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Reviews: Nintendo Wii

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Another Code: R - Die Suche nach der verborgenen Erinnerung

Adventure

17.07.2009

Zum Video-Review

Autor: Mario Kablau

 

 

Prolog

 

Ashley, die unfreiwillige Heldin aus einer Geschichte, die in Echtzeit zwar schon vier Jahre her ist, in ihrem Leben aber erst zwei, wurde erneut allein gelassen. Nachdem sie 2005 das Geheimnis um das „Another“ scheinbar gelöst hatte und dadurch mit ihrem Vater wiedervereint wurde, der sie 11 Jahre zuvor für eben dieses Projekt bei ihrer Tante zurückgelassen hatte, wohnt sie nun erneut bei besagter Tante. Ihr Vater arbeitet wieder in einem Forschungsprojekt und hat sein Versprechen, Ashley mindestens jedes Wochenende zu besuchen, schon sechs Monate nicht mehr eingehalten.

 

Zu den typischen Problemen eines 16jährigen Mädchens kommt also dazu, dass sie ihren Vater so sehr vermisst, dass sie eigentlich nur noch sauer auf ihn ist. Als er sie dann auch noch ausgerechnet an dem Wochenende zum Zelten einlädt, das sie mit Proben für einen wichtigen Auftritt ihrer Band verbringen wollte, ist es mit ihrer Geduld ganz zu Ende. Ihre Tante schafft es jedoch, sie zu überreden, diese Chance zu ergreifen, denn scheinbar hat „Papa“ einiges über den mysteriösen Tod von Ashleys Mutter vor 13 Jahren herausgefunden. Sie fügt sich also und steigt in den Bus zum See, an dem ihr Vater arbeitet und wo auch das Zeltlager stattfinden soll.

 

Auf der Fahrt schläft sie ein und hat erneut die Nacht von vor 13 Jahren in ihren Träumen, als ihre Mutter erschossen wurde. Dunkel erinnert sie sich an diese grausame Nacht, aber an nichts, was davor geschehen ist. Noch nicht.

 

Kaum am See angekommen, wird sie beim Aussteigen aus dem Bus angerempelt, dabei verliert sie ihre Tasche und der Rempler schnappt sich diese dann auch gleich und verschwindet. Na toll, jetzt sind auch noch ihr ganzes Geld, die Notenblätter zum Üben, die Plektrum-Box, ihr Lieblingsteddy und die Ersatzklamotten weg. Wenigstens „Mamas“ Anhänger und das neue Modell des DAS hatte sie in ihrer Hüfttasche, so dass sie nicht ganz verloren ist. Da ihr Vater sie auch nicht, wie versprochen, abholen kommt und sie kein Geld für die Rückfahrt hat, muss sie wohl oder übel zu ihm. Auch wenn sie lieber gleich wieder umkehren würde. Und so nimmt das Schicksal erneut seinen Lauf...

 

 

Kapitel 1: Ein Blick in die Vergangenheit

 

Nach diversen weiteren Startschwierigkeiten trifft sie ihren Vater nach einer Weile am gemeinsamen Zeltplatz. Er bereitet ein Barbecue vor, kommt damit aber nur mäßig zurecht. Nebenbei erzählt Ashley ihm, dass sie beim Durchschreiten des Zeltplatztores einen Flashback hatte und sich daran erinnert, mit ihrer Mutter schon einmal am See gewesen zu sein. Das war vor 13 Jahren, erzählt ihr Vater, und es ist der Grund, warum er Ashley hierher eingeladen hat...

 

Auch wenn die beiden dachten, dass alle Geheimnisse rund um das Projekt „Another“ gelöst worden seien, haben sich dennoch jede Menge neue Fragen ergeben. Das ist auch der Grund warum Ashleys Vater wieder so viel arbeitet. Dabei hat er herausgefunden, dass seine Frau mit seiner Tochter vor vielen Jahren an eben diesem See war. Er weiß nicht warum und er weiß nicht, was die beiden hier getan haben. Aber das will er herausfinden.

 

Doch zunächst frischt er – für alle Neulinge der Reihe – die Erinnerungen an die Geschichte von vor zwei Jahren auf. Damals hatte er Ashley am Tag vor ihrem 14. Geburtstag auf die Blood-Edward Insel eingeladen, weil er nach 13 Jahren Entwicklungszeit das „Another“ endlich fertig gestellt hatte. Ein Projekt, das er zusammen mit Ashleys Mutter entworfen und wegen dem sie ihr Leben verloren hat.

 

Ashley rätselte sich damals durch die zahllosen Hinweise ihres Vaters und half ihm so am Ende dabei, einen Übeltäter aufzuhalten. Der Mann, der Papa bei dem Projekt in den letzten 13 Jahren geholfen hatte, wollte es für sich selbst haben und schlimme Dinge damit anstellen. Doch viel schlimmer noch: er war derjenige, der Mama erschossen hatte. Damit schien das Rätsel um die Maschine, die einem Menschen falsche Gedanken in den Kopf setzen kann, scheinbar am Ende zu sein. Doch nun, zwei Jahre später, häufen sich die seltsamen Vorfälle um das Projekt aufs Neue...

 

 

Kapitel 2: Papa gesucht...

 

Auch wenn Ashley dieses Mal direkt am Anfang ihren Vater trifft, so muss sie dennoch große Teile des Abenteuers ohne ihn bestehen. Denn natürlich wird er ziemlich bald auf die Arbeit gerufen, da ein Problem das nächste jagt. Dennoch ist die Heldin, anders als im Vorgänger, diesmal nur selten auf sich alleine gestellt. In dem Dorf rund um die Insel gibt es nämlich jede Menge Leute, die ihr hier und da helfen und darüber hinaus auch einen Jungen, der ebenso ein Geheimnis zu haben scheint.

 

Matt ist 13 Jahre alt und taucht anfangs hier und da auf und verursacht Probleme für Ashley. Als sie ihn beim Klauen aus einem Lagerhaus stellen will, ertappt der Besitzer stattdessen sie auf vermeintlich frischer Tat und da muss sie erstmal wieder raus kommen. Natürlich gelingt ihr das und irgendwann erwischt sie den Bengel auch. Nach einigem Hin und Her erzählt er seine Geschichte und Ashley wird klar, dass sie ihm helfen muss, denn sie erkennt sich von vor zwei Jahren deutlich in ihm wieder. Nicht nur sie versucht ihren Papa zu finden, auch er hat seinen verloren und hat nur noch ein einziges Ziel: ihn wiederzufinden.

 

Natürlich sind die Schicksale der beiden enger miteinander verknüpft als man das anfangs vermuten würde, denn es ist kein Zufall, dass Matts Vater gerade an dem See verschwandt, wo Ashleys Vater arbeitet. Das Geheimnis geht sogar noch viel weiter...

 

 

Kapitel 3: Seltsame Gerätschaften

 

Wie schon im ersten Teil hat Ashley auch dieses Mal wieder ein hilfreiches Utensil dabei, das Duale Another System oder kurz DAS. Die neue Version, die ihr Vater gerade erst entwickelt hat, ist der alten aber natürlich deutlich überlegen. Nicht zuletzt kann man damit jetzt auch Fotos machen. Okay, die Eigenwerbung für den DS passt hier zwar nicht so gut, wie damals auf der Konsole selbst, aber es kommt schon irgendwie passend zum Launch der neuen - Zitat - „wesentlich verbesserten Version“ des Handhelds. Mit dem DAS hat Ashley ihre Umgebung im Blick, bleibt mit ihrem Vater in Kontakt und kann allerhand mehr machen, was ich euch im Video-Review auch ganz genau zeige.

 

Doch Cing wäre nicht Cing, wenn sie nicht auch die Wii-Fernbedienung noch ins Spiel eingebaut hätte. Das True Another System, kurz TAS, wurde von Ashleys Mutter entwickelt und gebaut und reagiert ausschließlich auf Ashleys biometrische Daten. Sie ist also die Einzige, die damit arbeiten kann und findet schon bald heraus, dass es zum Beispiel beim Knacken von Schlössern helfen kann. Aber natürlich kann es noch mehr...

 

Aber mal zurück zum Wesentlichen. Gesteuert wird Ashley in ihrem zweiten Abenteuer durch die echte Wii-Fernbedienung in eurer Hand. In der dreidimensionalen Welt kann sie nur nach rechts oder links laufen, was entweder per Point & Click oder über das Steuerkreuz passiert. Befinden sich im Vorder- oder Hintergrund interessante Dinge, dann kann sie die Richtung wechseln oder heranzoomen.

 

In Gebäuden steht sie auf der Stelle und dreht sich über die beiden Richtungstasten. Mit dem Pointer kann man dann einfach alles anklicken und erhält so Infos dazu. Ebenso startet man auf diese Art und Weise Gespräche. Um weiterzukommen, muss man allerhand Aufgaben lösen, die sich leicht bis mittelmäßig schwer durchsteigen lassen. Außer der Wiimote braucht man dazu nichts. Die Rätsel unterbrechen jedoch nur die eigentliche Geschichte, denn die meiste Zeit liest man. Es ist eben ein interaktiver Roman.

 

 

Kapitel 4: Ein wunderschöner Ausblick

 

Schon nach wenigen Sekunden im Spiel fällt auf, dass die Entwickler bei Cing hier ganze Arbeit geleistet haben. Die atemberaubende Atmosphäre, die das Intro-Video zeigt, zieht sich durch das gesamte Spiel und weiß immer wieder zu begeistern. Natürlich ist der comicartige Cel-Shading-Look nicht jedermanns Sache, auf diese spannende Geschichte passt er jedoch perfekt, vor allem, weil er so gnadenlos gut umgesetzt wurde.

 

Es gibt zwar hier und da optische Schwächen, wie vergleichsweise viele Kanten an manchen Figuren oder immer wieder gleich aussehende Bäume, aber das ändert nichts daran, dass ich bisher nur wenige Spiele gespielt habe, die mich mehr in ihren Bann gezogen haben. Das liegt vor allem daran, dass die Entwickler es geschafft haben, die Figuren zum Leben zu erwecken. Jeder Charakter hat jede Menge toll animierte Bewegungsphasen und alles geht sehr sanft und natürlich ineinander über. Auch die ständigen Spielereien mit der Kamera, dauernd bewegt sich etwas, sind eine Klasse für sich und sorgen dafür, dass man sich fühlt, als wäre man selbst im Spiel.

 

Doch leider wird diese optisch extrem dichte und gelungene Atmosphäre durch eine große Schwäche wieder stark zerstört: es gibt nicht einen Satz Sprachausgabe. Schon im Intro fällt auf, dass die Figuren still sind und obwohl sich die Lippen immer realistisch bewegen, muss man doch den Blick von den Figuren nehmen, um den Text lesen zu können. Das ist wirklich schade, obwohl man bald versteht, warum das so ist: Es ist nämlich wirklich ein interaktiver Roman und die meiste Zeit wird man mit lesen verbringen. Gespielt wird eigentlich nur zwischendurch, was klar macht, warum es keine Sprachausgabe gibt: es ist schlicht und einfach viel zu viel Text. Und versteht mich nicht falsch, es ist wirklich viel Text. Sehr viel!

 

Warum es dann nicht zumindest in einigen wichtigen Szenen oder zumindest den wenigen Videosequenzen echte Stimmen gibt, ist nur schwer nachzuvollziehen. Vermutlich hätte das das Flair eines Buches zerstört. Wäre es sogar komplett synchronisiert gewesen, gerne auch nur in Englisch, dann hätte es von mir jedoch deutlich mehr Punkte bekommen.

 

Im Vergleich zum Vorgänger hat der Titel sich besonders an einer Stelle deutlich weiterentwickelt. Auf dem DS war man in der Regel nach etwa 4-6 Stunden am Ende, hier braucht man mindestens das Doppelte an Zeit, eher jedoch mehr. Ein durchschnittlich guter Knobler dürfte so etwa 15-20 Stunden brauchen, bevor die Geschichte zu Ende erzählt ist. Ob sie wirklich zu Ende ist, vermag ich nicht zu sagen, zu hoffen ist es jedoch nicht.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

 


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Fazit

Another Code R ist genau das Spiel, was ich mir schon lange gewünscht habe. Ich habe den Vorgänger geliebt, war nur vom mangelhaften Umfang enttäuscht. Genau da ist der Nachfolger um Länger besser und präsentiert sich zudem auch noch sehr viel besser, bietet mehr Abwechslung und eine unglaublich spannende Geschichte. Einzig die komplett fehlende Sprachausgabe trübt das Bild und kostet nicht wenige Punkte, sonst sucht man ein besseres Abenteuer in Form eines interaktiven Romans sicher vergeblich.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

85%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

26.06.2009

Developer

Cing

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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