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Reviews: Nintendo Wii

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Final Fantasy Crystal Chronicles: Echoes of Time

RPG

21.05.2009

Autor: Martin Küpper

 

 

Eine längst vergessene Krankheit

 

Zu Zeiten des GameCubes war Final Fantasy Crystal Chronicles eines der wenigen Spiele, welches die von Nintendo angepriesene Connectivity zwischen der Konsole und dem Gameboy Advance nutzte. Zwar ermöglichte diese Verbindung spaßige Mehrspieler-Action, doch wer hatte schon 4 GBAs und Verbindungskabel? Auf der Wii wagt Square Enix nun einen neuen Anlauf mit Echoes of Time, in dem man gemeinsam mit anderen Wii- und DS-Spielern ein packendes Abenteuer erleben kann. Der Haken: Die Wii-Version ist eine 1:1 Portierung vom DS, mit gleicher Grafik- und Soundqualität.

 

Bevor es los geht, gilt es erst einmal den richtigen Charakter auszuwählen. Man hat die Wahl aus vier verschiedenen Rassen, die natürlich nicht nur unterschiedlich aussehen, sondern auch über verschiedene Eigenschaften verfügen. Die Clavatas verstehen sich mit dem Schwertkampf, die Lilties im Gebrauch von Speer und Hammer, während die Yukes ausgezeichnete magische Fähigkeiten haben und die Selkies höher und weiter springen können. Hat man sich dann auch für ein Geschlecht entschieden und den Helden auf einen beliebigen Namen getauft, geht es endlich ins Spiel.

 

Die Handlung beginnt mit einer Volljährigkeitsprüfung, die im Heimatdorf des Helden – einem kleinen Walddorf – jeder Jugendliche im Alter von 16 Jahren absolvieren muss. Die anschließende Feier fällt aber ins Wasser, da ein Mädchen plötzlich unter dem Einfluss einer längst vergessenen Krankheit zusammenbricht. Wie nicht anders zu erwarten ist, ist die Medizin aber nicht gleich zur Hand und so zieht man los, um in der weit entfernten Stadt ein Heilmittel zu besorgen. Doch auch hier ist die Krankheit längst vergessen, lediglich ein alter Mann erinnert sich an die alte Plage und verspricht, das Mädchen zu heilen. Der Held leistet im Gegenzug natürlich gerne eine kleine Gegenleistung, wie könnte er auch ahnen, dass deren Konsequenzen das gesamte Reich beeinflussen werden.

 

 

Dungeon after Dungeon

 

Am Spielprinzip der Vorgänger wurde nicht viel geändert. Wie gehabt kämpft man in Echtzeit gegen die zahlreichen Feinde und verbessert die eigenen Fähigkeiten durch Items und Erfahrungspunkte. Da Taktik höchstens bei Endgegnerkämpfen eine wichtige Rolle spielt, ist auch das Magiesystem alles andere als komplex gehalten. Im Gegensatz zu anderen Genrevertretern gibt es nur sechs unterschiedliche Zauber, die sich allerdings beliebig kombinieren lassen, indem man zwei – oder mehr – Zauber gleichzeitig auf einen Gegner oder dieselbe Stelle anwendet.

 

Ansonsten bietet Echoes of Time alles, was man von einem Dungeon Crawler erwarten kann. Man reist von Dungeon zu Dungeon und kämpft sich bis zu den Endgegnern durch, die als einzige Gegner im Spiel wirklich fordern können. Nebenher löst man noch simple Rätsel und einige Jump ’n Run Passagen, über deren Sinn und Zweck man sich sicherlich streiten kann. In der Stadt hat man die Möglichkeit, sein wohl erkämpftes Geld für neue Rüstungen und Waffen oder Items ausgeben und zusätzlich noch einige Missionen erledigen, wie beispielsweise das Löschen von Feuern, indem man sie mit Wasserfässern bewirft.

 

 

Connectivity 2.0?

 

Alleine weiß der Titel zwar durchaus zu unterhalten, doch richtig spaßig wird es erst mit Freunden. Der Clou: Man kann nicht nur mit Wii-, sondern auch mit DS-Spielern gemeinsam die Dungeons unsicher machen. An jedem Speicherpunkt hat man die Möglichkeit via Wi-Fi Connection, Freunde oder zufällig ausgewählte Spieler zu sich ein zu laden oder zu besuchen. Ist man zu Besuch, hat das Handeln allerdings nur Auswirkungen auf den Charakter, nicht aber auf den eigenen Story-Fortschritt, was zwar etwas schade ist, aber dennoch nicht allzu schwer ins Gewicht fällt.

 

Wesentlich drastischer wirkt sich der Mangel an Kommunikationsmöglichkeiten aus, denn bis auf vorgefertigte Nachrichten gibt einem das Spiel keine Möglichkeit, sich zu verständigen. Schade, denn ein Voice-Chat mittels WiiSpeak wäre ja machbar gewesen und auch der DS hat ja ein Mikrophon. Dennoch unterm Strich ist die Connectivity zwischen Wii und DS wesentlich einfacher als bei GameCube und GBA.

 

 

Das Echo der Vergangenheit

 

Auf dem DS macht Echoes of Time auch optisch und akustisch eine gute Figur, aber egal wie gut Grafik und Sound für DS Verhältnisse auch sein mögen, auf der Wii ist beides einfach nicht zeitgemäß. Auf dem großen Bildschirm bewegt sich das Spiel irgendwo zwischen N64 und Dreamcast, sprich auf dem Stand der frühen 2000er.

 

Hinzu kommt, dass das Geschehen wie auf dem DS in zwei Bildschirmen dargestellt wird. Auch die Möglichkeit, die Schirme zu vergrößern, kann nicht verhindern, dass dies auch auf großen Fernsehern stört, da die Vergrößerung des einen- auch die Verkleinerung des anderen Screens bewirkt.

 

Ebenfalls unzeitgemäß ist der Sound. Zwar sind die Melodien nett anzuhören und passen stets zur Situation, doch die Soundqualität ist für Wii-Verhältnisse einfach viel zu schlecht. Bei der Steuerung treten hingegen weniger Probleme auf. Hier und da merkt man zwar, dass das Spiel ursprünglich für den DS konzipiert wurde, aber dank des genaueren Analogsticks spielt es sich auf der Wii sogar ein wenig besser als auf dem DS.

 

 

Vielen Dank an Koch Media für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Final Fantasy Crystal Chronicles: Echoes of Time ist ein sehr spaßiges Spiel, das vor allem mit Freunden durchaus zu begeistern weiß. Zwar gibt es einige kleine Mängel, wie die langweiligen Rätsel, die teils nervigen Plattformer-Einlagen und dem Mangel an Kommunikationsmitteln, aber der Spielspaß stimmt einfach. Dennoch ist und bleibt die 1:1 Portierung von DS auf Wii eine Frechheit, vor allem da die Wii-Version auch noch teurer ist. Wer sich das Spiel also ansehen möchte, der sollte unbedingt auf dem DS zu schlagen und die Wii-Version links liegen lassen.

Grafik

schwach

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

gut

68%

Singleplayer

75%

Multiplayer

Release

25.03.2009

Developer

Square Enix

Publisher

Koch Media

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-4


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