 

Da ich euch nicht den ganzen Spaß vorweg nehmen will, gehe ich jetzt nicht näher auf die Spiele ein. Erwähnt seien nur noch die Werbepausen, die hier und da das Spiel unterbrechen. Man muss dann möglichst schnell reagieren und erhält so einen Vorteil im Spiel. Diese Werbespots sind echten Produkten nachempfunden und sehr schön gezeichnet. Eine wirklich gute Idee, die für deutlich Auflockerung und jede Menge Spaß sorgt.

 

 

Party-Modus

 

Ein Party-Spiel dreht natürlich besonders dann auf, wenn möglichst viele Spieler dabei sind. Bei TV Party wurden die Möglichkeiten nochmals deutlich aufgestockt. Über einen kleinen Trick können jetzt auch acht Spieler direkt gegeneinander antreten und die meisten Minispiele sind zu viert gleichzeitig spielbar. Lediglich die per Balance Board gesteuerten Aufgaben gehen nur nacheinander, dort können die anderen dann aber boykottierend ins Spiel einschreiten und zum Beispiel die Sicht versperren.

 

Der größte Kritikpunkt an dieser Stelle ist nach wie vor der fehlende Online-Modus. Man kann zwar seine Rekorde online verschicken und hat eine Weltrangliste im Internet, aber direkt gegeneinander antreten geht noch immer nicht. Gerade bei einem solchen Spiel ist das meiner Meinung nach ein absolutes Muss, wenn schon nicht komplett, dann doch zumindest in ausgewählten Minispielen. Bemängelt habe ich das schon seit Teil 1 und deshalb kostet es diesmal wieder kräftig Wertungspunkte.

 

Eine nette Idee ist die Weltmeisterschaft. Hier kann man jede Woche neu im Minispiel „Pimp my Rabbid“ ein Foto von einem selbst eingekleideten Hasen zu einer bestimmten Vorgabe einsenden und bei der Abstimmung mitmachen. Wie gesagt: eine nette Idee, aber ob es wirklich gut ankommt und man lustige Bilder zu sehen bekommt, wird die Zeit zeigen.

 

 

Technik und Umfang

 

An der Grafik habe ich wie jedes Jahr so Einiges zu bemängeln. Während die Videos und Zwischensequenzen wirklich gut und lustig gemacht sind, fällt das Erlebnis im Spiel dagegen deutlich ab. Wenig Details, billig wirkende Charaktere und kaum Verbesserungen zum Vorgänger sorgen für die schlechte Bewertung in diesem Teil. Man kann zwar alles gut erkennen und Grafik ist bei einem solchen Partyspiel auch sicher nicht wirklich wichtig, aber technischer Stillstand seit nunmehr zwei Jahren ist kaum nachvollziehbar und schon gar nicht tolerierbar.

 

Die Musik ist dagegen mal wieder erste Sahne. Die Entwickler haben nicht nur für die Musikspiele ein erstklassiges Händchen, so dass für jeden etwas dabei ist, sondern auch im Spiel für gute akustische Untermalung gesorgt. Lediglich das Gebrüll der Hasen könnte mal ein paar neue Akzente gebrauchen, so langsam fängt es nämlich an, ein wenig zu nerven.

 

Die 50 Minispiele bieten auf jeden Fall genug Umfang. Den Solo-Modus wird man zwar in 3-5 Stunden abschließen können (für 100% sind ca. 10 Stunden nötig) aber im Party-Modus hat man, entsprechende Mitspieler vorausgesetzt, jede Menge Langzeitspaß im Paket. Wäre die Weltmeisterschaft ein bisschen Wettbewerbsmäßiger und mit verschiedenen Minispielen jede Woche versehen worden, dann hätte man auch alleine länger Spaß haben können. So bleibt es in erster Linie ein Partyspiel für das man mindestens zwei Leute braucht.

 

 

Meckerecke

 

Über die Technik habe ich mich ja schon ausgelassen, deshalb verschone ich euch an dieser Stelle damit. Was mich darüber hinaus wirklich genervt hat, ist die Steuerung mancher Balance Board Spiele. Ich habe das Gefühl, dass hier nicht gut gearbeitet wurde, denn fast alle sind ohne die Waage deutlich besser zu steuern. Das kann zwar zum Teil auch an mir liegen, aber bei Wii Fit oder Shaun White habe ich komischerweise viel weniger Probleme. Von daher schiebe ich das mal auf das Spiel. ;) Schlimm ist es vor allem bei den Spielen, in denen man nicht nur nach rechts und links mit dem Board lenkt, sondern auch nach oben und unten. Die Rennspiele, wo es als Gaspedal und Bremse fungiert und die Spiele, die man mit dem Hintern steuert funktionieren dagegen sehr gut, aber ohne Balance Board trotzdem besser, wenngleich auch langweiliger.

 

Wirklich nervig in diesem Zusammenhang ist auch, dass das Brett vor jedem Versuch neu kalibriert wird. Ist man auf Punktejagd und merkt, dass der aktuelle Lauf nicht so gut ist, dann bricht man einfach ab und startet neu. Dumm nur, dass man dafür erst wieder aufstehen und sich dann zur Kalibrierung neu hinsetzen muss. Das ist nicht nur sehr nervig, es kostet auch eine ganze Menge Zeit. Warum man nicht einfach eine Funktion „anderer Spieler“ eingebaut hat, so dass nur neu eingestellt werden muss, wenn wirklich ein neuer Spieler auf das Board steigt, ist mir ein großes Rätsel.

 

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Rayman Raving Rabbids TV Party ist auf jeden Fall eine deutliche Steigergung zu den beiden Vorgängern. Diesmal ist nämlich endlich der Solo-Modus gut und zusätzlich gibt es viele Spiele, die man zu viert gleichzeitig genießen kann. Nicht nur der Einbau des Balance Boards macht diesen Teil zum Besten der Reihe. Abseits der immer noch schlechten Grafik und dem Fehlen eines echten Online-Modus kann man bei TV Party wegen dem noch mal besseren Humor und mehr Abwechslung bei den Minispielen getrost zugreifen. Erst recht, wenn man den zweiten Teil ausgelassen hat. Auch wenn man kein Balance Board sein Eigen nennt, ist es den Kauf durchaus wert. Die schlechte Technik kostet heute aber mehr Punkte als vor zwei Jahren noch, deshalb die schlechtere Note. Es ist aber inhaltlich ohne Frage das beste Spiel der Reihe.

Grafik

schwach

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

77%

Singleplayer

81%

Multiplayer

Release

13.11.2008

Developer

Ubisoft Paris

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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