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Reviews: Nintendo Wii

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Trivial Pursuit

Party

12.03.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Ein Konkurrent für Buzz!?

 

Brett- oder Wissensspiele habe auf Konsolen derzeit Hochkonjunktur. Bestes Beispiel dazu ist das sehr gelungene Buzz! für die PS3, das vor allem durch die mitgelieferten Buzzer und die Präsentation TV-Show Feeling aufkommen lässt. Trivial Pursuit geht da zwar in eine etwas andere Richtung, ist aber prinzipiell vergleichbar, weil die Fragen auch hier über das hinaus gehen, was man vom Brettspiel gewöhnt ist. Natürlich gibt es auch Zusatzmodi und die Möglichkeit, alleine zu spielen, was sonst eher langweilig ist. Am wichtigsten sind aber ohne Frage die beiden Mehrspieler-Modi „Klassik“ und „Party“, die beide mit maximal vier Leuten spielbar sind, wobei nicht jeder eine eigene Wii-Fernbedienung benötigt.

 

Das Grundprinzip von Trivial Pursuit ist einfach und komplett ins Videospiel übernommen worden. Jeder Spieler hat einen Wissensspeicher, in dem sechs Wissensecken Platz finden. Auf dem sternförmigen Spielbrett mit einem Verbindungskreis auf der Außenbahn gibt es Felder in sechs verschiedenen Farben, die für die Kategorien stehen. An der Spitze der Sternzacken ist ein Wissensspeicher-Feld, auf dem man eine Wissensecke gewinnen kann.

 

Ein Spieler würfelt per Wiimote und darf dann die entsprechende Augenzahl in eine beliebige Richtung ziehen. Dann muss eine Frage in der Kategorie des jeweiligen Feldes beantwortet werden. Ist die Antwort korrekt, dann darf er noch einmal würfeln. Das Ganze geht so lange weiter, bis er eine Frage nicht mehr richtig beantworten kann. Landet man auf einem Eckfeld und liegt dort mit seine Antwort richtig, dann gibt es eine Wissensecke. Wer alle sechs Ecken gesammelt hat, muss nur noch ins Zentrum ziehen und dort eine Frage in einer von den Mitspielern bestimmten Kategorie beantworten.

 

Der Partymodus funktioniert ähnlich, allerdings teilen sich alle Mitspieler einen Wissensspeicher. Es wird der Reihe nach gewürfelt und immer eine Frage beantwortet. Liegt man richtig, dann bekommt man zwei Punkte in der entsprechenden Farbe, liegt man falsch, dann gibt es nichts. Vier Farbpunkte bedeuten eine Wissensecke und die Felder dieser Farbe werden anschließend entfernt. Um etwas mehr Pfiff in die Angelegenheit zu bringen, darf man auch auf die Antwort der Mitspieler wetten, also sagen, ob man glaubt, sie wissen es oder nicht. Ebenso kann man angeben, dass man es selber weiß. Liegt der Spieler dann falsch, muss man selber ran und kann zwei Punkte absahnen. Ebenso gibt es auch hier die Eckfelder, wobei es sich um Schätzfragen handelt. Über einen Schieberegler gibt man seine Antwort ab und bekommt zwischen Null und vier Punkte, je nachdem, wie nah man an der Lösung lag. Außerdem sind Bonusfelder auf dem Spielbrett verteilt, die das Ganze ein wenig aufpeppen. Punkte können verdoppelt oder auch ganz verloren, die Zeit zum Antworten reduziert oder Wissensecken von Gegnern gestohlen werden.

 

Sind alle Wissensecken verteilt, beginnt das Finale. Hier bekommt jeder so viele Herzen, wie er Ecken gesammelt hat und alle Spieler müssen simultan identische Fragen beantworten. Wer falsch liegt, verliert ein Herz und Sieger ist der, der am Ende übrig bleibt. Da hier nicht durch den Pointer sondern über Knöpfe geantwortet wird, können die Gegner auch nicht sehen, was man gesagt hat.

 

Zuletzt wäre noch der Modus für Einzelspieler zu erwähnen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um den Party-Modus, nur dass man halt alleine und auf Zeit spielt. Man sammelt Punkte für richtige Antworten und baut außerdem einen Multiplikator auf. Besonders ist, dass jedes Feld, außer die Ecken, nur einmal betreten werden können. Es ist also nicht selbstverständlich, dass man auch bis zum Ende kommt. Über diesen Modus kann man 20 Trophäen freischalten, die aber auf das Spiel keine Auswirkungen haben. Auch wenn die Idee an sich gut ist, ist Trivial Pursuit einfach kein Titel, den man alleine spielen will. Es ist einfach langweilig alleine vor der Kiste zu sitzen und eine Frage nach der anderen gestellt zu bekommen. Die Entwickler haben sich aber wenigstens bemüht!

 

Da man jederzeit während des Spiels speichern kann, ist es möglich, eine Partie an jeder Stelle einfach zu unterbrechen und sie später fortzusetzen. Das ist eine sehr nette Idee, da vor allem die klassische Variante mitunter sehr viel Zeit in Anspruch nehmen kann.

 

 

Die Fragen!

 

In Trivial Pursuit gibt es, wie schon erwähnt, sechs verschiedene Kategorien und insgesamt drei verschiedene Sätze an Fragen, so dass mehr als genug Auswahl dabei ist. Leider ist nirgendwo angegeben, wie viele Fragen insgesamt dabei sind. Auch nach diversen Partien ist mir jedoch noch keine Frage doppelt untergekommen, so dass die Menge scheinbar ausreichend groß ist. Die Kategorien sind Erdkunde, Unterhaltung, Geschichte, Kunst und Literatur, Wissenschaft und Technik sowie Sport und Vergnügen.

 

Außerdem gibt es neben dem klassischen Fragenset, dass sehr breit aufgestellt ist, auch einen einfacheren Satz und Fragen, die sich ausschließlich mit Filmen befassen, dann aber natürlich wieder in den sechs Kategorien, also Fragen über Filmgeschichte, wie auch über Erdkunde im Bezug auf Filme sind dabei. Je nach Spieler ist also wirklich für jeden etwas dabei und es wird nicht so schnell langweilig.

 

Da jeder Spieler ein eigenes Profil anlegen kann, werden natürlich auch umfassende Statistiken gespeichert. So kann man jederzeit nachlesen, in welcher Kategorie man wie viele Fragen richtig beantworten konnte und wie viele Spiele in welchem Modus man gewonnen und verloren hat.

 

 

Die technische Seite

 

Erstaunlicherweise präsentiert sich Trivial Pursuit in wirklich guter optischer Verfassung. Das Spielbrett ist zwar einfach, wird aber durch tolle Effekte und spiegelglatte Kanten erheblich aufgewertet. Hier haben sich die Entwickler wirklich große Mühe gegeben. Das Flair der Vorlage ist brillant eingefangen und macht es zu einem der ansehnlichsten Titel in diesem Bereich. Allerdings hat es natürlich wenig Abwechslung zu bieten, es ist eben „nur“ ein einfaches Spielbrett mit Figuren drauf, man hätte aber durchaus auch deutlich weniger Aufwand in die Optik stecken können, was andere Firmen bei solchen Spielen auch in der Regel tun. Hier gibt es also nichts zu meckern.

 

Die Musik ist ebenso positiv zu erwähnen, es gibt genug Variationen und spannende Themen, so dass auch die Ohren verwöhnt werden. Etwas nervig sind die Aussagen des Kommentators, die sich schon nach spätestens einer Partie anfangen zu wiederholen. Auch werden Fragen nicht vorgelesen, sondern nur abgebildet, was das Spiel ein wenig trocken macht. Ist man aber zu mehreren vor dem Fernseher, dann kommt es genug Partystimmung auf, vom Kracher Buzz! ist Trivial Pursuit jedoch weit weg, was Stimmungsmache angeht, dafür bietet es mehr Abwechslung.

 

Die Steuerung per Wii-Fernbedienung funktioniert einwandfrei. Vom Würfeln über das Ziehen bis hin zur Beantwortung der Fragen geht alles leicht von der Hand. Einfache Erklärungen, wenn neue Spieler dabei sind, machen den Einstieg extrem leicht. Es gibt also im Vergleich zum Brettspiel keine Gründe für Berührungsängste, es ist eher sogar umgekehrt, da Neulinge hier keine Anleitung studieren müssen, sondern alles erklärt bekommen. Besser geht es nicht.

 

 

Vielen Dank an Electronic Arts für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Überraschenderweise ist die Versoftung des über 25 Jahre alten Wissens-Klassikers sehr gut gelungen. Die Auswahl an Fragen ist groß, es gibt neben dem klassischen Modus auch eine veränderte, schnellere Variante sowie einen Modus für Einzelspieler, die Steuerung funktioniert tadellos und die Technik ist einwandfrei. Zu bemängeln gibt es lediglich, dass die Fragen nicht vorgelesen werden, so dass man ziemlich viel selbst lesen muss. Unterm Strich ist Trivial Pursuit für Familienabende sehr zu empfehlen, denn es macht deutlich mehr Spaß als das Original und ist sehr viel Einsteigerfreundlicher durch gute Erklärungen. Die Fragen sind aber nach wie vor teilweise alles andere als trivial...

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

gut

49%

Singleplayer

79%

Multiplayer

Release

12.03.2009

Developer

Hasbro / EA

Publisher

Electronic Arts

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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