Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo Wii

< zurück

Harry Potter und der Halbblutprinz

Action Adventure

19.10.2009

Autor: Nico Ahrens

 

 

Zauberei, Stundenpläne und Hormonchaos...

 

Als Teenager hat man es schon nicht leicht. Man selbst befindet sich in einem Prozess des „Erwachsen werdens“ und keiner will das so recht verstehen. Die Hormone fangen an verrückt zu spielen, man bekommt plötzlich weiche Knie beim anderen Geschlecht und die Schulpflicht ist zu diesem Zeitpunkt mehr als lästig. Hat man aber nun noch das Problem, dass es sich bei der Schule um Hogwarts handelt, beim Stundenplan um Zauberkurse und man nebenbei noch als zweifelhafter Held gefeiert wird, ist man in der Welt von Harry Potter.

 

 

...machen dieses Spiel aus.

 

Genau mit diesen Sorgen muss sich unser Zauberlehrling in seinem sechsten Schuljahr auseinander setzen. Als wenn die Rückkehr des schlimmsten Schwarzmagiers, Lord Voldemort, nicht schon Ärgernis genug wäre. Während der aktuelle Film eher die Hormonschwankungen der verliebten Teenager fokussiert, greift EA erneut auf das Konzept des Vorgängers zurück und schickt den Spieler auf die Schulbank.

 

Nach einer kurzen Einführung im Hogwarts-Express startet für euch das Spiel auf dem nächtlichen Schulgelände. Ihr schlagt euch zusammen mit Luna Lovegood, welche euch gerade noch rechtzeitig aus einem Klammerzauber von Draco Malfoy erlöste und aus dem Zug rettete, zur mächtigen Burg durch. Hierbei erlernt ihr zugleich die ersten Kniffe im Umgang mit dem Zauberstab. Richtet ihr diesen z.B. auf einen Felsen, markiert ihn mit A und reißt dann die Wiimote nach oben, führt Harry den Schwebezauber „Wingardium Leviosa“ aus. Im Laufe des Abenteuers lernt ihr auf diese Weise noch weitere Zauber, die durch den unterschiedlichen Einsatz der Fernbedienung vollführt werden. Mit Hilfe der Zauber lassen sich auf dem Schulgelände verteilte und zum Teil gut versteckte Rätsel lösen.

 

Ansonsten treiben der Stundenplan sowie einige Extra-Kurse den angehenden Zauberer durch das Abenteuer mit einer handvoll Minispielen. Unter den wachsamen Augen von Horace Slughorn mischt ihr verschiedene Flüssigkeiten zu einem starken Zaubertrank zusammen. Mit dem Pointer wählt ihr dazu das gewünschte Gefäß, dosiert die richtige Menge durch geschicktes Neigen des Controllers und rührt am Ende den ganzen Sud um, ebenfalls mit Hilfe der Steuerungseingabe.

 

Diese benötigt ihr auch, wenn es um das Fliegen auf dem Besen geht. Im Quidditsch-Training gilt es, unter einer begrenzten Zeitvorgabe Markierungen zu durchfliegen, die ihr zuvor mit dem Pointer anvisiert. Ein wirkliches Gefühl von Freiheit und dem Flugwind im Haar kommt hierbei leider nicht auf. Ebenfalls aus dem Vorgänger bekannt sind die Zauberstabduelle. Tragt euch hierfür am Schwarzen Brett ein und ihr könnt gegen immer stärkere Gegner antreten und eure neu erlernten Zaubersprüche auf diese abfeuern. Nicht zuletzt hilft euch dieses Wissen auch in den Gängen von Hogwarts, denn nicht alle Mitschüler sind euch wohlgesonnen. Diese Spielereien lassen sich aber auch zu zweit bestreiten, indem ihr eine weitere Wiimote eurem/r Freund/in überreicht. Leider verkommen die Zauberstabgefechte eher zu einem unkontrollierten Gezappel vor dem Bildschirm, da die Abfrage der Zauber nicht immer bestens funktioniert bzw. die trägen Eingaben der Dynamik der Kämpfe im Wege steht.

 

Schließt ihr die geforderten Aufgaben jedoch erfolgreich ab, werdet ihr mit Medaillen belohnt und schaltet nach und nach einige Extras frei. Dieses Feature unterstreicht den Charakter einer Minispielsammlung, welcher sich hinter dem aktuellen Harry Potter-Titel verbirgt. Ihr könnt jederzeit eine abgeschlossene Aufgabe erneut aufnehmen, um einen besseren Score zu erreichen.

 

 

Audiovisuelle Umsetzung

 

Die optische Präsentation des Spiels muss man leider aus zwei Blickwinkeln betrachten. Bright Light ist es auf der einen Seite wunderbar gelungen, das Erscheinungsbild von Hogwarts aus dem Film auf das Spiel zu übertragen. Das Schulgelände ist riesig und die einzelnen Locations sind originalgetreu umgesetzt worden. Auch die Gesichter der Hauptdarsteller Harry (Daniel Radcliff) und Ron (Rupert Grint) sind für die Wii erstaunlich detailliert, sieht man die Charaktere jedoch in den animierten Zwischensequenzen, drückt sich einem der Vergleich mit einem Holzklotz geradezu auf. Zu mechanisch gehen die Münder auf und zu, die Körper bewegen sich steif und wirken wie an Fäden gezogene Marionetten. Hermine (Emma Watson) scheint mit ihrem Schwimmerkreuz gar auf den Körper eines männlichen Protagonisten gesetzt worden zu sein. Die Texturen fallen mit ihren teils matschigen Farben ebenfalls negativ auf.

 

Dennoch ist es für jeden Freund der Zauberschule ein Genuss, durch das riesige Areal zu laufen. Die etwas farblosen NPC haben zwar selten Einfluss auf das Geschehen, doch macht deren umtriebige Art einen gewissen Reiz der Gesamtatmosphäre aus.

 

Einige Schüler rufen „Hi Harry!“ beim vorbeilaufen aus, andere Schülergruppen beginnen zu tuscheln oder vergraulen unseren Brillenträger gar mit schmähenden Rufen, wenn dieser in die Nähe kommt. Auch dieses Feature unterstreicht die Atmosphäre in dem alten Gemäuer und dank einer guten deutschen Synchronisation genießen Fans der Zauberschule das Spiel in vollen Zügen. Negativ gestaltet jedoch sich die Tatsache, dass nicht die originalen Leinwandsprecher das Spiel vertont haben.

 

Ansonsten sorgen orchestrale Einspielungen für das musikalische Erlebnis im Spiel, wobei auch nicht auf das bekannte Main-Theme von John Williams verzichtet worden ist.

 

 

Vielen Dank an Electronic Arts für die Bereitstellung des Testmusters.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Mit wenig Mut zum Neuen bleibt EA sich auch im aktuellen Harry Potter-Spiel treu und setzt auf die Stärken des Vorgängers. Das Spiel orientiert sich optisch stark am Film und folgt auch grob dessen Handlung, lässt den Spieler aber mit Harry ansonsten zumeist die Schulbank drücken. Dies äußert sich in kleinen Minispielen wie Zaubertrank brauen oder Quidditsch-Flugstunden, die sich aber leider viel zu oft wiederholen. Das Spiel gleicht im Grunde seinen Geschwistern auf den anderen Konsolen, kann aber durch die Bewegungssteuerung per Wiimote punkten, mit derer das Schwingen des Zauberstabes noch etwas mehr Spaß macht.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

65%

Singleplayer

58%

Multiplayer

Release

02.07.2009

Developer

Bright Light

Publisher

Electronic Arts

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes