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Reviews: Nintendo Wii

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Overlord Dark Legend

Strategie

05.09.2009

Gunnar Schreiber

 

 

 

Habt ihr es nicht auch satt, immer den schillernden Helden zu verkörpern? Wenn ihr diese Frage mit einem deutlichen „JA“ beantwortet, dann solltet ihr unbedingt den Test zu Overlord Dark Legend weiterlesen. Gleiches gilt übrigens auch, wenn ihr die Wartezeit auf Pikmin 3 kaum länger ertragen könnt. Aber beginnen wir von vorne.

 

 

Die Geschichte

 

Das Spiel entführt euch in die Geschichte von Schloss Gromgard im Grüntal. Einst ein blühendes Herzogtum, erinnert heutzutage wenig an alte Zeiten; Hungersnöte und mangelnder Respekt sind eher an der Tagesordnung. So zieht der Herzog von Gromgard aus, um den Ruf seines Landes zu verbessern. Doch als er wenig erfolgreich zurückkehrt, hat seine Frau ihn längst mit einem fremden Adligen betrogen und gleich mal einen Teil seiner Besitztümer mitgenommen. Nun verlässt er erneut sein Land, auf der Suche nach neuem Glück. Zurück bleiben seine drei Kinder: Lord Giselher und Lady Gerda, die nur Intrigen im Kopf haben und der Held der Spiels, ein junger Lord, der an seinem 16. Geburtstag einen mysteriösen Handschuh erhält, der ihm den Weg in den alten Thronsaal öffnet. Dort angekommen erhält er eine Rüstung und verwandelt sich in den dunklen Overlord. Ihm zur Seite stehen fortan kleine, Goblin artige Wesen, die einfach nur Schergen genannt werden. Somit ist die Zeit des dunklen Herrschers gekommen.

 

 

Das Gameplay

 

Ziel des Spiels ist es, die Macht über Schloss Gromgard zu erlangen und nach und nach die Ländereien im Grüntal, wo auch Elfen und Zwerge gemeinsam mit den Geschwistern vom Overlord dunkle Intrigen spinnen, zu unterjochen. Das Gameplay kann man am besten als eine Mischung aus Pikmin und Zelda bezeichnen, was ich im Folgenden genauer erklären werde.

 

Los geht es im Schloss Gromgard. Nachdem der junge Lord seine Rüstung erhalten hat, wird er von Gnarl, einem weisen Goblin, sukzessive in das bevorstehende Abenteuer eingeführt. Das Schloss, vor allem der Thronsaal, dient dabei als Hauptstützpunkt. Ihr könnt an bestimmten Warppunkten jederzeit zurück in euer Domizil kehren und von dort aus auch die verschiedenen Ländereien erreichen. Außerdem könnt ihr in der Schmiede eure Waffen, Rüstung sowie die Ausrüstung der Schergen stufenweise gegen Gold, was ihr in Truhen und anderen zerstörbaren Objekten während des Abenteuers findet, verstärken lassen.

 

Kaum habt ihr eure Rüstung an und das Zimmer eurer Geschwister zu Trainingszwecken kurz und klein geschlagen, wird das Schloss auch schon von fiesen Halblingen belästigt. Euer erster Auftrag ist, die Halblinge mit eurer Axt, aber vor allem mit der Hilfe eurer Schergen in die Flucht zu schlagen. Das Prinzip ist dabei sehr ähnlich wie bei Pikmin. Ihr könnt immer eine bestimmte Anzahl an Schergen mit euch führen. Die Zahl ist vom Fortlauf des Spieles abhängig. An bestimmten Spawnpunkten in jedem Areal, dürft ihr neue Schergen herbeirufen. Diese laufen automatisch hinter dem Overlord her. Möchtet ihr mit einem Objekt interagieren oder einen Feind angreifen, zeigt ihr einfach mit dem Cursor der Wiimote auf das gewünschte Ziel und bestätigt die Aktion mit der B Taste. Die Goblins laufen nun zum Beispiel automatisch zum Gegner, eliminieren diesen und kommen dann vielleicht sogar mit einer Beute zurück.

 

Zu Anfang habt ihr nur braune Schergen, deren Spezialfähigkeit einzig der Kampf ist. Analog zu Pikmin schließen sich aber nach und nach Andersfarbige an. Die blauen Schergen können durch Wasser laufen, gefallene Kameraden wieder beleben, sind aber in der Schlacht eher schwach. Die roten gehen unbeschadet durch Feuer, können dieses sogar löschen oder nutzen Fernangriffe. Und dann gibt es noch die grünen Mitstreiter, die gegen Gift immun sind.

 

Natürlich kommen deren Fähigkeiten gezielt bei verschiedenen Gegnertypen und Rätseln zum Einsatz. Ein Beispiel: In einer Giftgrube befindet sich ein Schalter. Über dem Loch in unerreichbarer Höhe stehen lästige Zwerge, die mit explosiven Geschossen um sich werfen und somit die grünen Schergen bei ihrem Versuch den Schalter zu aktivieren sofort töten würden. Zu den Zwergen kommt man nur, wenn man zuvor den Schalter in dem Gift aktiviert hat. Was tun? Zuerst setzt man am besten einen Sammelpunkt kurz vor die Giftgrube. Alle gerade aktiven Schergen – man kann entweder alle als Gruppe oder jeden Typ einzeln via Steuerkreuz aktivieren – rennen nun automatisch zum Sammelpunkt. Schickt die roten dorthin, damit sie mit ihren Fernwaffen auf die Zwerge ballern. Da die Zwerge sie aber auch erreichen können, platziert zusätzlich ein paar Blaue in der Nähe, um die Gefallenen wieder zu beleben. Nun schickt die Grünen in die Grube, um mit dem Schalter die Brücke zu platzieren. Sobald das getan ist, rennt der Overlord mit den restlichen Schergen zu den Zwergen und zieht ihnen einen neuen Scheitel.

 

Wobei wir auch schon beim wesentlichen Unterschied zu Pikmin wären. Denn während Captain Olimar nur seine fleißigen Helfer in die Schlacht schickt, kann der Overlord mit seiner Axt oder mit seinen Zaubern selbst mitmischen. Gerade die Zauber, von denen ihr im Laufe des Abenteuers durch das Aufsammeln von Relikten immer mehr erhaltet, sind oft wichtig für den Ausgang des Kampfes. So verfügt der junge Lord zum Beispiel über einen Versteinerungszauber, der einen Gegner für einige Sekunden außer Gefecht setzt, was natürlich bei einer Überzahl an Feinden sehr hilfreich ist. Oder man greift auf einen Blitz zurück, der alle Gegner in der Umgebung schwächt. Zauber verbrauchen allerdings Mana.

 

Folglich hat der Overlord neben einer Lebensenergieleiste auch eine Mana-Anzeige. Aufgefüllt werden beide Leisten entweder durch Tränke oder man kann einen Schergen an bestimmten Kultrelikten gegen Mana oder Energie opfern. Da denen das anscheinend auch noch Spaß macht und wir ja einen dunklen Lord spielen, braucht man dabei nicht mal ein schlechtes Gewissen zu haben.

 

Spaß macht auch, die Schergen zum Selbstmordattentäter umzufunktionieren. Schnappt euch einfach einen eurer Wahl, schüttelt die Wiimote bis seine Augen glühen und lasst ihn dann los. Der Scherge rennt nun wie ein Berserker auf das anvisierte Ziel und explodiert dann. Das ist nicht nur witzig anzuschauen, sondern beseitigt auch lästige Blockaden und bereitet Gegnern ordentlich Schaden. Eingebettet ist das ganze Geschehen in eine ordentliche Portion schwarzen Humors.

 

 

Die audivisuelle Umsetzung

 

Die audivisuelle Umsetzung von Overlord Dark Legend hat sehr viel Licht, aber auch einiges an Schatten zu bieten. An der Soundkulisse gibt es nichts zu meckern. Die Musik ist leicht mittelalterlich gehalten und immer passend zum Geschehen. Hinzu kommt eine sehr gute englische Sprachausgabe. Selbst die Dialoge sämtlicher Nebencharaktere im Schloss oder im Dorf Wonnewinkel sind vertont.

 

Die Grafik besticht durch satte Farben, viele unterschiedliche Objekte, von denen das meiste sogar zerstörbar ist sowie abwechslungsreiche Texturen. Allerdings wirken gerade die Schatten sehr pixelig und die Framerate geht einige Male extrem in den Keller. Hinzu kommen ein paar kleinere Bugs, die zwar nicht den Spielspaß merklich stören, aber leicht mit ein wenig mehr Entwicklungszeit hätten behoben werden können. Außerdem bietet das Spiel keinen perfekten 16:9 Modus, da links und rechts kleine Balken zu sehen sind.

 

 

Die Meckerecke

 

Neben den oben genannten technischen Problemen, habe ich einen Hauptkritikpunkt: Das Spiel ist zu leicht. Wenn man nur einigermaßen taktisch vorgeht, wird man höchstens in den letzten Missionen mal Probleme bekommen. Man findet in den Arealen so viel Gold und Energiepunkte um Schergen entstehen zu lassen, dass man schon nach etwas mehr als die Hälfte des Spiels die maximale Ausrüstung sein Eigen nennt und seine Mitstreiter quasi unendlich spawnen lassen kann. Ich finde es zwar grundsätzlich lobenswert, wenn ein Spiel auch für unerfahrene Spieler zu meistern ist, aber dann sollte man zwei Schwierigkeitsgrade integrieren. Und natürlich wäre ein Multiplayermodus auch nicht schlecht gewesen.

 

 

Wir danken Codemasters für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

Overlord Dark Legend ist ein gutes Strategiespiel, was perfekt die Lücke bis Pikmin 3 schließt. Überzeugen können neben der netten Fantasy-Inszenierung der schwarze Humor, das unverbrauchte Setting und die gute Steuerung. Kleinere technische Probleme sowie der zu geringe Schwierigkeitsgrad trüben etwas das Bild. Dennoch sollten Fans des Genres auf jeden Fall zugreifen.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

80%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

25.06.09

Developer

Climax

Publisher

Codemasters

USK Freigabe

12+


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