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Reviews: Nintendo Wii

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de Blob

Jump 'n Run

17.12.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Farbe weg = Spaß weg!?!

 

Chrome City war einst die farbenfrohste Stadt in ganz Baudien – bis Genosse Schwarz und die INKT-Corporation kamen. Der Genosse glaubt nämlich daran, dass eine farblose Umgebung die Basis aller Gesellschaften sei. Jetzt sind er und seine Legionen aus Tinti-Soldaten aufgebrochen, um mithilfe der Egelbots Chroma City sämtliche Farbe zu entziehen, auf diese Weise Baudien zu erobern und aus friedlichen Baulingen unterwürfige Graulinge zu machen.

 

Nur eine Handvoll Baulinge ist der INKT-Invasion entkommen und gründete den Farb-Untergrund. Ihr Plan? Die Baulinge zu befreien und Chroma City die Farben zurückzubringen. Aber allein werden sie das nicht schaffen. Nur de Blob, ein schelmischer und eher ungewöhnlicher Held, kann an der nahezu allmächtigen INKT-Corporation vorbeispringen, an Objekten abprallen und Gegner zerstampfen, um die Revolution zu beginnen und Chroma City vor einer farblosen Zukunft zu retten.

 

Nach dem extrem schicken Introvideo, das diese Geschichte in bewegten Bildern erzählt, schlüpft man selbst in die Rolle des Helden de Blob. Mit ihm gemeinsam muss man die Stadt, aufgeteilt in 10 Levels, nach und nach einfärben und dabei die INKT-Corporation und deren Soldaten zurückschlagen. In jedem Level gibt es viele Aufgaben zu erledigen, die ein explizites Zeitlimit haben, sobald man die Aufgabe von einem Untergrund-Bauling aufgetragen bekommen hat. Löst man sie, dann bekommt man Punkte und einen Zeitbonus, denn auch der gesamte Level kann nicht ewig gespielt werden, da die Uhr stets rückwärts läuft.

 

Neben den Aufgaben gibt es noch allerhand andere Dinge zu tun. So muss man zum Beispiel grundsätzlich versuchen, jedem Gebäude der Stadt die Farbe wiederzugeben, an speziellen Plätzen durch einen Spezialangriff die Farbe zurückkehren lassen, von der INKT-Corporation besetzte Gebäude färben und nicht zuletzt möglichst viele Baulinge retten. Nach jedem Level wird man dann bewerten und erhält bis zu 10 Abzeichen, je nachdem, wie viele der expliziten und impliziten Aufgaben man gelöst hat. Außerdem muss man immer drauf achten, genug Punkte zu haben, denn die Levels sind durch Tore in Abschnitte unterteilt und man kommt nur weiter, wenn man genug Punkte gesammelt hat.

 

Farbenlehre ist natürlich auch ein ganz wichtiger Punkt. Muss man ein Gebäude zum Beispiel lila färben, dann sollte man zunächst einen blauen oder roten Farbling suchen und danach den jeweils anderes. Ist man jedoch vorher zum Beispiel schon gelb, dann braucht man entweder zuerst zwei rote oder zwei blaue Farblinge, um die jeweilige Farbe anzunehmen oder man springt kurz ins Wasser um gänzlich farblos zu werden. Auf diese Art lässt sich de Blob in insgesamt sieben Farben tauchen.

 

Nach dem Abschluss eines Levels wird automatisch das nächste freigeschaltet und kann über die Karte direkt betreten werden. Daneben gibt es jedoch noch andere Aufgaben, die jedoch nur erscheinen, wenn man gut genug war. Die geheimen Missionen sind Ausschnitte aus dem jeweiligen Level, in denen man ganz bestimmte Dinge tun muss, um Extras freizuschalten. Im Freestyle-Modus dagegen spielt man den Level komplett ohne Gegner, Zeitlimit und Missionen, und kann sich so mit der Umgebung vertraut machen, um im Story-Modus auch alles schaffen zu können.

 

 

Wie steuert man eine Farbkugel?

 

Der Held de Blob wird ganz einfach per Joystick auf dem Nunchuk bewegt und er verhält sich dabei auch ein bisschen wie eine Farbkugel, denn er bleibt nicht direkt stehen, wenn man den Stick loslässt, sondern rollt noch etwas weiter. Unterbinden kann man das, indem man mit B bremst. Drückt man die A-Taste, dann wird ein Kompass direkt um de Blob eingeblendet, der zeigt, in welcher Richtung man Wasser, Farbe, die nächste Aufgabe, das Ziel der Aufgabe und vieles mehr angezeigt bekommt. Die Tasten auf dem Nunchuk sind zum anvisieren von Gegnern (Z) und zum zentrieren der automatischen Kamera hinter de Blob (C) da. Der Held springt, indem man die Wiimote schwingt und bei anvisiertem Ziel springt er genau dort hin. Mit dem Steuerkreuz kann man sich manuell in der Umgebung umsehen und die Kamera auch auf eine Egoansicht umstellen.

 

Insgesamt ist die Steuerung solide, aber hat leider ein paar wirklich grobe Mängel. So ist das Springen beim Schütteln der Wii-Fernbedienung auf Dauer sehr nervig und vor allem zu ungenau. Manchmal will man springen und es passiert einfach nichts. Dann weiß man nie, ob es daran liegt, dass man gerade gar nicht springen kann oder dass die Bewegung nicht erkannt wurde. Ein Knopf dafür wäre sehr viel besser gewesen. Ebenso ist die automatische Kamera an bestimmten Stellen eine Katastrophe. Oft benötigt man wertvolle Sekunden, bis man dahin guckt, wo man auch hingucken will und dann dreht sie sich auf einmal auch noch im Sprung woanders hin, so dass man sein Ziel dann doch verfehlt. Diese Situationen kommen zwar nicht sehr häufig vor, wenn, dann sind sie jedoch extrem nervtötend.

 

 

Grafik und Sound!

 

Technisch gibt es kaum Grund zur Klage bei de Blob. Die Levels sind riesig, geschickt designt und sehen einfach nur schick aus. Vor allem die Veränderung, wenn die Farbe nach und nach zurückkehrt, ist sehr gut gelungen, sogar der Himmel wird mit der Zeit immer blauer. Die Farbeffekte sind cool, ebenso wie die Bewegungen der Charaktere. Es wirkt einfach alles wie aus einem Guss, auch wenn die Grafik sich nicht auf dem höchstmöglichen Niveau bewegt. Ein schöneres Wii-Spiel von einem Drittentwickler muss man jedoch schon ziemlich lange suchen, hier passt einfach alles zusammen.

 

Die Musik ist ähnlich gut. Der Jazz-Stil zieht sich durch das ganze Spiel und gibt ihm eine sehr individuelle Note. Dazu kann man in jedem Level frei wählen, welchen Song man hören möchte und dieser verändert sich dazu auch noch, je nach Umgebung und Farbe von de Blob. Je bunter die Stadt wird, desto grooviger wird die Musik, einfach toll!

 

Zum Abschluss seien an dieser Stelle noch die sehr genial Videosequenzen erwähnt. Die Story wird zwar komplett ohne Sprachausgabe und nur mit sehr wenig Text während des Ladebildschirms erzählt, aber die Videos sind einfach genial. Nicht nur, dass sie technisch einwandfrei sind, darüber hinaus sind sie clever gemacht und teilweise extrem lustig. Es passt einfach perfekt in das Gesamtbild des Titels.

 

 

Der Mehrspieler-Modus!

 

In der so genannten Blob-Party können bis zu vier Spieler lokal an einer Wii-Konsole im Splitscreen gegeneinander antreten. Dazu haben die Entwickler drei spannende Spielmodi und viele Umgebungen in das Spiel gepackt, wobei man einige Umgebungen im Laufe des Abenteuers erst freischalten muss. In der „Farbschlacht“ treten alle Spieler einfach direkt gegeneinander an und es gewinnt derjenige, der nach Ablauf der Zeit, die meisten Punkte hat, wobei jeder Spieler eine eigene Farbe hat.

 

Bei „Blob auf der Flucht“ kann immer nur ein Spieler färben und er wird von den anderen gejagt. Fängt ihn einer, dann bekommt er das Farbrecht und das Spiel geht von vorne los. Auch hier geht es natürlich darum, bei Ablauf der Zeit die meisten Punkte auf dem eigenen Konto zu haben. Zuletzt gibt es noch das „Blob-Rennen“, hier muss man nur ganz spezielle Gebäude einfärben. Wer das jeweilige zuerst entdeckt und ihm den jeweiligen Farbton verpasst, der erhält die Punkte.

 

Der Mehrspieler-Modus ist extrem gut gelungen und bereichert das Spiel auf jeden Fall. Auch Neulinge können sich einfach Wiimote und Nunchuk schnappen und direkt loslegen. Ein Online-Modus wäre zwar wünschenswert gewesen, aber in diesem Fall ist es auch im Splitscreen gut und damit will ich mich nicht zu sehr beschweren.

 

 

Vielen Dank an THQ für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

de Blob ist ein unglaublich cooles Spiel geworden und mit Sicherheit eines der besten Thirdparty-Spiele auf der Konsole überhaupt. Vom Design über Grafik und Steuerung bis hin zur Geschichte und zum Mehrspieler-Modus passt einfach alles zusammen, so dass selbst der mit ca. 10 Stunden eher geringe Umfang kaum ins Gewicht fällt, da der Wiederspielwert extrem hoch ist; schließlich gibt es eine ganze Menge zu entdecken. Der Titel ist eine echte Perle, den sich kein Jump & Run oder Action-Adventure Fan entgehen lassen sollte, wenn man mit ein paar Frustmomenten wegen der teilweise miesen Kamera leben kann. Ich freue mich dann jetzt schon mal auf de Blob 2.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

ok

Spielspaß

gut

85%

Singleplayer

80%

Multiplayer

Release

26.09.2008

Developer

Blue Tongue

Publisher

THQ

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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