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Reviews: Nintendo Wii

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Brothers in Arms Double Time

Ego Shooter

16.02.2009

Autor: Gunnar Schreiber

 

 

Auf den ersten Blick sieht Brothers in Arms Double Time nach einem verlockenden Angebot für all diejenigen aus, die das Setting des Zweiten Weltkrieges immer noch nicht satt haben. So enthält Double Time die beiden ersten Titel der Serie – Road to Hill 30 und Earned in Blood – zum Preis von einem Spiel. Hinzu muss man positiv anmerken, dass das Gameplay sich wohltuend von dem der Konkurrenz wie Medal of Honor oder Call of Duty unterscheidet. Warum der Egoshooter dennoch nur eine durchschnittliche Note bekommt, verrät der Rest des Reviews.

 

 

Das Gameplay

 

Eines vorneweg: Im Folgenden werden beide Spiele wie eines behandelt, da sie strukturell, spielerisch, qualitativ und auch thematisch sehr ähnlich sind.

 

Euer Protagonist gehört zu einer Fallschirmjägereinheit. Zu Beginn des Spiels wird euer Flugzeug auf dem Weg zum Abwurfgebiet heftig beschossen und letztendlich auch getroffen. Bevor die Maschine abschmiert, springen alle Soldaten in eine ungewisse Zukunft, da sie nun verstreut in der Region landen. Aber nicht alle schaffen den Weg heil nach unten: Einige werden bereits von Kugeln im Flug getötet, andere landen unglücklich und hängen stranguliert in einem Baum. Wie ihr schon merkt, versucht Brothers in Arms die Gewalt des Krieges einzufangen. Es wird also nicht das letzte Mal sein, dass ein Kamerad vor euren Augen stirbt.

 

Unten angekommen ist es zunächst einmal das Ziel eure Kameraden zu finden und dann der eigentlichen Mission nachzukommen, nämlich Unterstützung vom Landesinneren zu gewährleisten, sobald die Landung in der Normandie erfolgreich war.

 

Nachdem ihr ein paar Kameraden wiedergefunden habt, seid ihr fortan als Gruppe unterwegs, von denen ihr bis zu drei Soldaten befehligen könnt. Per einfachem Tastendruck und zeigen mit dem Pointer der Wii Fernbedienung lasst ihre eure Soldaten Stellungen angreifen, Sperrfeuer geben und vorrücken. Das System ist simpel, aber dennoch sehr taktisch gehalten. Was ihr nämlich recht schnell merken werdet ist, dass es meistens den Tod bedeutet, wenn man einfach nach vorne bricht. Ziel ist es also, die Feinde von der Seite oder von hinten zu überraschen. Die einfachste Methode ist die gegnerische Stellung ins Sperrfeuer zu nehmen, während man selbst über die Flanken angreift. Da die Areale fast alle weitläufiger sind als bei Produkten der Konkurrenz, habe ihr oft mehrere Möglichkeiten, um erfolgreich voranzuschreiten. Aber spätestens in fortgeschrittenen Missionen, wenn die Deutschen sich in Häusern verschanzen, schweres Geschütz wie MG Stellungen und Panzer aufbieten und das Gelände uneinsichtiger ist, wird das Ganze schon eine Ecke komplizierter, aber durchaus auch motivierender.

 

Praktisch ist, dass eure eigenen Soldaten sich auch wehren und auch selbst Feinde ausschalten. Außerdem kann man jederzeit eine Übersichtskarte aktivieren, währenddessen das Spiel pausiert.

 

Vom Missionsdesign her wird aber auch in Brothers in Arms nicht viel Neues geboten. Erobert die Stellung, haltet die Position, schaltet die Flak aus etc. Gut ist allerdings, dass die Missionen alle in einer Region spielen, also zusammenhängend sind.

 

Beide Titel haben in etwa eine Spielzeit von 10 Stunden, was zusammen sehr brauchbare 20 Stunden bedeuten. Am Umfang gibt es also nichts zu meckern.

 

 

Die Steuerung

 

Die Steuerung per Wii Fernbedienung und Nunchuk wurde größtenteils ordentlich umgesetzt, ist aber dennoch weit davon entfernt perfekt zu sein und kann nicht mit der von Call of Duty World at War oder Medal of Honor Heroes 2 mithalten. Selbst auf den Experteneinstellungen - wobei man kaum etwas individualisieren kann - ist das Zielen mit dem Pointer etwas zu träge. Das Granaten werfen via Bewegung hat bei der Konkurrenz auch schon besser funktioniert. Andere Sachen sind wiederum sehr clever gelöst. So wechselt ihr via Steuerkreuz nicht nur die Waffen, sondern auch die Soldaten eurer Truppe. Besonders witzig ist aber die Funktion, mit der man seine Soldaten zum Sammeln ruft: Halt dazu einfach den Nunchuk in der Luft und winkt mit eurer Hand.

 

 

Audivisuelle Umsetzung

 

Die Grafik ist keine völlige Enttäuschung, trotz der Tatsache, dass sich die Entwickler eher an der PlayStation 2 Version anstatt an der Xbox Version orientiert haben. Positiv sind die weitläufigen Levels zu nennen sowie die Tatsache, dass nahezu alles mit kniehohem Gras und anderer Vegetation überwuchert ist. Auch das Wasser kann sich durchaus sehen lassen. Auf der anderen Seite stehen zum Teil matschige Texturen, kantige Charaktere und immer wieder auftretende Ruckler, die einfach nicht nötig gewesen wären. Am Sound gibt es kaum was zu meckern. Die Sprachausgabe ist gut, die Waffen und Umgebungsgeräusche sind es ebenfalls.

 

 

Die Meckerecke

 

Neben den bereits angesprochenen technischen Mängeln, stört mich vor allem eine Sache ganz gewaltig: Warum gibt es eigentlich keine extra Inhalte gegenüber den alten Versionen? Ich finde, dass es das Mindeste ist, was man verlangen kann, wenn einem mehrere Jahre alte Spiele frisch aufgetischt werden. Aber das Gegenteil ist der Fall: Die Titel wurden noch ihres guten Online-Multiplayers beraubt, was schon wirklich eine Schande ist.

 

 

Wir danken Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

Man merkt sofort, warum beide Brothers in Arms Spiele im Original auf PlayStation 2 und Xbox damals sehr gute Noten bekommen haben. Das leicht taktische Gameplay ist eine willkommene Abwechselung zu den direkten Vorgehensweisen in den Konkurrenzspielen, das Missionsdesign stimmt und es wird eine dichte Atmosphäre geschaffen. Die Wii Version dagegen bringt nur halbherzige Kost: Der Multiplayer wurde gestrichen, die Grafik nicht an die Fähigkeiten der Konsole angepasst und die Steuerung zwar ordentlich, aber dennoch schlechter als bei anderen Egoshootern auf Wii umgesetzt. Wer also Bock auf einen etwas anderen Weltkriegsshooter hat, der kann gerne einen Blick riskieren. Alle anderen greifen zu Call of Duty World at War.

Grafik

schwach

Sound

gut

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

65%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

02.10.2008

Developer

Gearbox

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

18+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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