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Reviews: Nintendo Wii

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Lost in Blue - Schiffsbrüchig

Adventure

18.02.2009

Autor: Marcel Witte

 

 

Wer träumt nicht davon, einmal an Bord eines Luxusliners zu sein und dort alle Vorzüge zu genießen? Man wünscht auf so einer Reise natürlich niemandem etwas Böses, doch das Schlimmste, was auf einem Boot passieren kann, bekommt unser Protagonist Aiden am eigenen Leibe zu spüren. Ein Feuer bricht an Bord des Schiffes aus, so dass Besatzung und Urlauber schnellstmöglich in Sicherheit gebracht werden müssen. Zum Glück gibt es genug Beiboote, um alle Passagiere und das Personal zu retten. Doch wie der Zufall es so will, landet Aiden durch seine Unaufmerksamkeit und einen ungünstigen Zufall im Ozean. Nichts wissend von Aidens Unfall fährt das Rettungsboot davon, ohne ihn an Bord. Nach kurzer Suche im kühlen Nass findet unser Protagonist einen rettenden Floß-Ersatz und begibt sich damit zum nächsten Ufer.

 

 

Keine komplexe Story!

 

Weiß-gelbe Strände, Türkis-blaues Wasser und einen Sonnenuntergang, der jeden Romantiker dahin schmelzen lässt. Doch der Schein trügt, diese unscheinbare Idylle ist das neue Gefängnis von Aiden und seinem Haustier, Äffenchen Hobo. Aber wie von dieser Insel wieder herunter kommen? Das macht sich Aiden zur Aufgabe und versucht, erschöpft und völlig durchnässt, einen Weg von dieser Insel zu finden.

 

Zu dieser Zeit übernimmt der Spieler erstmals die Kontrolle über Aiden und wird in die ersten Fähigkeiten und Problembehandlungen eingewiesen. Dabei muss man zuerst das Wichtigste beim Überleben lernen, „Wie mache ich Feuer?“ Zum Glück trägt Aiden ein Feuerzeug mit sich herum, das erleichtert dem Spieler die Errichtung einer Feuerstelle. Natürlich kann man so allein nicht überleben. Neben Feuer benötigt der Körper auch noch Nahrung und Wasser. Und dass Meerwasser keine wirklich günstige Flüssigkeit ist, die man zu sich nehmen kann, ist wohl jedem klar. Zum Glück gibt es in der Nähe einen kleinen Fluss. An diesem wachsen auch Kokospalmen, Pilze und Beeren. Obwohl die Nahrungsmittel beschränkt und äußerst giftig aussehen (Fliegenpilz), kann man sich nicht dagegen wehren und probiert alles, was die Natur auf der kleinen Insel hergibt. Die Grundvoraussetzungen zum Leben in Einsamkeit sind nun gegeben. Doch ist Aiden wirklich allein auf der Insel?

 

 

Die anderen Charaktere!

 

Um die Frage direkt zu beantworten: Auf dieser Insel schon. Doch bei einem schönen Sonnenuntergang am Strand sieht Aiden eine weitere Insel, die vielleicht mehr Nahrung, Tiere, Menschen oder sogar Städte zu bieten hat. Sein Entschluss ist schnell gefasst, wenn er überleben will, muss er auf diese Insel, koste es was es wolle. Am nächsten Morgen versucht man in der Haut von Aiden einen Weg zur anderen Insel zu finden, doch es bleibt einem nur eine Möglichkeit: Aus verschiedenen an den Strand gespülten Materialien muss man ein Floß zur Überfahrt bauen. Hat man das Floß fertig, begibt sich Aiden auf den Weg zu dieser Insel. Das Boot droht zu sinken, doch mit seinem letzten Paddel-Zug erreicht unser blonder Überlebenskünstler die Steilküste. Mit einem beherzten Sprung und einem Quäntchen Glück schafft er es, sich an einem Felsvorsprung festzuhalten.

 

„Hilfe, Hilfe!“ schreit Aiden und kurz bevor ihn seine Kräfte verlassen, um sich weiterhin an dem Vorsprung fest zu halten, kommt die erlösende Rettung. Hier trifft man auf das Dienstmädchen Lucy und ihren Hund Max. Aiden erinnert sich, dass Lucy an Bord des Schiffes durch ihre Unruhe aufgefallen ist, weil sie ihren Hund, als das Feuer ausbrach, nicht finden konnte und ohne ihn nicht von Bord gehen wollte. Aber so wie es den Anschein hat, hat sie es doch irgendwie vom Schiff geschafft.

 

Nach dieser Rettungsaktion durch das Dienstmädchen fassen die beiden den Plan, ein Signalfeuer am Strand zu legen, um Flugzeuge und Schiffe auf sich aufmerksam zu machen. Doch für diesen Tag haben Aiden und sein Affe Hobo genug gesehen und schlafen alsbald ein. Am nächsten Tag beginnt das Abenteuer erneut, doch dieses Mal hat Aiden Hilfe von Lucy. Aber ist es wirklich Hilfe oder ist Lucy nur eine Belastung? Das könnt ihr selbst entscheiden. Man hat die Möglichkeit Lucy und Max mit auf die Suche nach Nahrung und wertvollen Items zu nehmen oder man kann Lucy und Max in deren Unterschlupf lassen. Man muss sich aber bewusst sein, dass man jetzt auch für das Überleben der blonden Schönheit verantwortlich ist. Das heißt, sobald sie Hunger oder Durst verspürt, nimmt sie sich, was gerade dort ist. Ist nichts im Lager des Unterschlupfs so wird der Spieler daran erinnert, dass es dem Ex-Dienstmädchen nicht besonders gut geht. Aiden muss Lucy dann ziemlich schnell Wasser und Nahrung zukommen lassen.

 

Aber die Blondine und ihr treuer Gefährte Max sind nicht die einzigen Überlebenden. So trifft das ungleiche Paar auf zwei weitere Charaktere. Da wären Gord Trudy, der trotz seines kräftigen Aussehens ein regelrechter Ruhepol ist und immer ein Lächeln auf dem Gesicht trägt und Fiona Robertson, welche ziemlich egoistisch ist. Diese beiden behaupten, ebenfalls auf dem Kreuzfahrtschiff gewesen zu sein. Doch ob das der Wahrheit entspricht?

 

 

Minispiele zur Auflockerung des Spielverlaufs!

 

Während man den Kampf ums Überleben jeden Tag aufs Neue beginnt, muss man an einigen Stellen Minispiele absolvieren, um die gewünschten Aktionen auszuführen. Zum Beispiel muss Aiden, nachdem er die erste Insel verlassen hat, Feuer mit Stöcken machen, da er sein Feuerzeug verloren hat. Außerdem sollte man an jedem Tag kochen, damit man die nötige Energie besitzt, den nächsten Tag zu beschreiten. Das sind nur zwei der circa 30 Minispiele. Unter diesen sind noch „Boden untersuchen“, „Dinge herstellen“, Auf einem Floß rudern“, „mit einer Harpune Fischen“, „mit einer Rute angeln“ und „einen Baumstamm überqueren“. Besonders hervorzuheben ist hier „Dinge herstellen“. Durch immer wieder neue Items, die herzustellen sind, wird dieses Minispiel nicht langweilig. Alle anderen Minispiele ändern sich im ganzen Verlauf des Spiels nicht in ihrer Schwierigkeit oder in dem, was man machen muss. Das ist sehr schade, da gerade beim „Feuer machen“ die einen oder anderen Wettereinflüsse theoretisch hätten berücksichtigt werden können.

 

Die Minispiele sind auch das Einzige Feature des Titels, den man zu zweit spielen kann. Der zweite Spieler dient dabei meist der Unterstützung des Hauptakteurs. Dieses kleine Gimmick ist zwar nett, aber nicht wirklich weltbewegend. Daher habe ich mich dazu entschieden, keine eigene Multiplayer-Note zu vergeben.

 

 

Grafik und Sound!

 

Kommen wir nun zu den Problemen von Lost in Blue Shipwrecked, denn was dem Spieler hier technisch zugemutet wird, ist ziemlich miserabel. Grafisch haben die Entwickler gerade noch die Kurve bekommen. Das schöne Wasser und die Weite des Meeres machen einige Patzer in der Gestaltung der Flora und Fauna wieder wett. Hier wäre eine nicht so polygonarme Pflanzenwelt wünschenswert gewesen. Jedoch ist dies wie gesagt nicht die Spitze des Eisbergs.

 

Bei der musikalischen Untermalung und der zum Teil vorhanden Sprachausgabe haben die Entwickler wohl geschlafen. Die Musik drückt nicht annähernd die Stimmung von Überlebenden eines Unglücks aus und selbst wenn das nicht gegeben ist, was auch nicht unbedingt sein muss, so sollte die musikalische Untermalung wenigstens ins Ohr gehen. Jedoch ist auch aus diesem Punkt nichts geworden. Der zweite schreckliche Punkt ist die teilweise Sprachausgabe. Anfangs auf dem Kreuzfahrtschiff hörte sich diese noch annehmbar an, jedoch verschwand dieses Gefühl je tiefer man in das Abenteuer vordrang. Es ging sogar soweit, dass nur noch Laute von den Protagonisten ausgestoßen wurden. Hier sollte man sich entscheiden, entweder programmiert man nur Textausgabe oder man bietet dem Spieler eine sich gut anhörende Sprachausgabe, aber nicht so etwas. Darunter leiden natürlich die Note der Spieltechnik und die des Spielspaßes. Das sollte man bei einem Nachfolger für die Wii auf jeden Fall besser machen.

 

 

Positives und Negatives!

 

Eins ist leider klar: Lost in Blue versagt bei der Technik. Schlechte Sprachausgabe bildet dabei den Grundstein unserer Meckerecke. Ich weiß nicht, ob man ein Spiel so schnell auf den Markt bringen muss, mit dem Wissen, den Spielern wohl kein gutes Gefühl bieten zu können. Denn eigentlich hätte man dieses Spiel auch noch gut drei Monate nach hinten verschieben und es dann zu Ostern präsentieren können, dann mit einer guten Sprachausgabe.

 

Der nächste Kritikpunkt sind die Minispiele. Hier hätte man nicht unbedingt mehr machen müssen, aber die Minispiele, die im Spiel vorkommen, hätte man im Schwierigkeitsgrad der Story anpassen können. Das heißt, je weiter ich im Abenteuer vordringe, desto schwieriger oder leichter wird zum Beispiel das „Feuer entfachen“. Außerdem hätten einige Minispiele und da ist „Feuer machen“ wieder das Parade-Beispiel, vom Wetter beeinflusst werden können. Aber auch hier ist es nur ein Wunschdenken von mir für den eventuellen nächsten Teil.

 

Positiv an Lost in Blue sind die Sonnenuntergänge. Ähnlich, wie bei Fernsehserie „Lost“, hätte man mit diesem Thema aber noch mehr machen können. Ansonsten sind es noch Kleinigkeiten, die positiv ins Auge fallen, wie die Entscheidung, ob man Lucy beim Untersuchen der Insel dabei haben will oder der Einführung der beiden Tiere, die einen im Abenteuer maßgeblich unterstützen.

 

Was mir noch sehr gefällt, ist, dass Lost in Blue mehrere Enden hat und dass die beiden Charaktere Gord Trudy und Fiona Robertson dabei eine große Rolle spielen. Aber ich möchte euch hier nicht zu viel verraten.

 

 

Vielen Dank an Konami für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Lost in Blue ist ein etwas schwierig zu bewertendes Spiel. An sich ist es gut, aber aufgrund der schlechten Technik, kann man einfach keine wirklich gute Wertung geben. Diese Probleme sind auch ausschlaggebend dafür, dass kaum Spielspaß aufkommt und wenn, dann schnell wieder verloren geht. Trotzdem kann man, wenn man darüber hinweg sieht, mit diesem Titel auf seine Kosten kommen, wenn man das Genre mag! Vergleichbare Titel sind die ersten beiden Teile für den Nintendo DS, also Lost in Blue und Lost in Blue 2.

Grafik

ok

Sound

sch...

Steuerung

ok

Spielspaß

schwach

54%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

04.12.2008

Developer

Hudson

Publisher

Konami

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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