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Reviews: Nintendo Wii

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Heatseeker

Shoot 'em Up

16.04.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Atemberaubende Luftschlachten bei Mach3!

 

In Heatseeker schlüpft der Spieler in die Rolle des Piloten Mike Hudson, der den Fliegernamen „Downtown“ trägt. Gemeinsam mit seinem Kumpanen Hank „Divot“ Harrison steigt er in die verschiedensten Jäger, um es mit den scheinbar übermächtigen Gegnern aufzunehmen. Die Befehle erhält das Team vom Kommandanten Stuart „Rumbler“ Stephens, mit dem sie die meiste Zeit in Funkverbindung stehen und von ihm die neusten Missionsinfos bekommen.

 

In einer Einführungsmission, in der es vergleichsweise wenige Gegner gibt, wird der Spieler langsam an die Steuerung des ersten Jägers herangeführt, damit er sich danach direkt den Terroristen in den Weg stellen kann. Die Missionen zeichnen sich dabei vor allem dadurch aus, dass ihr Verlauf stets unberechenbar ist. Was als Aufklärungsmission beginnt, kann schnell zu einer Verfolgungsjagd werden, weil die gefunden Feinde flüchten wollen. Sollten sie auf einmal Unterstützung aus der Luft oder aus dem Wasser erhalten, wird die Mission eben zu einer Schlacht. Diese Unwissenheit macht es zu Beginn nicht gerade einfach, das richtige Material auszuwählen, denn eine Mission wird ungleich schwerer, wenn man auf einmal Bodenziele vernichten muss, aber nur Luft-Luft Raketen an Bord hat.

 

Im Laufe des Spiels werden die Missionen zwar immer abwechslungsreicher, aber im Prinzip wechseln sich nur wenige Möglichkeiten stets ab, so dass man sehr oft dasselbe zu tun hat, was aber generell nicht negativ gemeint ist, da man sich kaum mehr Abwechslung in einer Flugsimulation vorstellen kann. Nachdem man das erste Gebiet erfolgreich gemeistert hat, erfährt man immer mehr über die Hintergrundgeschichte. Eine Terrorzelle, die erstaunlich gut ausgestattet ist, scheint einen großen Plan zu verfolgen, den es zu verhindern gilt. Doch dieser Plan lüftet sich im Laufe des Abenteuers nur langsam. Während man es zu Beginn nur mit kleinen Schergen zu tun hat, trifft man früher oder später auch auf die Drahtzieher der Organisation und muss sich ihnen natürlich in den Weg stellen.

 

Neben der fortschreitenden Story werden auch die Missionen immer anspruchsvoller. Mehr Gegner sind zu besiegen, Flugabwehrgeschütze auszuschalten, Kriegsboote zu versenken und manchmal wird ein ohnehin schon schweres Missionsziel noch härter gemacht, indem man einen oder mehrere Verbündete vor den Gegnern schützen muss. Dann kann man nicht mehr blind drauf los fliegen und die größten Gefahren der Reihe nach ausschalten, sondern muss auch noch ein Auge auf seine Freunde werfen.

Dabei ist es leider nicht immer vor einer Mission wirklich klar, welche Wahl man am besten trifft, so dass es ab und an vorkommt, dass man von vorne beginnt, um die Ausrüstung besser an die Anforderungen anzupassen. Es sind jedoch alle Missionen mit mehr oder weniger jeder Ausrüstung machbar, allerdings bei ungünstiger Wahl natürlich schwerer.

 

Um das Geschehen abwechslungsreicher zu gestalten und um dem Spieler viele Möglichkeiten an die Hand zu geben, kann man seine Bewaffnung den Missionen anpassen und auch verschiedene Flieger wählen, um die unterschiedlichen Situationen optimal ausgerüstet angehen zu können. So gibt es 17 verschiedene Flugzeuge, wie zum Beispiel eine F15 Eagle, einen F16 Falcon oder den legendären F117 Nighthawk Tarnkappenbomber, die man nach und nach freischalten kann. Außerdem gibt es fünf verschiedene Luftabwehrwaffen und 15 Bodenwaffen, die man je nach Flugzeug in unterschiedlichen Kombinationen auswählen kann. Da Codemasters die offizielle Lizenz von Boeing hat, sind alle Flieger authentisch den Originalen nachempfunden.

 

Mit etwa 8-10 Stunden Spielzeit für die knapp unter 20 Missionen in der Kampagne ist der Umfang ganz okay, aber leider nicht überragend. Auch die Möglichkeit, einzelne Missionen direkt auszuwählen, hilft da nur wenig. Zwar kann die Jagd nach Bonusflugzeugen und besserer Ausrüstung durch gutes Abschneiden die Spielzeit etwas verlängern, jedoch hätte ein Mehrspieler-Modus sehr viel mehr dazu beigetragen. Wie gerne hätte ich mit meinen Freunden on- und offline packende Schlachten ausgetragen. Hoffentlich integrieren die Entwickler ein solches Feature im zweiten Teil, wenn denn einer kommt.

 

 

Da will ich hin fliegen!

 

Was die Überschrift schon recht platt andeutet, setzt das Spiel sehr gekonnt um, denn Heatseeker steuert man anders, als die bisher erschienenen Flugsimulationen. Man setzt zur Bewegung des Flugzeuges nämlich nicht die Sensoren in der Wiimote ein, sondern benutzt den Pointer als eine Art Richtungsvorgabe für das Flugzeug. Das heißt im Klartext, dass man mit dem Pointer ganz einfach in die Richtung zeigt, in die man fliegen möchte und kann sich so völlig frei im dreidimensionalen Raum bewegen. Zusätzlich dazu kann man den Profi-Modus aktivieren, in dem man die horizontale Neigung des Jägers durch Drehen der Fernbedienung verändern kann, um zum Beispiel engere Kurven zu fliegen. Für Einsteiger ist jedoch der leichtere Arcade-Modus zu empfehlen, damit man sich erstmal an die hohe Geschwindigkeit gewöhnen und die Grundsteuerung langsam lernen kann.

 

Mit dem Stick auf dem Nunchuk ändert man die Geschwindigkeit des Jägers. Drückt man nach vorne, wird der Nachbrenner gezündet und der Jet beschleunigt bis zu mehrfacher Überschallgeschwindigkeit und drückt man nach hinten, dann werden die Bremsklappen ausgefahren, so dass der Jäger langsamer fliegt. Mit dem Z-Knopf feuert man sein Bordgeschütz ab und über den B-Trigger auf der Fernbedienung setzt man seine Primärwaffe ein. Die Primärwaffen (Luft, Boden, Kurzstrecke, Mittelstrecke, Langstrecke, etc.), die man ausgerüstet hat, schaltet man durch einen Druck nach unten auf dem Steuerkreuz durch. Die A-Taste ändert die Zielerfassung auf das nächste Ziel und mit 1 und 2 schaltet man sich durch die verschiedenen Funktionen des Radars.

 

Mit der + Taste gelangt man ins Pausenmenü und - verändert die Ansicht oder überspringt Filmsequenzen. Als wäre das nicht schon genug, sind auch noch die Richtungstasten des Steuerkreuzes teilweise doppelt belegt, da das Spiel einfach zu viele Funktionen für die Wiimote hat. Zum zoomen muss man zum Beispiel zweimal nach oben drücken, zum Aktivieren des Tarnmodus nach oben und dann nach links, usw. Hier wäre es in meinen Augen sehr viel geschickter gewesen, diese Funktionen durch eine Kombination von gedrückten C-Knopf und Richtungswahl mit dem Stick auf dem Nunchuk zu triggern, da man zum Steuerkreuz oft umgreifen muss. Dies führt leider zu einigen ungewollten Richtungswechseln, da man den Pointer nur selten ruhig halten kann, während man die gewünschte Kombination drückt.

 

Auch wenn es diese Verkomplizierungen gibt, kann man fast uneingeschränkt sagen, dass die Steuerung sehr gut gelungen ist, denn die schwer zu erreichenden Funktionen werden nur sehr selten gebraucht. Die Dinge, die man am laufenden Band einsetzen muss, sind alle sehr gut zu erreichen. Darüber hinaus funktioniert das Lenken über den Pointer extrem gut und geht nach sehr kurzer Eingewöhnungszeit so leicht von der Hand, dass man jeden Jäger zielgenau steuern kann. Hier ist den Entwicklern ein wirklich großer Wurf gelungen, bei dem sich andere Flugsimulationen in Zukunft eine große Scheibe abschneiden sollten. Durch die Option, mittels Drehungen der Fernbedienung, die Ausrichtung des Flugzeuges zu beeinflussen, bekommen Profispieler außerdem eine gute Möglichkeit, noch schneller zu steuern.

 

Ergänzend sei noch zu erwähnen, dass man die Tastenbelegung geringfügig ändern kann, indem man eine der beiden alternativen Methoden auswählt, die sich jedoch nur geringfügig von dem von mir beschriebenen Schema unterscheiden. Vielleicht ist es für den einen oder anderen jedoch etwas angenehmer, so zu fliegen, deshalb sollte man nicht davor zurückscheuen, alle einfach mal auszuprobieren.

 

 

Achtung, Einschlag!

 

Ein der größten Schwächen von bisherigen Wii-Spielen ist die Grafik, die sich kaum merkbar von der letzten Konsolengeneration abhebt. Bei Heatseeker ist das leider nicht anders, aber auch nicht verwunderlich, da das Spiel auch auf der PS2 erscheint und somit auf beiden Konsolen recht ähnlich aussieht. Dennoch hat die Wii-Version ein paar Vorteile, wie das deutlich reduzierte Flimmern und eine absolut flüssige Framerate. Daher ist die Wii-Version nicht nur wegen der deutlich intuitiveren und generell besseren Steuerung zu bevorzugen, sondern auch wegen leicht besserer Technik.

 

Schlechte Optik kann man dem Spiel auf jeden Fall nicht vorwerfen, zumindest nicht in der Luft. Die Flugzeugmodelle sehen gut aus, die Weitsicht ist optimal, Wolken sind sehr realistisch und Explosionen sind eine Klasse für sich. Bei einem Einschlag fliegen viele kleine Einzelteile durch die Gegend und es bildet sich eine starke Rauchwolke und die Flammen sehen auch wirklich gut aus. Gesteigert wird das Erlebnis außerdem durch die patentierte Impact Cam, die zerstörerische Angriffe gleich doppelt genial macht. Bei manchen Angriffen (oder wenn man eine Rakete abfeuert und den B-Trigger länger gedrückt hält) wechselt die Ansicht auf das gegnerische Flugzeug und zeigt dessen Zerstörung in Zeitlupe und mit passender Sounduntermalung. Einfach herrlich!

 

Die einzige technische Schwäche ist die Grafik am Boden, denn dort sieht irgendwie alles gleich aus, die Texturen sind nicht unbedingt hochwertig und die Polygonzahl mancher Gebäude und Fahrzeuge hätte höher sein können. Vor allen Dingen ist das Wasser ein Problem, da man es manchmal nur schwer vom Blau des Himmels unterscheiden kann, was nicht selten zu Abstürzen führt. Ansonsten ist die Technik von Heatseeker sehr solide und macht vor allen Dingen in der Luft großen Spaß.

 

Musik und Sound sind im Spiel auch wirklich gut gelungen. Die Musik fetzt, die Effekte sind knallhart und die deutsche Sprachausgabe qualitativ sehr hochwertig und fehlerfrei. Lediglich bei den Zwischensequenzen, die mit echten Darstellern gedreht wurden, hätte man mehr Wert auf eine mundsynchrone Aussprache legen sollen, denn so wirkt es teilweise wie in den schlecht übersetzten amerikanischen Dauerwerbesendungen und passt daher nicht wirklich zum Spiel. Dafür sind die Sequenzen ansonsten wirklich gut gemacht und geben dem Spiel eine gewisse Authentizität, wozu auch die umfangreichen Vor- und Nachbesprechungen mit einigen interessanten Statistiken beitragen.

 

 

Vorsicht, Absturz!

 

Leider hat das ansonsten gute Spiel auch ein paar Mängel, von denen ich nun zunächst mal ein paar unwichtige, aber dennoch seltsame nennen will. So haben sich in die Anleitung und in die Beschreibung auf der Rückseite einige Tippfehler eingeschlichen, wobei ich zum Beispiel annehme, dass Feidscharen eigentlich Feindscharen heißen soll. Das ist ebenso ärgerlich, wie eine Passage in der Anleitung, die nicht übersetzt wurde, also noch auf Englisch dort steht.

 

Abgesehen von diesen kleineren Schönheitsfehlern ist das Spiel bei mir leider auch ein paar mal abgestürzt und hat damit das erste Mal meine Wii Konsole so eingefroren, dass ich sie komplett vom Strom nehmen musste. Das Ganze ist mir dreimal passiert und zwar immer in der dritten Mission, während ich startende Rettungsflugzeuge vor dem Angriff eine Bootsflotte beschützen musste. Der Fehler war dabei zwar nicht 100% reproduzierbar, aber er passiert immer an einer ähnlichen Stelle, so dass ich diese dann weiträumig umflogen habe und das Problem dann nicht mehr hatte. Nach dieser Mission lief dann alles einwandfrei.

 

Vielen Dank an Codemasters für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Heatseeker ist ein wirklich gutes Spiel, das vor allen Dingen durch die nahezu perfekte Steuerung überzeugt, die nur darunter leidet, dass manche Funktionen nur schwer zu erreichen sind. Glücklicherweise benötigt man diese jedoch nur selten. Die Technik ist generell solide und solange man sich hoch oben befindet gibt es an der Grafik absolut nichts zu meckern. Ebenso gut sind der Sound und die tolle deutsche Sprachausgabe. Schade ist, dass es keinen Mehrspielermodus gibt, so dass der Titel insgesamt nur ein recht kurzes Vergnügen bietet. Dennoch kann ich allen, die Spaß an Flugsimulationen und extrem hohem Tempo haben, das Spiel wärmstens empfehlen. Ein weiterer Titel, der eindrucksvoll zeigt, wie sehr ein Genre von den Möglichkeiten der Wii-Controller belebt werden kann.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

28.03.2007

Developer

Codemasters

Publisher

Codemasters


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