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Reviews: Nintendo Wii

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Geheimakte 2: Puritas Cordis

Adventure

31.05.2009

Autor: Timo Hellmund

 

 

Was bisher geschah

 

Wir erinnern uns: Nina Kalenkows Vater ist Archäologe und war an einer Expedition in die Region Tunguska beteiligt, in der 1908 eine mysteriöse Explosion ganze Landstriche verwüstet hat. Bis heute rätseln die Forscher, ob es sich um einen Asteroiden handelte oder um etwas anderes. Plötzlich verschwindet Ninas Vater spurlos. Sie begibt sich gemeinsam mit Max Gruber, ein Kollege von Vladimir Kalenkow, auf die Reise, ihn wiederzufinden und kommt einer Verschwörung auf die Spur.

 

Die Geschichte von Geheimakte 2 setzt etwa zwei Jahre nach den Geschehnissen des ersten Teils ein. Nina möchte sich von den vergangenen Strapazen erholen und nimmt an einer Kreuzfahrt teil. Kurz vor dem Ablegen stößt sie jedoch am Kai mit einem Mann zusammen, der nur wenige Augenblicke später von einem Stapler erfasst wird und stirbt. Abermals geschehen seltsame Dinge in Nina's und Max' Umgebung und wieder geraten sie zwischen die Fronten einer Verschwörung. Auf dem gesamten Globus kommt es vermehrt zu Klimakatastrophen und eine seltsame Sekte, namens Puritas Cordis, prophezeit die Apokalypse. Beide machen sich auf, diese Vorkommnisse zu untersuchen.

 

Im Gegensatz zum ersten Teil, baut die Geschichte nicht auf einer wahren Begebenheit auf, sondern bietet ein fiktives Szenario. Das ist nicht weiter tragisch, da die Autoren es dennoch geschafft haben, die Story glaubhaft zu präsentieren. Gegen Ende des Spiels fließt sogar noch ein realer Aspekt ein, auch wenn er nur kurz erwähnt wird.

 

 

Vertrauter Freund

 

Das Adventure lehnt sich stark an den ersten Teil an. Alles ist eigentlich wie gehabt. Ihr steuert wieder die Motorrad Mechanikerin Nina Kalenkow durch ein fesselndes Abenteuer, das sich über den halben Globus erstreckt und eine abermals spannende Geschichte bieten kann. Wieder mit dabei ist Max Gruber, der Nina bereits im ersten Teil geholfen hat. Neu hinzu kommen seine Studienkollegin Sam Carter, ebenfalls eine Archäologin und David Korell, der Nina begleitet, um ihr zu helfen. In Geheimakte 2 spielt man abwechselnd diese zwei Gruppen. Nina und David, Max und Sam. Dementsprechend wechselt auch der Schauplatz ständig. Während Nina und David sich auf dem Kreuzfahrtschiff und später in Frankreich befinden, sind Max und Sam in Indonesien. Aber keine Sorge, nähere Storyspoiler werden euch in diesem Test nicht die Spannung vermiesen.

 

Wie bereits im Vorgänger gibt es auch hier wieder Abschnitte, in denen man dynamisch zwischen dem jeweiligen Partner hin und herschalten kann, um ihm u.a. bestimmte Gegenstände zu geben, an die derjenige in seiner Situation alleine nicht herankommen würde. Das sorgt für spielerische Abwechslung und lässt Geheimakte 2 nie langweilig werden.

 

 

Des Adventures Fokus...

 

... sind seit jeher die Rätsel. Puritas Cordis folgt demnach dem klassischen Schema. Den überwiegenden Teil des Spiels verbringt man mit Kombinationsrätsel. An einigen Stellen jedoch finden sich reine Denkaufgaben, die in einem separaten Bildschirm per Wii-Remote direkt gesteuert werden. Da wäre zum Beispiel eine Tafel mit mehreren Buchstaben. Hier muss die richtige Reihenfolge per Wii-Remote angeklickt werden, die schließlich einen bestimmten Namen ergeben. Diese Einlagen lockern das Spielgeschehen erfreulich auf.

 

Und die Kombinationsrätsel? Nun, die sind überwiegend logisch und nachvollziehbar. Sie sind nie unfair oder zu schwer, lediglich etwas knifflig. Dann gibt es aber einige wenige Kombinationen im Spiel, die nicht auf Anhieb einleuchten und erst hinterher ein "Achso!" Gefühl eintritt. Eine Domäne, die bereits im ersten Teil störte, war der strikte Ablauf der Rätsel. Selbst wenn man eine Situation durchschaut hat, kommt es manchmal vor, dass man die richtige Aktion noch nicht ausführen kann, weil man z.B. mit einer bestimmten Person noch nicht geplaudert hat. Das ist nervig und drückt den Spielspaß ein wenig.

 

Apropos Plaudern, die Dialoge sind allesamt einwandfrei geschrieben und haben eine gute Dramaturgie. Teilweise sind sie jedoch zu lange und man neigt dazu, schon vor Beenden des Satzes auf die "Weiter" Taste zu drücken.

 

 

Gute Portierung

 

Beginnen möchte ich mit dem Sound. Der ist von der PC Version übernommen und schon da war er sehr gut. Die Sprecher sind allesamt in Hochform. Sie vertonen ihre Figuren sehr glaubwürdig und mit viel Betonung. Man merkt, dass Profisprecher am Werk sind und das ist auch gut so. Die Musik geht auch in Ordnung, auch wenn sie selten in Erscheinung tritt. Ein paar mehr Geräusche und Umgebungssounds hätten dem Spiel allerdings gut getan. Auch die Abmischung zwischen Stimmen, Musik und Sounds ist in der Standardeinstellung nicht optimal. Die Stimmen wirken hier oftmals zu leise. Daher empfehle ich, die Stimm-Lautstärke zu erhöhen oder die anderen zu verringern.

 

Die Wii-Steuerung ist tadellos. Aus linker und rechter Maustaste wurde A und B auf der Remote. Sehr intuitiv und einfach zu bedienen. Auch die Pointerfunktion funktioniert super und hat kein spürbares Delay oder Aussetzer. Wer also keine Lust auf den PC hat, braucht sich keine Sorgen bezüglich der Konsolensteuerung machen.

 

Kommen wir zur Technik. Diese muss natürlich einige Abstriche machen im Vergleich zur PC Version. Die Auflösung ist angepasst und der Detailgrad der Umgebung etwas gedrosselt. Dennoch wirken die Figuren teils deplatziert in der Welt. Das scheint am niedrigen Polygoncount zu liegen. Sie wirken einfach nicht so geschmeidig und rund wie in der PC Version, sie stechen negativ aus der Umgebungsgrafik hervor. Aufgrund der niedrigeren Auflösung sind einige Gegenstände schlecht zu erkennen. Die Entwickler von keen games haben jedoch jedes benutzbare Objekt markiert, indem es sich farblich hervorhebt, wenn man mit der Remote drüberfährt. Sehr löblich.

 

 

Schlechte Portierung

 

Weniger löblich sind jedoch die folgenden Punkte:

 

Zum einen sind das die langen und übermäßig vielen Ladezeiten. In Zeiten des Datenstreaming ist es für mich eine Enttäuschung bei jedem Bildschirmwechsel zwischen 2 und 10 Sekunden warten zu müssen. Vor allem bei kleinen Locations ist das ärgerlich, da man hier erwarten kann, dass ein kompletter Bereich vorgeladen wird. Dem ist nicht so. Das passiert auch, wenn man in einem Raum steht und sich darin ein Wii-Remote Minipuzzle befindet. Das Spiel lädt diesen Zusatzbildschirm nicht vor wenn man den Raum betritt, nein, man muss auch hier warten.

 

Besonders ärgerlich ist dieser Umstand während der Team-Phasen des Spiels, also wenn man zwischen Nina und David oder Max regelmäßig wechseln muss, und in einigen Situationen, die über mehrere Bildschirme geschieht. Zum Beispiel ein Dialog, der über zwei Bildschirme geführt wird. Nach jedem Satz zeigt die Kamera auf den anderen Dialogpartner und nach jedem Satz muss man jeweils fünf Sekunden Ladezeit ertragen. Warum man für diese Situationen die betroffenen Räume nicht gemeinsam vorlädt, um die Spannung nicht zu gefährden, ist mir ein Rätsel. Denn leider zerstören die Ladezeiten die Atmosphäre der ein oder anderen spannenden Szene, auch eine Schlüsselszene des Spiels ist betroffen. Hierfür werte ich 5% ab.

 

Leider ist das Spiel nicht sonderlich lang, was nun natürlich nicht an der Portierung liegt. Selbst wenn man einmal an einem Rätsel hängen sollte, läuft der Abspann nach rund 10 Stunden über den Bildschirm.

 

 

Vielen Dank an Koch Media für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Geheimakte 2 ist zwar nicht so gut, wie sein Vorgänger, aber Adventure Fans können bedenkenlos zugreifen, wenn sie an ernsten Themen Gefallen finden. Die Wii Portierung ist dabei im Großen und Ganzen gelungen und eine gute Alternative zur PC Version.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

gut

75%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

08.05.2009

Developer

keen games

Publisher

Koch Media

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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