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Reviews: Nintendo Wii

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MySims Party

Sonstiges

08.05.2009

Autor: Martin Küpper

 

 

Eine echte Party?

 

Partyspiele gibt es auf der Wii wie Sand am Meer, doch in der Flut der potentiellen Spaßgranaten gibt es nur wenige, die wirklich halten, was sie versprechen und dem Wort Party gerecht werden können. Electronic Arts wagt nun mit MySims Party einen neuen Anlauf, sich in die Sparte dieser Titel einzureihen und macht dabei einiges anders als die Konkurrenz. Die Frage ist nur, ob sie es auch besser machen?

 

Schon ein Blick auf die Spielmodi verheißt nichts Gutes. Insgesamt gibt es drei Stück und dass auch nur, wenn man die Ranglisten mitzählt, in denen man seine Leistungen mit Spielern aus aller Welt vergleichen kann. Ansonsten hat man die Wahl zwischen dem Minigame-Modus, in dem man einzelne Minispiele spielen kann und dem Traumfestival-Modus, der das Kernstück des Spiels darstellt.

 

Wählt man letzteren, muss man zunächst seinen eigenen MySims Charakter erstellen. Warum man nicht einfach ein Mii verwenden darf, ist fraglich, aber vermutlich möchte EA etwas Eigenes bieten. Ein weiteres virtuelles Alter Ego zu erstellen wäre ja auch gar nicht so schlimm, wenn der Editor nicht so unglaublich langsam und fummelig wäre. Anstatt aus einem Fundus aus Frisuren, Kleidern etc. auszuwählen, ist man gezwungen durch das Klicken auf die entsprechende Körperstelle (beispielsweise die Haare für die Frisur) eine Option rauf oder runter zu schalten, was eine Übersicht über alle Möglichkeiten unmöglich macht und das Erstellen in die Länge zieht. Zumal jede Option geladen werden muss, was in Extremfällen bis zu einer Sekunde dauern kann.

 

 

Willkommen in 10do City!

 

Hat man sich endlich seinen Sim erstellt, oder hat es aufgegeben und einen Vorgegebenen gewählt, geht es daran, Statuspunkte in den Bereichen Glück, Ausdauer, Kraft und Tempo zu vergeben, bevor es dann endlich in die neue Heimat geht – deren Namen man freilich selbst festlegen kann. Die Aufgabe besteht nun darin, durch das Absolvieren diverser Festivals, neue Einwohner in die Stadt zu locken, um diese mit neuem Leben zu füllen.

 

Jedes Festival ist im Prinzip nur eine Reihe Minispiele, dem ein bestimmtes Thema, sei es nun Sport, Musik oder Essen, zugeordnet ist. Insgesamt gilt es, über 50 unterschiedliche Minispiele zu absolvieren, doch die Freude über den anständigen Umfang weilt nur kurz.

 

Die Minispiele bieten nämlich leider nur altbackene Konzepte, die sich zudem schnell wiederholen. Zeig auf dieses, zeig auf jenes, sammle dies und sammle das – wirklich kreativ und spaßig sind nur wenige Minispiele und zu allem Überfluss ist auch die Erklärung oftmals ungenau. Doch glücklicherweise ist dies nicht die einzige Komponente von MySims Party. Im Gegensatz zu vergleichbaren Titeln spielt man nämlich nicht nur einen Charakter, sondern eine Gruppe aus vier Sims. Neben dem Hauptcharakter kann man also noch drei weitere Einwohner der Stadt ins Team aufnehmen.

 

Die Auswahl des richtigen Charakters ist daher so wichtig, weil jedes Minispiel andere Anforderungen stellt. Hier kommen die eingangs erwähnten Statuspunkte ins Spiel. Bei Aufgaben wie Wettrennen ist es entscheidend, einen möglichst schnellen Sim zu haben, da dieser deutlich mehr Tempo aufnehmen kann. Sobald das Minispiel vorbei ist, verringert sich der Status des geforderten Wert (wird vor dem Spiel angezeigt) um einen Punkt. Aufgefrischt werden können die Werte während eines Festivals nur durch eine Kartenrunde, wobei man aus einer Reihe verdeckter Karten eine auswählen muss. Je nach gezogener Karte bekommt man ein Item oder eben einen Schub an Statuspunkten.

 

Ebenfalls ungewöhnlich ist die Interaktion mit der Stadt. Gewinnt man ein Festival, bekommt man ein Denkmal, das man an vorgegebenen Stellen in der Stadt platzieren kann. Keine wirklich große Sache, aber immerhin eine kleine Belohnung und ein Anreiz, die Events zu beenden. Des Weiteren kann man sein trautes Heim selbst gestalten. Der Editior kommt in seiner Komplexität aber nicht an den der Vorgänger heran, bei denen die Gestaltung ja das wichtigste Element war. Aber immerhin kann man Form und Dachbau umgestalten, Fenster und Türen austauschen und natürlich den Anstrich verändern.

 

Das Wichtigste eines Partyspiels ist natürlich der Mehrspielermodus, der in der Regel deutlich besser ausfallen sollte als den Einzelspielerpart. Doch die Formel je mehr Spieler, desto mehr Spaß funktioniert hier nicht, denn vier Mal null bleibt null. Langweilige Minispiele bleiben es auch mit Freunden und außerdem sind die Möglichkeiten extrem eingeschränkt. Entweder man spielt einzelne Minispiele, oder ein Festival wozu man sogar extra in die Stadt – die man nur alleine erkunden kann – muss. Wieso hat man hier nicht versucht, eine Kreuzung aus Animal Crossing und Mario Party auf die Beine zu stellen?

 

 

Steuerung, Sound und Grafik

 

Die Steuerung der Minispiele ist größtenteils sehr simpel. Schüttel- und Pointereinlagen haben auch Einsteiger schnell verinnerlicht und auch die Spiele in denen man die Wiimote waagerecht halten muss und die Figur mit dem Steuerkreuz steuert, sind leicht zu erlernen. Es funktioniert also (fast) alles, aber wirklich kreativ und spaßig werden die Bewegungssensoren nicht genützt.

 

Grafik und Sound sind absolut mittelmäßig. Sicher, man kann dem Stil des Spiels einen gewissen Charme nicht absprechen, aber aus technischer Sicht wäre einfach viel mehr möglich gewesen. Genauso verhält es sich auch mit dem Sound. Die Musik plätschert im Hintergrund gemütlich vor sich hin, ohne wirklich aufzufallen, womit sie den Sprachsamples der Sims einiges voraus hat, denn diese nerven nach einer Weile gewaltig.

 

 

Vielen Dank an Electronic Arts für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Weltweite Highscores, Taktik-Elemente durch Statuswerte, Storymodus mit Stadtwachstum als Anreiz. Alles nette Ideen, aber was nützen sie, wenn die Minispiele, das Herzstück eines jeden Partyspiels , einfach nicht zünden wollen. Auch Gelegenheitsspieler haben einen gewissen Anspruch und wollen Abwechslung und vor allem Spaß – und das bietet MySims Party einfach nicht. Außerdem fehlt im Mehrspielermodus das gewisse Etwas, wie das Brettspiel bei Mario Party, was im Single Player durch das Wachstum der Stadt immerhin angedeutet wird. Ich kann an dieser Stelle nur meine Mutter zitieren, die das Spiel mit einem „irgendwie blöd“ kommentierte. Was bleibt da noch zu sagen? Kaufen? Nein.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

schwach

40%

Singleplayer

35%

Multiplayer

Developer

Electronic Arts

Publisher

Electronic Arts

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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