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Reviews: Nintendo Wii

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Dead Space Extraction

Action

10.10.2009

Autor: Gunnar Schreiber

 

 

Alles hat einen Anfang

 

Vor etwa einem Jahr veröffentlichte Electronic Arts Dead Space für PlayStation 3, Xbox 360 und PC. Der Titel, der ganz klar Einflüsse von Resident Evil und Metroid Prime vereinte, überzeugte durch eine tolle Spielbarkeit und einer extrem glaubwürdigen Scifi-Welt. In dem Abenteuer wurde der Ingenieur Dr. Claark auf das riesige Rohstoff-Abbau Schiff USG Ishimura gesendet, um die plötzlich ausgefallenen Kommunikationsanlagen zu reparieren. Komischerweise traten die Probleme auf, nachdem die Mannschaft des Raumschiffes auf ein außerirdisches Artefakt gestoßen war. Was Dr. Claark auf dem Schiff vorfand, gleicht der Hölle. Die Crew ist tot, Necromorphe – mutierte Monster, jeglicher Art, lauern hinter jeder Ecke. Die genauen Umstände, wie es zur Apokalypse kam, konnte Dr. Claark aber nicht herausfinden.

 

Deshalb entwickelte das Studio Visceral Games gleich ein Prequel mit dem Namen Dead Space Extraction, das gerade exklusiv für Wii erschienen ist. Im Gegensatz zum vorherigen Titel, bewegt ihr euch nicht mehr in Third Person Ansicht alleine durch die Anlagen, sondern im Stile eines Onrails-Shooters bestimmt das Spiel euren Weg und euer Tempo. Außerdem seid ihr nicht mehr als Einzelkämpfer unterwegs, sondern fast immer in einem Team.

 

Auch wenn das einige bedeutende Änderungen sind, macht es das Spiel nicht weniger spannend. Wie bereits erwähnt, erzählt Extraction die Vorgeschichte. Alles beginnt in der Kolonie auf Aegis VII, als plötzlich ein außerirdisches Artefakt, ein so genannter Marker, gefunden wird. Noch während der Untersuchungen, beginnt eine mysteriöse Demenz die meisten Menschen zu befallen. Sie werden wahnsinnig, begehen Suizid oder töten andere. Bedrohliche Wesen, Necromorphe (vielleicht mutierte Menschen?) befallen die Kolonie und werden zur Lebensgefahr. Inmitten all dem Chaos finden einige Überlebende zusammen, die anscheinend immun gegen die Gefahr zu sein scheinen. Ihr Ziel ist ein Shuttle, um mit diesem auf die sich im Orbit befindende USG Ishimura zu gelangen, in der Hoffnung, der Katastrophe zu entgehen. Doch was sie dort oben vorfinden, ist kein bisschen angenehmer als die Situation auf Aegis VII. Der Überlebenskampf der Truppe, die die meiste Zeit über aus vier Personen – Gabriel Weller (Ishimura Security), Nathan McNeill (PSec-Detective), Lexine Murdoch (Vermessungstechnikerin) und Warren Eckhardt (Executive Director der Abbaugesellschaft) – besteht, gleicht einem Höllentrip und bietet einige Überraschungen!

 

 

Das Gameplay

 

Dead Space Extraction ist zwar ein Onrails-Shooter, d.h. ihr habt nur einen geringen Einfluss auf das Spieltempo und die Bewegung, aber dennoch bietet das Spiel viel mehr Abwechselung als die meisten Genrevertreter. Aber mal von vorne. Vor jeder Mission bekommt ihr eine kurze Übersicht, was euch im nächsten Abschnitt erwartet und welche Waffen standardmäßig dabei sind. Es gibt dabei insgesamt vier Waffenslots, die ihr frei bestücken könnt. D.h. findet ihr im Laufe der Mission weitere Ballermänner, könnt ihr diese den Slots zuordnen. Findet ihr mehr als vier, dürft ihr euch entscheiden, welche ihr behaltet und welche ihr wegwerft.

 

Da es auch Munition in den Levels zu finden gibt, ist es natürlich ratsam immer die Waffe mit der meisten Muni zu behalten. Insgesamt gibt es im Spiel 10 Waffen. Einige davon sind schon aus dem ersten Dead Space bekannt, wie z.B. der Plasmacutter, der einen horizontalen Energiestrahl abfeuert, andere sind neue Wummen wie der Ripper, mit dem man Sägeblätter verschießt. Alle Waffen haben übrigens eine Zweitfunktion, die man aktiviert, indem man die Wiimote auf die Seite kippt. Gefeuert wird wie üblich mit der B Taste.

 

In den Levels begegnet ihr den so genannten Necromoprhen, eklige Monster, die mal krabbeln, mal wuseln oder sogar fliegen. Aber alle haben eines gemeinsam: Sie sind fast unbesiegbar, solange ihr nicht richtig vorgeht. So solltet ihr immer zuerst auf die unterschiedlichen Gliedmaßen zielen. Am besten trennt ihr erstmal sauber die Arme und Beine ab, um sie bewegungsunfähig zu machen und erledigt dann den Rest. Wie ihr merkt, geht es in dem Spiel nicht gerade zimperlich zu, so dass die Kategorisierung der USK „keine Jugendfreigabe“ absolut gerechtfertigt ist.

 

Ein besonders hilfreiches Tool ist die Stase. Mit der Stase könnt ihr heranstürmende Gegner kurz einfrieren und somit für eine bestimmte Zeit nahezu bewegungsunfähig machen, um sie dann gezielt auszuschalten. Das ist besonders bei mehreren attackierenden Monstern gleichzeitig absolut notwendig, um zu überleben.

 

Was Besonderes haben sich die Entwickler auch beim Nachladen einfallen lassen. Das normale Nachladen, was erfolgt, wenn ihr die Feuertaste noch mal drückt, wenn das Magazin leer ist, dauert bei vielen Waffen relativ lang. Ihr könnt aber per Tastendruck auch manuell nachladen. Drückt ihr dann die Taste im richtigen Zeitpunkt erneut – dazu wird eine Markierung beim Fadenkreuz angezeigt – ist der Prozess gleich beendet.

 

Zum Glück hat das Spiel aber sehr viel mehr zu bieten als stupide Necromorphe zu zerstückeln. So sind in den Levels jede Menge Sachen wie Munition, Waffen, Waffenupgrades, Audiologs von anderen Personen, Healthcontainer und anderes versteckt. Um diese Items einzusammeln, nutzt ihr eure Telekinese. Drückt ihr auf die A Taste wird die Telekinese aktiviert und bewegliche Objekte fliegen auf euch zu, sofern ihr sie anivisiert. Diese Fähigkeit lässt sich natürlich auch im Kampf nutzen, indem man z.B. explodierende Fässer auf die Feinde schleudert.

 

Während einer Mission könnt ihr manchmal entscheiden, ob ihr den linken oder den rechten Weg einschlagen möchtet. Manche Wege führen zu Bonusräumen, andere bringen das Geschehen voran.

 

Natürlich trefft ihr auf verschlossene Türen oder gesperrte Computerterminals. Um diese zu hacken, müsst ihr ein Minispiel meistern, was sehr an den heißen Draht erinnert. Bewegt einen Laserstrahl über einen Parcour mit Hindernissen, um Schaltkreise zum umgehen oder wieder in Gang zu bringen. Die Hack-Minispiele werden im Laufe des Abenteuers immer schwerer und machen durchaus Spaß.

 

Aber Dead Space Extraction hat noch viel mehr Abwechselung zu bieten. Nach manchen Missionen warten teils riesige Endbosse auf euch, die natürlich nur mit der richtigen Taktik zu besiegen sind. Darüber hinaus seid ihr manchmal in der Schwerelosigkeit unterwegs oder besetzt eine Bordkanone, um den Weg durch ein Asteroidenfeld freizuballern.

 

Zusätzlich wird das Geschehen aufgelockert durch unzählige Gespräche und andere Intermezzos, auf die ich im nächsten Abschnitt genauer eingehen werde.

 

 

Eine Atmosphäre vom anderen Stern

 

Das Gameplay ist, wie gerade geschildert, schon mal gut, aber was Dead Space Extraction zu einem Pflichttitel für Fans des Genres macht, ist die nahezu perfekte Atmosphäre. Ehrlich gesagt kenne ich kein anderes Wii Spiel (vielleicht Metroid Prime 3 oder die beiden Resident Evil Titel mal ausgenommen), das so glaubhafte Charaktere bietet. Die Authentizität hat dabei mehrere Gründe. Zum einen haben die Entwickler von Visceral Games eine bis ins Detail durchdachte Welt erschaffen. Wer Dead Space von den HD Konsolen kennt, wird einiges im Spiel wieder erkennen. Die im Spiel vorhandenen Personen scheinen in der Welt verwurzelt zu sein und wirken deshalb so glaubhaft.

 

Unterstützt wird dies von einer sehr guten englischen Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln und lebensechten Animationen der Charaktere. Beides passt immer zur jeweiligen Spielsituation. Man kann anhand der Stimme und der Bewegung erkennen, wie Lexine und Co. sich fühlen.

 

Hinzu kommt, dass die Geschichte sehr spannend ist und dementsprechend umgesetzt wurde. Es gibt einige Wendungen, die Protagonisten haben alle ihre Geheimnisse, die nach und nach aufgedeckt werden. Macht euch auf jeden Fall auf ein paar Überraschungen gefasst.

 

Sehr gelungen ist auch die sonstige audivisuelle Umsetzung. Der Sound ist knackig und immer passend. Es gibt metallische Halleffekte, wenn ihr durch die Gänge der Raumstation läuft. In der Schwerelosigkeit werden die Geräusche dumpf. Aus der Ferne hört ihr immer wieder penetrierende Schreie von Menschen und Necromorphen.

 

Die Grafik steht dem kaum nach. Wie gesagt, sehen die Charaktere, vor allem die Animationen, klasse aus. Aber auch die Umgebungen sind detailliert, es gibt tolle Lichteffekte zu sehen und die Partikeleffekte (Feuer/Rauch) können sich sehen lassen. Allerdings kommt es manchmal zu Rucklern, wenn der Bildschirm mal wieder mit unzähligen Monstern gefüllt ist.

 

Nun noch ein paar Worte zur Umsetzung der Steuerung. Diese funktioniert super. Der Cursor lässt sich schnell und stabil über den Bildschirm bewegen, so dass gezielte Schüsse kein Problem sind. Da zumindest bei Spieler 1 auch der Nunchuk unterstützt wird, gibt es keine Überbelegung der Tasten und alle Funktionen sind sehr gut zu erreichen.

 

 
 

Koop-Modus, Challenges und andere Extras

 

Dead Space Extraction hat weitaus mehr zu bieten als das normale Singeplayer-Abenteuer. Besonders erwähnenswert ist dabei der toll umgesetzte Kooperationsmodus, der den Spielspaß nochmals steigert. Habt ihr also einen Freund oder Freundin dabei, kann sich jederzeit der zweite Spieler einklinken und gemeinsam mit euch das Abenteuer bestreiten. Die Veränderungen beschränken sich dabei aber nicht nur auf ein zweites Fadenkreuz auf den Bildschirm und mehr Waffengewalt, sondern die Entwickler von EA haben vielmehr die Missionen entsprechend angepasst.

 

Ein Beispiel sind die diversen „Hack-Minispiele“, von denen ich bereits berichtet habe. Diese sind im Koop-Modus in Sektionen unterteilt, so dass beide Spieler abwechselnd eine Passage meistern müssen. An vielen Stellen greifen aber die Feinde weiterhin an, so dass es oft zu Situationen kommt, wo Spieler 2 gerade ein Terminal hackt, während Spieler 1 die Necromorphen beseitigt.

 

Überhaupt ist anscheinend mehr los, wenn man zu zweit unterwegs ist, so dass man sich die heranstürmenden Monster geschickt aufteilen sollte. Bewährte Taktik ist, dass Spieler 1 einen Gegner mit Stase einfriert, während der Zweite sich um die Gliedmaßen kümmert. Übrigens gelten die Items, die man einsammeln kann, für beide Spieler. Dennoch bekommen beide am Ende einer Mission eine separate Wertung, wo auch festgehalten wird, wer was gefunden hat, so dass ein gewisses Maß an Konkurrenzdenken vorhanden bleibt.

 

Sowohl im Alleine- als auch im Kooperationsmodus schaltet man Challenges und Comics frei. Die Challenges kann man ebenfalls wahlweise alleine oder zusammen spielen. Sie thematisieren eine der verschiedenen Locations des Spiels. Hier geht es in der Regel darum, eine bestimmte Anzahl Gegnerwellen zu eliminieren. Je weiter man kommt, desto besser ist die Endwertung. Gerade zu zweit ist dies auch eine spaßige Angelegenheit und ein netter Bonus.

 

Die Comics erzählen einen Teil der Vorgeschichte aus einer anderen Perspektive. Im Prinzip handelt es sich hierbei um sehr gut vertonte Standbilder, mit einigen Animationen. Für Fans von Dead Space, die noch tiefer eintauchen wollen, ist dies ebenfalls ein nettes Extra.

 

 

Die deutsche Version

 

Obwohl das Spiel keine Jugendfreigabe von der USK bekommen hat und somit nur an Erwachsene verkauft werden darf, ist das Spiel nur geschnitten in Deutschland erschienen. Was genau die Unterschiede zwischen den beiden Versionen sind, ist uns leider nicht bekannt. Da in der Uncutversion auch teilweise menschliche Gliedmaßen abgetrennt werden, wird dies sicherlich eine Sache sein, die der Schere zum Opfer gefallen ist.

 


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Fazit

Dead Space Extraction ist ein toller Horror-Shooter geworden, der fast alles richtig macht. Das Gameplay ist abwechselungsreich, die technische Umsetzung sehr gut und die Geschichte spannend. Besonders toll ist die Atmosphäre gelungen, was vor allem an der sehr guten Sprachausgabe und den realistischen Animationen der Charaktere liegt. Die Spielzeit ist mit ca. 7 Stunden, je nach Schwierigkeitsgrad, für einen Onrails-Shooter ebenfalls beachtlich. Vor allem, weil man zusätzlich noch Extras und Challenges freispielen kann, die die Spielzeit deutlich verlängern. Für Fans von Scifi, Horror und Onrails-Shootern ein absolutes Muss!

Grafik

gut

Sound

super

Steuerung

super

Spielspaß

gut

84%

Singleplayer

87%

Multiplayer

Release

29.09.2009

Developer

Visceral Games

Publisher

Electronic Arts

USK Freigabe

18+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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