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Wii Sports Resort

Sport

22.07.2009

Zum Video-Review

Autor: Mario Kablau

 

 

Willkommen auf Wuhu-Island!

 

Die Wii ist mittlerweile fast drei Jahre auf dem Markt und endlich hat Nintendo die von Anfang an bekannten Probleme der Bewegungssteuerung behoben: mit Wii MotionPlus. Das kleine Zubehör, was die direkte Kontrolle deutlich verbessern soll, kommt gemeinsam mit dem Nachfolger von Wii Sports. Denn was könnte geeigneter sein, das verbesserte Konzept an den Mann zu bringen, als der Titel, der es beim ursprünglichen schon so gut getan hat.

 

Mit 12 Sportarten, davon 10 komplett neu, und eben Wii MotionPlus kommt wieder neuer Schwung in die Bude. Doch anders als beim Vorgänger muss man nun Geld für den Titel ausgeben. Dafür bekommt man aber auch einen Erlebnisurlaub auf einer Insel. Vor dem Beginn des eigentlichen Spiels überfliegt man die besagte Insel mit dem Flugzeug und anstatt regulär zu landen, springt man einfach ab, mit Fallschirm versteht sich. (Zu dem schlechten Einführungsvideo davor sage ich jetzt mal nichts, schaut euch einfach das Video-Review an...). Hierbei kontrolliert man das vorher ausgewählte Mii 1:1. Bewegt man die Wii-Fernbedienung mit Wii MotionPlus, dann tut das kleinen Figürchen auf dem Bildschirm genau dasselbe. Einen wirklichen Sinn bekommt das aber erst später, zunächst geht es zu Einführungszwecken hier nur um den coolen Auftritt.

 

Kaum auf der Insel gelandet, stehen einem direkt 12 verschiedene Disziplinen zur Verfügung, die meisten davon sind – wie schon erwähnt – komplett neu, doch dazu später mehr. Bei allen Sportarten gibt es darüber hinaus auch noch mehrere Ausprägungen, so dass man auf den ersten Blick schon mal deutlich mehr fürs Geld geboten bekommt, als bei Wii Sports für kein Geld. Doch Schluss mit der langen Vorrede, los geht’s mit MotionPlus in Aktion!

 

 

Eine neue Art der Steuerung!

 

Ich habe mich lange gefragt, wie ich am besten erkläre, was der Unterschied zwischen der klassisch-innovativen und der innovativ-innovativen Steuerung ist, doch Wii Sports Resort hat mir die bestmögliche Antwort direkt geliefert. Es sind nämlich zwei Sportarten dabei, die auch schon im Vorgänger enthalten waren und somit wird ein direkter Vergleich möglich. Die beiden besagten Disziplinen sind Golf und Bowling und bei beiden gibt es einen deutlichen Fortschritt zu erkennen.

 

Während bei Wii Sports Bowling die Steuerung zwar schon nah an der Perfektion war, musste man dennoch ziemlich viel trainieren, um einen perfekten Drall hinzukriegen oder einen komplizierten Split umzuwerfen. Das ist zwar bei Resort auch noch so, allerdings deutlich intuitiver. Das mit Worten zu erklären ist jedoch nicht einfach. (Auch hier lege ich euch mein Video-Review ans Herz, dort zeige ich unter anderem Ausschnitte aus meiner allerersten Bowling Partie im Spiel.)

 

Stellt euch einfach vor, ihr wolltet einen schnurgeraden Ball werfen. Gerade Anfängern fiel das schon früher schwer. Mit MotionPlus gelingt es sicher jedem nach kürzester Zeit. Ebenso sind angedrehte Bälle nun locker aus dem Handgelenk ebenso möglich wie eine genaue Steuerung der Geschwindigkeit. Will man die Kugel ganz langsam rollen, dann geht das jetzt auch und sieht dabei auch noch gewollt aus. Kurzum: realistischer kann ich mir virtuelles Bowling beim besten Willen nicht vorstellen.

 

Ähnlich verhält es sich beim Golfen, denn auch dort merkt man sehr deutlich, dass kleinste Bewegungen erkannt werden. So kann man mit ein wenig Übung wie ein Profi Kurvenbälle schlagen oder dem Ball sogar einen Vor- oder Rückwärtsdrall geben. Doch damit wird es gleich auch etwas schwerer, denn das neue Golf verzeiht dafür auch keinen noch so kleinen Fehler mehr, weshalb Anfänger es nicht gerade leicht haben.

 

Fakt ist, dass diese zwei Spiele eindrucksvoll zeigen, wie viel besser die Kontrolle dank MotionPlus wirklich geworden ist. Allerdings wollte Nintendo nicht nur weitere Verbesserungen bei der Steuerung erreichen sondern natürlich das Wii Sports Prinzip deutlich ausbauen, was durch 10 komplett neue Sportarten geschehen ist.

 

 

Die Sportarten!

 

Um es nicht zu viel werden zu lassen, stelle ich hier nur kurz die besten und schlechtesten neuen Spiele mit allen Details vor, die anderen umreiße ich nur kurz. Meine Lieblingsspiele sind ganz klar Tischtennis, Basketball und Fliegen.

 

Wer sich noch an Tischtennis bei Wii Play erinnert, der weiß sicher auch noch, was für ein ungenauer Krampf das Ganze war. Im Wesentlichen ging es nur darum, im richtigen Moment kurz mit der Hand zu zucken, was man nicht im entferntesten als realistisch bezeichnen kann. Anders bei Wii Sports Resort. Schon vor dem ersten Aufschlag merkt man, dass die Steuerung nun sehr genau ist. Jede Bewegung der Hand wird auf dem Bildschirm direkt durch eine analoge Bewegung des Schlägers nachgemacht. So kann man nun die Richtung, die Härte und den Drall des Balles locker aus dem Handgelenk festlegen. Schade ist nur, dass man seine Figur nicht selbst bewegen kann, so dass die Schlagposition nicht immer optimal ist. Dennoch macht es einfach riesig Spaß, vor allem im Duell gegen einen anderen menschlichen Spieler.

 

Beim Basketball gibt es zwei sehr verschiedene Spielarten. Zum einen geht es beim 3-Punkte-Wurf darum, in 60 Sekunden möglichst viele der bereitliegenden Bälle von der Linie in den Korb zu verfrachten. Um einen Ball aufzunehmen, greift man einfach nach rechts, drückt B um ihn aufzunehmen und führt dann mit der Fernbedienung eine Wurfbewegung durch, fertig. Spielen mehrere gegeneinander, dann geht das auch mit nur einer Fernbedienung, da nicht simultan geworfen wird. Anders beim Duell, denn hier tritt man direkt gegeneinander an, wobei immer einer angreift und der andere verteidigt. Jede Mannschaft besteht aus drei Spielern. Der Angreifer kann den Ball hin und her passen und versuchen, so oder durch Dribbeln den Korb zu erreichen und Punkte zu machen, während der Verteidiger versuchen muss, genau das zu verhindern. Nach einen Treffer oder einer erfolgreichen Abwehr werden die Rollen getauscht. Wer am Ende der vorgegebenen Zeit die meisten Punkte hat, der gewinnt das Spiel. Vor allem zu zweit ist das ein sehr gelungenes Spiel, man braucht jedoch etwas Übung, um die Tasten und Bewegungen zu koordinieren.

 

Beim Flugsport gibt es auch mehrere Varianten, darunter auch der Fallschirmsprung vom Anfang, jedoch etwas aufgebohrt. Man steuert sein Mii durch die Wiimote und muss während des Fluges andere Figuren berühren und so Ketten bilden. Ab und an wird ein Foto geschossen, wobei man darauf achten muss, dass man auch in die Kamera guckt, um möglichst viele Punkte zu erhalten. Alternativ kann man auch selbst in ein Flugzeug steigen und die ganze Insel erkunden. Dabei erfährt man zum Beispiel, warum Tennis diesmal nicht dabei ist... Auch hier legt man die Flugrichtung durch Bewegungen des Controllers fest, was sehr gut funktioniert. Da es jedoch auf Dauer langweilig ist, die Insel alleine in der Luft zu erkunden, kann man auch zu zweit gegeneinander antreten. Jeder Spieler hat dazu Luftballons am Flugzeug, die der Gegner zerstören muss, um zu gewinnen. Wer nach Ablauf der Zeit noch die meisten übrig hat, der gewinnt. Vor allem durch die Möglichkeit, auch nachts zu fliegen, fesselt mich dieses Spiel schon mit am längsten.

 

Doch Wii Sports Resort hat nicht nur gute Seiten, einige Spiele sind auch leicht misslungen, eines davon so richtig: Radfahren. Hier tritt man durch kreisende Bewegungen von Wii-Fernbedienung und Nunchuk in die Pedale und lenkt durch Kippen der beiden Controller. Das klingt nicht nur schwer, es ist es auch. Da man unweigerlich beim Versuch, synchron aber dennoch schnell zu „treten“ immer wieder die virtuellen Pedale leicht verreißt, sieht die Fahrt auf der Strecke eher nach einer Heimfahrt nach viel zu viel Alkohol aus. Darüber trösten auch die sieben verschiedenen Routen über die Insel nicht hinweg. Mit der Zeit wird es zwar besser, aber es hat mir auch nach vielen Versuchen nicht einmal ansatzweise Spaß gemacht. Vor allem weil für diese Spiel sicherlich kein MotionPlus nötig ist.

 

Auch nicht so ganz gelungen ist in meinen Augen das Rudern, wobei man die Wiimote mit beiden Händen nach unten gerichtet hält und wie ein Ruder bewegt, um sein Kanu vorwärts zu bewegen. Hier ist die Erkennung einfach zu genau, so dass es extrem schwer ist, geradeaus zu fahren, was sowohl alleine als auch zu viert gilt. Jede kleine Abweichung in der Bewegung führt zu totalem Chaos, was nicht wirklich gut ist. Allerdings führt es dazu zu – von den Entwicklern vermutlich eher ungewollten – Lachanfällen, wenn man versucht, sich mit anderen Leuten so zu koordinieren, dass man sich wirklich geradeaus bewegt.

 

Neben diesen Spielen gibt es auch noch Schwertkampf, Frisbeewerfen, Wellenreiten, Jetski fahren und Bogenschießen. Positiv zu erwähnen ist davon auf jeden Fall noch das Bogenschießen. Hier kommt bei einem Rechtshänder die Fernbedienung ausnahmsweise in die linke und das Nunchuk in die rechte Hand. Um einen Pfeil anzulegen drückt man an und hält beide Hände vor dem Körper nah zusammen. Drückt man nun Z und zieht die rechte Hand samt Nunchuk nach hinten, dann wird der Bogen gespannt. Je weiter man nach hinten zieht, desto spannender wird es. Mit der Wiimote legt man – allerdings nicht durch IR sondern durch Bewegungserkennung – die Schussrichtung fest und feuert den Pfeil ab, wenn man Z wieder loslässt. Auf allen drei Schwierigkeitsstufen gibt es vier Zielscheiben auf die man je dreimal schießen darf. Später stehen die Scheiben nicht mehr still und am Ende sind sogar Hindernisse zwischen Spieler und Ziel aufgebaut. Dazu weht teilweise ein starker Wind, der die Flugbahn natürlich beeinflusst. Zu den Oberkrachern zählt Bogenschießen jedoch nicht, da 12 „Kurse“ einfach zu wenig sind.

 

Da die anderen vier Spiele schon zig Mal von Nintendo gezeigt wurden, gehe ich jetzt nicht genauer darauf ein. Sie funktionieren jedenfalls sehr gut und machen Spaß. Die Qualität dieser liegt irgendwo zwischen den sehr guten und den schlechten Sportarten, sie sorgen aber für größere Vielfalt, weshalb ich sie ab und an sehr schätze.

 

 

Die technische Seite!

 

Als Nintendo vor etwa vier Jahren Wii Sports auf der E3 zeigte war der Schock schon groß. Sollte dieser Grafik wirklich „Next-Gen“ sein? Nein, sollte sie nicht, weil Nintendo ganz bewusst die einfache Darstellung gewählt hatte, um Neulingen einen möglichst leichten Einstieg zu ermöglichen. Einen ähnlichen Weg gehen sie nun mit dem Nachfolger wieder, allerdings bekommt das Auge doch deutlich mehr geboten als damals, was einfach an der deutlich größeren Vielfalt liegt.

 

Darüber hinaus sind das Wasser und die Bewegungsphysik sehr schön programmiert und animiert, so dass Wii Sports Resort einiges hermacht. Einen Blumentopf gewinnt es durch die Grafik jedoch nach wie vor nicht, obwohl es ein deutlicher Schritt nach vorne ist. Wirklich stören sollte diese gewollt einfache Darstellung jedoch niemanden, es kommt schließlich auf die noch innovativere Steuerung an.

 

Denn die ist wirklich gelungen. Mit diesem Titel gelingt MotionPlus ein fast optimaler Erstauftritt. Man merkt deutlich, wie viel genauer die Bewegungs- und Positionserkennung nun ist und was für Möglichkeiten sich dadurch ergeben werden. Auch die gelegentlichen Zwangspausen, weil sich das System neu einstellen muss, halten sich stark in Grenzen, bei mir kam es vielleicht alle 1-2 Stunden einmal vor und natürlich bei jedem Neustart des Systems.

 

Musikalisch hat sich Wii Sports auch weiterentwickelt. Der Grundsound ist zwar ähnlich geblieben, aber die Abwechslung hat sich deutlich erhöht. Qualitativ und quantitativ also ein eindeutiger Fortschritt, der meine Ohren sehr erfreut hat.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Wii Sports Resort zeigt eindrucksvoll, was Wii MotionPlus drauf hat. Die verbesserte Steuerung ist ein gewaltiger Fortschritt und der wird im Spiel auch sehr gut genutzt. Die 30 Euro Aufpreis ist es locker wert, weshalb es seinen Vorgänger natürlich klar in den Schatten stellt. Dumm nur, dass MotionPlus nur einmal beiliegt, so muss man noch mal mindestens 20 Euro drauflegen, wenn man auch zu zweit spielen will. Da ein voll ausgestatteter Controller mittlerweile geschlagene 100 Euro kostet, sollte Nintendo hier schnellstens nachbessern, sonst gibt es am neuen System und natürlich auch am Spiel wenig zu bemängeln. Mein klares Urteil lautet also: kaufen und genießen!

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

75%

Singleplayer

85%

Multiplayer

Release

24.07.2009

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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