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Reviews: Nintendo Wii

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Professor Heinz Wolff's Gravity

Puzzle

12.04.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Physik spielend entdecken!

 

Die Schwerkraft ist schon irgendwie seltsam. Obwohl sich unser Planet dreht und wir alle in der Schule lernen, dass bei Drehungen Fliehkräfte wirken, die nach außen schleudern, hält uns die Schwerkraft unseres Planeten doch mit den Füßen am Boden. Aber es soll hier nicht darum gehen, wie Schwerkraft theoretisch funktioniert, sondern, was man mit dem Prinzip so alles anstellen kann. Man kann sich den Titel im Prinzip wie „The Incredible Machine“ vorstellen, nur eben nicht mit Schnüren und Zahnrädern, sondern schlicht mit Schwerkraft als Motor. In 100 Levels geht es einfach nur darum, einen roten Buzzer zu betätigen.

 

Während der Bauphase steht alles im Level still und ihr könnt die vorrätigen Teile so aufbauen, wie ihr wollt. Drückt man dann die B-Taste, fällt ein großer Ball aus seinem Loch und so kommt Schwung in das ganze System. Der Ball muss dazu dienen, euer aufgebautes Konstrukt so zu nutzen oder in Bewegung zu bringen, dass am Ende irgendwie der Buzzer getroffen wird. Damit ist das Level geschafft und es kann weiter gehen.

 

Während die ersten 20 Aufgaben noch relativ schnell lösbar sind, wird es danach immer öfter wirklich knifflig. Zwar können einige der Aufgaben mit etwas Fantasie auch mit weniger als den zur Verfügung stehenden Teilen gelöst werden, aber das ist sicher nicht im Sinne des Erfinders. Jedenfalls braucht man für einige Levels wirklich gutes Verständnis, wie sich Gegenstände verhalten, wenn sie an einem bestimmten Punkt mit einer bestimmten Kraft berührt werden. Da man jedoch unendlich oft ausprobieren kann, lohnt es sich, immer zunächst zu schauen, was er Ball macht, wenn man noch gar nichts aufgebaut hat.

 

Spielbar sind immer zwei Levels, schafft man eines davon, dann wird ein weiteres freigeschaltet. Ist also mal eins dabei, dass partout nicht gelingen will, dann kann man es zunächst hinter sich lassen und woanders weiter knobeln. Kommt dann allerdings ein weiteres Level, das man nicht lösen kann, wird es kompliziert. Entweder man probiert so lange, bis es irgendwann klappt oder man bedient sich der Tipps, die allerdings nicht immer hilfreich sind. Diese kann man gegen Punkte kaufen und das Spiel zeigt einem dann, wie die Umgebung aufgebaut werden muss, damit es klappt und auf Wunsch wird dies auch gleich erledigt. Etwas doof ist, dass manche automatische Aufbauten nicht zum Ziel führen, so dass man nachjustieren muss. Eine Musterlösung ist bei mir sogar immer in sich selbst zusammengebrochen, bevor ich den Ball überhaupt auf den Weg geschickt habe.

 

Insgesamt sind die 100 verschiedenen Aufgaben aber gut ausgewogen, abwechslungsreich und fordernd, ohne allzu unfair zu werden. Durch Veränderungen in der Schwerkraft, bleibt es darüber hinaus nicht dabei, einfach nur immer komplexere Lösungen zu konstruieren, sondern man muss später auch umdenken. Dazu gibt es noch vier Minispiele, in denen man auf Punktejagd gehen kann, sowie 20 so genannte Baukasten-Levels in denen man sich austoben kann, deren tieferen Sinn ich jedoch nicht begriffen habe. Die Minispiele sind ganz lustig, aber da es nur vier Stück gibt, die allesammt die Betonung auf „Mini“ legen, hält das einen Spieler auch nicht lange bei der Stange. Einen Mehrspielermodus kann man damit auch nur simulieren, indem mehrere Spieler nacheinander dasselbe Minispiel spielen und man am Ende schaut, wer das beste Ergebnis erreicht hat.

 

 

Grafik, Sound und Steuerung!

 

Grafisch ist das Spiel weit weg davon, wirklich gut auszusehen, aber was will man von solch einem Puzzler auch erwarten? Die Hintergründe sind zwar schön und auch abwechslungsreich, aber vordergründig bewegt sich nur wenig. Alle Objekte sind zweidimensional und überzeugen auch nicht gerade durch extrem hoch aufgelöste oder variantenreiche Texturen. Außerdem gibt es hier und da unschöne Darstellungsfehler, was das Erlebnis weiter trübt.

 

Die Musik ist bei diesem Spiel am besten, wenn man den Ton einfach ganz ausmacht. Eine Hand voll Melodien, die schon nach kurzer Zeit total auf den Senkel gehen sind für ein Knobelspiel nicht wirklich die richtige Wahl. Schließlich sitzt man schon gerne mal 15-20 Minuten an einer Aufgabe und die knapp 60 Sekunden langen Stücke rauben einem dann schnell den letzten Nerv.

 

Die Steuerung ist ein zweischneidiges Schwert. Zwar ist der Pointer als Mauszeiger dargestellt und damit wunderschön klein, so dass man zielgenau greifen kann, allerdings verhält sich im Spiel nicht alles einheitlich. Man greift Gegenstände mit der A-Taste und kann sie dann an eine bestimmte Stelle bewegen und durch Loslassen wieder absetzen. Doch ist es irrelevant an welcher Stelle man sie anpackt, da sie ihre Position nicht verändern. Man kann also einen waagerecht liegenden langen Stab zum Beispiel nicht ganz links greifen, ihn dann hochheben und erwarten, dass er in die Senkrechte fällt. Schwerkraft gilt zwar im ganzen Spiel, aber nicht, während man Bausteine verschiebt. Das ist etwas nervig, weil unintuitiv. Positiv ist die Zoomfunktion, die zielgenaues Bauen deutlich erleichert.

 

 

Meckerecke!

 

Neben der unterdurchschnittlichen Technik und der etwas suboptimalen Steuerung stört mich vor allen Dingen, dass ein und dieselbe Ausgangssituation zu verschiedenen Ergebnissen führen kann. Baut man also komplexe Systeme auf und testet sie Schritt für Schritt, dann kann es am Ende passieren, dass es doch nicht funktioniert, wie man es geplant und schon getestet hat. Hier wurde nicht sauber programmiert und getestet.

 

Das zweite große Manko ist, dass es Lösungsmöglichkeiten gibt, die wohl nicht im Sinne der Erfinder sind. Teilweise hat man fünf oder mehr Bausteine zur Verfügung, kann das Rätsel aber auch mit einem oder zwei davon lösen. Auch das spricht nicht gerade für saubere Programmierung und Testing, denn solche Umwege sollten bei Denkspielen dieser Art eigentlich ausgeschlossen sein.

 

 

Vielen Dank an Deep Silver für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Denkspiele, die aus realer Schwerkraft basieren haben mir schon immer Spaß gemacht. Die Kette aus Ursache und Wirkung bis zum Ende zu durchdenken erfordert logisches Denkvermögen, cleveres Kombinieren und ein Grundverständnis von Kraft (= Masse x Beschleunigung). Leider mangelt es Gravity an der nötigen perfekten Umsetzung durch die Programmierer, so dass es nicht selten zu einer nervigen Angelegenheit werden kann. Dazu kommen die unterdurchschnittliche Grafik und die wirklich schlechte akustische Untermalung, die das Erlebnis weiter zu trüben. Dennoch macht es Spaß und bietet ausreichend Abwechslung, so dass Freunde von solchen Spielen sicher Spaß damit haben können.

Grafik

ok

Sound

sch...

Steuerung

ok

Spielspaß

gut

62%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

06.02.2009

Developer

EM Studios

Publisher

Deep Silver

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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