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Reviews: Nintendo Wii

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Metroid Prime Trilogy

Action Adventure

18.11.2009

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Autor: Martin Küpper

 

 

Metroid Prime Trilogy

 

Aller Voraussicht nach wird die Metroid-Serie im nächsten Jahr mit Metroid Other M fortgeführt. Fans der Serie müssen sich also noch eine Weile gedulden, bis die blonde Kopfgeldjägerin Samus Aran ihre nächste Mission antritt. Da kommt die Metroid Prime Trilogy, die alle drei Teile der Prime Saga enthält, gerade recht. Die Qualität der Spiele müssen wir dabei nicht in Frage stellen, doch lohnt sich der Kauf auch für eingefleischte Fans, die Metroid Prime 1 bis 3 sowieso schon zu Hause stehen haben?

 

 

Metroid Prime

 

Mit Metroid Prime wagte Samus 2002 auf dem GameCube den Sprung in die dritte Dimension. Anders als bei Mario oder Zelda, wurde für diesen Schritt aber nicht eine Perspektive aus der dritten Person, sondern die Ego-Perspektive gewählt. Entgegen der Befürchtung vieler Fans, konzentrierte sich Metroid Prime aber nicht auf schnelle Schusswechsel. Kämpfe spielen zwar auch eine große Rolle, doch der Fokus liegt ganz klar auf dem Erkunden der Spielwelt.

 

Bei der Spielwelt handelt es sich um den Planeten Talon IV, auf den Samus rein zufällig bei der Verfolgung von Meta Ridley stößt. Schon bald muss die Kopfgeldjägerin feststellen, dass der Planet von einer radioaktiven Substanz mit dem Namen Phazon verseucht wurde, wodurch selbst die hochintelligente Kultur der Chozo, die Talon IV einst besiedelten, vernichtet wurde. Doch damit nicht genug, denn die Weltraumpiraten nutzen die gefährliche Substanz für biologische Tests, um neue tödliche Waffen zu entwickeln. Samus Auftrag ist klar: Die Versuche stoppen und die Quelle der Phanzon-Verseuchung eliminieren.

 

Wie Eingangs bereits erwähnt, spielt sich Metroid Prime keineswegs wie ein gewöhnlicher Ego Shooter. Stattdessen wartet das Spiel mit der Mischung aus Kämpfen, Rätseln und Sprungpassagen auf, was die Serie schon in 2D ausgezeichnet hat. Auch die Kämpfe selbst fühlen sich nicht nach einem typischen Ego Shooter an, da man die Gegner bequem anvisieren kann, um sich auf das Ausweichen ihrer Angriffe zu konzentrieren. Das kommt dem Spiel vor allem bei den Bossgegnern zu Gute, die eines der Highlights des Spiels darstellen. Ein weiterer Höhepunkt sind die Morphball-Abschnitte, in denen das Geschehen in die Sicht der dritten Person wechselt. Hierbei erwarten einen oft knifflige Rätsel und Labyrinthe.

 

Ebenfalls elementar ist die Scan-Funktion. Mit dieser kann Samus nicht nur Schalter aktivieren, sondern füllt auch ihr Log-Buch mit Einträgen über Gegner, alten Chozo Inschriften und den Plänen der Piraten. So kann der Spieler auf Wunsch noch tiefer in die Spielwelt eintauchen. Auch neben den Scans gibt es einiges zu sammeln. Neben notwendigen Upgrades die man im Spielverlauf bekommt, sind überall auf Talon IV Missile-Container und Energietanks versteckt, die Samus aufrüsten.

 

Metroid Prime zeichnete sich aber nicht nur durch das typische Metroid Spielkonzept aus. Die Atmosphäre der Vorgänger wurde perfektioniert. Die absolute Einsamkeit, die man auf Talon IV verspürt, ist einmalig – selten kann ein Spiel den Spieler so in seinen Bann ziehen. Grafik und Sound sind auch aus heutiger Sicht noch sehr gut und zeigen so manchem Wii Titel, wie es richtig geht.

 

 

 

Metroid Prime 2: Echoes

 

Bereits 2004 – also nur zwei Jahre nach Metroid Prime – wurde die Story mit Metroid Prime 2: Echoes fortgesetzt. Samus verfolgt die Spur einer verschollenen Truppe der Galaktischen Föderation zum Planeten Aether. Dort angelangt findet sich Samus zwischen den Fronten der finsteren Ing und den Luminoth wieder. Die Luminoth bitten Samus um Hilfe und erklären ihr, dass der Planet in zwei Dimensionen existiert. Es gibt also einen Aether des Lichts und einen Aether der Finsternis. Samus Aufgabe ist es, das gestohlene Licht aus den finsteren Tempeln der Ing zurück in die Tempel der Luminoth zu bringen, um das finstere Aether schlussendlich zu zerstören. Dabei stellt sich ihr passender Weise eine dunkle Doppelgängerin in den Weg.

 

Metroid Prime 2: Echoes setzt auf das selbe Spielerlebnis wie der erste Teil. Neben einigen neuen (alten) Upgrades, wie etwa der Screw Attack oder dem Echoe Visor, gibt es mit dem Weltenwechsel zwischen hellem- und dunklem Aether aber ein wichtiges neues Spielelement. Um die Dimension zu wechseln, muss Samus einfach durch fest angebrachte Portale treten. Das dunkle Aether ist dabei ein Abbild der hellen Version, nur deutlich düsterer und gefährlicher. Nicht nur das die Ing sich nichts sehnlicher als den Tod von Samus zu wünschen scheinen, auch die Atmosphäre des dunklen Aethers fügt ihr Schaden zu. Glücklicherweise haben die Luminoth in etlichen Schlachten vorher Lichtkristalle angebracht, die Schutz vor der giftigen Atmosphäre bieten. Zumindest am Anfang muss man also von einem Lichtkristall zum nächsten sprinten.

 

Ebenfalls hilfreich sind Light- und Darkbeam, die Samus im Spielverlauf erhält. Der Lightbeam richtet bei Wesen der Finsternis nämlich erheblichen Schaden an und der Darkbeam umgekehrt natürlich bei Wesen des Lichts. Tatsächlich sind die Waffen so effektiv, das sie, im Gegensatz zu allen anderen Beam-Waffen, eine begrenzte Anzahl Munition haben.

 

Neben der Hauptmission gibt es in Metroid Prime 2: Echoes zudem auch einen Mehrspielermodus. In diesem kann man mit bis zu drei Freunden in zwei Spielmodi lokal gegeneinander antreten. Jeder Spieler übernimmt eine unterschiedlich gefärbte Samus und hat die Waffen aus dem Singleplayer-Modus zu Verfügung. Bei den Modi handelt es sich um ganz normales Death Match und die Beutejagd, bei der man Münzen, die verletzte Spiele fallen lassen, sammeln muss.

 

Insgesamt kann Metroid Prime 2: Echoes nicht ganz mit dem Vorgänger mithalten. Die Schattenwelt hält mit der giftigen Atmosphäre den Erkundungstrieb nämlich leider zurück und ist oftmals nur nervend. Dennoch ist auch der zweite Teil der Trilogie ein absolut fantastisches Spiel und auch heute noch spielenswert. Der Mehrspielermodus ist allerdings nichts weiter als eine nette Dreingabe.

 

 

 

Metroid Prime 3: Corruption

 

In Metroid Prime 3: Corruption wird die Handlung der Trilogie zu Ende geführt. Die Weltraumpiraten haben einen Virus auf das Netzwerk der Föderation gespielt und somit deren Verteidigung lahm gelegt. Nun steht der Planet Norion kurz vor einer Invasion der Weltraumpiraten und es liegt an Samus und drei weiten Kopfgeldjägern, das System wiederherzustellen, die Invasion abzuwenden und im späteren Verlauf den Ursprung des Phazons zu klären und zu bekämpfen.

 

Die Erzählweise ist dabei deutlich cineastischer als in Metroid Prime 1 und 2. Zwar kann man mittels Scans noch immer interessante Hintergründe in Erfahrung bringen, doch die Hauptstory wird durch einige Zwischensequenzen erzählt, die mit englischer Sprachausgaber vertont wurden. Außerdem trifft Samus bei ihrer Mission deutlich häufiger auf menschliche oder menschenähnliche Wesen. Das Gefühl der Einsamkeit kommt aber stellenweise dennoch auf, da Samus im Gegensatz zu den Vorgängern verschiedene Planeten bereist.

 

Wie schon Metroid Prime 2 bietet auch Corruption ein neues Story- und Gameplay-Element. Statt dem Wechsel zwischen Dimensionen, steht Samus selbst im Fokus. Die Kopfgeldjägerin wurde nämlich mit Phazon infiziert. Dadurch kann Samus jederzeit in den Hypermodus wechseln, um Gegner mit Phazon zu beschießen – sehr effektiv, kostet aber auch Lebensenergie. Der Nachteil ist jedoch, dass Samus ständig gegen das Phazon ankämpfen muss, denn wenn die giftige Substanz die Kontrolle über sie übernehmen sollte, wäre das ihr Ende.

 

Die größte Neuerung ist aber natürlich die Steuerung. Man steuert Samus mit dem Analogstick des Nunchuks und dreht sich, in dem man den Pointer der Wii Remote an den Rand des Bildschirms bewegt. Dank der Pointerfunktion lassen sich Gegner zudem deutlich intuitiver bekämpfen. Zwar kann man Feinde auch weiterhin anvisieren, um sich um sie herum zu bewegen und stets in der Mitte des Bildes zu halten, doch letztendlich zielt man nun mit dem Pointer. Das ist nicht nur um einiges genauer, sondern bietet auch ganz neue Möglichkeiten. So kann man etwa auch Gegner beschießen, die man gerade nicht anvisiert hat. Außerdem kommen die Bewegungssensoren hier und dort zum Einsatz, etwa um Schalter um zu legen.

 

Metroid Prime 3: Corruption steigert sich im Vergleich zum zweiten Teil wieder und gehört mit dem knackigen Gameplay und der genialen Präsentation zum Besten, was auf der Wii bisher erschienen ist, was nicht zuletzt an der neuen Steuerung liegt.

 

 

Was gibt’s Neues?

 

Dies führt uns auch schon zu den Änderungen der Spiele in der Trilogy Box. Metroid Prime 1 und 2 spielen sich nun nämlich mit derselben Steuerung wie der dritte Teil. Dadurch werden die beiden Titel noch einmal deutlich dynamischer. Wer einmal mit der neuen Steuerung auf Weltraumpiraten und Co. geschossen hat, der wird die alte Steuerung nicht missen – im Gegenteil! Auf das Einbauen von Schaltern, die man ähnlich wie in Metroid Prime 3 durch Bewegungen aktiviert, wurde hingegen verzichtet. Das ist aber nicht weiter tragisch und hätte sich vermutlich sowieso aufgesetzt angefühlt.

 

Neben der Steuerung, gibt es nun auch die aus Teil 3 bekannten Achivements in den ersten beiden Versionen. Für diese bekommt man im Hauptmenü zahlreiche Extras geboten, wie etwa den Soundtrack, den Suit aus Metorid Fusion oder die Screenshot-Funktion.

 

Schade ist, dass diese auch weiterhin nur in Metroid Prime 3 verwendet werden kann. Selbiges gilt für die Sticker auf dem Raumschiff und den Mii-Wackelkopf. Außerdem wäre es natürlich perfekt gewesen, wenn man den Mehrspielermodus von Metroid Prime 2 auch online hätte spielen können. Aber wenigstens haben Teil 1 und 2 auch einen 16:9 Modus spendiert bekommen.

 

Losgelöst vom eigentlichen Spielinhalt ist auch die Verpackung und deren Inhalt aufgestockt. Unterhalb des glänzenden Pappschubers befindet sich die ebenfalls glänzende Hülle ohne störende Beschriftung auf der Rückseite. Außerdem wird das Spiel mit einem Artbook und einer Erklärung zur Geschichte und Welt der Trilogie verfeinert. Leider ist das Paket aber nicht so eindrucksvoll, wie das im ersten Moment klingt, denn das Artbook ist eher ein kleines Heft als ein Buch und auch auf der Spielhülle prangt das große USK Logo – danke Deutschland!

 

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

 

 


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Fazit

Drei der besten Spiele der letzten Jahre mit perfektionierter Steuerung in einem Paket. Das ist unterm Strich alles worauf es ankommt. Schaut man genauer hin, gibt es zwar den ein oder anderen unerfüllten Wunsch (etwa einen Onlinemodus) und kleinere Abstriche bei den grafischen Details, aber was macht das schon? Selbst Fans der Serie, die alle drei Teile bereits zu Hause haben, können sich den Kauf aufgrund der neuen Steuerung und dem 16:9 Modus überlegen. Wer die Serie hingegen komplett verpasst hat, der hat nun die perfekte Gelegenheit, sein Versäumnis nach zu holen und sollte das schleunigst tun!

Grafik

gut

Sound

super

Steuerung

super

Spielspaß

super

97%

Singleplayer

65%

Multiplayer

Release

04.09.2009

Developer

Retro Studios

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

16+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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