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Reviews: Nintendo Wii

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Spore Helden

Action Adventure

14.10.2009

Autor: Lukas Strübig

 

 

Spore Helden

 

Letztes Jahr erschien unter dem Namen „Spore“ ein PC- Spiel, das die Evolution auf eine besondere Art und Weise in das Gameplay einband. So musste man die Kreaturen seines Stammes immer weiter entwickeln, um erfolgreich zu sein.

Erfolgreich war auch das Spiel selbst, und so entwickelte EA Montreal ein Spin-off des Spiels, welches unter dem Namen „Spore Helden“ für die Wii nun in hiesigen Regalen steht.

 

Bei Spore Helden handelt es sich jedoch nicht um ein Strategiespiel, sondern um ein Jump ´n Run / Action-Adventure mit Rollenspiel Elementen, das in der Spore- Welt selbst spielt und dessen Prinzip im Kleinen fortsetzt. Die Handlung des Spieles ist daher schnell und Simpel erklärt:

 

Aus dem Weltall fallen seltsame, rote Meteoriten auf den Planeten, die auf dessen Bewohner negative Auswirkungen haben. Einige bekommen Schwindelanfälle, Andere werden aggressiv, wieder Andere schlafen ein und wachen nicht mehr auf.

Allerdings folgen den roten Meteoriten auch blaue Meteoriten, von denen einer ein Ei inne hat, aus dem der Spieler schlüpft und sich aufmacht, das Land zu befreien.

 

 

Gameplay - Evolution in einem Leben

 

Einfache Storys, die nicht unbedingt viel Sinn machen, kennt man ja aus mehreren Videospielen, hier stellt dies aber wirklich ein Problem dar, denn die Entwickler waren ein wenig zu spartanisch. So startet das Spiel wie ein typisches MMORPG, es werden einem grob die Grundzüge des Spielprinzips gezeigt und an jeder Ecke stehen Personen, die einem kleine Aufgaben geben, die einen mal mehr, mal weniger voran bringen.

 

Als Belohnung für bestandene Quests bekommt man dann neue Körperteile, die man sich in seinem Nest anheften kann. Manche von ihnen erhöhen einfach nur die Kräfte der Figur, Andere fügen völlig neue hinzu. So lernt man mit der Zeit zu schwimmen, zu fliegen oder Rammattacken auszuführen. Manche Körperteile findet man auch in herumliegenden Skeletten, die man ausnehmen muss. Um sich die Teile einzuverleiben braucht man dann aber Splitter von blauen Meteoriten, die überall auf der Welt verteilt sind und so praktisch als Skill-Points fungieren.

 

Die Sidequests selbst sind dabei schön und abwechslungsreich, hier will jemand was zu essen, dort möchten einige singen oder tanzen, da drüben will jemand einfach anders aussehen und hier und da will einfach nur mal jemand gehörig eines auf die Mütze.

 

Womit wir bei meinem größten Kritikpunkt am Spiel wären: Dem Kampf. Das Kampfsystem hebt sich vom normalen Spielverlauf ab und spielt in einer gesonderten Arena, ähnlich wie in einem RPG, gekämpft wird nur nach alter Beat ´em up Manier in Echtzeit. Das Ganze würde eigentlich ganz gut funktionieren, wäre die Steuerung nur nicht so schlecht und der Charakter so träge.

 

Beispielsweise wird der normale Standartangriff mit dem Wackeln der Wiimote ausgelöst. Aus Spielen wie Zelda oder Star Wars: The Force Unleashed weiß man, das dies recht gut klappt, nur EA hat hier den Berechnungsweg zu weit gesetzt. Kann man also normalerweise den Angriff mit einer kurzen Bewegung aus dem Handgelenk ausführen, muss man bei Spore erst mal lange rumwackeln, bis sich der Charakter mal anschickt seinen Gegner zu treten. Dabei ist er so langsam, dass man von seinem Gegner sofort in die Ecke gedrängt und mit Attacken zugespamt wird, bis einem die Hälfte der Energie fehlt. Die unintuitive Knopfverteilung hilft dabei auch nicht weiter, was es dazu führt, dass man springt anstatt zu blocken und, nein, sie lässt sich nicht ändern. Dieser Kampfmodus ist auch der einzige Multiplayer-Aspekt, der mit jemandem, der mit der Steuerung genauso schlecht klar kommt, vielleicht sogar Spaß macht.

 

Das Hauptquest führt dabei natürlich die Geschichte um die Meteoriten fort, die es zu bekämpfen gilt, als Antagonist steht einem dabei ein anderes Wesen gegenüber, welches mit den roten Meteoriten auf den Planeten gekommen ist und deren Ausbreitung voran treiben will.

 

Das Zerstören der Meteoriten ist daher auch das, was man am öftesten macht. Leider ist dies aber auch recht nervig, denn über das einfache „Finden und Vernichten“ war man doch zu Beginn des Spieles hinaus, hier hat man mit fortscheitender Story also wirklich einen Schritt zurück gemacht, was sehr schade ist.

Das ultimative Ziel ist allerdings die Fertigstellung eines Götzenbildes, dessen Einzelteile die Belohnung eines jeden Geschafften Areals sind. Die Areale sind dabei miteinander verbunden und frei betretbar, das Ganze erinnert an ein klassisches RARE- Spiel wie Banjoo Kazooie, kommt jedoch leider nicht an dessen Genialität heran.

 

Die Welt ist relativ groß, leider aber auch etwas unübersichtlich, was jedoch durch die gute Infrastruktur wieder kompensiert wird, weshalb man sich eigentlich nicht verlaufen kann. Gespeichert wird in Nestern, die ziemlich fair über die Spielwelt verteilt sind, und sich auch manchmal erst erkämpfen lassen. Dort kann man auch etwaige Evolutionen durchführen.

 

 

Grafik - Das untere, obere Mittelmaß

 

Nach der unglaublich schönen Grafik der Introsequenz bekommt man von der Ingame-Grafik einen leichten Dämpfer und wird sie anfangs mit Worten wie „solide“ oder „zweckmäßig“ beschreiben. Doch später wird man feststellen, dass die Texturen ziemlich ordentlich sind, zwar nicht so hochauflösend wie etwa in Metroid Prime 3 oder gar Super Mario Galaxy, doch sauber und schön, dabei abwechslungsreich und auch sich wiederholende Muster im Boden wurden vermieden.

 

Gleiches gilt für das Design, schön verschroben und keinesfalls langweilig hat man auch hier wieder zu RARE herüber gelinst und seine eigene Antwort auf die Darstellung der Umgebung gefunden. Das Wasser sieht super aus, auch wenn es nicht dynamisch ist, und die Pflanzen, Steine und besonders die Meteoriten versetzen den Spieler manchmal ins Staunen, dass dies wirklich ein Spiel von einem Dritthersteller ist. Die Sichtweite bietet dabei auch einen schönen Ausblick, und auf Effekte wie Fußspuren oder aufgewirbelten Staub am Boden muss man nicht verzichten.

 

Daher ist es umso mehr schade, dass man hier und da auch viel meckern kann. So bricht die Framerate oft ein, besonders wenn einem viel Licht entgegen scheint oder sich im Hintergrund ein paar NPCs bewegen. Das stört zwar nicht besonders, ist aber unnötig, wenn man bedenkt, dass selbst The Conduit weniger Performance- Probleme hat.

 

Dazu ist auch die Beleuchtung nicht sehr schön. Mal ist der Bildschirm zu hell, mal ist er zu dunkel und der ständige Schimmer, der den Protagonisten umgibt kann in weniger gut ausgeleuchteten Gebieten schon stören. Dazu kommen noch die langen Ladezeiten und die danach kurz auftretenden Ruckler, so dass man sich nie wirklich in die Spielwelt vertiefen kann.

 

Zu Meckern gibt es aber nichts bei der Musik: Schön, entspannend und nie unpassend kommt ein qualitativ guter Soundtrack daher. Zwar ist er hier und da ein wenig zu Sims-Mäßig, doch das ist OK, wird man doch auch hin und wieder von Klängen berauscht, die einen an Gothic 2 erinnern und die Schönheit der Spielwelt noch weiter unterstreichen. Sprachausgabe gibt es leider nicht, die Figuren sprechen merkwürdiges Kauderwelsch während sie von etwas zu kleinem Text übersetzt werden. Das ist zwar nicht unbedingt ein Pluspunkt, passt aber auch ganz gut in die verrückte Spore- Welt.

 

 

Vielen Dank an Electronic Arts für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Unterm Strich ist „Spore Helden“ besser als die meisten anderen Drittherstellerspiele, besonders da es sich um ein Spin-off handelt. Die schöne Atmosphäre schafft es aber nicht wirklich, den Spieler in eine andere Welt zu ziehen und auch die Schnitzer in der Technik, besonders die der Leuchteffekte, tun dem Spielerlebnis einen Abbruch, doch dafür werden einem schöne Texturen und gelungenes Game Design geboten. Auch das Gefühl, nicht ganz zu wissen, was man denn nun soll, beschwert das Gemüt und rechtfertigt nicht ganz den Preis von ca. 50 Euro, wer jedoch den Charakter Creator des Original Spore mag oder mal wieder ein Spiel wie zu alten RARE Zeiten zocken möchte, sollte sich „Spore Helden“ einmal näher anschauen, es sich aber auf jeden Fall vorher ausleihen. Für Leute, die mal gerne zu zweit vor der Konsole sitzen ist Spore Helden nichts, man sollte dazu lieber zu einem richtigen Beat ’em up greifen und kann Spore getrost im Regal stehen lassen. Im Endeffekt ist „Spore Helden“ okay, jedoch nicht für diesen Preis.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

schwach

Spielspaß

ok

68%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

08.10.2009

Developer

Electronic Arts

Publisher

Electronic Arts

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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