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Reviews: Nintendo Wii

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Skate It

Sport

06.12.2008

Autor: Sebastian Grote

 

 

Balance Board, oder nicht Balance Board? Das ist hier die Frage!

 

Das Genre der Skateboard Spiele hat letztes Jahr mit Skate auf der Xbox360 eine große Frischzellenkur erhalten. War es bislang üblich in Spielen, wie z.B. der gesamten Tony Hawk Reihe, mit möglichst vielen Button-Kombinationen immer unrealistischere Tricks zu machen, reduzierte sich Skate auf die beiden Analog-Sticks und verpasste dem ganzen mehr Physik und damit mehr Nähe zur Realität. Das Rezept ging auf.

 

Nun hat es Skate als Skate It auf die Wii geschafft und geht nochmal einen Schritt weiter. Anstelle der Analog-Sticks benutzt ihr diesmal wahlweise eine Wiimote, eine Kombination aus Wiimote und Nunchuk oder aber eine Kombination aus Wiimote und Balance Board. Dabei ist Skate It absolut nicht so casual freundlich wie das andere große “Brett“-Spiel diesen Winter, Shaun White Snowboarding. Die Steuerung verlangt einem am Anfang ganz schon was ab. Es dauert also, bis man seine ersten schönen Trick Combos, genannt Lines, schafft. Es gibt genug Einstellungen, um sich die Steuerung so anzupassen, wie man es am liebsten hat. Das Spiel fordert den Spieler regelrecht auf ein guter Skateboarder zu werden und mit den ganzen Flips, Grabs und Grinds zu Recht zu kommen.

 

In Skate It geht es vor allem um eines: Timing! Der A-Knopf gibt euch Anschwung, mit dem Nunchuk steuert ihr, kippen der Wiimote lässt euch Manuals machen, ein kurzer Schwung nach oben und ihr springt. Kombiniert ihr die verschiedenen Arten die Wiimote zu kippen mit einem Sprung könnt ihr eine Reihe von Flips ausführen. Dabei hat man eine große Auswahl von Tricks und um herauszufinden welchen Trick ihr mit welcher Bewegung macht könnt ihr das Spiel jederzeit pausieren und im Trickbuch nachgucken. Die Steuerung fällt dabei mit Nunchuk noch am einfachsten, sobald ihr euch jedoch aufs Balance Board stellt wird die ganze Sache komplizierter. Das Steuern erfordert viel Gleichgewichtssinn und die Tricks lassen sich nicht so genau ausführen wie mit der Wiimote. Das Balance Board ist definitiv die größte Herausforderung im Spiel. Wenn ihr damit eine fantastische Line hinlegt, dann könnt ihr wirklich stolz sein. Das wirklich Nervige beim spielen mit dem Balance Board ist eigentlich nur, dass das Spiel jedesmal das Board neu konfigurieren muss, wenn man kurz davon absteigt. Das nervt vor allem im Multiplayer. Dort müsst ihr nämlich jedes mal, wenn ihr das Board an einen anderen Spieler weiter gebt, das Board neu justieren lassen. Dabei wäre es doch ein Einfaches gewesen, dass Profil eines Spielers kurz zu speichern, damit die Multiplayer Spiele flüssiger ablaufen können. Auch nervig: Spielt ihr nur mit einer Wiimote, müsst ihr diese ebenfalls weiter reichen. Das jeder seine Eigene benutzt geht nämlich nicht.

 

Wirklich komisch ist allerdings das der Ort, an dem Skate stattfand, San Vanelona, jetzt in Skate It eine evakuierte Stadt ist, in der es einige hier und da kleine Ruinen oder Schrotthaufen gibt. Eure Idee ist es, in dieser menschenlehren Stadt zu skaten. Dabei ist der eigentliche Grund wohl viel eher, dass die Entwickler es nicht geschafft haben, eine belebte Stadt auf die Wii zu bringen. Aber sobald ihr erst einmal im Spiel seid, stört euch diese Kleinigkeit eigentlich gar nicht mehr. Ihr vergesst dieses ganze Desaster Scenario ziemlich fix.

 

Während ihr im Spiel voranschreitet, werden euch immer kleine Challenges angeboten. Ein Regisseur möchte sehen, wie ihr immer besser Tricks und Lines hinlegt. Dabei könnt ihr die Challenges entweder nur “ownen“ oder aber direkt “killen“. Manche Challenges fordern euch da schon direkt zu Beginn einiges ab. So hab ich mir bei einem Versuch, von einer Rampe zu fahren, über eine Sprungschanze zu fliegen, dabei ein paar Grabs zu machen und wieder zu landen, tatsächlich sämtliche Knochen in meinem Körper auf einmal gebrochen. Am Anfang ganz lustig doch später oft nervig. Das Spiel zeigt euch nach besonders harten Stürzen eine “Hall of Meat“ an. Dort seht ihr, welche Knochen ihr euch schon wie oft gebrochen habt. Da mein Schädel schon zweimal gebrochen war, wäre ich wohl in echt schon lange tot, wenn ich das was ich in Skate It versuche, in echt versuchen würde! Was ziemlich cool ist bei Skate It, ist dass ihr viel Freiheit dabei habt, wie ihr eure Challenge schaffen wollt. Ihr müsst vielleicht einen ganz bestimmten Trick ausführen, aber ihr könnt euch die Location dafür selber aussuchen.

 

Im Spiel gibt es außerdem die Funktion “My Spot“. Das bedeutet, dass ihr einige Orte etwas umgestalten könnt, die Bank verschieben, den Brunnen woanders hin pflanzen, etc. Neue Objekte dafür könnt ihr in den Challenges freischalten. Ebenso könnt ihr auch euren eigenen Skater entwerfen, ihn einkleiden und das Board konfigurieren.

 

 

Realismus pur?

 

Ein weiterer Unterschied zum “irgendwie schon, aber eigentlich auch nicht Konkurrenten“ Shaun White, liegt ganz klar in der Grafik. Wir haben Shaun White dafür gelobt, dass die Grafik Style hat und einen ganz eigenen Charme und nicht versucht, seine Geschwister auf den anderen Konsolen nachzumachen. Skate It hingegen versucht sich an einer weitaus realistischeren Darstellung der Umgebung. Dabei macht das Spiel im groben und ganzen eine gute Figur, jedoch wirkt es manchmal ein wenig lieb- bzw. leblos. Das mag auch unter anderem daran liegen, dass ihr außer eurer eigenen Spielfigur und der Stadt mit ihren vielen Möglichkeiten zum skaten nicht viel finden werdet. Gerade von nahem sehen viele Texturen unscharf aus. Während des Testens kam es auch einmal zu dem Fall das eine Textur gar nicht geladen wurde und der Skater in einer Zwischensequenz über das nichts gegrindet ist! Aber die Grafik steht dem Spielspass keineswegs im Wege. Außerdem bietet das Spiel einen weitreichenden Soundtrack von Hip-Hop über Punk bis hin zum Rock dürfte da etwas für jeden dabei sein. Leider sind die Songs weitestgehend unbekannt.

 

 

Vielen Dank an Electronic Arts für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Skate It kann man eigentlich nur sehr empfehlen. Die neue Steuerung funktioniert wunderbar, auch wenn man sich erst einspielen muss. Das Spiel vermittelt ein gutes Gefühl der Freiheit beim skaten. Außerdem bekommt ihr eine ganze Menge für euer Geld; Jede Menge Challenges, eine lange Story, Balance Board Support, Multiplayer-Modi und einen guten und großen Soundtrack. Zwar mag das Visuelle nicht jedem gefallen, aber spielerisch ist es ein ganz neues und tolles Gefühl, das bisher kein anderes Skateboard-Spiel so vermitteln konnte. Sich eine gute Line zu überlegen, die Umgebung ein wenig anzupassen und dann diese Line wirklich zu schaffen macht unglaublich Spaß. Dank der Funktion kleine Replays zu speichern, könnt ihr eure besten Lines sogar euren Kumpels zeigen. Kaufen.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

super

83%

Singleplayer

69%

Multiplayer

Release

20.11.2008

Developer

Electronic Arts

Publisher

Electronic Arts

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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