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Reviews: Nintendo Wii

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Pikmin (New Play Control)

Strategie

02.03.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Gestrandet auf einem fremden Planeten!

 

Captain Olimar fliegt mit seinem Raumschiff Dolphin nichtsahnend durch den Weltraum als er auf einmal von einem Meteoriten getroffen wird. Dieser Zusammenstoß zwingt ihn zu einer Notlandung auf einem fremden Planeten. Seine Sensoren melden ihm, dass die Atmosphäre für ihn giftig ist und er nur noch für 30 Tage Sauerstoff hat. Dummerweise sind beim Absturz 30 wichtige Raumschiffteile in einem Wald rund um die Absturztstelle verstreut worden, die er erst wiederfinden muss, bevor er den Orbit verlassen kann.

 

Zum Glück findet er in der Nähe der Absturzstelle ein Gebilde, das einen Samen sät. Als Olimar diese Pflanze erntet, stellt er fest, dass es sich um ein Lebewesn handelt. Er tauft die Rasse auf den Namen Pikmin und findet schnell heraus, das neue Wesen gezüchtet werden, wenn er das Gebilde – er nennt es Zwiebel – mit Gegenständen oder Tieren "füttert". So kann er nach und nach seine Armee an Pikmin vergrößern, was eines der Hauptziele seines Abenteuers ist. Denn nur, wenn er genug Pikmin hat, kann er die zahlreichen Aufgaben lösen, die vor ihm liegen und alle 30 Teile finden.

 

Während er am ersten Tag noch nicht unter Zeitdruck steht und die Wesen in Ruhe vermehren kann, ändert sich das später. Ein Tag ist dann nur noch knapp 15 Minuten lang und in dieser Zeit muss er versuchen, möglichst viel zu schaffen. Bricht die Nacht herein, dann sind alle zurückgelassenen Pikmin verloren. Er muss sie also geschickt einsetzen, Gegner mit ihnen besiegen und seine Raumschiffteile nach und nach wiederfinden.

 

Hat er den ersten Tag hinter sich gebracht und den Antrieb seines Raumschiffes wieder, dann kann er in den Orbit fliegen und dort die erste Nacht verbringen. Die Pikmin-Zwiebel folgt ihm und landet am nächsten Tag mit ihm gemeinsam im zweiten Gebiet, dem Wald der Hoffnung. Dort findet er nicht nur weitere Teile sondern auch eine weitere Pikmin-Rasse. Diese gelben Wesen sind etwas stärker als die roten, die er an der Absturzstelle fand, aber dafür empfindlich gegen Feuerattacken. Im dritten Gebiet trifft er dann zuletzt noch auf blaue Pikmin, die als einzige im Wasser überleben können.

 

So werden immer neue Bereiche begehbar und weitere Teile können gefunden werden. Dabei muss Olimar immer eine bestimmte Anzahl an Dingen finden, bevor er im nächsten landen kann. Insgesamt gibt es fünf Areale, wobei das letzte nur noch ein Teil beherbergt und auch erst erreicht werden kann, wenn er die anderen 29 gefunden hat. Man muss also wirklich alles finden, um das Spiel erfolgreich zu beenden. Und die Zeit dazu ist knapp, jeder Tag ohne gefundenes Teil ist ein verlorener Tag.

 

 

New Play Control

 

Doch dank der Vereinfachungen, die neben der Steuerung die wohl größte Veränderung des Titels sind, ist es nicht mehr ganz so schlimm, wenn man einmal nicht so erfolgreich ist. Aber dazu später mehr. Die wohl wichtigste Veränderung ist die neue Steuerung per Pointer. Musste man auf dem GameCube noch alles per Stick bedienen, kann man die Pikmin dank IR direkt und gezielt an bestimmte Stellen werfen und hat somit alles deutlich besser unter Kontrolle.

 

Man bewegt den Helden mit den analogen Joystick und per Pointer bewegt man das Fadenkreuz auf dem Bildschirm. Über das Steuerkreuz sind verschiedene Ansicht auf das Geschehen einstellbar, so dass man immer einen guten Überblick hat. Sobald man den Radar gefunden hat, bringt die + Taste ein Bild der Umgebung auf den Schirm, auf dem erkennbar ist, wo sich noch fehlende Teile befinden. Um Pikmin aus einer der drei Zwiebeln zu holen, stellt man sich einfach darunter und drückt A. Dann wählt man aus, wie viele Wesen man mitnehmen will, maximal können 100 draußen unterwegs sein. Diese folgen Olimar dann so lange, bis er sie mit dem C-Knopf freigibt. Dann gruppieren sie sich nach Farben und warten ab. Zeigt man mit dem Pointer auf ein Gebiet und drückt B, dann ruft er sie zu sich zurück. Man wirft Pikmin mit der A-Taste und setzt sie so auf Gegner oder andere Hinternisse an. Besiegte Gegner können dann zur Zwiebel transportiert werden, um neue Pikmin zu züchten. Findet man ein Raumschiffteil, dann wird dieses von den beauftragten Pflanzenwesen automatisch zum Dolphin getragen.

 

Die neue Steuerung funktioniert einwandfrei und man das Spielerlebnis deutlich einfacherer und besser als noch auf dem GameCube. Nach wenigen Sekunden hat man alles begriffen und ist voll drin im Spiel. Lediglich das Werfen mit Pikmin nach Gegnern muss etwas geübt werden, damit sie auch direkt auf dessen Kopf landen und den größtmöglichen Schaden anrichten.

 

Der 16:9 Modus ist grafisch das einzige, was sich verändert hat. Damit wird der sichtbare Ausschnitt der Umgebung deutlich größer und so kann man alles noch besser im Blick behalten. Die Musik ist ebenfalls identisch zur Version auf dem GameCube, was aber aus heutiger Sicht beides nicht sehr tragisch ist, denn Pikmin sieht auch heute noch recht gut aus und die Musik kann sehr überzeugen. Lediglich die Texturen des Bodens wirkt auf großen Fernsehern nicht so toll, da die Auflösung einfach nicht so hoch ist, was etwas schade ist.

 

Wie schon erwähnt, kann man jetzt auch nicht so gute Tage später wiederholen. Dazu wählt man einfach vor dem Laden einen anderen Tag aus und kann dann schlechte Tage neu spielen, um sich zum Beispiel besser aufzustellen und später etwas mehr Luft zu haben. Während man am Anfang nämlich die meisten Teile schnell findet und nur auf wenig Widerstand stößt, werden die Gegner später immer stärker und fieser, was bei kleinen Fehlern schnell zu Massensterben unter den Pikmin führen kann. Wenn man sich jedoch zum Ziel setzt, jeden Tag erst dann zu speichern, wenn man mindestens ein Teil gefunden hat, dann hatte man auch früher kein Problem, heute ist es noch leichter. Da man dieses Feature aber ja nicht nutzen muss, ist es auch nicht so, dass das Spiel jetzt viel zu leicht wäre. Ganz im Gegenteil, einige knackige Aufgaben haben mich damals wie heute an den Rand der Verzweiflung gebracht, womit wir beim nächsten Punkt wären.

 

 

Meckerecke!

 

Der Schwierigkeitsgrad ist zwar generell nicht unfair hoch, aber an manchen Stellen bedarf es schon sehr viel Überlegen oder häufigem Ausprobieren, bevor man die Lösung findet. So zum Beispiel manch großer Gegner, der eine ganz spezielle Taktik erfordert, auf die man nicht so ohne weiteres kommt. Oft kommt man erst durch Glück auf die Lösung, so dass man nicht selten denselben Tag immer wieder von vorne anfangen muss, bevor es dann endlich klappt. Einige sehen das sicher als Pluspunkt, da man so lange planen muss, bevor man die optimale Strategie gefunden hat, aber andere – wie ich – hätten halt lieber mehr Umfang, wenn man alles eben nur ein oder maximal zwei Mal spielen müsste. So kann es zeitweise schon etwas monoton werden. Ärgerlich ist es vor allem, wenn man gegen Ende des Tages einen Fehler macht, der viele Pikmin das Leben kostet und man dann vor der Entscheidung steht, nochmal neu anzufangen oder es einfach drauf ankommen zu lassen.

 

Schon angesprochen habe ich die auf großen Fernsehern recht unschönen Texturen auf dem Boden, darüber hinaus bietet das Spiel grafisch auch generell etwas zu wenig Abwechslung. Zwar gibt es fünf verschiedene Gebiete, allerdings sind zwei davon sehr klein und auch die anderen in sich nicht sehr abwechslungsreich. Dadurch, dass man fast alle Areale mehrmals besucht, sieht man vieles nicht nur einmal und bekommt daher nur selten etwas Neues geboten. Ich hätte lieber acht Gebiete gehabt, die dafür etwas kleiner sind, aber mehr Abwechslung in das Spiel bringen.

 

Des Weiteren ist es schade, das es absolut keine Extras gibt. Hat man es einmal geschafft, dann gibt es keinen Grund mehr, es nochmal zu versuchen, außer man möchte schneller werden. Wer es in neun Tagen schafft, der gehört dann schon zu den absoluten Profis, bei meinem ersten Versuch habe ich 25 Tage gebraucht und jetzt habe ich auch erstmal wieder genug davon. Nach etwa 12-15 Stunden Spielzeit, abhängig vonder Anzahl Fehler die man macht, ist man am Ende und Olimar kann den Planeten verlassen. Das ist nicht gerade viel, aber es geht auch noch schlimmer. Für 30 Euro ist es auf jeden Fall ok, ich hätte mir jedoch freischlatbare Extras als zusätzliche Motivation gewünscht.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Pikmin in der New Play Control Variante ist der GameCube-Version deutlich überlegen. Die Steuerung ist viel besser, der Schwierigkeitsgrad wurde entschärft und es spielt sich dank besserer Übersicht leichter. Allerdings krankt die Grafik etwas, was sich vor allem auf großen TV-Geräten bemerkbar macht. Unter Strich ist Pikmin für alle geeignet, die das Original verpasst haben, oder die sich erneut warmspielen wollen, um den in diesem Jahr kommenden dritten Teil noch besser genießen zu können. Für 30 Euro kann man im Prinzip nicht viel falsch machen. Diesen Klassiker sollte man auf alle Fälle zumindest einmal gespielt haben! Man muss sich jedoch bewusst sein, dass Pikmin 2, was in den nächsten Monaten ebenfalls erscheint, nochmal deutlich besser ist. Außerdem kann ein sieben Jahre altes Spiel heute natürlich nicht mehr so begeistern wie beim ursprünglichen Launch.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

06.02.2009

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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