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Reviews: Nintendo Wii

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Mad World

Action

14.04.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

We live in a Mad World!

 

Der Markt für volljährige Videospieler leidet in Deutschland ja gerade mal wieder unter einer vorschnell geäußerten und bisher nicht nachgewiesenen Kausalität. Deshalb hat sich Sega unter anderem auch dazu entschlossen, das extrem blutige Spiel Mad World hier nicht auf den Markt zu bringen, um nicht unnötig Öl ins Feuer der Diskussion zu gießen. Ja, Mad World ist übertrieben; ja, Mad World ist brutal und; ja, Mad World ist nicht für Kinder geeignet. Aber genau das macht den Titel aus. Wer nach dem Genuss dieses Titels mit einer Kettensäge durch die Fußgängerzone seines Heimatortes rennen will, der hat sicher ganz andere Probleme als nur (zu) brutale Videospiele. Doch dass unsere Politiker sich lieber auf einen wehrlosen Sündenbock stürzen, als sich mit dem wirklichen Problem in diesem Zusammenhang zu befassen, spricht nicht gerade für deren Intelligenz und Regierungsfähigkeit. Aber das ist eine andere Geschichte....

 

In Mad World schlüpft der Spieler in die Rolle des mysteriösen Charakters Jack, der in eine Stadt im Ausnahmezustand kommt. Sie wurde durch eine mächtige Organisation komplett von der Außenwelt abgeriegelt und die Bewohner kämpfen nun ums Überleben. Die Motivation dazu verrate ich hier nicht, denn das ist eines der Dinge, die sich im Laufe der Geschichte nach und nach klären und für die eine oder andere Überraschung sorgen wird. Nur soviel: die Geschichte ist deutlich tiefgründiger und abwechslungsreicher als man bei einem solchen Spiel vermuten oder erwarten würde.

 

Jedenfalls ist Jack dort unterwegs und muss sich auf der Liste der Killer bis ganz nach oben vorarbeiten. Dazu muss er zunächst in einem Levelabschnitt genügend Punkte sammeln, um dann irgendwann zum Boss vorgelassen zu werden. Die Punkte werden von der dubiosen Organisation durch die Videoüberwachung der Stadt vergeben und in Abhängigkeit von der Brutalität eines Kampfes verteilt. Hier geht es also wirklich schlicht und einfach darum, die Gegner so extrem wie möglich zu vernichten.

 

Dabei greift Jack jedoch nicht nur auf die an seinem rechten Arm fest montierte Kettensäge zurück, die so manchen Gegner man eben horizontal oder vertikal teilen kann, sondern auch auf jede Menge andere Waffen. So kann man zum Beispiel Straßenschilder oder Reifen einsetzen, die Umgebung und taktisch angebrachte Kettensägen oder Stachelbäume nutzen oder sich spezieller Waffen bedienen, um die Gegner möglichst stilvoll auszuschalten. Auf Details und mögliche Kills gehe ich hier nicht näher ein, da der Artikel jugendfrei sein soll, ihr könnt euch aber sicher selbst vorstellen, was mit diesen Hilfsmitteln, darunter auch Trompeten, brennende Fässer, Abfalltonnen und vielem mehr alles möglich ist. Abwechslung bietet Mad World damit auf jeden Fall schon ziemlich viel.

 

Für zusätzliche Motivation sorgen die Motorradlevels, in denen Jack auf einem Zweirad unterwegs ist und dabei von Gegner in anderen Fahrzeugen angegriffen wird. Man muss also gleichzeitig auf die Straße und auf die Gegner achten und außerdem stets Tempo halten, da man sonst droht, einen der vielen Sprünge nicht zu schaffen. Da die Anzahl Leben sehr begrenzt ist, muss man generell sehr vorsichtig spielen, denn ein blöder Fehler kann schon dazu führen, dass man den Level von vorne beginnen muss.

 

Außerdem sorgen die Bloodbath Challenges für weitere Abwechslung. Sie gibt es in jedem Level und unterbrechen den normalen Ablauf durch eine Art Minispiel. Dann hat Jack eine gewisse Zeit die Möglichkeit, massenweise Punkte zu sammeln. Mit dabei sind so tolle Spiele wie Man Dart oder Man Golf, worauf ich hier aber nicht näher eingehen will, sondern euch dazu anregen möchte, die eigene Fantasie zu nutzen. ;-)

 

Neben den schon erwähnten Punkten, die man sammelt und zum Weiterkommen benötigt, läuft auch ein Countdown mit, innerhalb dessen man den Level beenden muss. Dieser ist großzügig bemessen und wird auch nur im Menü angezeigt. Er dient lediglich dazu, dass die Anzahl an Punkten nicht ins Unendliche steigen kann, wenn man einfach immer weiter kämpft, da auch immer neue Gegner nachkommen.

 

 

Steuerung und Technik!

 

Grafisch fällt der Titel jedem sofort auf, da er absolut aus der Reihe tanzt. Zum einen wäre da die Tatsache, dass außer dem roten Blut alles in schwarz-weiß gehalten ist, was dazu führt, dass das Blut noch deutlicher auffällt. Der Comic-Look sorgt dazu dafür, dass es nicht realistisch wirkt, da es sonst ziemlich eklig und auch nicht mehr so stilvoll wäre. Es ist einfach wie ein gut gezeichneter und zum Leben erweckter Comic, in dem ihr selbst die Kontrolle über den Helden übernehmt. Auf Bildern kommt das leider nicht so recht zur Geltung und alles wirkt ein wenig unübersichtlich. In Bewegung ist das nicht so, weshalb ich allen Volljährigen nur dazu raten kann, sich Videos von dem Titel anzusehen, um sich selbst davon zu überzeugen.

 

Die Musik und der Sound sind eine Klasse für sich. Zwar ist die musikalische Untermalung sehr im Hintergrund, dafür aber abwechslungsreich und wirklich gut gemacht. Die sehr gute englische Sprachausgabe macht es noch besser und als i-Tüpfelchen gibt es noch zwei Moderatoren, die das Geschehen passend kommentieren. Deren Sprüche sind absolut genial und fast immer auch perfekt treffend auf die Situationen. Der eine oder andere Lacher bleibt dabei nicht aus.

 

Die Steuerung ist optimal an Wiimote und Nunchuk angepasst. Die Steuerung von Jack per Stick funktioniert blendend, die Kettensägen-Attacken durch Bewegungen der Wiimote machen riesig Spaß und auch alle anderen Aktionen gehen leicht von der Hand. Gut ist, dass man immer eine Erklärung bekommt, wenn eine neue Waffe oder ein anderes Hilfsmittel zum Einsatz kommt, so dass man weiß, wie sie zu bedienen sind. Bei den Kombinationsmöglichkeiten der Waffen und Gegenstände setzt nur eure Fantasie die Grenzen des möglichen…

 

 

Mehrspaß durch Mehrspieler?!

 

Der Mulitplayer-Teil von Mad World ist leider etwas bescheiden ausgefallen, aber immerhin kann man das blutige Abenteuer zu zweit in Teilen erleben. Für diesen Modus wurden die Bloodbath Challenges weiter verarbeitet, man tritt dann nämlich direkt gegeneinander an. Zwar nicht wirklich direkt, aber zumindest zeitgleich, denn es geht darum, wer mehr Punkte macht, bevor die Zeit abgelaufen ist. Natürlich kann man sich dabei auch gegenseitig Schaden zufügen, aber primär muss man die zahlreichen Gegner auf die vorgegebene Art ins Jenseits befördern.

 

Man kann jeweils auf die Arenen zugreifen, die man im Hauptspiel bereits gesehen hat, insgesamt gibt es 11 verschiedene solcher "Aufgaben", also gibt es genug Abwechslung. Schade finde ich, dass man immer nur eine Arena auswählen und dann direkt spielen kann und am Ende ein Gewinner feststeht. Ein bisschen mehr Variation oder Möglichkeiten, die zur Verfügung stehende Zeit oder die Anzahl und Stärke der Gegner festzulegen, sowie wählbare Kombinationen wären auf jeden Fall nett gewesen.

 

So ist es leider "nur" ein nettes Gimmick, das man aber nicht wirklich braucht und womit auch die wenigsten wirklich Zeit verbringen werden. Koop im Abenteuer oder Online-Duelle wären da schon deutlich besser gewesen, allerdings liegt bei Mad World der Fokus eben ganz klar auf dem Einzelspieler-Erlebnis und da haben die Entwickler ihre Sache sehr gut gemacht!

 

 

Meckerecke!

 

Viel zu meckern gibt es bei Mad World nicht, ein paar Kritikpunkte gibt es aber schon. So spaßig wie das Spiel auch ist, an manchen Stellen legen die Entwickler es wirklich darauf an, den Spieler zu frustrieren. Dadurch, dass das Gameplay sehr retro ist und außer Punkten nichts zählt, ist das Spiel auch extrem hart. Jack hat eben nur drei Leben in jedem Level und wenn die weg sind, dann muss man wieder ganz von vorne anfangen. Nervig ist das vor allen Dingen bei langen Levels mit harten Endgegnern, bei denen man manchmal 1-2 Versuche braucht, um überhaupt zu begreifen, wie sie zu besiegen sind. Da kann ich jedem nur zur Vorsicht raten, denn nichts ist ärgerlicher als nach 30 Minuten in einem Level wegen einem Fehler wieder von vorne anfangen zu müssen.

 

Gleichzeitig bringt der Fokus auf Highscores auch mit, dass man Mad World relativ schnell durchspielen kann. Mehr als 5-10 Stunden sollte keiner brauchen und wer danach keine Lust auf den noch härteren Modus oder weitere Punktejagden hat, der ist dann relativ schnell am Ende des Titels. Ein paar Punkte kostet das auf jeden Fall, denn wegen mir hätte das Spiel auch doppelt so lang sein können, da es trotz eher wenige Abwechslung im Gameplay wirklich großen Spaß macht.

 

Das wäre dann auch schon mein letzter Kritikpunkt: Es gibt zwar zahllose Waffen und mögliche Arten, sich eines Gegners zu entledigen, aber unterm Strich macht man die ganze Zeit über stets dasselbe. Die sehr spannende und gut erzählte Geschichte hält zwar bei der Stange, aber ein paar mehr Variationen hätten dem Spiel sehr gut getan.


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Fazit

Mad World ist ganz klar ein Spiel für volljährige Spieler und sollte zu Recht keinem Minderjährigen in die Finger geraten. Es ist blutig und total übertrieben, man muss aber verstehen, dass es sich selbst nicht so ganz ernst nimmt und auch die Gesellschaft durchaus kritisiert. Die Geschichte ist überraschend gut und vielseitig, es gibt einigermaßen viel Abwechslung und die Steuerung funktioniert gut. Alles in allem ist Mad World deutlich besser als erwartet, kann aber einige Schwächen doch nicht ganz verstecken. Wer sich mit dem Stil und dem Genre anfreunden kann, der muss sich den Titel auf jeden Fall importieren, denn solche Titel gehören unterstützt!

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

82%

Singleplayer

65%

Multiplayer

Release

nicht in D

Developer

Platinum Games

Publisher

Sega

USK Freigabe

keine

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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