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Reviews: Nintendo Wii

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Animal Crossing Let's go to the City

Simulation

20.12.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Let’s go to the City!

 

Animal Crossing, ein Spiel, das nur wenig mit einem normalen Spiel gemeinsam hat, aber das es trotzdem schafft, die Massen zu begeistern. Auf der Wii erschien vor Kurzem der mittlerweile dritte Teil der Simulation und ich habe mich ausführlich damit auseinander gesetzt. Was gibt es Neues? Wie lange fesselt der Titel diesmal? Wer muss es sich kaufen und wer lässt besser die Finger davon? Zunächst einmal sei für Fans und Besitzer von einem oder gar beiden Vorgängern angemerkt, dass sich am Spiel nur sehr wenig geändert hat und somit ohne Weiteres der erste Abschnitt einfach übersprungen werden kann. Auf die neuen Dinge gehe ich erst später ein, zunächst eine kurze Einleitung in das Spielprinzip.

Bei Animal Crossing schlüpft man in die Rolle einer Figur, die in ein neues Dorf zieht, wo außer ihm oder ihr nur Tiere wohnen, deshalb auch der Name des Spiels. Dort zieht man in ein neues, zu Anfang sehr kleines, Haus ein und muss sich eine Existenz aufbauen. Dieses Haus wurde gebaut von Tom Nook, dem Inhaber des örtlichen „Tante Emma Ladens“ und er will dafür natürlich Geld haben. Dieses verdient man durch Aufträge, die Nook zu Anfang verteilt und danach durch das Verkaufen von Früchten, Fischen und anderer Dinge. Hat man genug Geld, um den Kredit abzubezahlen, dann ist man jedoch nur kurzfristig schuldenfrei, denn man möchte ja nicht in dieser kleinen Bruchbude wohnen bleiben. Also baut man das Haus aus und nimmt dafür einen neuen Kredit auf. Das alleine beschäftigt bis zum größtmöglichen Haus schon Wochen.

 

Neben dem eigenen Haus, das man natürlich auch individuell einrichten kann, gibt es noch allerhand anderes zu tun. So werden regelmäßig Turniere vom Bürgermeister veranstaltet, bei denen man gegen die Tiere im Dorf antritt und Pokale gewinnen kann. So muss man zum Beispiel beim Angelturnier den größten Fisch fangen, um Meister zu werden. Neben Fischen gibt es auch noch Insekten, die es je nach Jahres- und Uhrzeit sowie abhängig vom Wetter im Fluss, im Meer, an Bäumen, unter Steinen oder im Boden zu finden gibt. Diese können dann dem örtlichen Museum gestiftet werden. Bis man diese Sammlung vollständig hat, werden mindestens 10 Monate vergehen, da bestimmte Arten eben nur einen Monat im Jahr zu fangen sind.

 

Neben diesen tierischen Sammelgegenständen gibt es Möbelstücke, Bilder, Dinosaurierfossilien, Früchte und viele andere Gegenstände, so dass die Gesamtliste an Items in Animal Crossing weit über 1.500 Stück liegt. Es ist also kein Spiel, das man mal eben so durchspielt oder das ein festes Ende hat, sondern ein Dauerbrenner, den man monatelang ein paar Mal die Woche für 30 Minuten spielt, bis man dann irgendwann jedes Item in seinem Besitz hat. Manche davon kriegt man sehr schnell, für andere muss man einiges tun.

 

So kommen neben den Bewohnern, die im eigenen Dorf liegen an zufälligen Tagen andere Tiere zu Besuch, denen man helfen muss, um etwas von ihnen zu bekommen. So ist zum Beispiel Aziza das Wüstenkamel ganz scharf auf alte Teppiche. Gibt man ihr drei Stück, dann bekommt man einen seltenen von ihr geschenkt. Wie gesagt: Arbeit für Monate. Wer sich auf die Sammelei einmal eingelassen hat, der wird nicht so schnell wieder aufhören können, falls man nicht schon das Original auf dem GameCube oder Wild World auf dem DS gespielt hat. Denn im Wii-Teil hat sich gegenüber den Vorgängern nur extrem wenig geändert.

 

 

 

Die Neuheiten!

 

Wie der Untertitel des neuen Animal Crossings schon sagt, dreht sich alles um eine Stadt, eine Großstadt um genau zu sein. Doch nur weil die Entwickler es Großstadt nennen, muss das in der Wahrnehmung der Spieler nicht unbedingt auch eine sein. Hinter dieser Stadt verbirgt sich nämlich nicht anderes als die Auslagerung von einigen Läden, die es bisher im Dorf gab sowie ein paar Neuheiten. So findet man Rainers Laden, die Wahrsagerin, den Friseur und den Mix aus Komiker und Psychologen Dr. Samselt nun in festen Geschäften in der Stadt. Neu dazu gekommen ist eine große Mode-Boutique, die den Igel-Schwestern im Dorf um Längen voraus ist, denn hier gibt es die seltenen Designs von Giraffe Grazia regulär zu kaufen. Außerdem kann man hier die Möbelserie „Luxus“ kaufen, die ihrem Namen alle Ehre macht. So kosten einzelne Möbelstücke über 100.000 Sternis, was in etwa der ersten Ausbaustufe des ganzen Hauses entspricht.

 

Daneben tauchen dort ab und an der Maulwurf Resetti und der Schuhputzer Schubert auf. Ebenso kann man von einem freundlichen Tier Luftballons geschenkt bekommen, die man dann bei sich tragen kann. Wer sich schon immer gefragt hat, woher die Geschenke an Luftballons, die ab und am im eigenen Dorf am Himmel schweben, kommt, der hat nun eine Antwort. Neben der Neuheit, dass man sich beim Friseur jetzt auch ein neues Gesicht und eine Mii-Maske besorgen kann sind das die einzigen echten Veränderungen im Spiel. Ok, es gibt auch einige neue Items, Fische und Insekten und die AdsH (Akademie des schönen Hauses) hat eine Außenstelle und es gibt Themenwochen, aber für Fans dürfte das kaum Anreiz sein, die ganze Sammelei noch einmal von vorne anzufangen. Aber das muss man ja auch nicht, denn man kann seine Figur vom DS auf die Wii umziehen lassen und hat dann bereits alle regulären Items im Katalog, so dass man nur Fische, Insekten, Gyroiden, Gemälde und seltene Items neu sammeln muss. Alles andere kann man direkt zu Beginn bei Nook im Katalog nachbestellen. Feine Sache!

 

Die Stadt erreicht man schnell und einfach per Bus aus seinem Dorf. An der Haltestelle wartet man nur wenige Sekunden und schon geht es los. Unterwegs erzählt der Fahrer noch ein paar interessante Dinge und schon ist man da. Die Monologe während der Fahrt sind zwar anfangs ganz nett, aber auf Dauer nervt es etwas, dass man für die Fahrt in die Stadt insgesamt doch locker 30 Sekunden braucht, die wohl die Ladezeit tarnen sollen. Da man jedoch in der Regel nur einmal pro Tag dorthin fahren muss, nervt es nur dann, wenn man mal etwas vergessen hat. Speichern und damit beenden kann man übrigens auch in der Stadt, so dass man sich die Rückreise ersparen kann. Startet man neu, ist man wieder im eigenen Dorf. Im Zweifel ist das sogar schneller getan, als die Rückreise per Bus.

 

Als Neuheit im Dorf kann man im Rathaus für die Weiterentwicklung der eigenen Stadt spenden. So kann man sich für 200.000 Sternis zum Beispiel eine dritte Brücke bauen lassen, um schneller überall hinzukommen oder danach für weitere 500.000 Sternis einen Wunschbrunnen und noch weitere Dinge mehr, was das Bild des Dorfes leicht verändert und ein paar neue Dinge möglich macht.

 

 

Der Online-Modus

 

Wie schon auf dem Nintendo DS kann man sich in diesem Spiel natürlich auch gegenseitig über die Wi-Fi Connection besuchen. Hat man sich einmal gegenseitig auf der Freundescode-Liste eingetragen, dann braucht man bloß sein Tor zu öffnen oder zu schauen, ob jemand anders sein Tor geöffnet hat und schon kann die Reise losgehen. In fremden Dörfern lernt man neue Tiere kennen, kann Früchte importieren, die im eigenen Dorf mehr Geld geben und sich natürlich mit seinen Freunden unterhalten, was gleichzeitig die größte und wichtigste Neuerung von Animal Crossing ist: Wii Speak!

 

Mit dieser Zusatzhardware, die man allerdings nicht zwingend kaufen muss, ist es möglich, sich per Voice Chat live zu unterhalten. Die Hardware ist dabei so konstruiert, das man das Mikrofon einfach auf oder unter den Fernseher stellt und schon können sich alle Personen im Raum mit den weit entfernten Freunden unterhalten. Das funktioniert super einfach und die Qualität ist sehr gut, wenn das Gerät nicht zu nah an den Lautsprechern des Fernseher aufgebaut oder die Lautstärke zu hoch eingestellt ist. Wenn man Wii Speak nicht hat, dann muss man zwar selber noch tippen, aber kann die anderen trotzdem hören, wenn sie es haben. Somit ist für die Besitzer des Zubehörs die Zeit der Tipperei im Online-Modus endgültig vorbei. Wer Wii Speak nicht hat oder haben will, der kann sich dann als Vereinfachung eine normale USB-Tastatur nehmen, diese an die Wii anschließen und viel schneller tippen als per Bildschirmtastatur. Auch das ist eine sehr sinnvolle Erweiterung.

 

Ist man bei einem Freund zu Besuch und dort sind Leute, die man bisher nicht kannte, dann kann man diese durch einen klick schnell und einfach in die eigene Liste eintragen. So vergrößert sich der Freundeskreis extrem schnell und man hat fast immer jemanden, den man besuchen kann. Und sei es nur, wenn man gerade die Taschen voller Fische hat, sie beim eigenen Nook aber nicht verkaufen kann, weil der gerade umbaut.

 

 

Ein paar Kleinigkeiten haben sich darüber hinaus auch noch verändert, wenn man bei anderen Leuten zu Besuch ist bzw. im eigenen Dorf Besuch hat. So kann man Samstagabends der Musik von K.K. Slider jetzt auch zu viert lauschen, gemeinsam Kaffee bei Kofi trinken und auch Besuch von besonderen Tieren empfangen. Dazu angelt man jetzt dieselben Fische und es hat nicht mehr jeder seine eigenen „Schatten“ im Wasser, was Online-Angelturniere wesentlich spannender macht. Außerdem kann man Briefe dank WiiConnect24 jetzt auch an andere Städte verschicken, wenn man sich im eigenen Dorf aufhält. Allerdings weist Peggy direkt darauf hin, dass sie wegen Systemfehlern auch in seltenen Fällen verloren gehen könnte. Der wohl realistische Teil im Spiel (Gruß an die Deutsche Post)!

 

 

Technik, Steuerung und Umfang

 

Grafisch ist Animal Crossing auf der Wii eine Mischung aus der GameCube- und der DS-Version. So sehen die Umgebung, die Tiere und die Items fast identisch zu denen auf dem GameCube aus, während die „rollende“ Welt vom DS stammt. Ein grafisches Meisterwerk ist das Spiel damit ohne Frage nicht. Weder sieht das Wasser so aus wie in Super Mario Galaxy noch die Umgebung wie bei Twilight Princess, sondern alles ist stark vereinfacht. Es gibt nur langweilige, flache Texturen, fast zweidimensional wirkende Bäume, viele Kanten an eigentlich runden Objekten und so gut wie gar keine Effekte. Doch das heißt nicht, dass das Spiel schlecht aussieht, denn alles passt perfekt zusammen und die Welt wirkt trotz der Schwächen sehr lebhaft. Es könnte eben alles nur noch deutlich besser und abwechslungsreicher sein. Ein Pluspunkt sind die 1.500 verschiedenen Gegenstände, wobei sich auch hier gegenüber den Vorgängern nahezu nichts verändert hat.

 

Die Musik ist ebenfalls identisch zu der in den beiden älteren Versionen. Es gibt lediglich eine neue Melodie für die Stadt und ein paar neue für die neuen Läden in der „Großstadt“. Die ruhige und sehr stilvolle Musik passt jedoch auch perfekt und es stört gar nicht, dass der Sound sich im Spiel nur einmal pro Stunde ändert. Eine nette Idee ist die „Sprachausgabe“ der Tiere. Diese sprechen nämlich, wenn man das will, jeden Buchstaben einzeln aus. Das Wort „der“ klingt dann also wie „de-e-er“. Mit etwas Übung und gutem Gehör kann man dann sogar verstehen, was sie sagen, ohne das es eine echte Sprachausgabe gibt. Doch auch dies gab es schon in den Vorgängern...

 

Die Steuerung ist größtenteils klassisch. Man bewegt die Figur per Stick auf dem Nunchuk und setzt Werkzeuge mit Tasten ein. Ebenso spricht man auf diese Art Leute an. Über den Pointer kann man sich jedoch auch bewegen und dann sogar ganz auf den Zusatzcontroller verzichten. Darüber hinaus lassen sich die Angel, der Kescher und die Axt auch mit Bewegungen der Wiimote steuern, was vor allem bei der Angel sehr viel Spaß macht. Dazu setzt man das Steuerkreuz nach oben dazu ein, in den Himmel zu blicken, zum Beispiel um dort schwebende Geschenke abschießen zu können. Drückt man nach rechts oder links, dann kann man direkt und ohne Umweg über das Menü ein Werkzeug anlegen, das an einer bestimmten Stelle im Menü liegt. Drückt man nach unten, dann wird es wieder abgelegt. Viel besser kann man es einfach nicht machen. Die Steuerung ist einfach intuitiv und damit ist hier die Höchstnote drin. Die Kombination von klassischem und neuem ist perfekt ausbalanciert und alles geht leicht, schnell und einfach von der Hand.

 

 

Zum Umfang hatte ich ja eingangs schon einiges geschrieben. Wenn man sich darauf einlässt, alles sammeln zu wollen, dann wird man viele Monate beschäftigt sein, ohne dass es allzu langweilig wird. Durch den sehr guten Online-Modus in Verbindung mit Wii Speak machen auch die Besuche bei Freunden noch deutlich mehr Spaß als noch auf dem Vorgänger. Es gibt kaum ein Spiel, bei dem man so viel, so lange und so guten Spielspaß geboten bekommt. Man muss nur auch wissen, dass sich viele Aufgaben täglich wiederholen, denn die wichtigste Grundlage ist Geld und das wächst bei Animal Crossing nun mal hauptsächlich auf Bäumen (in Form von Früchten) und die tägliche Ernte nimmt viel Zeit in Anspruch. Man kommt zwar auch mit dem Angeln gut zu Geld, aber die seltenen Fische, die richtig viel Geld bringen, fängt man eben auch nicht dauernd.

 

 

Meckerecke

 

Alles in allem ist Animal Crossing nach wie vor ein sehr gutes Spiel. Was mich nur wirklich stört, ist, dass die Firma, die sich Innovation am größten auf die Fahne geschrieben hat, ein Spiel auf den Markt bringt, das sich im Vergleich zu den beiden Vorgängern so gut wie gar nicht verändert hat. Etwa 95% hat man schon gesehen, kennt man schon oder hat man schon einmal gemacht. Die wenigen Neuerungen werden die Liebhaber der Vorgänger kaum dazu bewegen können, alles nochmal von vorne zu machen, es sei denn man ist wirklich verrückt nach der Reihe. Demnach richtet sich Let’s go tot he City vor allem an Leute, die das Spiel noch nie gespielt haben und explizit nicht an die, die die Serie groß gemacht haben, was ich persönlich eine Frechheit finde und was in der Note auch sehr viele Punkte gekostet hat.

 

Warum kann man nicht die Dinge so verändern, dass man Fans und Neulinge gleichermaßen anspricht? Okay, Wii Speak ist eine große Verbesserung, aber im Wesentlichen nur eine Optimierung der Kommunikation zwischen Spielern. Am Grundprinzip hat sich nichts geändert, was ich wirklich sehr schade finde. Als ich zum Beispiel das erste Mal den Untertitel gelesen habe, habe ich gehofft, dass die Großstadt online ist und man dort zufällig auf andere Spieler trifft oder wenigstens komplett neue Dinge entdecken kann. Doch es ist einfach nur eine Auslagerung bereits bekannter Features. Sehr schwach für einen namensgebenden Teil des Titels.

 

Darüber hinaus kann man sich natürlich über die Grafik beschweren, aber mich stört es gar nicht so sehr. Mir gefällt der Stil von Animal Crossing und groß etwas ändern muss sich meiner Meinung nach auch nicht. Die Entwickler hätten sich jedoch einfach mehr Mühe geben können, um den Sprung etwas größer zu machen. Doch sie haben es sich auch an dieser Stelle viel zu einfach gemacht. Schade.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Animal Crossing Let’s go tot he City ist genau das, was ich erwartet habe: Eine Kombination der beiden Vorgänger mit ganz wenigen Neuerungen. Lediglich Wii Speak ist ein großer Schritt in die richtige Richtung, aber darüber hinaus sind es die Fans der Reihe, die es sich am längsten überlegen sollten, ob das 70 Euro wert ist. Wem meine Zeilen gefallen haben und wer noch keinen Teil der Serie gespielt hat, der kann sofort zugreifen und sollte auf keinen Fall den Fehler machen, Wii Speak nicht zu kaufen, das Teil ist ein Muss, denn es macht das Spiel online zu einem grandiosen Erlebnis. Fans und Freunde der Reihe müssen sich genau überlegen, ob sie quasi dasselbe Spiel ein zweites oder drittes Mal spielen wollen. Schade, dass die Entwickler so wenig Mut gezeigt haben, deshalb stürzt die Einzelspieler-Note im Vergleich zum Vorgänger auch so deutlich ab.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

gut

75%

Singleplayer

95%

Multiplayer

Release

05.12.2008

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-4


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