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Reviews: Nintendo Wii

Award für Multiplayer

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Call of Duty World at War

Ego Shooter

08.01.2009

Autor: Gunnar Schreiber

 

 

Während der Vorgänger namens Modern Warfare, der als der bis dato beste Call of Duty Teil gilt, leider nicht für Wii veröffentlicht wurde, schaffte es World at War nun auch wieder auf Nintendos Heimkonsole. Dabei kommt die viel gelobte Grafikengine von Teil 4 zum Einsatz und soll auch auf Wii für eine tolle Grafik sorgen. Ob dies tatsächlich der Fall ist und wie sich die Steuerung sowie die Onlinemodi schlagen, sollen die folgenden Zeilen verdeutlichen.

 

 

Niemals Kriegsmüde

 

Während Modern Warfare in einer fiktiven Gegenwart spielte, geht World at War wieder zurück zu den Wurzeln der Serie und zwar zum Zweiten Weltkrieg. Anscheinend fand der Entwickler Treyarch, dass das Szenario noch nicht ausgelutscht genug ist und beschert uns ein weiteres Abenteuer in der dunkelsten Epoche des 20. Jahrhunderts. Um wenigstens etwas frischen Wind in die Sache zu bringen, thematisiert ein Teil des Spiels die letzten Monate des Kampfes der Amerikaner gegen die Japaner im Pazifischen Raum. Call of Duty typisch übernimmt man aber auch die Kontrolle über eine andere Partei, in dem Fall über einen russischen Soldaten, der sich mit seinen Kameraden in Stalingrad gegen die Deutschen Invasoren zu Wehr setzt und danach mit ihnen gen Berlin marschiert. Auch wenn alle Geschehnisse im Spiel sich in etwa chronologisch und geschichtlich den tatsächlichen Ereignissen einordnen, vermeidet Activision allerdings zu sehr ins Detail zu gehen, um vielleicht niemanden bei der sensiblen Thematik vor den Kopf zu stoßen. Was aber durchaus im Vordergrund steht, ist die Brutalität des Krieges einzufangen, was sich gleich in der Anfangsszene zeigt, wo man als Spieler in Gefangenschaft startet und vor den eigenen Augen ein Kamerad hingerichtet wird, bevor andere Soldaten zur Hilfe eilen.

 

 

Immer das gleiche Gameplay, aber dennoch spaßig

 

Wenn man die Kampagne von World at War spielt, fällt einem als Kenner dieses Genres unweigerlich auf, dass sich die Weltkriegsshooter seit vielen Jahren nicht mehr weiterentwickelt haben. Klar lässt die verbesserte Technik der aktuellen Konsolen Dinge zu, die früher unmöglich waren, dennoch funktioniert immer noch alles nach dem gleichen Schema. Ihr werdet als Spieler von einem Ereignis zum nächsten in den meistens sehr linearen Levels gehetzt. Diese gescripteten Elemente sollen den Spieler kontinuierlich unter Druck setzen und so niemals Langeweile aufkommen lassen. Das funktioniert in den meisten Fällen auch sehr gut und lässt das Spiel eher wie ein guter Actionfilm erscheinen, wird aber auch genau dann sehr kontraproduktiv, wenn seit Jahren immer wieder die gleichen „Überraschungen“ genutzt werden. Das klassischste Beispiel sind dabei verlassene oder eroberte MG Stellungen: Betritt man die Gefechtsposten, kann man sich quasi zu hundert Prozent sicher sein, dass plötzlich eine ganze Arme an Soldaten auf einen zu stürmt. Darüber hinaus gilt es in allen Arealen quasi von Punkt A nach B zu kommen. Auf dem Weg dazwischen verändern sich aber stetig die Aufgaben: Mal muss man feindliche Panzer ausschalten, dann MG Nester mit einem Flammenwerfer ausräuchern, per Sniper anderen Kameraden Deckung geben oder einen Stützpunkt verteidigen. Auch das ist zwar alles nicht wirklich neu, macht aber in Call of Duty World at War trotzdem eine Menge Spaß, was besonders an der tollen Atmosphäre sowie der guten Steuerung liegt.

 

Als Bewaffnung stehen euch die üblichen authentischen Geschosse wie die MP40, Thomson oder M1 Garand zur Verfügung, die alle eine unterschiedliche Spielweise, aufgrund von verschiedenen Ausrichtungen auf Nah- oder Fernkampf, erfordern. Die Waffenmodelle sind sehr gelungen, dass Zielen über Kimme und Korn klappt bestens.

 

 

Die Steuerung

 

Die Steuerung ist Treyarch wirklich gut gelungen und kann fast mit dem bisherigen Genrekönig Medal of Honor Heroes 2 mithalten. Auch Call of Duty bietet euch die Möglichkeit die Sensibilität der X Achse einzustellen, also zu bestimmen, wie schnell ihr euch dreht. Dadurch erreicht ihr eine sehr hohe Präzision und Spielgeschwindigkeit. Besonders hervorzuheben ist, dass der Cursor immer stabil wirkt, also niemals auf dem Screen flackert wie bei vielen anderen Wii Spielen, auch dann nicht, wenn man mal kurz nicht auf den Bildschirm zeigt. Ansonsten wirkt die Tastenbelegung etwas überladen, was allerdings an dem Mehr an Möglichkeiten gegenüber der Konkurrenz liegt. So kann man in den Missionen via Steuerkreuz zum Beispiel einen Luftangriff ordern, nutzt die anderen vier Richtungen aber auch zum Springen oder Waffen wechseln.

 

 

Die audiovisuelle Umsetzung

 

World at War gehört auf jeden Fall mit zu den grafisch besten Wii Spielen! Die Call of Duty 4 Engine ist vor allem in Sachen Ausleuchtung der Levels sowie von den Partikeleffekten her ein großer Schritt nach vorne. Durch die realistischen Lichteinfälle und Brechungen wird eine tolle Atmosphäre erzeugt. Hinzu kommen abwechslungsreiche Texturen und viele unterschiedliche Objekte. Außerdem läuft das Spiel fast immer flüssig. Nur in Sachen Plastizität der Texturen wäre sicherlich noch mehr drin gewesen, was kommende Spiele wie The Conduit zeigen.

 

Am Sound gibt es ebenfalls nichts zu meckern. Die Waffen klingen authentisch, die Kommentare der Soldaten wirken nicht aufgesetzt und auch sonst ist alles mehr als hörenswert. Wer eine gute Surroundanlage besitzt, fühlt sich gleich wie mittendrin auf dem Schlachtfeld.

 

 

Der Multiplayer

 

Die Onlinematches von World at War sind auch auf der Wii eine klasse Sache. Das Spiel bietet acht sehr gute Karten, die allesamt ziemlich groß und verwinkelt sind. Diese bieten jede Menge taktische Möglichkeiten, um auf verschiedene Art und Weise vorzugehen, sich zu verstecken oder einfach mal neue Sachen auszuprobieren. Gerade wenn man Spielern zuschaut, die schon länger dabei sind, wird man schnell auf neue Wege stoßen wie Dächer, auf die man klettern kann etc. Bis zu acht Spieler gleichzeitig treten an und gleich vorneweg, das Geschehen läuft fast jederzeit flüssig. Lästige Lags sucht man nahezu vergebens!

 

Grundsätzlich teilt sich der Multiplayerbereich auf in zwei Teile. Entweder ihr zockt gegen fremde Spieler, was zur Folge hat, dass das Spiel die Karte sowie die groben Einstellungen bestimmt oder ihr tretet gegen Freunde an, was voraussetzt, dass ihr vorab Freundescodes ausgetauscht habt. Wenn ihr gegen Freunde spielt, habt ihr allerdings den Vorteil, dass ihr sämtliche Einstellungen vornehmen könnt, die man auch aus anderen Spielen kennt (z.B. Limits einstellen wie Zeit, Killzahl etc.) Egal für was ihr euch entscheidet, ihr werdet eine Menge Spaß haben, was nicht nur an den gut designten Karten, der Steuerung und der gelungenen Grafik liegt.

 

So hat Treyarch ein extrem motivierendes Rangsystem integriert. Wenn ihr zum ersten Mal online zockt, startet ihr als einfacher Rekrut und arbeitet euch dann sukzessive über 60 Level nach vorne bis zum Sternegeneral und noch höher. Dazu bekommt ihr pro Match, egal ob ihr gegen Fremde oder Freunde kämpft, Erfahrungspunkte, abhängig davon wie oft ihr Gegner eliminiert habt oder selbst ausgeschaltet wurdet. Mit jedem Levelaufstieg werden neue Waffen oder andere Dinge freigeschaltet. Auf diese Weise lässt sich der eigene Soldat kontinuierlich verbessern. Betretet dazu den Klasseneditor und definiert mit welcher Primär- und Sekundärwaffe ihr antreten möchtet. Außerdem könnt ihr den Granatentyp festlegen und habt noch drei weitere Slots frei, die für sehr unterschiedliche Optionen zur Verfügung stehen. Von einer Erhöhung der Feuerkraft bis hin zur einer automatisch fallenden Granate vor dem eigenen Ableben, um den Feind noch mit ins Grab zu nehmen, lassen sich die verschiedensten Aspekte bestimmen und so den Kämpfer der eigenen Spielweise anpassen.

 

Um zu verhindern, dass Spieler mit einem besonders hohen Rang auf Anfänger treffen, startet jeder zunächst in einem Bootcamp, wo man nur bis zum einem Level 8 teilnehmen kann. Auch danach gibt es noch zwei weitere Abstufungen. Zur Auswahl stehen in jeder Klasse das traditionelle Deathmatch sowie Team Deathmatch.

 

Neben neuen Waffen, Waffenaufsätzen, Statusveränderungen etc. werden aber auch neue Herausforderungen freigeschaltet, die man innerhalb der normalen Matches erfüllt, wie zum Beispiel mit einer bestimmten Waffe eine gewisse Anzahl an Abschüssen erreichen. Auch geschaffte Herausforderungen schalten neue Dinge frei.

 

Darüber hinaus gibt es noch Bestenlisten und andere Statistiken. Somit ist der Multiplayer trotz des Nachteils der Freundescodes dem bisherigen Genreprimus Medal of Honor Heroes 2 überlegen.

 

Ach, übrigens bietet World at War auch noch einen Pseudo-Koop-Modus, bei dem ein weiterer Spieler einen zweiten Cursor auf dem Screen steuert und ebenfalls Feinde eliminieren kann. Der Wii Zapper wird dabei auch unterstützt. Eine ganz nette Ergänzung, aber dennoch absolut kein Ersatz für einen vollständigen Kooperationsmodus.

 

 

Die Meckerecke

 

Einen Kritikpunkt und zwar das etwas ausgelutschte Gameplay und Setting habe ich ja bereits thematisiert. Hinzu kommt noch die zu kurze Kampagne, die man in nur recht wenigen Stunden, abhängig vom gewählten Schwierigkeitsgrad durchspielen kann. Leider wird auch Wii Speak für VoiceChat noch nicht unterstützt, was man allerdings noch nicht wirklich erwarten konnte, hat Nintendo das Zubehör doch gerade erst veröffentlicht.

 

Weitere Kritikpunkte werden dann offensichtlich, wenn man einen Blick auf die Versionen für die Konkurrenzkonsolen wirft. Auch wenn diese sicherlich nicht mit einer solch guten Steuerungen punkten können, bieten sie dafür andere Dinge wie einen echten Koop-Modus für bis zu vier Spieler, Fahrzeuge im Multiplayer und außerhalb von Deutschland (musste hierzulande gestrichen werden) extra entworfene Missionen, in denen man gegen Zombiesoldaten kämpft. Warum bei der Wii Version z.B. auf die Fahrzeuge verzichtet wurde, ist absolut unverständlich, da ja bereits die Call of Duty Spiele für GameCube die Kontrolle über Panzer und Jeeps im Singleplayer ermöglichten.

 

 

Wir danken Activision Blizzard für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

Man merkt den Entwicklern von Treyarch an, dass sie sich mit der Wii Version von Call of Duty World at War sehr viel Mühe gegeben haben. Die Steuerung funktioniert sehr gut, die Grafik gehört mit zum Besten, was wir bisher auf Wii zu sehen bekamen und der Onlinemultiplayer ist eine Klasse für sich. Leider ist das Spiel aber auch noch lange nicht perfekt: Als Kritikpunkte muss man vor allem das etwas antiquierte Missionsdesign sowie die Kürzungen gegenüber den Versionen für die Konkurrenzkonsolen nennen. Fans des Genres greifen aber dennoch zu, denn bis den nächsten Egoshooter Highlights wie The Conduit, Red Steel 2 oder TimeSplitters werden noch einige Monate vergehen.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

88%

Multiplayer

Release

13.11.2008

Developer

Treyarch

Publisher

Activision Blizzard

USK Freigabe

18+

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-8


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