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Reviews: Nintendo Wii

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Deadly Creatures

Action

05.03.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Tödliche Kreaturen

 

Man stelle sich vor, im Körper einer Spinne gefangen zu sein. Wie mag das Leben eines solchen Achtbeiners wohl von Statten gehen? Glücklicherweise beziehe ich mich hier auf eine Tarantel, also auf eine Sub-Spezies, die sich durchaus gegen ihre Feinde wehren kann. Zu Beginn des Tages trifft sie auf zwei Menschen, die sich über ein spannendes Thema unterhalten und so bekommt man als Spieler mit, worum es bei Deadly Creatures eigentlich geht, dazu wird aber hier nichts verraten. Ohne wirklich mit der Geschichte verknüpft zu sein, krabbelt man im Körper der Spinne dem Tagesablauf nach, man bewegt sich also durch die Gegend und macht sich auf die Suche nach Futter, also anderen Tieren. In den linearen Welten, eingeteilt in zehn Kapitel, bewegt man sich zunächst gen Ende des ersten Abschnittes, in dem man erstmals auf einen Skorpion trifft, den Skorpion um genauer zu sein. In einem Kampf messen sich die beiden gegeneinander und bevor es zu tödlichen Folgen für einen der beiden kommt, flüchtet der Skorpion in eine Erdspalte und der Spieler schlüpft in seine Haut. So geht es über das gesamte Abenteuer hin und her, so dass man im Wechsel als eines der beiden Tiere die Umwelt unsicher macht.

 

Dabei stößt man immer wieder auf die zwei Menschen, wodurch die Geschichte vorangetrieben wird. Nach und nach erfährt man, was die zwei eigentlich machen und warum sie das tun. Spannung ist also auf jeden Fall gegeben. Doch die Story ist höchstens nebensächlich, denn eigentlich stellt der Titel Action in den Fokus, in diesem Falle also diverse Kämpfe der beiden Protagonisten gegen anderes Getier. Anfangs tauchen Gegner eher sporadisch und zumeist alleine auf, später gibt es große Anhäufungen von ihnen und jeder einzelne ist schwerer zu besiegen. Um dem ein wenig entgegenzuwirken, werden die Hauptdarsteller natürlich auch immer stärker. Besiegte Gegner geben Punkte und je mehr man davon sammelt, desto mehr Attacken und Kombos sind verfügbar. Durch das Einsammeln und Vertilgen von speziellen Heuschrecken nimmt auch die Lebensenergie immer weiter zu, so dass sie auch härter im Nehmen werden.

 

Positiv zu erwähnen sind die leider viel zu selten eingesetzten Endgegner. Hier trifft man in abgegrenzten Bereichen zum Beispiel auf Schlangen oder größere Nager, die man dann mit Hifle der Umgebung besiegen oder vertreiben muss, um weiter zu kommen. Je nachdem, ob man gerade als Tarantel oder Skorpion unterwegs ist, gibt es dazu unterschiedliche Taktiken, womit wir auch schon bei einem weiteren wichtigen Punkt sind, den Unterschieden zwischen den beiden Viechern.

 

Die Tarantel ist eher flott unterwegs, kann springen und an der Decke entlang laufen, während der Skorpion fast als Panzer bezeichnet werden könnte. Er ist träge und unweglich, besticht aber durch seine starken Angriffe und nicht zu unterschätzende Nehmerqualitäten. Die Spinne setzt des Weiteren auch auf den Einsatz des Pointers für Spezialttacken oder zum Netzwurf, wodurch weit entfernte Punkte direkt erreicht werden können. Beim Skorpion kommen, wenn man einen Gegner genug bearbeitet hat, Abschlussangriffe zum Einsatz. Diese werden durch bestimmte Bewegungen von Wiimote und Nunchuk getriggert. Doch bevor ich genauer auf die Steuerung eingehe, noch ein paar Worte zum Spiel an sich.

 

Man kämpft sich also durch die zehn Kapitel, trifft dabei auf zahlreiche Gegner, die es zu bezwingen gilt. An verschiedenen Orten kann man speichern, diese Stellen dienen dann auch als Rücksetzpunkt, wenn man einmal scheitern sollte. Damit es nicht frustrierend wird, kann man vor jedem Kapitel oder auch an jedem Speicherpunkt, wenn man neu lädt, die Schwierigkeit einstellen. Es gibt vier verschiedene Stufen, wobei vor allem die oberen beiden nicht ohne Weiteres gemeistert werden können. Die unteren beiden verlangen kaum Taktik bei den Kämfpen, simples drauf hauen führt in den meisten Fällen zum Ziel. Danach werden die Gegner zu geschickt, so dass man wirklich gezielt angreifen und Kombos einsetzen muss, um zum Ziel zu kommen. Für Hartgesottene ist das ein nettes Feature und es erhöht außerdem den Wiederspielwert.

 

Außerdem führen die 450 versteckten Maden zu einem eventuellen zweiten Durchgang, denn nur wenn man alle findet, sind alle Extras freigeschaltet. Schafft man das, bekommt man einen detaillierten Einblick in die Entstehung der innovativen Titels durch diverse Galerien.

 

 

Die Steuerung

 

Nun einige Worte zur Bedienbarkeit der beiden Kreaturen. Man bewegt sie grundsätzlich per Nunchuk und setzt Angriffe über die A-Taste ein. Je nach Kreatur springt man mit Z oder geht in Abwehrhaltung. Drückt man als Tarantel den C-Knopf, dann wechselt die Ansicht in eine Egoperspektive und diverse Spezialfähigkeiten, die nach und nach verfügbar werden, können eingesetzt werden. Als Skorpion sorgt C für den finalen Angriff, der dann durch Bewegungen mit Wiimote und Nunchuk durchgeführt wird.

 

Controllerbewegungen sind bei den Basisangriffen auch nicht unwichtig, damit richtet man nämlich noch mehr Schaden an. Besonders gelungen finde ich das Umdrehen der Wii-Fernbedienung als Skorpion, dann gräbt er sich ein. Zieht man nun den Controller ruckartig nach oben, dann greift er umstehende Gegner direkt aus der Deckung an.

 

Alles in allem funktioniert die Steuerung einwandfrei. Lediglich beim Skorpion muss man sich erst daran gewöhnen, dass er sehr träge reagiert und das bei Angriffen berücksichtigen. Steht man nämlich direkt vor einem Gegner, wenn man zuschlagen will, dann ist dieser meist schneller mit einem Angriff fertig. Die Tarantel wiederum reagiert allergischer auf Treffer und landet schneller mal auf dem Rücken, was natürlich auch Kraft und Zeit kostet. Kritikpunkte gibt es hier also keine, außer die Steuerung der Kamera. Diese ist größtenteils automatisch und meist vorbildlich. Manchmal bleibt sie jedoch an Objekten hängen und kann dann auch nicht durch die Zentrierfunktion wieder zurück geholt werden. Man muss sich dann eben so bewegen, dass sie von selbst freikommt. Vor allem in hektischen Kämpfen kann das tödlich sein. Ebenso stört die automatische Gegnerfixierung vor allem bei Endgegner. Daher sieht man oft nicht, wo man hin will, was vor allem bei der Flucht darin enden kann, dass man sich selbst in eine Sackgasse manövriert hat und Angriffen schutzlos ausgeliefert ist.

 

 

Grafik und Sound

 

An der Technik gibt es ebenso fast keinen Anlass zur Kritik. Für Wii-Verhältnisse sieht Deadly Creatures gut aus, die Umgebung strozt vor Details und die Kreaturen sind sehr realistisch dargestellt. Seltene Ruckler trüben dieses Bild ein wenig, ohne jedoch wirklich Punkte zu kosten. Nicht ganz perfekt ist es wegen mangelnder Abwechslung, alles ist grau-braun und sieht irgendwie gleich aus. Etwas mehr Farbe in der Umgebung hätte zwar vermutliche die gruselige Stimmung zerstört, aber auch mehr Abwechslung geboten, was dem Titel insgesamt am meisten fehlt.

 

Die Musik hält sich sehr im Hintergrund, fast wie bei einem Horror-Titel hat man so den Eindruck, dass sie Spannung aufbauen soll, um Schockmomente zu verstärken. Darauf wartet man jedoch ewig, denn solche Momente gibt es nicht. Die Musik ist einfach nur nicht wirklich vordergründig, was aber auch kaum stört. Lediglich an manchen Kletterpassagen hätte ich mir ein wenig akkustische Untermalung gewünscht. Die deutsche Sprachausgabe der beiden Menschen - im Original von Dennis Hopper und Billy Bob Thornton gesprochen - kann ebenfalls überzeugen.

 

 

Meckerecke

 

Zu kritisieren gibt es an Deadly Creatures nicht viel, wie im Laufe des Berichts schon klar geworden sein sollte. Lediglich kleine Mängel bei der Kamerasteuerung und wenig Abwechslung in der Umgebung sorgen für Punktabzüge. Außerdem ist das Spiel recht monton, da man immer nur von Gegner zu Gegner läuft und dann in einen Kampf verwickelt wird. Durch die relativ spannende Geschichte, die immer neuen Angriffsmöglichkeiten und die neuen Gegnertypen ist das jedoch wenig tragisch. Wer jedoch keine Lust auf einen Actiontitel hat, der ist bei Deadly Creatures definitiv falsch.

 

Außerdem ist es etwas nervig, dass man die Videosequenzen nicht überspringen kann, was mich persönlich vor allem beim letzten Endgegner gestört hat, denn da muss man bei jedem neuen Versuch zwei Minuten warten, bevor es losgeht, kann dann aber bei nur einem Fehler nach ein paar Sekunden selbst tot sein und muss das Ganze wieder von vorne ansehen. Das trägt nicht gerade zur Motivation bei.

 

Grund zur Beschwerde gibt sonst nur der mit deutlich unter 10 Stunden viel zu geringe Umfang. Spielt man auf leicht, dann kann man es fast ein einem Abend schaffen und sofern man nicht darauf aus ist, die Extras freizuschalten, dann wird es dabei bleiben. Für einen Vollpreistitel ist das auf jeden Fall zu wenig. Andererseits ist es ein sehr innovatives und gut gemachtes Third-Party-Spiel für die Wii, was man auf jeden Fall unterstützen sollte. Wenn man sich auch mehrmals mit einem Titel auseinander setzen kann und will, dann bietet es auf jeden Fall genug zu entdecken, hätte aber hier das größte Verbesserungspotenzial.

 

 

Vielen Dank an THQ für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Mit Deadly Creatures geht das Jahr 2009 für Wii-Besitzer gut weiter. Es sind ja bereits eine Hand voll hochkarätiger Titel von Drittherstellern erschienen und Deadly Creatures setzt diesen vorerst die Krone auf. Es ist innovativ, actionreich und richtig gut gemacht. Der Ansatz, als Tarantel oder Skorpion unterwegs zu sein, ist sehr erfrischend und macht meistens großen Spaß; so müssen Videospiele sein. Ein Mehrspieler-Modus und mehr Umfang wären nett gewesen, ebenso hätten einige Mängel der Kamera noch ausgebessert werden sollen, aber dennoch kann man Deadly Creatures jedem Spieler sehr ans Herz legen. Es lohnt sich!

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

13.02.2009

Developer

Rainbow Studios

Publisher

THQ

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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