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Reviews: Nintendo Wii

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New Super Mario Bros. Wii

Jump 'n Run

20.11.2009

Zum Video-Review

Autor: Mario Kablau

 

 

Ein Skandal im Pilzkönigreich!

 

Bowser, die Junior-Variante und seine sieben Sprösslinge haben das Unmögliche geschafft. Es ist ihnen quasi zum ersten Mal gelungen, Prinzessin Peach zu entführen und dass auch noch an ihrem Geburtstag... Das können Mario, Luigi und zwei Toads nicht auf sich sitzen lassen, also jagen sie die Kidnapper durch die zweidimensionalen Welten des Pilzkönigreichs und darüber hinaus, um Prinzessin von und zu Toadstool zu retten. Okay, genug der Ironie, denn weder Geschichte noch Setting sind in irgendeiner Form neu, rettet Mario seine geliebte Prinzessin jetzt doch schon seit über 20 Jahren wieder und wieder und wieder. Bowser wird nicht müde, sie an sich reißen zu wollen und Mario verhindert das Schlimmste ein ums andere Mal. So auch hier.

 

Neu ist allerdings, dass Mario nicht alleine auf seiner Rettungsmission ist, sondern von seinem ängstlichen Bruder Luigi und zwei Toads begleitet wird. Nintendo hat den Fokus dieses Spiels nämlich ganz klar auf den Mehrspielermodus gelegt, den man mit bis zu vier Spielern genießen kann. Doch dazu komme ich später noch im Detail, zunächst einige Sätze zum eigentlichen Spiel.

 

 

(2D + 3D) : 2 = ??

 

Ursprünglichen waren die Jump 'n Run Titel der Mario-Serie in 2D, was sich mit dem Nintendo 64 geändert hat, auf dem Mario die dritte Dimension für sich entdeckte. Erst auf dem Nintendo DS wagten die Entwickler den Schritt zurück und programmierten mit New Super Mario Bros. ein klassisches 2D-Spiel in modernem Gewand und mit weiteren Neuerungen. Das kam so gut an, dass ich mich schon lange gefragt habe, warum denn nicht ein zweiter Teil herausgebracht wird, schließlich muss man nicht jedes Mal das Rad neu erfinden. Doch Nintendo machte es sich wieder mal nicht so leicht und bringt den Nachfolger nun stattdessen auf der Wii.

 

Das Hauptspiel findet dabei nach wie von in den klassischen zwei Dimensionen statt, man bewegt Mario oder einen der anderen Helden also per Steuerkreuz und Tasten auf der quer gehaltenen Wii-Fernbedienung von links nach rechts (oder von unten nach oben etc.). Jedes Level ist, wie schon im Vorgänger, Teil einer großen Karte, die sich in insgesamt acht Welten unterteilt. Jede hat ein eigenes Thema und demenstprechend sehen die Umgebungen immer anders aus und Mario triftt auf unterschiedliche Gegner usw.. Doch die dritte Dimension wird nicht gänzlich vernachlässig, denn obwohl die Ansicht den Schein aufbaut, dass alles platt ist, sind sämtliche Objekte dennoch dreidimensional animiert. Das gilt nicht nur für Helden und Gegner, sondern auch für sämtliche Gegenstände und Hintergründe. So wird es möglich, dass die Welt eine gewisse Tiefe bekommt und dadurch echter wirkt.

 

Auch die Weltkarten sind eher räumlich aufgebaut, auch wenn die Ansicht starr ist. Neu ist, dass sie sich jetzt nicht mehr nur von links nach rechts ausdehnen, sondern auch in sämtliche andere Richtungen. Was jedoch nach wie vor fehlt, ist das Zusammenspiel der Welten, wie es zum Beispiel bei Super Mario World der Fall war. Bei New Super Mario Bros. sind die Welten komplett unabhängig voneinander dargestellt. Wie sonst kann man erklären, dass gleich auf die Eiswüste ein Inselparadies folgt? ;-) Toll finde ich, dass die Weltkarten wieder interaktiver geworden sind, man wird ständig von einem Gegner angegriffen, muss einen Toad aus einem Level retten, setzt Schalter ein, um neue Bereiche zugänglich zu machen und findet diverse Extras, Abkürzungen und Sonderlevel, wenn man gründlich ist. Es gibt also eine ganze Menge zu entdecken.

 

 

Welten, die kein Mario zuvor gesehen hat...

 

Das Problem, dass es schon so zahlreiche Titel im Mario-Universum gegeben hat, ist, dass man so ziemlich jede erdenkliche Umgebung bereits einmal gesehen hat und es daher extrem schwer ist, wirklich das Gefühl von etwas Neuem zu vermitteln. Doch schon in der ersten Welt, den klassischen grünen Wiesen des Pilzkönigreichs, entsteht schnell der Eindruck, dass sich einiges verändert hat. So gibt es zu Anfang schon neue Elemente, wie rotierende Plattformen und neue Items, wie den Propeller-Pilz, der Mario zu Propeller-Mario macht. Mit diesem kann Mario, wenn der Spieler die Wii Fernbedienung schüttelt, einen hohen Drehsprung machen und damit in entfernte Bereiche vorstoßen.

 

Ebenso neu ist die recht früh zum Einsatz kommende Eisblume. Mit ihr schießt Mario Eisbälle, die Gegner einfriert. Diese kann man dann hochheben und entsorgen. Somit ist es nun zum Beispiel eine ganze Spur leichter, die nervigen "Knochentrocken" zu besiegen. Auch neu ist der Pinguin-Anzug, der später zum Einsatz kommt und Mario zu einem wahren Eiskünstler macht. In der obligatorischen Eiswelt - und darüber hinaus - kann man damit nicht nur ebenso Gegner einfrieren, sondern auch am Boden entlangrutschen und wiederum in neue Bereiche gelangen. Das Gerutsche kann man sich in etwa so vorstellen wie mit dem blauen Panzer, der im DS-Teil eingeführt wurde. Schlussendlich gibt es auch den Mini-Pilz wieder und Yoshi ist wieder mal mit von der Partie.

 

Ansonsten bietet das Spiel keine wirklich neuen Inhalte, wobei natürlich alle Level komplett neu sind. Das Design ist aber das Altbekannte und daher gibt es auch kaum Überraschungen für die eingefleischten Fans. Auch der Umfang bewegt sich im normalen Rahmen, die acht Welten werden immer komplexer und größer sowie die Level immer schwerer, so dass zum Ende hin selbst Profis hier und da in arge Bedrängnis kommen, denn New Super Mario Bros. ist alles andere als ein leichtes Spiel! Rennt man einfach nur durch alle Levels, dann kann man mit 10 Stunden Spielspaß rechnen, will man auch noch alle großen Goldmünzen sammeln, wobei es in jedem Level drei zu finden gibt, dann dürfte das eine ganze Weile länger dauern. Diese sind nämlich wieder nicht nur teilweise schwer zu finden, sondern sogar noch schwerer zu erreichen. Das Einsammeln lohnt sich aber, da man mit den Münzen Bonusfilme freischaltet, um besondere Tricks in diversen Levels zu erfahren, die man dann nutzen kann, um neue Wege zu finden oder einfach nur besser zu werden.

 

Darüber hinaus hat Nintendo bei New Super Mario Bros. auf der Wii erstmals den so genannten Super Assistenten eingeführt. Dieser hilft dem Spieler, wenn er einmal nicht weiterkommt, in dem er die Steuerung für diesen Bereich komplett übernimmt. Scheitert man an einer bestimmten Stelle achtmal, dann erscheint eine grüne Box, die den Assistenten aktiviert. Dann übernimmt Luigi die Hauptrolle und spielt den Level auf Wunsch auch ganz durch. Drückt man unterwegs den + Knopf, kann man in seine Haut schlüpfen und weiterspielen. Danach kann man entweder das Gesehene nutzen, um den Level selbst erfolgreich zu beenden oder man belässt es dabei, wobei dann keine Münzen und Leben, die Luigi unterwegs gefunden hat, gespeichert werden.

 

Etwas völlig Neues in die Welt einbringen will Nintendo mit dem Mehrspieler-Modus, der es erstmals ermöglicht, mit Freunden gleichzeitig die Level zu erkunden.

 

 

Gemeinsam sind wir stärker?!?

 

Hat man also drei Freunde da, dann schlüpft einfach jeder in die Rolle eines Charakters und schon kann es gemeinsam losgehen. Natürlich braucht jeder eine eigene Wiimote, aber dann steht dem Chaos nichts mehr im Wege. Wieso Chaos? Nunja, das Spiel ist zwar explizit als 4-Spieler tauglich beworben und macht so sicher auch Spaß, allerdings gibt es hier auch die in meinen Augen größten Unzulänglichkeiten.

 

Man tritt nämlich sowohl zusammen als auch gegeneinander an, denn es gibt nicht nur das Ziel, zum Ende des Levels zu gelangen, sondern auch besser zu sein als die anderen. Dabei konkurriert man nicht nur um Münzen und Items, sondern auch um Yoshis, Bonuspunkte und Extraleben. Was zu Anfang auch mit einer heterogenen Gruppe noch wunderbar funktioniert, wird später sehr schnell chaotisch, weil man die Bewegungen der anderen Spieler einfach nicht vorausahnen kann. So kommt es gerne vor, dass man gerade dann springt, wenn von oben einer herunterfällt und schon hat man ein Leben verloren, weil man dadurch in einen Abgrund stürzt. Man kehrt dann zwar nach kurzer Zeit zurück, allerdings hat man eben nicht unendlich viele Leben und nervig ist es obendrein. Spielt man dagegen nur zu zweit, dann ist Koordination einfach und der Spielspaß entfaltet sich richtig, von daher meine Empfehlung, den Titel am besten mit zwei (in etwa gleich guten) Spielern zu genießen.

 

Doch auch, wenn man nicht gleich gut ist, ist das eigentlich kein Problem, denn man kann dem anderen jederzeit einfach helfen. Entweder man hebt ihn hoch und trägt ihn über eine schwere Stelle oder er drückt A, woraufhin er in einer Blase verschwindet und diese Stelle selbst überwinden kann. Wobei es natürlich ebenso nicht möglich ist, dass alle eine Blase bewohnen, wie diese im Einzelspieler-Modus einzusetzen. Auch ist zu beachten, dass man aus dem Level geworfen wird, wenn nur einer außerhalb einer Blase ist und scheitert. Diese Variante ist wirklich gelungen und hilft dabei, neue Leute an das Konzept heranzuführen.

 

Gut gelungen sind auch die gemeinsamen Attacken, dabei zum Beispiel die Sync-Stampfattacke, die wie ein POW-Block funktioniert, wenn alle Spieler gleichzeitig eine Stampfattacke durchführen. Ebenso kann man auch ohne Super-Pilz Mauerblöcke zerstören, wenn eine Figur eine zweite trägt. Auch die Wirkung von einem Superstern kann auf zwei Charaktere übergehen, wenn einer den anderen trägt, während sie den Stern einsammeln. Es gibt also diverseste Möglichkeiten der Interaktion mit mehreren Spielern, natürlich auch noch einiges darüber hinaus.

 

Unterm Strich ist der Mehrspieler-Modus ein echt gutes Extra, man muss sich nur bewusst machen, dass es zu viert nicht immer eine Freude ist, da es schnell sehr unübersichtlich wird. Noch blöder ist allerdings, dass Nintendo es mal wieder nicht für nötig befunden hat, einen Online-Modus zu programmieren, was auf jeden Fall Punkte kostet.

 

 

Technisches

 

Grafisch bewegt sich das Spiel, trotz des bewusst einfachen 2D-Looks, auf einem recht hohen Niveau. Die Charaktere sind gewohnt sauber animiert, die Welten sind schön designt und abwechslungsreich und es gibt ein paar sehr nette Effekte. Vor allem, da sämtliche Objekte in 3D animiert sind, fühlt man sich nicht ganz so platt wie sonst. Auch die lebhaften Hintergründe haben mir sehr gut gefallen. Doch natürlich ist New Super Mario Bros. auch auf der Wii nicht das grafische Nonplusultra, erhebt diesen Anspruch aber auch gar nicht. Es sieht alles hübsch aus, Fehler sucht man vergeblich und von daher gibt es keinen Grund zur Klage. Allerdings bin ich schon neugierig, wie das Spiel wohl in HD-Qualität aussehen würde, was uns ja hoffentlich auf der nächsten Wii gezeigt wird. ;)

 

Sound und Musik sind ebenso solide, auch wenn mich einige der Stücke ein wenig genervt haben, da sie mir zu technisch waren. Die typischen Mario-Melodien sind zwar ebenso dabei wie einige komplett neue Stücke, allerdings hat Nintendo versucht, die Musik etwas moderner zu gestalten und in meinen Ohren ist das nicht ganz so gut gelungen. Das ist aber sicherlich Geschmackssache. Die Soundeffekte sind in Ordnung und Sprachausgabe sucht man vergeblich, weshalb es hier durchaus Grund zur objektiven Kritik gibt. Das hat Nintendo auf jeden Fall schon mal besser gemacht!

 

An der Steuerung gibt es dagegen absolut nichts auszusetzen. Die Wii Fernbedienung im NES-Stil einzusetzen war auf jeden Fall richtig, denn man braucht ja auch nur das Steuerkreuz und zwei Knöpfe, um alles komplett zu bedienen. Der Zusatz "schütteln" für bestimmte Aktionen ist auch sinnvoll und vor allem so eingesetzt, dass man nicht ermüdet, weil man es dauernd machen müsste. Etwas blöd verwendet ist nur die A-Taste, die man drücken muss, wenn man im Mehrspieler-Modus in eine Blase verschwinden will, um schwere Stelle leichter zu überwinden. Da man das aber wohl eher selten braucht, ist die unglückliche Tastenwahl zu verschmerzen. Einziger Kritikpunkt an dieser Stelle ist eventuell der fehlende Support des Classic-Controllers. Auf diesem ist das Steuerkreuz nämlich um Längen besser und die Schüttel-Funktionen hätten leicht auf X oder Y gelegt werden können. Das wäre dann Retro-Feeling pur gewesen.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

New Super Mario Bros. hinterlässt auch auf der Wii einen sehr guten Eindruck, obwohl es für meinen Geschmack zu wenig Neues gibt. Mehr Mut beim Leveldesign, neue Gegner, zusätzliche Items und vor allem eine andere Charakterauswahl hätten auf jeden Fall für mehr Punkte gesorgt, ebenso wie ein Online-Modus bei der Multiplayer-Note. Aber: wer mit der DS-Version Spaß hatte, der wird auch hier voll auf seine Kosten kommen und vielleicht sogar Freunde zum Zocken animieren können. Positiv hervorzuheben ist der Schwierigkeitsgrad, der es teilweise echt in sich hat. Der direkte Vorgänger war auf jeden Fall leichter zu bewältigen. Mario- und Jump 'n Run-Fans sollten daher auf jeden Fall zuschlagen, aber auch Genre-Neulinge können den Kauf wagen, schließlich gibt es genug angebotene Hilfestellungen.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

gut

89%

Singleplayer

89%

Multiplayer

Release

20.11.2009

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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