Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo Wii

< zurück

Mario Power Tennis

Sport

16.03.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Mario Tennis + Wii = Spaß?

 

Als Mario Power Tennis vor einigen Jahren auf dem GameCube erschien, waren die Meinungen sehr geteilt. Die einen mochten den noch weniger realistischen Touch durch die nicht deaktivierbaren Power-Bälle, die anderen fanden es gerade dadurch zu sehr einem Glücksspiel ähnlich. Unterm Strich waren die Meinungen jedoch eher positiv, diverse Metareview-Portale geben den Wertungsdurchschnitt mit etwa 80% an. Die Variante für die Wii, die außer der an die Fernbedienung angepassten Steuerung keine neuen Features bietet, fällt dagegen deutlich ab. Das liegt jedoch nicht nur daran, dass der Titel mittlerweile nicht mehr der jüngste ist, sondern vor allem, weil die Steuerung total verhunzt wurde. Doch eins nach dem anderen.

 

Im Spiel schlüpft man, wie bei allen Mario-Sportspielen, in die Rollen der beliebten Charaktere aus dem Mario-Universum. Mit dabei sind neben den Brüdern auch Peach, Donkey Kong jr., Bowser, Wario, Waluigi, Daisy und viele mehr, die nach und nach freigeschaltet werden können. In Turnieren misst man sich gegen CPU-gesteuerte Charaktere und bekommt so immer neue Wettbewerbe. Während es am Anfang noch recht einfach und schnell von statten geht, das Pilz-Turnier kann locker in 5-10 Minuten beendet werden, muss man zum Ende hin natürlich immer mehr Feinheiten der Steuerung beherrschen, um zum Erfolg zu kommen.

 

Neben den Turnieren gibt es noch einige andere Dinge im Spiel. So hat man auch Minispiele zu bewältigen, wobei es zum Beispiel darauf ankommt, farbige Tennisbälle genau zurückzuschlagen, um ein Bild auszumalen oder Geister mit gut gezielten Tennisbällen zu vertreiben. Die Auswahl an Kontesten ist hier sehr groß und der Schwierigkeitsgrad steigt, mal mehr und mal weniger stark, an, je weiter man kommt. Diese Fun-Events sind eine gute Abwechslung zum normalen Turnier-Spiel, wenn man keine menschlichen Mitspieler in der Nähe hat.

 

Doch damals wie heute nutzt der Titel sein Potenzial erst dann, wenn man zu viert vor der Konsole steht. Dann sind alle Regeln frei wählbar, man kann sich einen der vielen Plätze aussuchen, die Anzahl Spiele pro Satz und Gewinnsätze pro Match festlegen und dann loslegen. In diesen Matches mit mehreren echten Spielern tritt man entweder in 1-2 Teams im Doppel oder jeder für sich im Einzel an. Um Unterschiede bei den Fähigkeiten zumindest etwas zu berücksichtigen, haben sich die Programmierer eine vierstufige Einstellung überlegt, was die Komplexität der Steuerung angeht. Doch zunächst erläutere ich die Steuerung an sich.

 

 

Wii-Steuerung als Allheilmittel?

 

Während das Original vor allem durch die gute und vielfältige Steuerung überzeugen konnte, haben die Entwickler es mit der NPC-Variante möglichst einfach und einsteigerfreundlich halten wollen. Bei Mario Power Tennis ist dieser Versuch jedoch leider völlig in die Hose gegangen. Aber eins nach dem anderen.

 

Man bewegt seinen Charakter über das Steuerkreuz, bzw. per Joystick, wenn ein Nunchuk angeschlossen ist. Lässt man das Nunchuk weg und ignoriert das Steuerkreuz, dann bewegt sich die Figur automatisch, was es Einsteigern sehr leicht machen soll. Allerdings ist Mario Power Tennis ein völlig anderes Spiel als Wii Sports Tennis. Während letzteres sehr direkt gesteuert wird und die Bälle schnell fliegen, ist die Mario-Variante eher träge und schwammig. Deshalb funktioniert die automatische Steuerung auch nicht ansatzweise so gut, wie beim inzwischen über zwei Jahre alten Spiel.

 

Die Tasten A und B werden zum Einsatz von offensiven und defensiven Powerbällen eingesetzt und -/+ lösen einen Hechtsprung aus, um weit entfernte Bälle doch noch zu kriegen. Die Tasten 1 und 2 sind zum Öffnen des Menüs und zur Änderung der Kameraperspektive gedacht.

 

Schläge werden ausschließlich über die Wii-Fernbedienung ausgelöst, was allerdings nicht ansatzweise so gut funktioniert, wie wir es von Wii Sports Tennis gewöhnt sind. Je schneller man die Wiimote schwingt, desto härter sind natürlich auch die Schläge. Rechtshänder schlagen die Vorhand grundsätzlich von rechts nach links. Geht die Bewegung gleichzeitig auch von oben nach unten, dann spielt man einen Slice, bei Bewegung von unten nach oben einen Topspin. Eine gerade Bewegung löst einen flachen Schlag aus. Für die Rückhand dreht sich einfach nur die Schlagrichtung um. Einen Schmetter- oder Stoppball spielt man mit einer senkrechten Bewegung von oben nach unten und ein Lob wird genau andersrum ausgelöst.

 

Die Schlagrichtung, also ob der Ball nach links oder rechts fliegt, hängt ausschließlich vom Timing ab, man muss sich also extrem konzentrieren, wann man zuschlägt, um seinen Gegner auszutricksen. Auch hier funktioniert das nicht ansatzweise so gut, wie bei Wii Sports Tennis, was vor allem in den Turnieren wirklich nerven kann.

 

Der größte Miesmacher sind jedoch die Powerbälle. Lädt man seinen Schlag auf, dann sammelt man nach und nach Energie. Hat man genug davon, kann man einen besonders harten Schlag auslösen, den der Gegner nur schwer retournieren kann. Da er bis dahin jedoch meist selbst genug Energie aufgeladen hat, kann er das durch einen defensiven Powerball direkt ausgleichen. Vor allem in den Turnieren ist dieses Feature extrem nervig, da es das Spielprinzip von Tennis völlig ad absurdum führt und für mich den Spielspaß schon damals auf dem GameCube beinahe total vernichtet hat.

 

Zuletzt noch ein Wort zu den vier Steuerungseinstellungen. Anfänger können nicht nur darauf zurückgreifen, dass sich die Figur von alleine bewegt, sondern auch in den Optionen einstellen, ob Powerbälle automatisch oder manuell ausgewählt und eingesetzt werden und ob hechten automatisch oder manuell verwendet wird. So ist es möglich, für Anfänger alle Tasten zu eliminieren und Mario Power Tennis nach dem gleichen Prinzip wie Wii Sports Tennis zu spielen. Wie schon mehrfach erwähnt, kommt es jedoch trotzdem nicht mal ansatzweise an das bereits Bekannte heran.

 

 

Die technische Seite!

 

Grafik und Sound sind auch aus heutiger Sicht nach wie vor gut, toll ist der neue 16:9-Modus, der dafür sorgt, dass man mehr vom Spielfeld erkennt und nicht so leicht den Ball aus den Augen verliert. Auf großen TV-Geräten sieht es jedoch trotz 480p alles sehr matschig aus und die Konturen der Figuren sind kaum noch zu erkennen. Ein wenig Arbeit hätte dem Titel sicher nicht geschadet!

 

Die Musik ist ebenfalls identisch geblieben und nach wie vor Geschmackssache. Es sind viele bekannte Melodien aus dem Mario-Universum dabei und darunter befinden sich auch einige Ohrwürmer. Toll, aber aus heutiger Sicht eigentlich nicht mehr erwähnenswert, ist der deutsche Sprecher, der jedoch nicht als Kommentator zu verstehen ist, sondern der lediglich die Punktestände ansagt. Da die GameCube-Version den jedoch schon hatte, bringt das heute keine Pluspunkte mehr ein.

 

 

Meckerecke

 

Neben den schon mehrfach erwähnten groben Mängeln bei der Steuerung, die vor allem dadurch entstehen, dass alles viel zu träge und glücksabhängig ist, stören an Mario Power Tennis noch einige weitere Dinge.

 

So kann ich zum Beispiel nicht verstehen, warum man die Turniere nur alleine spielen kann. Was spricht dagegen, ein Doppelturnier gemeinsam mit einem Freund zu zocken? Bei Mario Kart ist es ja auch möglich, zu mehreren Leuten an einem Grand Prix teilzunehmen.

 

Ebenso ist völlig unverständlich, dass die Entwickler noch immer keinen Online-Modus eingebaut haben. Aus heutiger Sicht ist so was einfach Pflicht, vor allem durch Wii Speak hätten endlich lustige Mehrspieler-Partien stattfinden können, ohne dass man die Leute vor einem Fernseher versammeln muss.

 

Über die Technik habe ich mich auch schon zu genüge ausgelassen, deshalb sage ich an dieser Stelle jetzt nur noch:

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Mario Power Tennis ist in der NPC-Variante leider ein deutlicher Rückschritt gegenüber dem Original. Anders als bei Pikmin bietet die neue Steuerung nichts, was man unbedingt braucht, sie ist teilweise sogar so störend, dass man leicht frustriert wird. Schon das Original war bei weitem kein leichtes Spiel, heute ist es stellenweise sogar richtig unfair. Doch ich will mich nicht über einen zu hohen Schwierigkeitsgrad beschweren, mit viel Training geht das sicher alles. Fakt ist jedoch, dass es mit Wii Sports Tennis schon eine deutlich bessere Steuerung bei einem Tennisspiel von Nintendo gegeben hat und deshalb ist es für mich nicht nachvollziehbar, warum es hier so verhunzt wurde. Da es keine wirklich neuen Features gibt, lohnt sich der Kauf nur für diejenigen, die wirklich dringend ein neues Tennis-Spiel auf der Wii haben wollen. Der Umfang und die Anzahl Turniere und Charaktere sind auf jeden Fall ok, weshhalb die Note nicht ganz ins bodenlose rutscht. Ich würde jedoch empfehlen, auf den Titel von EA zu warten, der Wii MotionPlus unterstützt.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

schwach

Spielspaß

schwach

50%

Singleplayer

70%

Multiplayer

Release

06.03.2009

Developer

Camelot

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes