Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo Wii

< zurück

Wild Earth African Safari

Sonstiges

15.12.2008

Autor: Gunnar Schreiber

 

Wer hat nicht schon mal davon geträumt die afrikanische Wildnis hautnah zu erleben? Wer sich das im realen Leben nicht leisten kann oder will, der hat nun die Möglichkeit wenigstens virtuell auf Safari zu gehen. So verspricht der Entwickler nicht weniger als das „ultimative Safariabenteuer in deinem Wohnzimmer.“ Ob dahinter mehr steckt als nur leere Versprechungen sollen folgende Zeilen zeigen.

 

 

Die Spielmodi

 

Wild Earth African Safari unterteilt sich im Wesentlichen in zwei Modi: Den Arcademodus, für den ihr nach und nach neue Minispiele freischaltet und den Auftragsmodus. Die Minispiele sind aber nicht nur sehr langweilig inszeniert – mal müsst ihr mit einem Elefanten vorbei laufende Tiere mit Wasser sauber spritzen oder einen Frosch durch einen Hindernisparcours lotsen – sondern funktionieren auch von der Spielmechanik und Steuerung her mehr schlecht als recht. Im Prinzip wird man das Gefühl nicht los, dass der Arcademodus nur dazu dienen soll, den ohnehin ziemlich geringen Umfang des Spiels künstlich zu strecken.

 

Lassen wir den Modus also bei Seite und kommen zum Herzstück des Spiels. Im Auftragsmodus müsst ihr sukzessive 11 Aufträge erfüllen. Mit einer Kamera ausgerüstet begebt ihr euch in Egoperspektive in die vorgebenden Zielgebiete und könnte diese frei erkunden. Während ich ehrlicherweise vorab dachte, dass man sich in den Arealen ähnlich wie in Pokémon Snap nur limitiert bewegen kann, wurde ich positiv überrascht: Es ist tatsächlich möglich die Umgebungen frei zu erkunden und teilweise ist dies sogar auch nötig, um sich eher unbemerkt an die wilden, aber auch scheuen Tiere heranzupirschen.

 

In jeder Mission müsst ihr eine bestimmte Anzahl an Bilder machen, wobei das Spiel Primär- und Sekundärziele, die sich je Standort ändern, unterscheidet. Bei den abzulichtenden Objekten handelt es sich zu 90% um eine der etwa 30 Tierarten im Spiel, manchmal aber auch um andere Dinge wie zum Beispiel einen Wasserfall. Auf diese Weise lassen sich in jedem Level auch deutlich mehr Ziele ablichten, als die als Minimum definierte Anzahl. Wer aber zu nachlässig mit den Chancen umgeht, wird mitunter am Ende die Mission wiederholen müssen.

 

Sehr lobenswert ist übrigens, dass man jederzeit im Spiel speichern und die Mission an der gesicherten Stelle fortsetzen kann. Gerade unter Anbetracht dessen, dass viele Aufgaben schon was länger dauern, ist dies sehr hilfreich.

 

Um etwas Abwechselung reinzubringen, fliegt mal an Bord eines Hubschraubers mit und knipst Fotos aus luftiger Höhe oder begebt euch bei Nacht auf Streifzug.

 

Kommentiert werden sämtlichen Geschehnisse von zwei Sprechern, die jede Menge interessante Informationen zu den einzelnen Tierarten sowie deren Verhaltensweisen und Besonderheit preisgeben, so dass der Titel durchaus auch einen virtuellen Lehrbuchcharakter hat, ohne aber mit Details zu langweilen. Da allerdings die Informationen größtenteils nur an der Oberfläche kratzen, stellt sich natürlich die Frage, ob diese nicht der angestrebten Zielgruppe eh schon bekannt sind. Aber bei jüngeren Spielern dürfte auf jeden Fall ein gewisser Lerneffekt zu verzeichnen sein. Passend dazu gibt es auch nach jeder abgeschlossenen Mission einen Eintrag in ein Buch, wo man die wichtigsten Details noch mal gebündelt nachlesen kann.

 

 

Volle Kontrolle

 

Die Steuerung ist durchaus gelungen. Mit dem Analogstick bewegt ihr euren Charakter frei durch die zum Teil riesigen Level. Mit dem Pointer der Wii-Fernbedienung schaut ihr euch um und zielt mit der Kameralinse. Mit A werden Fotos geschossen, mit C und Z könnt ihr zoomen. Das alles funktioniert wirklich gut. Übrigens können mit B auch gemachte Fotos in eine Mappe, die vom Startmenü aus aufgerufen werden kann, transferiert werden. Schade ist allerdings, dass sich die Schnappschüsse nicht an andere Wii Freunde versenden lassen.

 

 

Gesellige Runde

 

Eine nette Idee ist, dass man sämtliche Missionen auch zu viert spielen kann. Ein Spieler übernimmt dabei die Kontrolle über den Safariwagen (wobei auch hier alles aus der Egoperspektive geschieht) und bestimmt somit die Fahrtrichtung. Alle anderen Spieler, aber auch der Fahrer machen Fotos. Es gilt dabei die gestellten Aufgaben wie im Singleplayermodus zu erfüllen. Auch wenn man gemeinsam ein Ziel verfolgt, wird dennoch auch ein wenig der Ehrgeiz eines jeden einzelnen durch eine Punktevergabe und eine Statistik nach jeder Mission geweckt. Darüber hinaus kann man weitere sinnvolle Einstellungen machen, zum Beispiel wann und wie die Position des Fahrers während eines Levels wechselt. Gemeinsam macht das Spiel also durchaus einen Tick mehr Spaß als alleine, krankt aber letztendlich an den gleichen Problemen, die im Folgenden erörtert werden sollen.

 

 

Die audiovisuelle Umsetzung

 

Wild Earth ist technisch ziemlich enttäuschend. Trotz matschiger Texturen kommt es dennoch zu deutlichem Grafikaufbau und regelmäßigen Rucklern. Während man gerade die Darstellung bei der Umgebung noch verzeihen könnte, ist dies bei den Tieren ein KO-Kriterium. Wer will schon gerne einen Löwen ablichten der selbst als Steiff-Stofftier realistischer aussieht? Auch die Animationen der Tieren schwanken zwischen authentisch bis hin zu gruselig. Vor allem der Übergang zwischen den einzelnen Animationsphasen ist nur selten flüssig und wirkt oft sehr abgehackt.

 

Am Sound gibt es allerdings nicht viel zu meckern. Die Sprachausgabe ist ziemlich professionell, wenn auch ein wenig gekünstelt. Die meisten Tiergeräusche gehen in Ordnung und auch die dezente Hintergrundmusik, die sich stilistisch zwischen typisch afrikanischen Klängen und Atmosounds bewegt, kann sich hören lassen.

 

 

Meckerecke

 

Neben der Wii unwürdigen Grafik muss vor allem der eher geringe Umfang bemängelt werden. Die 11 Aufträge hat man nach wenigen Stunden erledigt und die eher langweiligen und oft wenig gescheit funktionierenden Minispiele können da auch nichts retten.

 

 

Wir danken Codemasters für die Bereitstellung des Testmusters!


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Trotz technischer Mängel und einem zu geringen Umfang macht Wild Earth African Safari aufgrund des entspannenden und recht frischen Spielprinzips einigermaßen Spaß. Wer also auf Spiele wie Endless Ocean steht und über die genannten Probleme hinwegsehen kann, der darf gerne mit einem Kauf liebäugeln. Alle anderen geben das Geld lieber für ein besseres Spiel aus.

Grafik

sch...

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

schwach

59%

Singleplayer

62%

Multiplayer

Release

25.09.2008

Developer

Majesco

Publisher

Codemasters

Anzahl Spieler (Lokal)

2-4


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes