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Reviews: Nintendo Wii

Award für Multiplayer

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Boom Blox Smash Party

Party

20.06.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Lasst uns eine Smash Party feiern!

 

Letztes Jahr im Mai erschien mit Boom Blox ein Titel, den sich viele zunächst anders vorgestellt hatten, der aber dennoch überzeugen konnte. Auf der E3 noch ein Jahr zuvor wurde seitens EA nämlich angekündigt, dass sie gemeinsam mit Starregisseur und Produzent Steven Spielberg unter anderem ein Spiel für die Wii machen werden. Als klar war, dass es sich dabei um eine Art Jenga-Klon handeln sollte, waren vielen enttäuscht. Das Ergebnis war dann aber doch sehr gelungen und auch wir sind nach wie vor begeistert von dem innovativen Wurf-Spiel. Vor kurzem kam nun bereits der Nachfolger auf den europäischen Markt, der vor allem die Kritikpunkte der Käufer des ersten Teils ausmerzen soll.

 

So beklagten einige das auf Dauer doch recht einseitige Gameplay und den mangelhaften Umfang. Als Antwort darauf gibt es nun eine sehr viel umfangreichere Möglichkeit, neue Levels selbst zu erstellen und sich von anderen erstellte herunterzuladen. Ebenso gibt es neue Ball- und Steintypen, aber dazu später mehr. Zunächst eine kurze Einführung in das Spielprinzip.

 

Bei Boom Blox stellt die Wii-Fernbedienung die Hand des Spielers in einem dreidimensionalen Raum dar. In diesem ist ein Bauwerk aus Klötzen und Steinen aufgebaut, dass man entweder mit möglichst wenigen Würfen zerstören oder möglichst ohne Verluste mit ruhiger Hand abbauen muss. Der Standardfall ist ein Turm, den man mit einer begrenzten Anzahl virtueller Baseballs oder Bowlingkugeln dem Erdboden gleich machen muss. Damit das nicht so langweilig wie Dosenwerfen von statten geht, gibt es allerhand verschiedene Blöcke, die gewisse Reaktionen zeigen. So zum Beispiel Bombenblöcke, die bei Berührung durch einen Ball explodieren, oder Chemikalienblöcke, die in die Luft fliegen, wenn sie von einem Block gleichen Typs getroffen werden. Neu in Smash Party sind die Virenblöcke, die bei richtiger Berührung umliegende Blöcke infizieren, so dass diese sich nach und nach auflösen.

 

Als Werkzeuge sind neben den Wurfutensilien und dem Greifwerkzeug noch zwei neue enthalten: die Schleuder und die Kanone. Mit Ersterem greift man einen Block, zieht ihn wie mit einer Steinschleuder nach hinten und feuert ihn in eine bestimmte Richtung., während man letztere einmal anklickt und dann den Zeiger als Zielkreuz für die Kanonenkugel benutzt. Wirklich neue Spielmöglichkeiten liefern beide nicht, aber es sind dennoch nette Ergänzungen, was für die neuen Blocktypen übrigens ebenso gilt.

 

Im Spiel besucht man einen virtuellen Freizeitpark und muss in verschiedenen Themenbereichen diverse Aufgaben der Reihe nach lösen. Hat man eine geschafft, wird die nächste freigeschaltet. Zusätzlich sammelt man Taler durch das Lösen der Aufgaben und diese kann man einsetzen, um Aufgaben schon früher freizukaufen. Damit entgegnen die Programmierer dem Kritikpunkt des Vorgängers, in dem man schnell in einer Sackgasse laden konnte, wenn man nur eine Aufgabe nicht gelöst bekam. Nun kauft man sich davon einfach frei und spielt ohne Probleme weiter. Eigene Aufgaben können zu jedem Thema einfach selbst erstellt und hochgeladen werden. Hat man alle Aufgaben eines bestimmten Bereiches geknackt, dann kann man diese neuen Inhalte direkt dort schnell und einfach herunterladen. Auf die Entwickler selbst haben einige Zusatzaufgaben zur Verfügung gestellt, so dass sich ein Blick auf jeden Fall lohnt.

 

Neben den klassischen Aufgaben, die man in der Regel alleine löst, gibt es auch noch spezielle Aufgaben für mehrere Spieler und die Möglichkeit, gegeneinander anzutreten. Die Koop-Aufgaben folgen demselben Stil wie die normalen, nur dass sie eben zu zweit spielbar sind. Im Wettstreit gibt es 20 verschiedene Spiele, die man zu viert spielen kann. Hier geht es darum, die Burg der Gegner zu zerstören, mehr Punkte beim Abriss oder Abbau zu sammeln oder einfach nur darum, schneller zu sein. Vor allem zu viert macht das großen Spaß, wird aber trotz der hohen Aufgabenvielzahl recht schnell langweilig, da es sich doch schnell wiederholt. Dafür sind die Aufgaben einfach immer noch zu ähnlich. Außerdem vermisse ich hier nach wie vor teilweise einn Online-Modus.

 

 

Technik, Steuerung und Umfang!

 

Technisch bewegt sich Smash Party auf etwa demselben Level wie der Vorgänger: Fortschritt ist lediglich dadurch erkennbar, dass die Vielfalt der Umgebungen, Blöcke, Werkzeuge und Charaktere zugenommen hat und man so eine insgesamt größere Welt geboten bekommt. Die Grafik ist recht ansprechend, haut aber keinen vom Hocker, wobei vor allem das leichte Kantenflimmern auf größeren Bildschirmen etwas stört. Vorbildlich ist nach wie vor die Physik des Titels. Alles verhält sich so, wie man es aus der echten Welt erwartet und daher muss man keine neuen Regeln lernen, um die Aufgaben zu bewältigen. Durch neue Levels im Weltall und unter Wasser spielen die Entwickler nun zusätzlich noch mit verschiedenen Umgebungen, was der Abwechslung sehr gut tut.

 

Die Musik ist sehr unscheinbar. Sie ist zwar freundlich und irgendwie auch präsent, aber nichts, was man lange im Kopf behält oder gar Wiedererkennungseffkte hätte. Sie erfüllt ihren Zweck, nicht mehr und nicht weniger. Geil sind dagegen die Soundeffekte, vor allem das Geräusch eines sich auflösenden Virenblocks kann auch noch nach Stunden zu gewaltigen Lachern führen. Die Vielfalt der Geräusche ist riesig und sie untermalen das Geschehen fast besser als es die Musik kann.

 

Zur Steuerung brauche ich kaum etwas zu schreiben. Einfach drauf zeigen, A oder B gedrückt halten, werfen oder ziehen und fertig. Obwohl die Steuerung an Einfachheit kaum zu überbieten ist, sorgt sie dafür, dass der Spielspaß immens hoch ist, was an der hohen Einsteigerfreundlichkeit liegt. Jeder kann einfach einen Controller in die Hand nehmen und nach zwei Erklärungssätzen durch einen erfahrenen Spieler kann es richtig losgehen. Das macht den Reiz des Spiels aus und ist eine wirkliche vorbildliche Lösung. Auch im Level-Editor, der deutlich umfangreicher und vielseitiger geworden ist, geht alles sehr leicht von der Hand. Die Tutorial-Videos erklären die Benutzung sehr gut, was bei der Vielzahl an eingesetzten Tasten auch nötig ist.

 

Der Umfang hat sich im Vergleich zum Vorgänger deutlich vergrößert, was allerdings den Spielspaß nicht unbedingt und ueingeschränkt vergrößert. Die Entwickler haben nämlich anscheinend großen Wert darauf gelegt, möglichst viele verschiedene Aufgaben in das Spiel zu packen, um es abwechslungsreich zu gestalten. Dadurch haben jedoch einige Aufgaben den Weg in den Titel geschafft, die qualitativ nicht sehr gut sind und nur wenig Spaß machen. Das mag zwar abhängig vom Spieler sein, aber dennoch entschuldigt das nicht, dass es sich teilweise wie „mal eben so dahin geklatscht“ anfühlt. Versteht mich nicht falsch, viel Abwechslung finde ich gut, aber man sollte dennoch alle verschiedenen Aufgabentypen so umsetzen, dass sie es verdient haben, ins Spiel zu kommen. Durch die Download-Möglichkeit ist der Umfang insgesamt potentiell gigantisch, so dass man sich sehr, sehr, sehr lange mit Smash Party befassen kann, wenn man sich länger für das Spielprinzip begeistern lässt.

 

 

Vielen Dank an Electronic Arts für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Boom Blox Smash Party versucht, den Vorgänger in allen Belangen zu übertreffen: mehr Abwechslung, mehr Aufgaben, neue Steuerungselemente, erweiterte Download-Möglichkeiten und, und, und. Gelungen ist das größtenteils auch, nur einige der neuen Aufgaben sind nicht ganz so gut oder schlecht umgesetzt. Nicht alles macht so viel Spaß, wie beim Vorgänger und das zieht die Note natürlich etwas nach unten, denn bei Vorgänger passte einfach alles. Mit mehreren Spielern ist der Titel auch nach Wochen noch ein absoluter Partyhit, da wirklich jeder mitmachen kann. Die Schwächen des Vorgängers sind zwar größtenteils ausgemerzt, dafür gibt es nun einige neue, weshalb Smash Party nicht uneingeschränkt dem Vorgänger vorzuziehen ist, der zwar weniger Aufgaben hat, die dafür aber durchgängig gut sind. Außerdem fehlt das Frische und Neue, das das Spiel letzter Jahr bieten konnte. Mal sehen, was sich die Macher für nächstes Jahr ausdenken werden...

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

super

86%

Singleplayer

90%

Multiplayer

Release

28.05.2009

Developer

Electronic Arts

Publisher

Electronic Arts

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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