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Reviews: Nintendo Wii

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Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen

Sport

02.12.2009

Zum Video-Review

Autor: Martin Küpper

 

 

Jahre lang waren sie die größten Erzfeinde, doch der Erfolg von Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen zeigt, dass sie auch gemeinsam stark sind. Kein Wunder also, dass der blaue Rennigel Sonic erneut mit dem dickbäuchigen Klempner Mario zusammentrifft, um sich im olympischen Wettstreit zu messen. Dieses Mal geht es für die beiden allerdings nicht in das Vogelnest von Peking, sondern zu den Winterspielen im kanadischen Vancouver.

 

 

Schütteln war gestern

 

Abgesehen vom klimatischen Umfeld, scheint die Fortsetzung auf den ersten Blick nicht viel Neues zu bieten. Wie gehabt tritt man mit den verschiedensten Charakteren aus den Universen von Mario und Sonic in diversen olympischen Disziplinen an. Statt Weitsprung und 100 Meter Sprint, gibt es - den Winterspielen entsprechend - aber natürlich völlig neue Disziplinen. Da wären etwa Ski Alpin, Skispringen, Snowboard, Eisschnelllauf, Eiskunstlauf, Bobsport, Eishockey und Curling. Kombiniert mit den Traumdisziplinen ergibt sich so eine Anzahl von 25 Disziplinen.

 

Hat man eine Weile gespielt, stellt man aber schnell fest, dass sich nicht nur die Sportarten geändert haben. Speziell bei der Steuerung hat sich einiges getan. Einer der größten Kritikpunkte des Vorgängers war die fast einheitliche Steuerung und speziell das ständige Schütteln der Wii Remote, wodurch das Spiel zudem schnell anstrengend wurde. Scheinbar hat sich Sega diese Kritikpunkte wirklich zu Herzen genommen, denn das nervige Schütteln wurde auf ein sinnvolles Minimum reduziert. Selbst Disziplinen wie Eisschnelllauf erfordern nur am Start und beim Endspurt möglichst schnelles Schütteln. In der Hauptzeit kommt es hingegen auf den richtigen Rhythmus an. Ganz anders spielt sich beispielsweise der Bobsport. Nach einem kurzen Sprint, springt man durch Drücken der A-Taste in den Bob und muss dann versuchen, das Gefährt durch Neigen der Wii-Fernbedienung auf der sichtbaren Ideallinie zu halten, um möglichst schnell durch die Bobbahn zu gleiten. Ein weiteres (und letztes Beispiel) ist der Eiskunstlauf. Hier kommt es vor allem auf das richtige Timing an. Die Spielfigur bewegt sich automatisch auf dem Eis - nur an bestimmten markierten Stellen kann man interagieren. Je nach Befehl gilt es dann die Wiimote nach oben oder unten zu stoßen, zu drehen oder gerade zu halten.

 

Insgesamt lassen sie die Sportarten wirklich deutlich abwechslungsreicher steuern. Sicher, manche Disziplinen steuern sich noch immer quasi identisch, aber das ist bei Sportarten wie Skeleton und Bob auch nur natürlich und absolut verständlich.

 

Wie im Vorgänger benötigt man übrigens für keine der Disziplinen zwingend einen Nunchuk. Selbst für Eishockey reicht die Wii Remote alleine völlig aus. Neu ist hingegen, dass man in 14 der 25 Disziplinen auch mittels Balance Board lenken kann. Gerade bei Sportarten wie Bob oder Skeleton – wo es ja tatsächlich auf Gewichtsverlagerung ankommt – aber auch bei anderen Disziplinen ist das Balance Board eine echte Bereicherung und fühlt sich verdammt gut an.

 

 

Wie im Traum

 

Wie bereits angedeutet sind neben den „normalen“ Sportarten auch wieder einige Traumdisziplinen dabei. Das sind Sportarten, die nicht olympisch sind, sondern von den Entwicklern erdacht wurden. So kann man etwa in einer Schneeballschlacht antreten, in der zwei Teams versuchen, die meisten Abwürfe zu verbuchen. Besonders gelungen sind auch die Ausflüge in das Videospiel-Universum. Im Ski Cross (Traum) geht es etwa Marios Piste hinab, auf Prinzessin Peachs Schloss zu. Es geht vorbei an Kettenhunden und Piranhas, während im Hintergrund typische Musik aus Mario Kart erklingt. Dazu gilt es Münzen einzusammeln und selbst die bekannten Fragezeichen-Blöcke sind mit von der Partie und geben das Eine oder Andere nützliche Item preis.

 

Im Gegenzug erinnert der Kurs beim Ski Alpin stark an ein Level aus einem Abenteuer des blauen Rennigels Sonic und bietet sogar einen Looping. Besonders interessant ist auch das Ski Springen (Traum). In dem Level, das an die Eierplanet Galaxie aus Super Mario Galaxy angelehnt ist, gilt es nicht möglichst weit durch die Luft zu fliegen, sondern im Flug (der deutlich länger ist als normal) möglichst viele Punkte zu sammeln. Dazu muss man durch Sternensplitter fliegen, die natürlich unterschiedliche Werte haben. Darüber hinaus gibt es Sternenfelder, die, sobald man drei eingesammelt hat, die Punkte für kurze Zeit verdoppeln.

 

 

Wer will schon im Winter alleine sein...

 

Ein weiterer Kritikpunkt, an dem Sega gearbeitet hat, ist der Singleplayermodus. Nun dient nicht nur die Jagd nach Medaillen und Rekorden, sondern auch das Freischalten zahlreicher Inhalte, als Motivation. Für jede gespielte Disziplin und für besondere Leistungen bekommt man Punkte, mit denen man im Winterdorf einkaufen kann. Dort gibt es etwa Musikstücke, Designs für Skier, Boards und Schlitten und sportliche Klamotten, die man allerdings nur Miis anziehen kann. Eine sehr nette Idee, doch da die angebotenen Artikel nicht wirklich neue Spielinhalte mit sich bringen, ist die Motivation dennoch schnell raus. Die wenigen Klamotten und Designs, die man unbedingt haben möchte, sind schließlich schnell verdient. Selbiges gilt auch für die meisten Medaillen, denn der Schwierigkeitsgrad ist viel zu simpel gehalten.

 

Was dem Spiel wirklich gut getan hätte, wäre ein Abenteuermodus wie auf dem DS. Die einzige Alternative ist das Sportfest, bei dem man mit einem Charakter über mehrere Tage in verschiedenen Disziplinen trainiert, um am Ende im Medaillenspiegel vorne zu liegen. Die Trainingseinheiten beschränken sich zwar meist auf das Einsammeln / Durchfahren bestimmter Gegenstände, doch so kommt wenigstens etwas Abwechslung in den olympischen Alltag. Hinzu kommen Herausforderer, die man in einer bestimmten Disziplin schlagen muss. Enttäuschend ist allerdings, dass man den Herausforderer nach dem Sieg nicht als spielbaren Charakter freischaltet, sondern lediglich ein Outfit für das eigene Mii erlangt.

 

Wie schon der Vorgänger wird es also auch bei den Olympischen Winterspielen erst mit Freunden und Bekannten so richtig spaßig. Da jede Sportart über eine ausführliche Anleitung mit Regeln, der Steuerung und hilfreichen Tipps enthält, können dabei auch unerfahrene Spieler schnell ins Spiel eintauchen. Oftmals fahren die vermeintlich schlechteren Spieler aufgrund der schnell erlernbaren Steuerung sogar sehr schnell auf das Treppchen und verweisen die Konkurrenten auf die unteren Plätze. Das Spiel ist also auch für Familien sehr zu empfehlen.

 

Ein wenig Kritik muss sich das Spiel allerdings auch hier anhören. Zum einen gibt es bis auf weltweite Ranglisten mal wieder keine Online-Unterstützung, was vor allem für Spieler, die auf den Wettstreit erpicht sind, sehr ärgerlich ist. Doch auch an der heimischen Konsole fehlt ein echter Wettbewerbsmodus. Anstatt man sich selbst eine Liste von Sportarten zusammen stellen könnte, darf man nur einzelne Sportarten spielen und sich in drei Partyspielen messen. In diesen entscheidet am Ende nicht, wer die meisten Disziplinen für sich entscheiden könnte, sondern ein anderer Faktor – etwa wie viele Luftballons man abgeworfen hat. Gewonnene Sportarten geben einem aber natürlich aber einen klaren Vorteil, zum Beispiel indem man mehr Bälle zum Abwerfen zur Verfügung hat.

 

 

Stimmungsvoll

 

Natürlich bestechen die Winterspiele nicht durch eine grafische Höchstleistung, doch das Winterambiente wurde insgesamt sehr stimmungsvoll in Szene gesetzt. Da fallen Details, wie die grob aufgelösten Zuchauer, die immer aus dem Fernseher zu schauen scheinen, kaum ins Gewicht. Selbst die leichte Verzögerung bei manchen Eingaben fällt nur selten negativ auf. Nur zwei Dinge sind wirklich störend. Zum einen die deutlich zu langen Ladezeiten und zum anderen der nervtötende Sprecher, der mit einer arg künstlich wirkenden Euphorie jeden Schritt vor der Disziplin kommentiert. Winterspiele! Einzelmatch! 1 Spieler! Sportart auswählen! Snowboard! Halfpipe! Charakter auswählen!

 

 

Vielen Dank an Sega für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Auch im zweiten gemeinsamen Sportevent der ehemaligen Erzfeinde wurde wieder viel Potential verschenkt. Aus dem Einzelspielermodus ist die Luft einfach viel zu schnell raus und im Mehrspielermodus mangelt es an einem Online-Modus und vernünftigen Spielmodi, in denen man sich messen könnte. Dennoch ist das Spiel mit Freunden und der Familie sehr unterhaltsam und bekommt daher trotz der Vorbehalte eine klare Empfehlung an alle, die einen guten Mehrspieler-Titel suchen. Wintersport – Antarktisch. Spaßig. Gut.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

gut

73%

Singleplayer

85%

Multiplayer

Release

16.10.2009

Developer

Sega

Publisher

Sega

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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