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Reviews: Nintendo Wii

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TMNT

Action Adventure

29.03.2007

Autor: Mario Kablau

 

Eine Familie muss zusammenhalten!

 

Nachdem die vier Turtles ihren Erzfeind Shredder vor Jahren bezwungen haben, droht die Familie auseinander zu fallen, denn es mangelt an großen Aufgaben. Der Anführer Leonardo wurde vom „Familienvater“ Meister Splinter in den Urwald geschickt, um seine Fähigkeiten zu verbessern. Doch statt dem geplanten Jahr, das er dort verbringen sollte, ist er nun schon fast doppelt so lange weg und keiner weiß genau, wo er steckt. In New York leben die drei anderen Turtles ihr Leben und sind mehr oder weniger glücklich damit. Doch als plötzlich eine große Bedrohung erscheint, müssen die vier wieder zusammen finden, damit sie das Übel besiegen können.

 

Im Spiel wird man in den ersten vier Missionen zunächst langsam an die Geschichte herangeführt und spielt mit jeweils einem der vier Turtles ein komplettes Level, um sie besser kennen zu lernen, die Steuerung zu üben und die Unterschiede zu sehen. Während Leonardo im Dschungel ein Medaillon finden soll, stellt sich Raphael in New York, verkleidet als Nightwatcher, den kleinen Gaunern der Stadt ganz allein. Auch die zwei anderen Brüder Michelangelo und Donatello haben mit ihren kleinen Problemen zu kämpfen, die sich aber mit der Hilfe des Spielers leicht meistern können.

 

Danach beginnt die erste Mission, in der man mehrere Turtles zur Verfügung hat und somit im Spielverlauf direkt wechseln kann. Da jeder seine eigenen Stärken und Schwächen, sowie spezielle Fähigkeiten hat, sind die Levels natürlich darauf ausgelegt, dass man immer mehr als einen der Brüder braucht, um ans Ziel zu kommen.

 

Zwischen den Missionen wird die Geschichte in Form eines Comics erklärt. Ab und an wird auch mal ein Ausschnitt direkt aus dem Film gezeigt, damit man die Geschichte besser in die Handlung des Films einordnen kann. Man spielt nämlich nicht die ganze Story, sondern nur die wichtigsten Teile daraus, wobei man im Spiel natürlich viel mehr vom Hintergrund mitbekommt. Wenn die Turtles im Film nur sagen, dass sie an einen speziellen Ort gehen und in der nächsten Szene schon da sind, muss man im Spiel den Weg natürlich selber beschreiten.

 

Ich will jedoch nicht zu viel von der Geschichte verraten, deshalb gehe ich jetzt nicht weiter darauf ein. Ich rate euch jedoch, zuerst den Film zu schauen und dann das Spiel zu spielen, da man nur so die Teile, die im Spiel vorkommen, wirklich gut in das Gesamtbild einsetzen kann.

 

 

Kontrolliere die Mutanten

 

Wenn ich in einem Satz beschreiben müsste, wie sich TMNT auf der Wii spielt, dann würde ich sagen: Wie Prince of Perisa auf Drogen! Nicht nur, dass das Spiel auf derselben Grafik-Engine läuft, die Moves und Fähigkeiten der mutierten Schildkröten sind denen des Prinzen extrem ähnlich. Allerdings sind die Turtles bedeutend schneller und übermenschlicher, so dass das Gameplay extrem schnell ist.

 

Man bewegt seine Figur mit dem analogen Joystick des Nunchuks und führt diverse Aktionen mit der A-Taste aus. Sie wird dazu benutzt, um die Turtles springen, an Wänden entlanglaufen und steile Mauern erklimmen zu lassen. Die Z-Taste hat bei jedem Turtle einen spezielle Funktion. Raphi kann damit zum Beispiel an steilen Mauern heraufklettern und Leo kann mit Hilfe des Medaillons, dass er in der ersten Mission findet, durch enge Gitterstäbe schweben. Den B-Trigger setzt man ein, um den Turtle zu wechseln, was in fast allen Missionen an jeder Stelle möglich ist. Außerdem führt man im Sprung durch einen Druck auf B einen Brüderwurf aus, um weite Abgründe überwinden zu können.

 

Natürlich muss man mit den Turtles nicht nur weite Wege zurücklegen, sondern auch Kämpfe bestehen. In solchen führt man Angriffe durch Bewegungen von Wiimote und Nunchuk aus, wobei erstere die Hände und zweites die Beine des Turtles steuert. Hält man B lange gedrückt, dann führen zwei Brüder gemeinsam einen Spezialangriff aus, der sich unterscheidet, je nachdem, wen man gerade steuert.

 

Leider sind sowohl die Kämpfe, als auch die Laufpassagen, die zwar sehr viel Spaß machen, auf Dauer einfach zu monoton. Man bekommt wenig Abwechslung geboten und merkt daran ganz deutlich, dass das Spiel für ein eher jüngeres Publikum gemacht wurde. Diese Vermutung bestätigt sich darüber hinaus auch noch durch den sehr moderaten Schwierigkeitsgrad und den geringen Umfang. Nach etwa 6-8 Stunden sollte man den Abspann gesehen haben, wobei man dann mit dem Spiel allerdings noch lange nicht fertig ist.

 

Am Ende jeder Mission wird man für sein Geschick in den Kämpfen, die Geschwindigkeit und die Familienbande bewertet. Je besser man abschneidet, umso mehr Embleme bekommt man. Insgesamt kann man 235 davon sammeln und ich habe in meinem ersten Durchlauf gerade mal 65 gesammelt. Durch ein gutes Ergebnis werden außerdem Minispiele und Herausforderungen freigeschaltet, in denen man auch wieder Embleme sammeln kann. Diese kann man dann dafür einsetzen, um Extras freizuschalten. So kann man sich Szenen aus dem Film, Artworks, Charakterstudien und vieles mehr ansehen. Außerdem kann man Cheats freischalten, um den Turtles größere Köpfe und andere lustige Dinge zu verpassen. Dennoch lässt die Motivation stark nach, wenn man den Abspann einmal gesehen hat, da sich die Extras einfach nicht lohnen, um den Aufwand zu rechtfertigen. Auch die Minispiele und Herausforderungen sind eher unbrauchbar, um die Langzeitmotivation zu fördern, weil es auch hier zu wenige und vor allen Dingen zu wenig Abwechslung gibt.

 

Als wirklich störend empfand ich an einigen Stellen die völlig fehlende Kamerasteuerung, da der automatische Pfad nicht immer clever gewählt ist. An manchen Stellen, wo man weit springen muss, dreht die Kamera in einem so ungünstigen Moment, dass man den Überblick verliert und unweigerlich abstürzt. Das kann an manchen Stellen extrem frustrierend sein, auch wenn die Rücksetzpunkte sehr fair gesetzt sind, so dass man kaum eine schwierige Stelle mehrmals meistern muss. Auch hier wird klar, dass das Spiel ein jüngeres Publikum ansprechen soll.

 

 

Hilfe, ich sehe grün!

 

Was die Technik angeht, hat sich Ubisoft mal wieder nicht mit Ruhm bekleckert. Wie schon erwähnt, basiert das Spiel auf derselben Engine, die auch für PoP auf der Wii und damit auch schon für PoP auf dem GameCube eingesetzt wurde. Die Animationen und Bewegungen der Figuren sind zwar extrem flüssig und sehen gut aus und auch die Umgebung ist in Teilen abwechslungsreich, aber alles in allem bekommt man einfach zu wenig geboten. Wie viele andere Spiele hat auch TMNT mit großen Aliasing-Problemen und matschigen Texturen zu kämpfen. Das Spiel sieht zwar unterm Strich ordentlich aus und würde auf dem GameCube sicher bessere Noten bekommen, aber für die Wii reicht sowas einfach nicht aus.

 

Die Musik ist dagegen schon etwas besser. Auch hier kann man sich zwar über mangelnde Abwechslung beklagen, allerdings ist die Qualität sehr gut und es wurden wirklich die besten Stücke aus dem Film ausgewählt, die das Geschehen gut untermalen. Positiv hervorzuheben ist auch die Tatsache, dass es deutsche Sprachausgabe mit den Stimmen aus dem Film gibt. In den Zwischensequenzen ist das eine wirkliche Bereicherung, aber im Spiel selbst mangels Abwechslung (jeder Turtle hat nur 2-3 Sprüche) eher überflüssig.

 

Die Steuerung mit Wiimote und Nunchuk geht sehr leicht von der Hand, allerdings kann es vorkommen, dass man beim Kämpfen müde Arme bekommt, da man dazu neigt, die beiden Hände wie echte Waffen zu schwingen, was aber eigentlich gar nicht nötig ist, weil auch kleine Bewegungen ausreichen. Anders macht es aber viel mehr Spaß und man hat viel mehr das Gefühl, wirklich mitten im Spiel zu sein, wenn man mit vollem Körpereinsatz dabei ist.

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

TMNT für die Wii ist ein gutes Spiel, dass viel Spaß macht, allerdings durch den geringen Umfang, mangelnde Abwechslung und suboptimale Technik leider viele Punkte einbüßt. Wer Spaß an flottem Gameplay hat und wer Fan des Films ist, der sollte dem Spiel auf jeden Fall eine Chance geben, da man dann durchaus auf seine Kosten kommen kann. Völlig unverzeihlich ist allerdings die Tatsache, dass es keinen (kooperativen) Mehrspieler-Modus gibt, der zu den Turtles einfach dazugehört und sicherlich für Bonuspunkte gesorgt hätte. Somit bleibt Turtles in Time auch 16 Jahre nach der Veröffentlichung auf dem SNES weiterhin die Referenz in der Serie. Ich hoffe jedoch, dass es weitere Umsetzungen geben wird, bei der dann die groben Fehler ausgemerzt sind, aber glaube nicht wirklich dran, solange es auch keinen zweiten Film geben wird.

Grafik

schwach

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

75%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

20.03.2007

Developer

Ubisoft Montreal

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

12+


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