Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo Wii

< zurück

The House of the Dead: Overkill

Ego Shooter

09.02.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Zwei Männer gegen tausend Mutanten...

 

Detective Isaac Washington, ein obercooler Cop, der vor allem durch seine „saftige“ Sprache auffällt und Agent G, ein Geheimagent des AMS, der niemandem jemals sagen wird, wofür das G steht, treffen aufeinander. Zuerst waren sie Gegner, doch ein größeres Problem führt sie zusammen: Mutanten. Sie werden angegriffen und als oberböser Drahtzieher hinter diesem Problem ist schnell Papa Ceasar identifiziert. Ein Mann, der von sich behauptet, Isaacs Vater getötet zu haben. Und nicht nur dafür will dieser natürlich Rache. Warum G hilft, den vermeintlichen Verbrecher zu jagen, weiß man als Spieler anfangs noch nicht, aber man vermutet schnell ein düsteres Geheimnis.

 

Im ersten von insgesamt neun Leveln beginnt man daher zunächst die Suche nach Papa Ceasar, um ihm den Garaus zu machen, doch er kann natürlich entkommen. Nachdem sich die beiden Helden durch gefühlte tausend Mutanten geschossen haben, treffen sie am Ende auf den Bösen, der ein im Rollstuhl sitzendes Genie herausfordert. Da sich das Genie nicht wehren kann, greift er zu einer Spritze und injiziert sich selbst irgendetwas. Daraufhin passiert etwas mit ihm, etwas großes, etwas schmerzhaftes, etwas schreckliches. Papa Ceasar kann im Tumult fliehen und die beiden Helden müssen sich mit dem wildgewordenen Monster, das aus dem Genie wurde, auseinander setzen. Nach einer heftigen Schießerei erlöst Agent G das Monster von seinem Schmerz – obwohl Isaac es lieber töten will – und in dem Moment stürzt die Schwester des nun toten Monsters in den Raum. Varla Gunns, der Name ist Programm, nicht nur wegen der Pistolen, sondern vor allem wegen den anderen beiden Waffen... Sie schwört auch Rache an Papa Ceasar für dessen Schandtaten und wird den beiden primären Helden somit im Laufe des Abenteuers über den Weg laufen – sehr zu Freude der männlichen Zocker...

 

Nach diesem einleitenden Kapitel geht es weiter auf die Jagd nach dem Bösen, auf dem Weg werden weiter fleißig Mutanten erledigt und am Ende jedes Levels wartet ein Boss auf die Knarren. Die extrem verrückte Geschichte wird durch Sequenzen vor und nach den Levels erzählt und offenbart schon bald, dass sich das Spiel selbst nicht so ganz ernst nimmt. Es gibt auf jeden Fall eine ganze Menge Lacher, wenn man sich auf den Humor einlassen kann und mit der völlig übertriebenen Fäkalsprache des Detectives anfreunden kann. Einige Beschwerden darüber habe ich schon gelesen, aber ich finde es perfekt, denn es eröffnet jede Menge *piep* Möglichkeiten, abgegriffenen *piep* Klischees zu neuem *piep* Glanz zu verhelfen.

 

 

Pure Linearität, purer Spaß!

 

Die bereits erwähnten neun Levels des Spiels unterscheiden sich thematisch deutlich. So gibt es verwinkelte Laboratorien, einen Sumpf, einen Zirkus und natürlich die geheime Militärbasis. Davon abgesehen ist der Titel absolut linear. Der Spieler hat keine Möglichkeit, in irgendeiner Form den Weg zum Ziel zu beeinflussen oder gar versteckte Levels zu finden. Es geht immer nur darum, automatisch auf Schienen durch die Umgebung zu gehen und dabei alle Mutanten aufzuhalten, die sich in den Weg stellen. Bewegt man den Pointer an den Bildschirmrand, dann kann man sich ein wenig umsehen, um s versteckte Objekte, Handgranaten oder Erste Hilfe Koffer zu finden.

 

Einem brutalen und vollkommen gradlinigen Spielerlebnis steht also nichts im Weg. Die Steuerung ist einfach aber perfekt und bietet genau das, was man von einem solchen Titel erwartet. Geschossen wird mit B und nachgeladen mit A, so dass man den Pointer nicht vom Bildschirm nehmen muss, um die Munition wieder aufzufüllen. Die 1- und 2- Tasten dienen zum Waffenwechsel, denn erstmals in der Serie kann man mehr als eine Waffe mit sich tragen, in diesem Fall zwei. Das geht einher mit dem ebenfalls neuen Gun-Shop, in dem man neue Waffen kaufen und die im Besitz befindlich aufrüsten kann. So richten sie größeren Schaden an, fassen mehr Munition, sind schneller nachzuladen, haben weniger Rückstoß und feuern schneller. Dazu benötigt man jedoch Kohle, die man bekommt, je mehr Punkte man im Spiel macht und je genauer man schießt. Handgranaten wirft man mit – und + führt ins Menü, wo man sich stets die aktuellen Statistiken anzeigen lassen kann.

 

Man kann den Titel auf viele Weisen erleben, alleine mit einer Waffe, zu zweit mit jeweils einer Waffe oder alleine mit zwei Waffen. Vor allem alleine mit zwei Waffen ist fett, aber auch gar nicht so einfach. Beide Hände zu koordinieren will gelernt sein, macht aber einen Heidenspaß. Doch leider ist der Spaß zunächst schnell vorbei, denn die Story ist keine drei Stunden lang, bevor man den Abspann sieht. Doch anders als erwartet, ist danach nicht die Luft raus, denn es gibt einen Directors Cut, der länger, brutaler und schwerer zu bewältigen ist. Da die Zwischensequenzen jedoch identisch sind, kann man da auch nicht mehr als drei weitere Stunden herausholen, die sich aber in jedem Fall lohnen. Will man alle Waffen besitzen und voll aufgerüstet haben, dann muss man zum Punkte sammeln noch mindestens ein drittes und viertes Mal durchspielen, denn im Directors Cut fängt man natürlich wieder bei Null an.

 

Für Spaß zu viert sorgen drei Minispiele, in denen es aufs Überleben, auf das Retten von Zivilisten oder auf ein gutes Auge ankommt. Als Gimmick ist dieser Modus auf jeden Fall ganz nett, aber er bleibt deutlich hinter dem großen Spaß der Kampagne zurück. Schade, dass man dort nicht zu viert zocken kann, aber vermutlich wäre das zu chaotisch geworden. Ein Online-Koop wäre auch nett gewesen, aber da das Spiel schon manchmal Stabilitätsprobleme hat, war das vermutlich nicht drin.

 

 

Die technische Seite!

 

Grafisch macht Overkill durchaus etwas her. Vor allem der auf alt gemachte Lock und die gewollten Fehler im Bild können überzeugen. Die Umgebungen sehen sehr gut aus, so dass das Auge einiges geboten bekommt. Lediglich das starke Kantenflimmern trübt den Spielspaß auf großen (über 80 cm) Fernsehern etwas. Auf kleineren Geräten merkt man davon nichts, ohne 480p sowieso nicht. Etwas störend sind gelegentliche Ruckler, die immer zu den ungünstigsten Momenten zu kommen scheinen und dafür sorgen, dass man einen Gegner nicht trifft und die Kombo unterbricht. Diese sorgt sonst dafür, dass man immer mehr Punkte pro Gegner bekommt, je länger man kein Ziel verfehlt hat.

 

Als Highlight gibt es ein Item, das das Spiel in Zeitlupe ablaufen lässt, so sieht man noch detaillierter, wie abgeschossene Gliedmaßen durch die Gegend fliegen oder wie ganze Mutanten sich in Luft auflösen... Das ist ein Spaß! ;-)

 

Die Musik ist absolute Spitze. Sie könnte direkt aus einem 80er Jahre Krimi stammen und passt perfekt in die abgedrehte Geschichte, zu den Charakteren und zur ganzen Welt von House of the Dead. An Umfang mangelt es auch nicht, so dass es hier genauso wenig Grund zur Klage gibt, wie bei den abwechslungsreichen und teilweise sehr lustigen Soundeffekten. Vor allem in Zeitlupe kommen diese besonders gut. Abschließend weiß auch noch die Sprachausgabe zu überzeugen, wobei vor allem die Wortgefechte der beiden Protagonisten und die zynischen aber treffenden Einwürfe von Varla hervorzuheben sind. Besser kann man es in einem Spiel kaum machen!

 

 

Vielen Dank an Sega für die Bereitstellung des Testmusters.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Dass „The House of the Dead: Overkill” von Grund auf für Wii entwickelt wurde, merkt man dem Titel deutlich an. Die Geschichte ist gut, die Steuerung perfekt, die technische Seite ok, die Musik und der Sound allererste Sahne und der Umfang ausreichend für ein solches Spiel, da es großen Anreiz gibt, es mehrfach zu spielen. Einige Ruckler trüben das Bild leider ein wenig und die Monotonie kostet leider trotz der tollen Präsentation und des astreinen Geschichte ein paar Punkte. Wirklich innovativ ist der Titel nicht und auch nicht so aufwendig gemacht, wie zum Beispiel Umbrella Chronicles. Bleibt nur zu hoffen, dass der Titel auch möglichst bald nach Deutschland kommt, er wird sicher viele Freunde finden!

Grafik

ok

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

75%

Singleplayer

76%

Multiplayer

Release

März 2009

Developer

Headstrong Games

Publisher

Sega

USK Freigabe

nicht bekannt

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes