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Reviews: Nintendo Wii

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Call of Duty Modern Warfare Reflex Edition

Ego Shooter

09.12.2009

Autor: Gunnar Schreiber

 

 

Prolog

 

 

Als Call of Duty Modern Warfare von Infinity Ward und Activision 2007 für die HD Konsolen und PC erschien, sorgte der Titel in vielerlei Hinsicht für großen Wirbel, positiv wie negativ. Positiv vor allem wegen der bombastischen Präsentation: Nie war ein Spiel so nahe dran an einem Action-Kinofilm wie Modern Warfare. Nie waren die Animationen der virtuellen Soldaten so lebensecht. Dazu kam ein ausgefeilter Onlinemultiplayer, der bis heute gespielt wird. Dies alles sorgte dafür, dass die Call of Duty Serie endgültig zu den erfolgreichsten aktuellen Videospielserien aufstieg. Was man auch sehr schön an den Verkaufszahlen des gerade erschienenen Modern Warfare 2 sehen kann, was bereits am ersten Tag weltweit weit über 1 Millionen Mal über die Ladentheken wanderte.

 

Allerdings hat der Realismus und die versuchte authentische Darstellung einer modernen Kriegsführung auch eine Menge moralische Bedenken aufgerufen. Modern Warfare erzählt zwar eine fiktive Geschichte, in der sich russische Separatisten mit islamischen Terroristen zusammentun, um nukleare Anschläge auf der ganzen Welt zu verursachen, doch sind die Geschehnisse eindeutig an wirkliche Konflikte angelehnt. Dies führt dazu, dass das virtuelle Ausschalten von Terroristen nur selten so realistisch dargestellt wurde. Problematisch dabei ist, dass das Spiel nur zwischen gut und böse unterscheidet und zur Legitimierung der eigenen Taten, dem Spieler die Grausamkeiten der anderen Seite quasi direkt vor Augen präsentiert. So darf man gleich relativ am Anfang seine eigene Exekution miterleben, mit der Pistole am Kopf in Egoansicht. Ich möchte das jetzt nicht moralisch verurteilen, schließlich werden ähnliche Stilmittel in Filmen seit einer halben Ewigkeit verwendet, will damit aber verdeutlichen, dass das Spiel sicherlich nicht Jedermanns Sache ist und die USK Einstufung „keine Jugendfreigabe“ absolut gerechtfertigt ist.

 

 

Die Wii Version

 

Nun, etwa zwei Jahre später, hat Activision auch eine Wii Version mit dem Namen Call of Duty Modern Warfare Reflex Edition veröffentlicht. Entwickelt wurde diese von Treyarch, die schon für World at War im letzten Jahr die Nextgen-Engine von Infinity Ward für Nintendos Konsole umgesetzt haben. Auch beim aktuellen Spiel haben die Entwickler tolle Arbeit geleistet, kitzeln sie doch optisch fast das maximal mögliche aus der Wii heraus, worauf ich später im Technikteil noch genauer eingehen werde und schafften es tatsächlich das komplette Spiel der HD Versionen inhaltsgleich umzusetzen, inklusive dem tollen Multiplayer-Modus, den ich ebenfalls später genauer thematisieren werde.

 

Worum es in Modern Warfare geht, habe ich ja im Prolog bereits erwähnt. Weiter möchte ich die Geschichte erstmal nicht vertiefen, nur sagen, dass diese wie in einem guten Actionfilm auch, unterhaltsam und kurzweilig, aber nicht allzu tiefgründig ist. Am Anfang des Spiels startet man als Rookie, der gerade zur Spezialeinheit dazu stößt. Um überhaupt an den Missionen teilnehmen zu dürfen, muss man zunächst mal eine kleine Prüfung bestehen, was für den Spieler das Tutorium ist. Dabei geht es darum in bestimmter Zeit Ziele abzuballern und einen kleinen Hindernisparcours zu meistern, mit Granaten werfen etc.

 

Das ist natürlich der richtige Zeitpunkt, um ein paar Worte zu Steuerung zu verlieren. Wie üblich auf der Wii bewegt ihr euren Cursor und die Kamera, indem ihr die Wii Fernbedienung bewegt. Ähnlich wie bei The Conduit kann man aber sowohl die Sensibilität der horizontalen und vertikalen Bewegung justieren, als auch die sogenannte Dead Zone, also den Bereich, in dem man den Cursor auf dem Bildschirm bewegen kann, ohne, dass sich die Kamera mitdreht, komplett selbst bestimmen. Die meisten anderen Tastenbelegungen fallen ebenfalls klassisch aus: Mit B wird geschossen, A ist Aktions- und Renntaste etc. Das geht soweit alles super von der Hand und gerade das Zielen ist sehr gut gelungen. Etwas überbelegt ist allerdings das Steuerkreuz. Hier merkt man ehesten, dass das Spiel seinen Ursprung auf den anderen Konsolen hatte, deren Controller bekanntlich deutlich mehr Tasten zur Verfügung haben. Um dennoch alle Features unterzukriegen, wurde jede einzelne Richtung des Steuerkreuzes mit einer Funktion belegt. Nach oben drücken bedeutet springen, nach rechts wechselt die Waffen, mit unten setzt man das Messer ein. Hält man das Steuerkreuz links gedrückt und bewegt dann den Analogstick in die verschiedenen Himmelsrichtungen wählt man das Spezialequipment aus wie etwa das Nachtsichtgerät oder Minen. Man gewöhnt sich zwar nach einiger Zeit an die Überbelegung, aber gerade dadurch, dass das Digipad ziemlich klein ist, verdrückt man sich in hektischen Momenten immer wieder mal.

 

Wie bereits erwähnt, spielt sich Modern Warfare wie ein guter Actionfilm, was neben der sehr guten Technik, vor allem am sehr abwechslungsreichen Missionsdesign liegt, was den Spieler nie zur Ruhe kommen lässt und immer wieder überrascht. Hier mal zwei Beispiele:

 

In der ersten Mission wird die Spezialeinheit mit einem Hubschrauber auf einem Frachter mitten im Ozean abgesetzt. Das Wetter ist grausam, riesige Wellen brechen am Schiff, was dementsprechend hin und her schwankt und Blitze erhellen die Nacht. Ziel ist es, wichtige Dokumente sicherzustellen. Sofort macht sich das eigene Team auf. Auffällig gleich zu Beginn ist, dass die künstliche Intelligenz sowohl der eigenen Soldaten als auch der Feinde meistens sehr beachtlich ist. Die Kameraden agieren vielfach eigenständig, öffnen Türen, sichern Bereiche und eliminieren Feinde. Diese wiederum verstecken sich hinter Kisten, ballern geschickt um Ecken, indem sie einfach nur die Waffe hervorblitzen lassen und werfen mehr Granaten als die Jecken Kamelle beim Rosenmontagszug. Zum Glück gibt es eine Warnanzeige für Granaten und mit einem beherzten Druck auf die Plustaste kann man diese schnell zum Absender zurückschicken. So arbeitet man sich durch die engen Gänge und Kajüten des Schiffes. Aber gerade als das Team die Daten sicherstellt, wird der Frachter von russischen MIGs angegriffen und getroffen. Sofort bricht Feuer aus, Rohre bersten, Wasser dringt ein. Der Frachter bekommt Schieflage und beginnt zu sinken. Nun heißt es die Beine in die Hand nehmen und zurück aufs Deck, vorbei an allerhand Trümmern, die den Soldaten um die Ohren fliegen. Gerade noch rechtzeitig bevor das Schiff sinkt, rettet sich das Team mit einem beherzten Sprung auf die Ladefläche des herbeieilenden Helikopters.

 

Grundsätzlich ist Modern Warfare aufgeteilt in Missionen, die in Russland spielen und Aufträgen im Nahen Osten. Das zweite Beispiel führt uns in eine fiktive arabische Stadt, wo angeblich der Anführer der Terroristen den Abschuss einer Atomwaffe vorbereitet. Darüber hinaus sind Kameraden inmitten der Stadt von gegnerischen Truppen eingekeilt. An der Bordkanone eines Hubschraubers sitzend, schaltet man zunächst zusammen mit den anderen Helikoptern Bodenziele aus. In der Nähe der eingeschlossenen Kameraden wird der Weiterflug aber erstmal wegen Luftabwehr zu gefährlich, so dass der Hubschrauber landen muss. Zu Fuß geht es im Team weiter und ein erbitterter Häuserkampf beginnt. Nachdem die Gruppe zu den eingeschlossenen Soldaten vorgedrungen ist, geht es schnell zurück zu den Hubschraubern. Kaum in der Luft wird einer davon von einer Rakete getroffen und geht zu Boden. Spontan landet das Team erneut, um die überlebende Pilotin zu retten. Gesagt getan, heben die Hubschrauber wieder ab und fliegen unter Beschuss weiter in Richtung des vermuteten Standorts des Terroristenführers. Als sie in der Nähe sind, geschieht das unfassbare und die Atombombe geht hoch! Was dann passiert, müsst ihr schon selbst herausfinden.

 

Wie ihr lest, geht es in Modern Warfare extrem spannend, aber auch sehr hektisch zu. Man sieht sich in jeder Situation einer Überzahl an Feinden gegenübergestellt. Da diese sich, wie eben geschrieben, auch recht clever verhalten, wird man auch auf normalem Schwierigkeitsgrad immer wieder das Zeitliche segnen, bis man die richtige Taktik heraus gefunden hat. Zum Glück gibt es aber jede Menge Rücksetzpunkte, vor allem nach nahezu allen schwierigen Passagen, so dass man meistens nie mehr als 2 oder 3 Minuten neu spielen muss.

 

Ein paar Worte noch zu den Waffen. Modern Warfare bietet eine Vielzahl an realistischen Waffen von verschiedenen Gewehren, über allerlei Pistolen und Raketenwerfern. Darunter natürlich auch gerne in Spielen verwendete Ballermänner wie die AK47. Alle Waffen sind realistisch nachgebaut und fühlen sich recht authentisch an. Ausgerüstet ist man im Singleplayermodus grundsätzlich mit einem Messer, einer Pistole und mindestens einem Gewehr. In den Missionen findet man teilweise neue Munition oder gar neue Waffen. Sind die eigenen Wummen aber dennoch mal leer geschossen, kann man auch einfach die der Gegner nach deren Ableben aufsammeln und die eigene dafür wegwerfen.

 

Leider fällt die Kampagne mit 5 bis 8 Stunden Spielzeit sehr kurz aus. Während dieser Zeit wird man allerdings sehr gut unterhalten und es kommt keine Langeweile auf. Kritisieren könnte man eventuell noch, dass Modern Warfare, wie andere Titel der Serie auch, extrem linear und gescriptet ist und so dem Spieler kaum Freiheiten lässt. Dies wiederum sorgt aber gerade für hohe Intensität und Spannung.

 

Übrigens kann man den Singleplayer auch in einer Art Pseudo-Kooperationsmodus durchspielen. Hierbei zeigt das Spiel einfach ein zweites Fadenkreuz auf dem Bildschirm an und der zweite Spieler kann auf Gegner schießen. Bei dieser Variante eignet sich am besten der unterstützte Wii Zapper. Wählt man Nintendos Peripherie, dann kann man im Optionsmenü die Steuerung anpassen. Für den Mitstreiter im Koop-Modus ist der Zapper eine tolle Wahl, wenn auch der Modus selbst eher weniger sinnvoll ist. Ansonsten halte ich die Nutzung des Zappers eher für unnötig.

 

 

Die audiovisuelle Umsetzung

 

Hut ab, wie toll die Entwickler von Treyarch das Grafikmonster der HD Konsolen auf die Wii umgesetzt haben. Klar gibt es optische Unterschiede, wenn man beide Versionen gegenüberstellt, schließlich kann die Wii keine echten Shader, die gerade für realistisch wirkende Objekte wichtig sind und auch weniger Polygone gleichzeitig darstellen. Dennoch hat Treyarch es geschafft, das komplette Spiel auf der Wii zum Laufen zu bringen, inklusive der hohen Anzahl an Gegner, der nahezu gleichen Menge an Objekten und den tollen Animationen. Hinzu kommen für Wii Verhältnisse sehr gute Partikeleffekte wie der sehenswerte Rauch und wirkliche gelungene Texturen, die vielfach durch diverse Mappingeffekte gerade mit Komponentenkabel und HD Fernseher in 480p richtig plastisch aussehen. Allerdings stößt die Wii manchmal tatsächlich an ihre Grenzen. Das sieht man anhand von kurzen Rucklern, wenn besonders viel abgeht oder gerade bei den Flugmissionen, wo es doch einen deutlich sichtbaren Grafikaufbau gibt. Das fällt zwar negativ auf, trübt das sehr positive Gesamtbild aber kaum.

 

 

Der Multiplayer

 

Der Multiplayer von Modern Warfare rechtfertigt alleine schon den Kauf des Spiels und übertrifft locker die bisherigen Wii-Genrekönige wie World at War oder The Conduit. Das liegt an der guten Technik, der tollen Spielbarkeit, dem für Wii Verhältnisse komfortablen Matchmaking, der Optionsvielfalt sowie dem extrem motivierenden Rangsystem.

 

Aber beginnen wir mal von vorne und zwar mit einigen harten Fakten. Modern Warfare für Wii bietet satte 16 Karten, auf denen bis zu 10 Spieler gleichzeitig antreten können. Die Karten sind den Singleplayermissionen nachempfunden und bieten somit ebenfalls sehr unterschiedliche Topographien, von arabischen Städten bis hin zu verschneiten Karten in Russland. Die Maps sind allesamt toll designt, recht groß, mit sowohl offenen Plätzen als auch verwinkelten Gassen und Häusern. Keine Karte spielt sich wie die andere und alleine bis man bei jeder die beste Vorgehensweise herausgefunden hat, vergehen schon mal einige Matches.

 

Neben 16 Karten bietet das Spiel über ein Dutzend Spielmodi, die zwar teilweise nur Variationen anderer sind, aber dennoch sowohl für Einsteiger als auch Profis die Qual der Wahl bieten. Dabei sind natürlich die klassischen Modi wie Deathmatch, Team Deathmatch oder Capture the Flag, aber auch einige andere interessante Varianten wie z.B. Hauptquartier, bei dem jedes Team versucht eine eigene Basis zu erobern und zu halten. Je länger man das schafft, desto mehr Punkte bekommt man. Stürmt der Gegner die Basis gibt es Punkte für das andere Team. Da man Call of Duty eigentlich mit festen Waffensets spielt – Details dazu gleich – ist es besonders lobenswert, dass die Entwickler zusätzlich noch ein klassisches Deathmatch eingebaut haben, wo man die Waffen und sogar altmodische Medikits in den Levels findet. Egal für welchen Modus man sich entscheidet, man wird immer schnell partizipieren können, da zum Glück zu jeder Uhrzeit hunderte Spieler online sind.

 

Womit wir schon beim Thema Matchmaking wären. Wie in den meisten anderen Wii Spielen auch, braucht ihr natürlich die Codes der Freunde, mit denen ihr spielen wollt. Einmal ausgetauscht, zeigt Modern Warfare wie man es richtig macht. Ihr könnt jederzeit in der Lobby, aber auch während eines Matches sehen, welche Freunde gerade online. Dabei habt ihr jederzeit die Option eurem Freund oder gar einer ganzen Gruppe eine Einladung zu schicken oder einfach das Spiel zu joinen, in dem sich der Kumpel gerade befindet. Das ist alles extrem einfach und komfortabel gehalten. Toll ist aber auch das Matchmaking, wenn ihr gegen Fremde spielt. In der Regel dauert es nur wenig länger als eine Minute vom Start des Spieles bis zum Start eines Matches. Manchmal geht es aber auch noch schneller, immer dann, wenn ihr in eine bereits gestartete Session gesetzt werdet. Das ist vorbildlich gelöst.

 

Die große Stärke der aktuellen Call of Duty Spiele ist aber die Vielseitigkeit bei der Ausstattung des Charakters, samt dazu gehörigem Rangsystem. Als Neuling startet man mit noch recht wenigen Optionen, was auch sehr positiv ist, um nicht gleich von der Komplexität erschlagen zu werden. Im Klartext heißt es, dass man nur zwischen vorgefertigten Ausrüstungssets wählen kann. Ein Set besteht aus insgesamt 6 Slots, einen für die Primärwaffe, einen für die Sekundärwaffe, Granaten und drei weiteren Slots. Mit dieser Ausrüstung betritt man dann das Match. Für jeden Kill bekommt man Erfahrungspunkte. Die Anzahl der Punkte pro Match steigert sich noch durch das Nutzen der so genannten Kill Streaks und Erfüllen von Herausforderungen – zu beidem komme ich gleich noch – so dass man sukzessive im Rang aufsteigt. Mit jedem weiteren Rang schaltet man unterschiedliche Sachen frei wie neue Waffen, neue Herausforderungen, Aufsätze für Waffen, weitere Spielmodi, diverse Extras wie verbesserten Patronenschaden etc. Durch die Vielzahl an Freischaltmöglichkeiten ist man extrem motiviert die nächste Stufe zu erreichen.

 

Denn schon nach wenigen Aufstiegen wird der Klasseneditor geöffnet. Hier kann man mehrere, eigene Klassen, sprich Ausrüstungssets zusammenstellen, auf die man dann je nach gewähltem Spielmodus und Karte vor jedem Match zugreifen kann. Wie gesagt hat man insgesamt 6 Slots zur Verfügung. Wählt nun eure favorisierte Primärwaffe aus, beispielsweise ein Sturmgewehr, dazu als Sekundärwaffe eine der vielen Pistolen und ein paar Splittergranaten. Nun müsst ihr noch die Slots für die Extras, den so genannten Perks, vergeben. Spielt man gerne den Rambo ist es sicherlich sinnvoll einen Slot mit erhöhter Gesundheit und einen weiteren mit mehr Munition zu füllen. Als Sniper würde man eher auf eine ruhige Hand und mehr Munition setzen, um seine Position seltener aufgeben zu müssen. Wie ihr seht, sind die Optionen mannigfaltig und ihr könnt ganz nach euren Vorlieben eure eigenen Sets zusammenstellen. Je höher dabei euer Rang ist, desto bessere Waffen und anderes Spielzeug schaltet ihr frei.

 

Habt ihr irgendwann tatsächlich den höchsten Rang erreicht, was bei über Level 60 liegen sollte, ist aber nicht Schluss. Denn dann dürft ihr von vorne leveln und auf ganz besondere Dinge setzen wie goldene Waffen etc. Außerdem gibt es ja auch noch dutzende Herausforderungen, quasi für jeden Waffentyp plus viele weitere. Herausforderungen können sein, dass man mit einem bestimmten Gewehr eine gewisse Anzahl an Gegner tötet oder, dass man möglichst viele Feinde durch durchlässige Mauern erwischt oder, dass man besonders gut an Geschützen ist. Diese Herausforderungen erledigt man beiläufig, während man im Multiplayer spielt. Für geschaffte Aufgaben bekommt man nach einem Match extra Erfahrungspunkte und schaltet so auch weitere Dinge frei.

 

Aber nicht nur das Rangsystem samt seiner ganzen Facetten ist extrem motivierend. Hinzu kommt, dass das Spiel einen während der Matches für einen guten Lauf mit den so genannten Kill Streaks belohnt. Nach drei Abschüssen in Folge, dürft ihr einen Aufklärungssatelliten nutzen, der alle Feinde für eine bestimmte Zeit auf dem Radar einzeichnet. Nach fünf Kills in Folge ruft ihr einen Luftangriff und bestimmt auf der Karte das Ziel des Angriffs. Sofort donnern drei MIGs über die Map und werfen ihre tödliche Ladung ab. Am besten ist allerdings der Helikopter, den man nach sieben Kills rufen darf. Dieser kreist dann minutenlang über der Karte und ballert jeden Gegner nieder, der sich unvorsichtig nach draußen begibt. Ist man selbst einem feindlichen Hubschrauber ausgesetzt, hilft es nur sich in Häusern zu verstecken oder, falls man damit ausgerüstet ist, das Teil mit dem Raketenwerfer runterzuholen, was natürlich auch eine Herausforderung darstellt und extra Erfahrungspunkte bringt.

 

Technisch ist der Onlinemodus ebenfalls richtig gut. Wie der Singleplayer bietet auch der Multiplayer eine tolle Grafik. Außerdem geht das Geschehen ziemlich lagfrei über den Bildschirm, es sei denn, der zufällig ausgewählte Host hat eine extrem schlechte Verbindung, was aber nur selten vorkommt. Verlässt der Host das Match, heißt das übrigens nicht zwangsläufig, dass die ganze Gruppe neu zusammengewürfelt werden muss. Das Spiel geht dann einfach in die Lobby zurück, sucht sich einen neuen Host aus und die gleichen Leute starten ihre nächste Session.

 

Darüber hinaus möchte ich noch erwähnen, dass das Spiel auch ausführliche Statistiken und Bestenlisten anbietet. So weiß man immer, welchen Rang man selbst und die Freunde gerade in der Weltrangliste einnehmen, wie viele Volltreffer man hat, wie hoch die eigene Präzision ist und vieles mehr.

 

Zum Schluss noch der Hinweis, dass Treyarch eine Option ins Spiel integriert hat, die es ihnen ermöglicht, ohne dass man als Spieler was davon merkt, Bugs und Glitches jeder Art zu fixen, so dass einem möglichst fairen Spielerlebnis auch in Zukunft nichts im Wege steht.

 

Zusammenfassend muss man sagen, dass Call of Duty Modern Warfare Reflex Edition den mit Abstand besten Multiplayermodus im Bereich Egoshooter auf der Wii bietet. Quantitativ und qualitativ bleiben eigentlich fast keine Wünsche offen. Den einzigen Abstrich, den man machen muss, ist, dass das Spiel keinen Voice Chat unterstützt. Wer allerdings Wii Speak in anderen Spielen mal ausprobiert hat, wird mir zustimmen, dass das kein großer Verlust ist. Bitte Nintendo, ermöglicht für solche Spiele endlich mal ein Standard-Headset Verfahren!

 

 

Wir danken Activision für die Bereitstellung des Testmusters!

 

 

 

Noch ein Hinweis zu den gezeigten Bildern:

 

Leider hat Activision nur sehr wenige Bilder zu dem Spiel veröffentlicht. Die meisten stammen sogar von einer sehr frühen Version, die grafisch deutlich schlechter war. Die von uns gezeigten Bilder entsprechen in etwa der tatsächlichen grafischen Qualität. Im Bewegung sieht das Spiel auf jeden Fall besser aus.


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Fazit

Call of Duty Modern Warfare Reflex Edition ist zwar nur eine Umsetzung eines zwei Jahre alten Spiels, aber was macht das schon, wenn Original und Kopie eine extrem hohe Qualität aufweisen?! Es ist beeindruckend wie die Entwickler von Treyarch es geschafft haben, dass komplette Spiel der HD Konsolen auf der Wii zum Laufen zu bringen. Die Grafik ist richtig gut und die Steuerung sehr präzise und mit vielen Einstellungsmöglichkeiten ausgestattet. Die Kampagne ist zwar, wie in der Serie üblich, sehr gescriptet und bietet wenig spielerische Freiheiten, spielt sich dafür aber extrem kurzweilig, wie ein guter Actionfilm eben. Das absolute Highlight des Spiels ist aber der Onlinemultiplayer: 16 Karten, über ein Dutzend Modi, jede Menge Waffen und Extras, unzählige Herausforderungen, Bestenlisten und nicht zuletzt das geniale Rangsystem machen Modern Warfare zum bisher besten Wii Egoshooter für Multiplayerfans und somit zum absoluten Pflichtkauf.

Grafik

gut

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

super

82%

Singleplayer

90%

Multiplayer

Release

10.11.2009

Developer

Treyarch

Publisher

Activision

USK Freigabe

18+

Anzahl Spieler (Lokal)

2

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-10


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