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Reviews: Nintendo Wii

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Samba de Amigo

Musik

13.01.2009

Autor : Gunnar Schreiber

 

 

Bereits im Jahre 2000 brachte Sega Samba de Amigo für die hauseigene Dreamcast Konsole auf den Markt. Im Bundle mit zwei Maracas (Rasseln) musste der Spieler im richtigen Moment die Zusatzcontroller schütteln und dabei in die korrekte Richtung zeigen. Auch wenn das Spiel damals gute Kritiken bekam und durch das innovative Konzept überzeugte, war es dennoch ein nur mäßiger kommerzieller Erfolg, was nicht zuletzt an dem hohen Anschaffungspreis lag. So musste man kurz nach Release etwa 400 DM für das Bundle bezahlen.

 

Nun, acht Jahre später, versucht Sega erneut Samba de Amigo den Spielern schmackhaft zu machen, nur diesmal auf der Wii. Sie profitieren natürlich von den Bewegungssensoren in der Wii-Fernbedienung und in dem Nunchuk (wahlweise kann man anstatt des Nunchuks auch eine zweite Wiimote nehmen), was teure Zusatzcontroller unnötig macht und der Titel zum Normalpreis in den Läden erhältlich ist. Wer aber das alte Maracas Feeling auch auf Nintendos aktueller Heimkonsole haben möchte, kann zwischen diversen Rasselhüllen von verschiedenen Zubehörherstellern auswählen, die separat erhältlich sind. Aber selbst wenn man sich solche dazu holt, liegt der Preis in der Summe deutlich unter dem Anschaffungspreis der Dreamcast Version.

 

 

Aus alt macht neu

 

Allzu viel verändert gegenüber dem Original hat sich allerdings nicht. Der Entwickler hat gewechselt, so wurde die Wii Version diesmal nicht von Sega selbst, sondern von Gearbox entwickelt, die normalerweise eher für Actiontitel wie die Brothers in Arms-Reihe bekannt sind. Außerdem wurde die Grafik etwas verbessert und hier und da an der Songauswahl sowie an den Spielmodi geschraubt. Im Wesentlichen bleibt aber alles beim alten.

 

Ihr müsst immer noch die Maracas oder die Controller im richtigen Takt in die richtige Richtung schütteln. Dabei fliegen von der Mitte des Bildschirm so genannte Rhythmuskugeln in Richtung von sechs Kreisen. (drei rechts und drei links auf verschiedener Höhe). Befinden sich diese Kugeln genau in einem der Kreise schüttelt ihr entweder die linke oder die rechte Rassel, natürlich in der angezeigten Höhe. Hinzu kommen einige Tanzmanöver, bei denen ihr zum Beispiel mit der Wii-Fernbedienung über dem Kopf winken sollt. Je nach vorab gewähltem Schwierigkeitsgrad ändern sich die Anforderungen und die zu erfüllenden Bewegungen werden schwieriger und komplexer. Für jedes Rasseln im Takt bekommt ihr Punkte – inklusive Kombos und Multiplikatoren, wenn ihr besonders gut seid - die eine Anzeige neben eurem Mii-Avatar auf dem Bildschirm auffüllen. Ist die Anzeige voll, steigt ihr einen Rang (von D über A bis S) auf, könnt den gewonnenen Fortschritt durch schlechtes Spielen aber auch jederzeit wieder verlieren. Entscheidend ist aber letztendlich der Status am Ende des Songs. Mit den erworbenen Punkten schaltet ihr unter anderem neue Songs frei.

 

Um das Spielprinzip abwechslungsreicher zu gestalten, bietet Samba de Amigo eine Vielzahl an verschiedenen Modi, die sich aber eher geringfügig unterscheiden. Im „Classic Modus“ muss der Spieler gleich zwei Songs hintereinander absolvieren. Schließt man beide mit einem Rang A oder besser ab, wird ein weiteres Lied gestartet, bei dem man besonders viele Punkte erhalten kann. Bei „Hals über Kopf“ soll der Spieler ein Musikstück synchron mit einem Partner (Freund oder Computer) schaffen. Dabei teilt man sich nur eine Anzeige, so dass Fehler des einen Spielers sich auch auf den anderen auswirken. Darüber hinaus gibt es noch weitere Multiplayermodi, bei denen man gegeneinander antritt und versucht besser abzuschneiden als sein Kontrahent sowie mehrere Minispiele, die teilweise so gar nicht recht zu Samba de Amigo passen, wie zum Beispiel Volleyball und somit etwas aufgesetzt wirken.

 

 

Die Steuerung

 

Wie bereits beschrieben müsst ihr im Takt die Controller wie eine Rassel schwingen, wobei die Hand (links oder rechts) sowie die Höhe entscheidend sind. Die Höhe wird vom Spiel durch die Neigung der Controller erkannt, d.h neigt ihr die Wii Fernbedienung nach oben, dann wird der Kreis oben auf dem Bildschirm anvisiert. Analog dazu fokussiert sich eine gerade gehaltene Wii Remote auf den mittleren sowie eine nach unten geneigte auf den unteren Kreis. Die Erkennung funktioniert größtenteils gut, hat aber manchmal Aussetzer, wenn das Geschehen zu hektisch auf dem Bildschirm wird, was besonders auf einem höheren Schwierigkeitsgrad der Fall ist. Das hat aber weniger mit der Erkennung des Spiels, sondern viel mehr mit der Tatsache zu tun, dass man als Spieler in solchen Situationen manchmal die Bewegungen unsauber ausführt. Dennoch ist dieser Punkt als problematisch einzustufen.

 

 

Die audiovisuelle Umsetzung

 

Der Grafikstil von Samba de Amigo ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Verrückt anmutende Charaktere wie Amigo der Affe sowie extrem farbenfrohe Texturen und Effekte, bei denen selbst die meisten Nintendospiele gegen blass aussehen, muss das Auge erstmal verkraften. Etwas weniger wäre hier mehr gewesen. Darüber hinaus ist die grafische Darstellung eher zweckmäßig, was aber für einen solchen Titel nichts negatives ist.

 

Der Sound und vor allem die Musik sind bei einem Musikspiel natürlich noch mehr Geschmackssache. Wer vor allem auf Partysongs und lateinamerikanische Rhythmen steht, kommt bei Samba de Amigo voll auf seine Kosten. Im Spiel sind folgende Stücke enthalten, weitere kann man sich herunterladen:

 

  • Vamos A Carnaval – WaveMaster
  • Volare – Gypsy Kings
  • Hot Hot Hot – Arrow
  • Salome – Chayanne
  • Tubthumping – Chumbawumba
  • The Cup of Life – R. Martin
  • Samba de Janeiro – Bellini
  • Mambo Beat – Perez Prado
  • Livin’ La Vida Loca – Ricky Martin
  • Bamboleo – Gipsy Kings
  • Take On Me – Reel Big Fish
  • El Ritmo Tropical – Dixie’s Gang
  • Macarena – Los Del Rio
  • La Bamba – Ritchie Valens
  • Tequila – Chuck Rio
  • Soul Bossa Nova – Quincy Jones
  • Samba de Amigo – Bellini
  • The Theme of Rocky – Bill Conti
  • Mas Que Nada – Jorge Ben
  • Sway – Gimbel and Ruiz
  • El Mambo – Solemar
  • Baila Me – Gipsy Kings
  • Papa Loves Mambo – Perry Como
  • Mambo No. 8 – Perez Prado
  • Conga – Miami Sound Machine
  • Low Rider – War
  • Mambo No. 5 – Lou Bega
  • Oye Como Va – Santana
  • Asereje – Las Ketchup
  • Arriba Allez – Bellini
  • Magalenha – Bellini and Mondonca Do Rio
  • Ran Kan Ran – Tito Puento
  • Groove Is In the Heart – Dee Lite
  • Jump in the Line – Harry Belafonte
  • Do It Well – Jennifer Lopez
  • Como Ves – Ozomatli
  • Cha Cha – Chelo
  • Pon de Replay – Rihanna
  • Smooth – Santana
  • Mexican Flyer – Ken Woodman
  • Borriquito – Charo
  • Un Aguardiente – WaveGroup
  • Solo Tu – WaveGroup
  • Tango With Me – WaveGroup

 

 

Pay & Play

 

Samba de Amigo zählt zu den ersten Titeln, die Nintendos neuen Pay & Play Service nutzen. Dieser ermöglicht es weitere Songs gegen Wii Points herunterzuladen. Da das Spiel selbst schon mehr Lieder als das Dreamcast Original bietet, sollte man diese Option mehr als Gewinn für die Spieler denn als zusätzliche Geldmache seitens Sega sehen und somit positiv bewerten.

 

 

Meckerecke

 

Neben der bereits sehr gewöhnungsbedürftigen Grafik sowie der sehr einseitigen, aber dennoch passenden Songauswahl (letztendlich beides Geschmackssache) bleiben als Kritikpunkte, wie bereits erwähnt, die teilweise etwas unpräzise Steuerung sowie die aufgesetzt wirkenden Minispiele zu nennen.

 

 

Wir danken Sega für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Samba de Amigo ist eine gelungene Neuauflage des Dreamcast Klassikers. Das Spiel setzt das alte Spielprinzip gekonnt fort, ohne aber das Konzept wirklich gelungen zu erweitern. Wer auf die gebotenen Songs steht und sich gerne auch mal zu zweit zusammen mit Amigo und seinen Freunden zum Affen macht, der kann bedenkenlos zugreifen. Fans von ernsteren Musikspielen mit mehr Tiefgang und anderer Musik greifen lieber zu Guitar Hero oder Rock Band.

Grafik

schwach

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

70%

Singleplayer

80%

Multiplayer

Release

02.10.2008

Developer

Gearbox

Publisher

Sega

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

2


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