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Reviews: Nintendo Wii

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Spyborgs

Beat 'em Up

03.10.2009

Zum Video-Review

Autor: Mario Kablau

 

 

Willkommen in der Zukunft!

 

Die Spyborg-Initiative, als erste Verteidigungslinie der Nation gedacht, ist ein ehrgeiziges, vielversprechendes Projekt. Soldaten, die im Einsatz verwundet wurden, werden nicht mehr ausgemustert, sondern mittels Kybernetik in Elite-Kämpfer verwandelt. In den letzten Wochen regte sich unter der Bevölkerung allerdings Unmut über das immer häufigere Verschwinden von Spyborg-Agenten. In diesen düsteren Zeiten fragen sich immer mehr, was wohl als nächstes geschehen wird.

 

Währenddessen werden die Spyborgs Stinger und Clandastine, die in einen Hinterhalt geraten und von ihrem Kameraden Colt und ihrem ehemaligen Teamführer Jackal für tot gehalten wurden, von ihren Teamkameraden Voxel und Bouncer aus dem Dschungel gerettet. Während sie sich im Hauptquartier erholen, versuchen sie das Rätsel zu lösen, warum andere Spyborgs unter mysteriösen Umständen verschwunden sind.

 

Und natürlich dauert es nicht lange, bis die Erholungsphase jäh unterbrochen wird und die Vier sich aufmachen müssen, um dem Problem auf den Grund zu gehen. Doch dabei stellen sich ihnen Personen in den Weg, die das natürlich verhindern wollen. Also gibt es nur eine Lösung: Den Weg zum Ziel auf Gedeih und Verderb freikämpfen!

 

 

Kämpfen, kämpfen, kämpfen!

 

Spyborgs ist ein knallhartes Action Beat `em Up, bei dem es folglich nur darum geht, die gegnerischen Heerscharen zu besiegen. Da Voxel kein Kämpfer, sonder eher eine Art Informant ist, der parallel zu den Kämpfern arbeitet, treten Stinger, Bouncer und Clandastine die Kämpfe nur zu dritt an. In jedem Level muss der Spieler zwei der Charaktere bestimmen, die tatsächlich in den Kampf ziehen. Spielt man alleine, dann wird ein Charakter automatisch gesteuert, wobei man die Rolle jederzeit wechseln kann. Ist man zu zweit am Start, dann übernimmt jeder die Kontrolle über eine der beiden Figuren und kämpft was das Zeug hält.

 

Die Levels sind extrem linear, so dass man eigentlich nur von Kampf zu Kampf laufen muss. Ein Kampf besteht dabei immer aus einer fest vorgegebenen Anzahl an Gegnern, die nach und nach auf der Bildfläche erscheinen. Hat man alle besiegt, kann man gemütlich zum nächsten Kampf weiterziehen. Doch es gibt daneben einige Dinge, die auch nicht unwichtig sind.

 

So gibt es zum Beispiel verschiedene Kisten, die diverse Dinge enthalten. Eine blaue Kiste enthält eine Pille, die den Energievorrat der beiden Kämpfer wieder auffüllt, in orange gefärbte Teile laden den Kombobalken auf und die in roter Farbe geben Punkte für Upgrades. Zu guter Letzt gibt es auch noch grüne Pillen, die die beiden Kämpfer kurzzeitig in noch stärker machen.

 

Aus diesen Items folgen natürlich einige andere Dinge. Hat man den Kombobalken eines Charakters aufgeladen, können die beiden Kämpfer eine mächtige Teamattacke einsetzen, die durch vorgegebene Bewegungen von Wiimote und Nunchuk durchgeführt wird. Außer bei Endgegnern führt sie, richtig eingesetzt, in jedem Fall dazu, dass der Gegner sofort in seine mechanischen Einzelteile zerfällt.

 

Verliert einer der beiden Protagonisten während eines Kampfes die gesamte Energie, dann verschwindet er vom Bildschirm und bleibt so lange weg, bis der Kampf beendet ist. Stirbt dann auch noch der zweite, muss man den Level von vorne beginnen. Um dieses harte Los nicht zum Frustfaktor werden zu lassen, gibt es insgesamt fünf Schwierigkeitsgrade, von denen jedoch keiner als wirklich einfach bezeichnet werden kann.

 

Die roten Pillen geben - wie schon erwähnt - Punkte für Upgrades. Außerdem bekommt man für jeden besiegten Gegner, durchgeführte Kombos und andere Dinge weitere Punkte, die am Ende jedes Levels abgerechnet werden. Dafür kann man Upgrades erwerben, um stärker zu werden, mehr Lebensenergie zu bekommen oder neue Angriffe zu erlernen. Je besser man also im Spiel ist, desto schneller werden auch die Figuren stärker. Es ist jedoch utopisch, in einem Durchgang so viele Punkte zu sammeln, um alle drei Figuren voll „auszubauen“. Doch das Spiel legt es auch in anderen Dingen darauf an, mehrmals durchgespielt zu werden.

 

So sind in den meisten Levels Dinge versteckt, mit denen man jede Menge Hintergrundinformationen freischalten kann. Außerdem muss man beim Zocken gewisse Aufgaben erfüllen, um weitere Bonusinhalte zu erhalten. In jedem Level gibt es zum Beispiel eine vorgegebene Zeit und eine Höchstkombo. Unterbietet man ersteres oder überbietet letzteres, dann schaltet man dadurch Videos, Details zur Entwicklung des Spiels und andere Dinge nach und nach frei. Es lohnt sich also, das Spiel mehrfach anzugehen, wobei es bei Spyborgs kein Pappenstiel ist, wirklich alles zu erreichen, denn das Spiel ist in Teilen wirklich sauschwer.

 

 

Technik und Steuerung

 

An der Technik gibt es oberflächlich nichts zu bemängeln. Die Levels sind sehr detailreich, die Figuren schön gestaltet und animiert und genug Abwechslung bekommt man auch geboten. Außerdem sieht man dem Spiel auf den ersten Blick an, dass sich die Entwickler große Mühe gegeben haben, es so perfekt wie möglich zu machen. So gibt es zum Beispiel fast nie Ladezeiten, eine Autosafe-Funktion, die der Spieler nie bemerkt, tolle Videos im Spiel und zur Hintergrundgeschichte und absolut keine störenden Fehler. Hut ab!

 

Ein bisschen meckern muss ich aber doch, denn obwohl man dem Spiel durch seinen Comic-Look ansieht, dass es von einigen der Machern von Ratchet & Clank stammt und es auf der Wii großartig umgesetzt wurde, haben sie der Konsole hier und da doch ein bisschen zu viel abverlangt. Will sagen: Manchmal gerät das Geschehen ein wenig ins Ruckeln, was aber zum Glück nicht wirklich störend ist, da es nur selten passiert. Fünf Punkte kann ich jedoch trotzdem nicht geben, da die Entwickler einen Fehler gemacht haben, der schnell nerven kann: Die Gegner sehen den Spyborgs teilweise sehr ähnlich und die Kamera ist oft sehr weit weg vom Geschehen. In unübersichtlichen, hektischen Kämpfen führt das schnell dazu, dass man seine Figur aus den Augen verliert, was es vor allem auf den oberen Schwierigkeitsstufen unnötig schwer macht, die Kämpfe zu bestehen.

 

Sound und Musik sind auch sehr gut gelungen. Sprachausgabe gibt es zwar leider nur auf Englisch, dafür ist sie gut gelungen und geschickt eingesetzt. Die Musik ist sehr passend, abwechslungsreich und perfekt geeignet, um das hektische Spielgeschehen zu untermalen, auch wenn ich beim Zocken hier und da böse Kommentare von meiner besseren Hälfte hörte, dass ihr der Krach auf den Keks ginge. Normalerweise spiele ich gar nicht so laut, dass sie überhaupt etwas davon bemerkt, bei Spyborgs habe ich jedoch gerne voll aufgedreht, weil es so einfach mehr Spaß macht. Die Soundeffekte machen das Ganze fast perfekt, die gute Abmischung tut ihr übriges. Die volle Punktzahl gibt es hier jedoch leider auch nicht, weil das Spiel dafür, auch musikalisch, zu wenig Umfang bietet.

 

An der Steuerung gibt es nur wenig zu meckern. Es geht alles gut von der Hand, die Tastenbelegung ist zwar clever, aber leider nicht änderbar und die Bewegungssteuerung sinnvoll eingesetzt. Zusätzlich benötigt man den Pointer, um auf dem Spielbildschirm nach versteckten Gegenständen zu suchen. Die volle Bandbreite von Wiimote und Nunchuk wird also ausgenutzt und das sogar äußerst clever. Chaos entsteht manchmal lediglich durch die oben schon erwähnte grafisch bedingte Unübersichtlichkeit. Der Steuerung kann man das nicht ankreiden, weshalb es hierfür fünf Punkte gibt.

 

 

Meckerecke!

 

So toll das Spiel bisher klingt, es gibt doch allerhand Grund zur Kritik, die Wertungspunkte kosten. So ist zum Beispiel der Umfang mit knapp vier Stunden nicht gerade groß. Zwar kann man es immer und immer wieder genießen und dabei sogar oft noch etwas Neues entdecken, allerdings wäre mehr auf jeden Fall wünschenswert gewesen.

 

Ebenso wäre mehr Abwechslung durchaus angebracht. Man hat zwar drei Figuren zur Auswahl, die man auch noch verbessern kann, jedoch macht man über weite Teile des Abenteuers immer nur dasselbe. Die Kämpfe bestechen zwar durch abwechslungsreiche Gegner, jedoch gibt es strategisch nicht viel zu erleben. Da helfen auch einige Kombos nicht, denn im Wesentlichen haut man drauf, weicht aus oder blockt. Zu zweit ist dieser Punkt etwas weniger schlimm, da man sich die Gegner gegenseitig zuspielen kann, um so extreme Kombos und damit mehr Abwechslung zu erreichen. Alleine ist das wegen des nicht allzu cleveren CPU-gesteuerten Mitspielers nicht so einfach möglich.

 

Zuletzt stört mich auch, dass die Macher in den Videos vor dem Release riesige Bosskämpfe am laufenden Band versprochen haben, die aber vor allem in den ersten drei Kapiteln nicht abliefern. Die knapp 20 Levels darin bieten nämlich nur zwei Endgegner, die es dafür aber in sich haben. Da sie das sonst sehr monotone Spielgeschehen deutlich auflockern, hätten sie durchaus öfter zum Einsatz kommen können! Im letzten Kapitel wird es zum Glück schon etwas besser. Der bei Erfolg wohl obligatorische Nachfolger behebt dieses Manko hoffentlich.

 

 

Vielen Dank an Capcom für die Bereitstellung des Testmusters


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Fazit

Spyborgs ist ein auf den ersten Blick rundum gelungenes Action Beat `em Up, das für Wii-Verhältnisse sehr gut aussieht. Die Steuerung ist gut gelungen und auch für die Ohren bekommt der Spieler einiges geboten. Leider krankt das Konzept stark an zu wenig Abwechslung und dem insgesamt zu geringen Umfang. Toll ist, dass sich jederzeit ein zweiter Spieler dazugesellen kann, was den Spielspaß merklich erhöht. Gäbe es nun noch einen Online-Modus, dann wäre ich damit rundum zufrieden. So ist der Mehrspieler-Modus insgesamt nur geringfügig besser als der Solopart. Wer das Genre mag und einen technisch wirklich sehr gut gemachten Wii-Titel sein Eigen nennen will, der sollte auf jeden Fall zuschlagen!

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

gut

72%

Singleplayer

75%

Multiplayer

Release

25.09.2009

Developer

bionic games

Publisher

Capcom

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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