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Reviews: Nintendo Wii

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Der magische Stift

Jump 'n Run

29.11.2009

Autor: Martin Küpper

 

 

Drawn to Life, das erste Spiel, in dem man seinen eigenen Helden zeichnen konnte, war 2007 einer der kreativsten Titel des Jahres. Umso gespannter durfte man sein, als THQ ankündigte, dass die Fortsetzung auch auf der Wii erscheinen sollte. Nun ist diese unter dem Namen „Der magische Stift“ erschienen und wir wollen klären, ob das künstlerische Abenteuer auch auf der Wii überzeugen kann.

 

 

Sinn und Unsinn

 

Wie auf dem DS wird natürlich wieder fleißig gezeichnet. Direkt zu Beginn zeichnet man den Planeten, die Sonne, den Mond und natürlich den Helden. Möglich ist dabei alles – so habe ich mich etwa für einen blonden Jüngling, im grünen Gewand entschieden und den neugeborenen Helden auf den Namen Link getauft.

 

Im Spielverlauf selbst kann man aber leider nicht einfach drauf los zeichnen. Nur in durch eine gestrichelte Umrandung markierten Rechtecken darf man frei zeichnen. Diese Entscheidung ist zwar absolut verständlich, denn ohne Einschränkungen würde das ganze womöglich zum Chaos werden, doch ein wenig mehr Freiheit wäre wünschenswert gewesen. Dennoch sind diese Abschnitte der Höhepunkt des Spiels. So gibt es einige Rechtecke, in denen die Objekte von der Schwerkraft beeinflusst werden, wodurch sie zu Boden fallen und dann durch das Level gerollt werden können. Andere lassen den Helden hingegen wie auf einem Trampolin hoch in die Lüfte schießen. In Kombination mit den Hüpfpassagen, die positiv an frühe 2D Jump 'n Runs erinnern, ergeben sich so durchaus spaßige und fordernde Passagen.

 

Darüber hinaus findet man in den Leveln Staffeleien, bei denen man bestimmte Objekte wie Herzen, Schmetterlinge oder Plattformen erschaffen kann. Nach einer viel zu langen Ladepause findet man sich in einem Zeichenbildschirm wieder, auf dem man mit der Wii Remote zeichnen kann. Sobald man das Objekt gezeichnet hat, erscheint die neue Schöpfung in den Leveln. Kreative Köpfe können das natürlich nutzen, um die Spielwelt lustig bis absurd zu gestalten. Anstelle von Baumstämmen können dann auch schon mal Menschen durch einen strömenden Fluss treiben und als Plattform dienen. Doch so lustig das auf den ersten Blick auch ist, fühlt sich die Objektgestaltung absolut zwecklos an. Was man zeichnet hat nicht wirklich eine Auswirkung auf das Spiel. Ob man nun von Baumstamm zu Baumstamm oder eben von Mensch zu Mensch hüpft, macht nicht wirklich einen Unterschied. So ist das Ergebnis sogar oftmals nur, dass es im Level von schlechten Zeichnungen nur so wimmelt.

 

 

Gutes und Ungutes

 

Doch kommen wir noch einmal auf den Jump 'n Run Aspekt des Spiels zu sprechen. Im Gegensatz zu vergleichbaren aktuellen Titeln, wie etwa New Super Mario Bros. Wii, hat der Held des Spiels nicht eine Vielzahl von Sprüngen zur Verfügung. Es gibt einen Sprung, einen Doppelsprung und eine Stampfattacke. Genauso simpel ist die Steuerung des Helden. Man läuft mit dem Analogstick des Nunchuks, springt mit dem A-Knopf und greift Gegner mit einem Druck auf B an. Einfach und auf den Pixel genau.

 

Aber leider ist nicht alles so gut gelungen. Bei den Zeichnungen ist die Steuerung nicht annähernd so intuitiv wie auf dem DS. Genaues Zeichnen ist ein Ding der Unmöglichkeit und selbst einfache Objekte wie ein simpler Kreis sehen im Endeffekt nicht so aus, wie man sich das vorgestellt hat. Anstatt eben schnell ein neues Objekt zu schaffen, wird die Objektgestaltung schnell zum Störfaktor und man wird immer mehr dazu verleitet, einfach die Vorlage zu verwenden. Die viel zu langen Ladezeiten sind zudem gerade bei den Staffeleien eine echte Qual. Mindestens genauso unnötig ist auch das Dorf, das man zwischen den Leveln besuchen muss. Eigentlich wäre dagegen ja gar nichts einzuwenden, doch hier gibt es absolut nichts zu tun. Alles was man machen muss, ist mit einigen Bewohnern zu sprechen, um in das nächste Level zu können.

 

Eine kleine Ausnahme ist nur das Sport-Stadion, in dem man sich in vier Ballspielen mit einem Freund messen kann. Verfügbar sind Fußball, Basketball, Eishockey und Volleyball. Alle vier Sportarten spielen sich allerdings quasi gleich und sind nicht wirklich etwas Besonderes.

 

 

Sichtbares und Hörbares

 

Die Grafik des Spiels ist in einem bunten Comic-Stil gehalten, der ein wenig an die MySims Reihe erinnert. Das Ganze ist ganz nett anzusehen, schaut aber bei weitem nicht so gut aus, wie z.B. Klonoa oder Lost Winds. Der Sound ist ebenfalls nicht sonderlich auffallend und plätschert gemütlich im Hintergrund vor sich hin. Außerdem wiederholen sich die Stücke nach einer Weile.

 

 

Vielen Dank an THQ für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Vielleicht sollte die Serie doch lieber auf dem DS bleiben. Der magische Stift bietet auf der Wii zwar ganz gute Ansätze, scheitert aber in vielerlei Hinsicht bei der Umsetzung. Besonders drastisch spürt man das beim zeichnen, das sich auf der Wii sehr viel schlechter als auf dem kleinen Handheld anfühlt. Kombiniert mit den anderen Mankos, wie etwa den nervenden Ladezeiten, reichen die teilweise wirklich gut durchdachten Zeichenrätsel und der Jump 'n Run Spaß der alten Schule einfach nicht aus, um diese ganz auszugleichen. Schade drum!

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

65%

Singleplayer

33%

Multiplayer

Release

23.10.2009

Developer

5th Cell

Publisher

THQ

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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