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Reviews: Nintendo Wii

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Anno: Erschaffe eine neue Welt

Strategie

29.05.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Erschaffe eine neue Welt!

 

Der König des Abendlandes hat ein Problem: Wegen der Dürre im Jahre 1404 droht sein Volk zu verhungern, da die Ländereien ausgedörrt sind und keine Nahrung mehr wachsen kann. Er beauftragt seine beiden Söhne William und Edward, eine Lösung für das Problem zu finden und das Volk zu retten. Edward schlägt vor, das Volk in den Krieg gegen die Länder im Norden ziehen zu lassen, um sich Nahrung zu erkämpfen. William dagegen will die im Süden liegenden Inseln besiedeln und dort selbst alles nötige anbauen.

 

Der König folgt dem Rat von William und schickt seine beiden Söhne auf, den Weg, Nahrungsmittel anzubauen und damit das Volk zu retten. Der Spieler schlüpft in die Rolle von William und muss sich nun darum kümmern, Siedlungen aufzubauen und Überschüsse zu produzieren, die dem Volk in der Heimat geschickt werden können. Nachdem die Nahrungsversorgung sichergestellt ist, widmet man sich dem Problem des kommenden Winters und muss das heimische Volk warm einkleiden.

 

Doch schon bald stoßen die Brüder, wobei Edward weiterhin sehr aggressiv vorgeht, an die Grenzen des Machbaren und benötigen Hilfe. Glücklicherweise können sie Beziehungen zu einem Sultan aus dem Orient aufbauen, der sie im Tausch gegen Waren mit neuen Technologien ausrüstet, was die Möglichkeiten der Siedler deutlich verbessert. Doch diese neuen Beziehungen schaffen nicht nur Vorteile, denn auch im Herrschaftsgebiet des Sultans gibt es Personen, die dem Handelspartner mit großem Misstrauen gegenüberstehen...

 

 

Kontrolle per Wii-Fernbedienung!

 

Auf der Wii orientiert sich der Titel stark an der DS-Version, aber natürlich angepasst an die technischen Möglichkeiten und die Wii-Fernbedienung. Der Spieler steuert alles per Zeiger und baut so seine Siedlungen nach und nach auf. Um in das umfangreiche System eingeführt zu werden, ist quasi das gesamte Spiel ein Tutorial. Immer, wenn es etwas Neues zu entdecken gibt, bekommt man das an Ort und Stelle erklärt und kann es dann selbstständig einsetzen.

 

Eine neu gegründete Siedlung benötigt zunächst immer einige Wohnhäuser für die Pioniere, die das Dorf bewohnen wollen. Da diese verpflegt werden müssen, benötigt man zumindest eine Fischerhütte. Außerdem entstehen Häuser nicht ohne Baumaterial, weshalb auch ein Holzfäller gebraucht wird. Sind die Grundstrukturen aufgebaut, wobei man immer darauf achten muss, dass die von den Bewohnern gezahlten Steuern ausreichen, um die Betriebskosten der Produktionsstätten zu decken, dann kann man Schritt für Schritt weitergehen.

 

Damit die Pioniere eine neue Zivilisationsstufe erreichen, brauchen Sie neben weiteren Produkten außerdem eine Kapelle in der Nähe. Hat man alle Voraussetzungen erfüllt, dann steht dem Aufstieg nichts mehr im Weg und die Pioniere werden zu Siedlern, die dann im Laufe der Zeit wieder neue Bedürfnisse haben, die man erfüllen muss, um sie erneut aufsteigen zu lassen. Im Laufe der Zeit und mit Hilfe von weiteren Produkten, wie Kleidung, Kräutern und Gewürzen, sowie Einrichtungen, wie Gasthäusern und Badehäusern, können die Siedler noch weitere drei Male aufsteigen. Je höher die Stufe, desto mehr Anforderungen, aber auch umso mehr Steuern werden gezahlt und umso mehr Bewohner können in einem Haus leben. Wenn die Siedlung wächst und gedeiht steigt auch sie im Laufe der Zeit in höhere Stufen, was mit neuen Seekarten oder Technologien vom Sultan und seinen Gefolgsleuten belohnt wird. Eine wachsende Stadt bekommt jedoch auch immer mehr Probleme: Anfangs muss die drohende Gefahr von Feuern mit einem Feuerwehr bekämpft werden, danach Ratten durch einen Rattenfänger in Schach gehalten werden und schließlich die Pest durch Hospize besiegt werden.

 

Man setzt die Wiimote, wie schon erwähnt, ein, um die komplette Siedlung aufzubauen und alles unter Kontrolle zu halten. Über das Baumenü erreicht man direkt die zur Verfügung stehenden Gebäude und kann diese dann einfach platzieren. Ebenso lassen sich Wege errichten und Gebäude erweitern. Die vier möglichen Zoomstufen erlauben einerseits einen sehr guten Überblick und andererseits sehr genaue Platzierungen von Gebäuden. Darüber hinaus gibt es noch zahllose weitere Möglichkeiten, darunter zum Beispiel Schatzsuchen und später auch Kämpfe um ganze Inseln. Letzteres ist aber nach wie vor sehr einfach gehalten, denn man kann nicht selbst kämpfen, sondern lediglich Soldaten ausbilden und diese auf militärische Gebäude des Gegners hetzen bzw. zur Verteidigung der eigenen einsetzen.

 

Alles geht über die Fernbedienung sehr einfach von der Hand. Vor allem ist es sehr gut, dass man Gebäude einfach klonen kann, wenn man sie mit B anklickt. Das ersparte gerade bei Wohnhäusern und Straßen den lästigen Umweg über das Baumenü. Auch die anderen Tasten werden sinnvoll eingesetzt. A bestätigt kontextabhängige Dinge. Das Steuerkreuz ist mit einigen Direktfunktionen, wie dem Militärmodus und dem Sprung von Insel zu Insel belegt und erleichtert so die Bedienung deutlich. Im Großen und Ganzen ist die Steuerung fast perfekt für das, was das Spiel von einem verlangt, etwas müßig ist lediglich die Steuerung mehrerer Schiffe gleichzeitig, was in den seltenen Angriffsfällen stört und besser hätte gelöst werden können, zum Beispiel durch die Möglichkeit, mehrere Schiffe auf einmal zu steuern.

 

 

Grafik, Sound und Umfang!

 

Auch grafisch lehnt sich die Wii-Version an den auf dem DS eingeführten Comic-Look an, natürlich wesentlich detaillierter und mit noch mehr Abwechslung. Vor allem in der nächsten Zoomstufe erkennt man die vielen liebevollen Details und merkt schon daran, dass die Entwickler sich wirklich Mühe gegeben haben. Je weiter man heraus zoomt, desto mehr Details werden ausgeblendet, was jedoch die Übersichtlichkeit ebenso gut macht. Dazu läuft in allen Einstellung alles immer flüssig, so dass es wirklich Spaß macht. Technisch wäre zwar sicherlich auf der Wii auch mehr drin gewesen, aber mir ist es so lieber, als bis zum Rand vollgepackt und dafür weniger flüssig. Hier wurde also in meinen Augen alles richtig gemacht. Etwas schade ist lediglich, dass die Zwischensequenzen nicht in Videoform gemacht wurden, sondern durch hübsch gezeichnete Standbilder.

 

Das relativiert sich jedoch ein wenig durch die sehr gute deutsche Sprachausgabe, die die Sequenzen sehr gut mit Leben füllt. Alle Stimmen passen sehr gut zu den Rollen, Dialekte werden ausgeprägt gesprochen und umfangreich ist das Ganze dazu auch noch. Diese Qualität zieht sich durch das gesamte Spiel und unterstützt auch alle Gespräche neben den Zwischensequenzen, was ein klarer Vorteil gegenüber der DS-Version ist, wo diese fehlen.

 

Die Musik ist ebenfalls sehr gut, wenn auch in meinen Augen etwas zu spärlich vorhanden. Es gibt zwar schon einige Stücke, die sich abwechseln, aber man hat dennoch schnell alles gehört. Da die einzelnen Tracks jedoch auch nach mehrmaligem Hören nicht auf die Nerven gehen, stört das kaum. Nur der etwas dreiste Klau einer Melodie aus Zelda: The Wind Waker hat mich doch etwas überrascht, wobei das vermutlich gar nicht mal böse Absicht war. Merkwürdig ist es auf jeden Fall.

 

Am Umfang gibt es auch kaum Grund zur Klage, denn etwa 15-20 Stunden wird man locker beschäftigt sein, bis man alle sieben Missionen geschafft hat. Da es außerdem in jeder noch einige Aufgaben gibt, die man nicht unbedingt lösen muss, kann es sogar noch länger andauern und auch der Wiederspielwert ist nicht zu unterschätzen. Ich habe die DS-Version erst komplett durchgespielt und direkt im Anschluss die Wii-Version ebenso. Und selbst jetzt ist mir die Lust am Spiel noch lange nicht vergangen.

 

Deshalb bin ich auch etwas enttäuscht, dass es den Mehrspieler-Modus aus dem DS-Vorgänger nicht mehr gibt. Damals hatte ich noch gehofft, dass sie ihn ausbauen und Wi-Fi fähig machen, aber leider wurde er auf der Wii gar nicht erst umgesetzt, was natürlich ein paar Punkte kostet.

 

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Anno – Erschaffe eine neue Welt ist eine wirklich gelungene Aufbausimulation, die lange und viel Spaß macht, gut aussieht, sauber programmiert ist und damit einen gelungenen Wii-Einstand der Serie darstellt. Für Fans etwas schade ist, dass für mehr Einsteigerfreundlichkeit einige Dinge vereinfacht und besser zugänglich gemacht wurden, so zum Beispiel der Handel mit Waren. Dennoch hat es auch mir als Nicht-Einsteiger extrem viel Spaß gemacht und ich kann nur hoffen, dass die Serie auf Nintendos Konsolen erfolgreich ist, damit uns noch weitere Teile erwarten! Unterm Strich ist die Wii-Version wegen der besseren Grafik, der umfangreicheren Sprachausgabe und der beinahe perfekten Steuerung der DS-Version leicht überlegen.

Grafik

gut

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

super

85%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

20.05.2009

Developer

keen games

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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