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Reviews: Nintendo Wii

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Wall-E

Jump 'n Run

05.01.2009

Autor: Ralf Weber

 

 

Der Letzte räumt die Erde auf

 

Heavy Iron beglückt die Gamer dieser Welt mit der Wii-Umsetzung von Pixars neuestem Geniestreich. Damit bewegen sie sich auf gewohntem Lizenzterrain. So waren sie unter anderem verantwortlich für „Die Unglaublichen“, „Spongebob“ und Ratatouille“.

 

Wall-E, kurz für Waste Allocation Load Lifter Earth-Class, ist die Geschichte des letzten Aufräumroboters einer längst verlassenen Erde auf der Suche nach der großen Liebe. Natürlich muss er dafür erstmal durch ein Stahlbad von Abenteuern tauchen. Der Film sprüht nur so vor Charme. Wall-E ist noch niedlicher als Nummer 5 es je war. Die Handlung des Spiels ist eng an den Film angelehnt und wird durch diverse Cutscenes vorangetrieben.

 

 

Steuerung und Gameplay

 

Gespielt wird Wall-E mit Wiimote und Nunchuk. Der Analogstick bewegt unseren liebestollen Roboter und löst diverse Aktionen aus, mit der Fernbedienung wird gezielt oder Schrottwürfel aufgesammelt. Diese Würfel gibt es in verschiedenen Ausführungen, für verschiedene Einsatzgebiete. Man erhält sie an Verkaufsstationen, die vorher mittels einer Batterie aktiviert werden. Damit wirft Wall-E meist auf relativ leicht zu identifizierende Ziele, um neue Wege frei zu schalten. Ansonsten kann er sich in einen Würfel verwandeln, um weniger Schaden zu nehmen. Die Steuerung ist zwar insgesamt gut auf die Wii abgestimmt, aber leider sehr unpräzise. Ständig rutscht Wall-E über Kanten.

 

In einigen Abschnitten steuert man seine Freundin EVE. Diese kann wunderbar fliegen und, im Gegensatz zu Wall-E, schießen. Meist hat man hier simple „Fliege von A nach B in einer bestimmten Zeit - Missionen“ zu erledigen. Hier ist die Steuerung etwas Benutzer freundlicher und die Kamera fällt nicht ganz so negativ ins Gewicht.

 

Das Spiel fängt charmant an verliert aber mit jeder Spielminute an Reiz. In den ersten Bereichen ist Wall-E ein reines Jump 'n Run. Man sucht sich die benötigten Würfel, wirft sie auf die Markierungen, wodurch dann neue Wege möglich werden. Es gibt normale Schrottwürfel, die leicht sind und weit fliegen. Schwere Würfel um Gegenstände nach unten zu bewegen, Ladungswürfel, die Energie abgeben und explodieren können sowie Magnetwürfel, die Metallgegenstände bewegen und ablenken. Das ist weniger komplex als man meint, denn es sind immer nur die Würfel verfügbar, die gerade benötigt werden. Sammelt man alle Wallchops im jeweiligen Level ein, so wird ein Bonuslevel aktiviert. Das geht so weiter bis Wall-E zum ersten Mal EVE begegnet. Ab hier darf man dann mit ihr ein wenig rumfliegen bis Wall-E wieder dran ist.

 

Zwischenzeitlich gibt es sogar zwei Level, in denen beide kooperieren. Das bedeutet lediglich, dass EVE Wall-E bei Sprüngen hochhebt und man mit dem B Button schießen kann. Gegen Mitte des Spiels wird aus dem Jump 'n Run dann ein 3rd Person Shooter. Wall-E und EVE wehren sich gegen immer gleiche Gegner, deren Angriffsmuster simpler sind als Angriffswellen von „Space Invaders“. Der größte Gegner bleibt auch hier die Kameraführung, dazu gleich mehr.

 

Es gibt keinen Gameover-Screen. Wird der Droid zerstört, landet man an einem Checkpoint. Diese Checkpoints sind meistens gut gesetzt. In allen Leveln finden sich Sammelobjekte. Hiermit kann man neue Skins, Multiplayerlevel, Concept Art und Bonuslevel freischalten. Weiterhin kann man alle gespielten und gesehenen Level und Videos später direkt anwählen.

 

 

Technik

 

Eins vorweg: Wall-E ist in den knapp fünf Stunden Spielzeit einmal komplett abgestürzt. Das ist schlecht. Noch schlechter ist die mieseste Kameraführung, die mir seit langem begegnet ist. Ständig fällt man aufgrund der schlechten Übersicht in Abgründe oder wird von Gegnern erledigt, die einfach nicht sichtbar waren. Das Zentrieren der Kamera mit den +/- Tasten hilft hier zu selten, bzw. muss man es zu oft machen. Selbst dann ist die Kamera oft in denkbar ungünstiger Position.

 

Die Texturen und Models sind gelinde geschrieben: eintönig. Auf den Erdleveln herrschen grau und braun vor. Im Raumschiff dann weiß und grau. Das ist alles recht fade. Die Soundkulisse ist solide, ein wenig mehr Abwechslung bei der dauerpräsenten Werbung wäre schön gewesen. Warum es nur einen Spielstand gibt, weiß nur der Gamedesigner selbst. Gespeichert wird an weitestgehend gut gesetzten Checkpoints.

 

 

Multiplayer Pfropf

 

Es gibt zusätzlich diverse Multiplayervarianten: Deathmatch, Münzensammeln, Lasertraining und Wettfliegen. Einige davon werden erst im Laufe des Spiels freigeschaltet, ebenso wie zusätzliche Maps und Skins.

 

Wer auf die Idee kam süße Roboter in ein klassisches Deathmatch zu schicken, sollte mal seine geistige Gesundheit prüfen lassen. Einfallsloser geht es ja nicht mehr. Immerhin gibt es hier den Eishammer.....für 7-jährige kurzzeitig spaßig.

 

Ansonsten kann man das Lasertraining spielen und Rennen mit EVE absolvieren sowie einen Koop-Modus spielen. Nichts davon taugt für mehr als ein paar Runden, bevor es endgültig anödet. Dazu ist die Technik einfach zu schlecht und sind die Spielmodi zu wenig umfangreich und abwechslungsreich.

 

 

Wir danken THQ für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

Mal wieder eine Filmumsetzung, die die Welt nicht braucht. Mit mehr Feintuning und längerer Spieldauer hätte dieses Spiel durchaus etwas Gescheites werden können; an dem kleinen Helden lag es nicht. Die Steuerung ist einfach zu nervig, erwähnte ich schon die Kamera? Ein Crash in fünf Stunden Singleplayerzeit sollte man auch nicht in der Verkaufsversion erwarten. Die kindliche Zielgruppe mag hiermit eine Zeit lang Spaß haben, aber die DVD zum Film dürfte die bessere Investition sein.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

schwach

Spielspaß

schwach

55%

Singleplayer

52%

Multiplayer

Release

12.09.2008

Developer

Heavy Iron

Publisher

THQ

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

2-4


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