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Reviews: Nintendo Wii

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Baphomets Fluch - The Director's Cut

Adventure

04.04.2009

Autor: Martin Küpper

 

 

Ein Klassiker kehrt zurück

 

Die Baphomets Fluch-Reihe aus dem Hause Revolution Software gehört zu den wichtigsten und erfolgreichsten Adventure-Reihen überhaupt. Schon der erste Teil, der 1996 für PC und Playstation erschien, konnte dank packender Story und kniffliger Rätsel schnell eine große Fanbase erreichen und gilt auch heute noch als absolutes Kult-Spiel. Umso erfreulicher also, dass der Klassiker im neuen Director’s Cut nun auch für Wii erschienen ist.

 

Kenner des Originals stoßen direkt in den ersten Spielminuten auf die erste Neuerung dieser erweiterten Version. Das Spiel beginnt nämlich nicht wie gehabt mit dem Hauptakteur George Stobbard, sondern mit seiner bezaubernden Gefährtin Nico Collard, die mit dem Pariser Medienmogul Pierre Carchon ein exklusives Interview führen möchte. Doch bevor es überhaupt zu einem Gespräch kommt, wird Carchon von einem vermeidlichen Pantomimen ermordet. Nico nimmt dies als einen Wink des Schicksals auf, und ermittelt, in der Hoffnung auf eine große Story, auf eigene Faust. Schon bald muss sie aber feststellen, dass sie selbst in den Fall verwickelt ist, der offenbar so heiß ist, dass sich ihr Verlag weigert ihre Story zu drucken. Aber wenigstens meldet sich ein neuer Informant, der Nico am nächsten Tag in einem Straßencafé treffen möchte.

 

Erst an dieser Stelle, tritt George – und somit der Anfang des Originals – auf den Plan. Der Amerikanische Tourist sitzt, wie es der Zufall so will, nämlich in eben jenem Lokal, in dem sich Nico mit ihrem Informanten treffen möchte. Abermals kommt es aber nicht zu einem Treffen, da das Café vom selben Täter, nun als Clown verkleidet, in die Luft gejagt wird. George kommt zwar leicht verletzt davon, will die Sache aber dennoch nicht auf sich sitzen lassen und verfolgt mit Nicos Hilfe die Fährte des mörderischen Komikers. Beide können an dieser Stelle noch nicht ahnen, welch große Verschwörung hinter den Taten steckt und das sie schon bald zwischen den Fronten zweier gefährlicher Fraktionen stehen, die ihnen beide nichts gutes Wollen.

 

 

Lüfte das Rätsel – oder lass es lüften

 

Neben den neuen Abschnitten, in denen man als Nico unterwegs ist, hat sich spielerisch nicht viel gerändert. In klassischer Point and Click Manier, durchsucht man Bildschirme nach nützlichen Gegenständen, zieht Zeugen wichtige Hinweise aus der Nase und löst natürlich das ein oder andere Rätsel. Hier zeigt das Spiel auch seine größte Stärke, denn die Rätsel sind stets logisch aufgebaut, wissen aber dennoch zu fordern und sind somit stets motivierend und unterhaltsam, da man immer das Gefühl hat, dass des Rätsels Lösung buchstäblich direkt vor den Augen liegt.

 

Selbst wenn man einmal wirklich nicht weiter kommt, ist dies kein Grund zur Verzweiflung, da euch das Spiel stets eine Hilfefunktion anbietet. Zunächst gibt euch diese nur einen kleinen Tipp, der euer Denken in die richtige Richtung lenkt, doch notfalls könnt ihr hier auch die exakte Lösung finden. Man sollte die Funktion aber natürlich nicht überreizen, da ja gerade die Suche nach der Lösung ein gutes Adventure ausmacht und außerdem wird jede benötigte Hilfestellung festgehalten und euch somit stets schwarz auf weiß gezeigt wie gut ihr bislang gewesen seid. Ebenfalls festgehalten wird zum Glück auch die Handlung. In Form eines Tagebuches könnt ihr jederzeit noch einmal nachschlagen, was bisher geschehen ist. Das birgt den Vorteil, dass man sich auch nach einer längeren Pause wieder gut in das Spiel einführen kann.

 

Nicht wirklich relevant und nur auf der Suche nach Objekten hilfreich ist, dass – ähnlich wie bei Zack & Wiki – ein zweiter Spieler auf Gegenstände oder Personen deuten kann, ohne wirklich ins Spielgeschehen eingreifen zu können. Aus diesem Grund habe ich mich auch gegen eine Wertung im Mehrspielerbereich entschieden.

 

 

Point & Click

 

Der Begriff Point and Click kommt bekanntermaßen daher, dass man die Spiele durch zeigen und klicken mit der Maus lenkt. Auf der Wii trifft dieser Begriff aber noch besser zu, da man mittels Wii Remote buchstäblich auf den Bildschirmpunkt zeigt, den Nico oder George untersuchen sollen. Andere Adventures, wie etwa Geheimakte Tunguska, haben ja bereits bewiesen, dass die Steuerung wunderbar klappt und so spielt sich auch Baphomets Fluch ausgezeichnet und lässt auch den eingefleischten PC Spieler die Maus nicht vermissen.

 

 

Kenn ich diesen Stil nicht?

 

Diese Frage wird sich der Eine oder Andere von euch beim Anblick der gezeichneten Hintergründe und Charaktere sicherlich stellen. Und tatsächlich, das komplette Design stammt aus der Feder von Dave Gibbons, dem Genie hinter dem Comicbuch Watchmen, das ja unlängst auch verfilmt im Kino erschien. Dementsprechend präsentiert sich das Abenteuer im Grafikstil des Kultcomics, was aber ganz sicher nicht jedem zusagen wird. Während einige die Grafik als nicht zeitgemäß und veraltert ansehen mögen, werden andere begrüßen, dass der klassische Charme der Adventures der 90er Jahre gut wieder gespiegelt wird.

 

Auch der Sound ist ein zwiespältiges Schwert. Die Hintergrundmelodien nehmen das Wort Hintergrund viel zu wörtlich und plänkeln nur im Selbigen herum ohne eine Dramaturgie zu unterstützen oder gar aufzubauen. Das Gegenteil gilt für die exzellente deutsche Sprachausgabe, die bis auf wenige Ausnahmen immer gut gesprochen daher kommt und das Spiel merklich aufwertet.

 

 

Kult oder nicht, es muss gemeckert werden

 

Leider merkt man dem Spiel deutlich an, dass es nunmehr 13 Jahre auf dem Buckel hat. Während Baphomets Fluch spielerisch, gerade durch die famosen Rätsel, immer noch überzeugen kann, bleibt die eigentlich potenziell spannende Story irgendwo auf der Strecke. Irgendwie schafft es das Spiel einfach nicht, den Funken auf den Spieler überspringen zu lassen und präsentiert selbst eigentlich überraschende Wendungen einfach viel zu lasch. Inzwischen haben andere Spiele längst gezeigt, dass man eine Story viel dramatischer inszenieren und erzählen kann, als es hier der Fall ist. Dasselbe gilt auf für den Humor, der zwar hier und dort für ein kleines Schmunzeln reicht, aber größtenteils nur angedeutet wird.

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Durch das Spielen von Baphomets Fluch ist mir erst so richtig bewusst geworden, wie stark sich die Erzählweise von Videospeielen doch verändert hat. In der heutigen Zeit, in der die Präsentation der Spiele immer mehr an Hollywood Blockbuster heranreicht, kann ein Spiel wie Baphomets Fluch storytechnisch einfach nicht mehr so ganz überzeugen. Schade, dass die Entwickler dies scheinbar nicht erkannt haben und die an für sich wirkliche spannende Story nicht aufpoliert haben. Denn spielerisch weiß Baphomets Fluch, vor allem in Punkto Rätsel noch immer zu überzeugen. Ich rate allen Interessierten aufgrund des niedrigen Preises jedenfalls eher zur PC-Version, denn die neuen Inhalte rund um Nico rechtfertigen einen derart hohen Preis nun wirklich nicht.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

gut

72%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

19.03.2009

Developer

Revolution Software

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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