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Reviews: Nintendo Wii

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Line Rider Freestyle

Puzzle

13.07.2009

Autor: Timo Hellmund

 

 

I can see crazy lines!

 

Line Rider ist Kult. Zumindest auf dem PC ist das nette Linien Freestyle Spiel unter der Internet Gemeinschaft weit verbreitet und beliebt. Mittlerweile der Titel seinen Weg auf die Konsolen gefunden. Ich habe für euch die Wii Version getestet. Versprüht Line Rider Freestyle den gleichen minimalistischen Charme wie das Original? Das werdet ihr in den kommenden Sätzen erfahren.

 

Für alle, die das Spielprinzip noch nicht kennen, eine kurze Erklärung: Das originale Line Rider ist ein Sandkasten Spiel, in dem man ein Männchen auf einem Schlitten durch waghalsige Linienkombinationen jagt. Alles ist dabei selbst gezeichnet. Von simplen "Von-Links-Nach-Rechts" Rutschbahnen, bis hin zu mehrere Minuten dauernden Abenteuerfahrten ist dem Spieler keine kreative Grenze gesetzt. Auf Youtube gibt es hierzu zahlreiche Videos. Hier ein sehr beeindruckendes Exemplar.

 

 

Linien nach Maß

 

Die Entwickler von Inxile haben dieses Spielprinzip in der Wii Version durch eine Kampagne erweitert. Hier muss man in vorgegebenen Levels die Linien so zeichnen, dass der Schlitten samt Männchen in ein Zielfeld rutscht. Dafür gibt es vorgegebene Areale, in denen die Linien zu zeichnen sind. Dabei muss man Münzen einsammeln, die auf der Strecke verteilt sind. Was sich einfach anhört, wird mit der Zeit ziemlich knifflig. Angefangen bei linearen und noch recht harmlosen Strecken, wird man später mit Trickjumps und unterschiedlichen Linientypen konfrontiert. Die Linien können den Schlitten z.B. beschleunigen, abbremsen oder wie ein Trampolin abprallen lassen. Hier stößt das Spiel meiner Meinung nach an eine Grenze. Es wird frustrierend und die Regeln wirken nicht mehr nachvollziehbar.

 

Die einzusammelnden Münzen sind in Bronze und Gold aufgeteilt. Bronze muss eingesammelt werden, Gold ist optional. Allerdings heißt es im Menü des Storymode "xx Bronze oder Gold zur nächsten Stufe". Natürlich, hiermit sind die freischaltbaren Boni gemeint, aber kann man dieses "oder" nicht auch auf den Fortschritt des Storymodus beziehen? Es ist ungemein nervig, wenn man geschlagene 30 Minuten an drei vorgegebenen Stellen bastelt, dann alle Gold Münzen erfahren kann, aber eine Bronze Münze vergisst. Nun kann man noch einmal einige Minuten in die Feinjustierung investieren, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten. Meist fallen dann aber einige Goldmünzen zum Opfer. So habe ich am letzten Abschnitt in Akt 2 über eine Stunde gesessen. Das ist wirklich frustrierend bei solch einem frühen Level! Wieso muss man alle Bronzemünzen einsammeln? Und warum liegen meist auf dem einfachen Weg die Goldenen, während auf dem schweren die Bronzemünzen liegen? Unverständlich! Aus diesem Grund habe ich die Kampagne in Akt 3 abgebrochen. Hier hätte ein "Hälfte Pflicht, Hälfte Kür" System Wunder gewirkt.

 

Noch ein Element der Kampagne lädt zum Fremdschämen ein: Die Videosequenzen. Sie sind in einem niedlichen Cel-Shading Look gehalten und zeigen, wie sich zwei Schlittenfahrer bekriegen. Die Videos sind dabei alles andere als gut. Schlechte Animationen, unfassbar wenig Details, Disney ähnliche Geräusche und Musik zu jeder erdenklichen Bewegung und Situation. Nein, es ist grauenhaft. Hier hätte man etwas Cooleres machen oder einfach ein paar beeindruckende Line Rider Uservideos einbauen können. Die Story hingegen ist schlicht überflüssig.

 

 

Line Rider Original

 

Was Line Rider auszeichnet, ist der Freestyle Modus. Hier kann man sich nach Lust und Laune austoben. Man kann aberwitzige Strecken bauen und sogar Hintergründe und Malereien integrieren. Fans können sich hier wunderschöne Landschaften erstellen. Der Modus ist das heimliche Herzstück des Spiels. Klar, schließlich wurde Line Rider seinerzeit durch sein Sandkasten-Prinzip weltweit berühmt.

Auch nett ist der Puzzlemodus, mit dem man eigene Puzzles erstellen kann, wie man sie im Storymode vorfindet.

 

Seine selbstgemachten Strecken kann man anschließend online mit Freunden tauschen, sehr löblich. Der Freestyle Modus entfaltet seinen vollen Reiz allerdings erst mit angeschlossener TV Karte. Nichts ist schöner, als seine Line Rider Eigenkreation auf ein Videoportal zu stellen und vorzuführen. Hier hätte ich mir eine kreative Wii-PC Lösung gewünscht, mit der die Karten in irgendeiner Form per E-Mail verschickt werden können.

 

 

Meine Augen, meine Ohren, mein Kopf, mein Gott!

 

Kommen wir zur Technik, denn die ist alles andere als berauschend. Die Grafik ist in schickem 2D gehalten und die Hintergründe sind schön gezeichnet. Das ist leider das einzig Positive. Wie man es schafft, in einem 2D Spiel Ruckler und Slowdowns einzubauen und das regelmäßig, ist mir ein großes Rätsel. Hier wurde eindeutig geschlampt.

 

Noch viel schlimmer ist hingegen die Musik. Zugegeben, ein Titel des Soundtracks ist gut, aber der Rest geht gar nicht. Nicht einmal die peinlich kindischen Beatbox-Tracks aus Boom Blox sind so schlecht wie das Synthesizer + Technobeat + Jodeln in Line Rider Freestyle!

 

Es wäre nicht so schlimm, wenn es nicht so stark nerven würde, während man sich versucht auf das Zeichnen der Linien zu konzentrieren. Zum Glück kann man die Musik ausstellen, was ich nur empfehlen kann. Soundeffekte kommen nur vom Schlitten und Fahrer, Münz-Geräusche gibt es nicht.

 

Die Steuerung geht gut von der Hand. Man hat in den Bildschirmecken alle wichtigen Tools und zeichnet die Linien per Wii-Remote. Allerdings kann das schnell recht fummelig werden. Vor allem im Storymode fummelt man leider mehr rum, als einem lieb ist.

 

 

Vielen Dank an Koch Media für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Line Rider Freestyle ist für Freunde des intensiven Tüftelns gemacht. Wer damit nichts anfangen kann, sollte den Titel besser (nur) ausleihen und antesten. Die technischen und spielerischen Mängel sind teils unnötig. Nur beinharte Fans, die wirklich nicht genug von Line Rider bekommen, können der Wertung noch einmal 10% hinzufügen. Alle anderen versuchen sich am kostenlosen PC Original.

Grafik

schwach

Sound

sch...

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

51%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

31.07.2009

Developer

Inxile Entertainment

Publisher

Deep Silver

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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