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Reviews: Nintendo Wii

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Tony Hawk Ride

Sport

13.12.2009

Autor: Philipp Breß

 

 

„Das wird nie gescheit funktionieren! NIEMALS!“, sprach die Skater-Stimme in mir noch vor einigen Monaten. Tony Hawk, Bam Magera, Rodney Mullen – Idole meiner Jugend! Die Gründe, warum ich mit 13 Jahren ein Skateboard bestieg und es mit viel Schweiß und Arbeit schaffte, einigermaßen passabel damit umzugehen. Zumindest so, dass ich mich nicht absolut blamierte. Und jetzt möchte Activision mit dem neusten Ableger der Tony Hawk-Reihe eben diesen harten Weg, den man gehen muss, um ein Skateboard zu beherrschen, der zockenden Bevölkerung näher bringen. In den folgenden Zeilen werde ich euch nun verraten, ob meine innere Stimme Recht behalten hat, oder ob sie verstummt ist.

 

 

Innovative Steuerung oder eine Katastrophe?

 

Der Skateboard-Controller an sich ist schon ein feines Stück Hardware und sehr gut verarbeitet. Sollte man ja auch erwarten dürfen, wenn man mit dem Gerät wie mit einem echten Skateboard umgehen soll. Da der Controller auf möglichst glatten Flächen benutzt werden soll, war der Hersteller so frei und hat direkt vier Schutzaufkleber, die man an die untere Seite des Boards anbringt, mitgeliefert, damit sowohl Board als auch Boden von Kratzern verschont bleiben. Darüber hinaus gibt es noch vier Batterien oben drauf und natürlich den USB-Connector, der an die Wii angeschlossen werden muss. Und sobald die Batterien eingelegt sind, der Connector aktiviert und mit dem Controller verbunden ist, kann es auch schon losgehen. (Tipp von mir: Schuhe auf dem Board anziehen! Nach einer Weile kann es doch recht schmerzhaft an den Füßen werden!)

 

Naja, zumindest kann es FAST sofort losgehen! Bevor man sich richtig ins Vergnügen stürzen darf, wird man anhand eines Tutorials mit der Steuerung vertraut gemacht und muss das Skateboard mithilfe der Sensoren, die an allen vier Seiten angebracht sind, kalibrieren. Wie bei einem Tony Hawk üblich, darf man sich natürlich auch wieder einen eigenen Skater erstellen. Funktioniert bis hier hin auch alles wunderbar. Selbst Flip-Tricks und Grinds lassen sich noch gut bewerkstelligen. Was in dem Tutorial aber direkt auffällt, ist eine gelbe Linie, an der man wie von selbst entlang fährt. Hierbei handelt es sich um den sogenannten Casual-Mode, der für Neueinsteiger eingebaut wurde. Tony Hawk Ride ist das erste Spiel, wo ich einen solchen Modus wirklich für gut befinde, denn am Anfang ist man doch froh, wenn man sich erstmal nur auf die Tricks konzentrieren kann, ohne dabei lenken zu müssen. Wird einem das mit der Zeit aber zu öde, kann man die Schwierigkeit erhöhen, indem man sich für den Fortgeschrittenen- (etwas mehr Lenkungs-Freiheit) oder den Profi-Bereich (komplett freie Steuerung) entscheidet. Tja, hier setzen dann auch schon die großen Probleme des Spieles ein.

 

 

Es ist nicht alles Gold was glänzt!

 

Leider ist es ein Fakt, dass die Steuerung bei weitem nicht so ausgereift ist, wie sie vorher präsentiert wurde. Wie schon gesagt, leichte Tricks wie Ollis, Manuals, simple Flips und Grinds lassen sich durch das Neigen des Boards noch gut auf den Asphalt zaubern, aber alles darüber hinaus wird schwerer als erwartet. Und das nicht wegen meiner Unfähigkeit. Komplexe Bewegungsabläufe werden nicht genau erfasst und so passiert es sehr oft, dass einfach nicht das dabei herauskommt, was man eigentlich machen wollte. Ein ziemlich dicker Minus-Punkt! Die Bewegungen, so kam es mir zumindest vor, werden oft mit einer zeitlichen Verzögerung übertragen. So leidet der Spielspaß, trotz des guten Starts, leider sehr schnell unter der katastrophalen Umsetzung. Sobald man dann auch noch in einen höheren Schwierigkeitsgrad wechselt, bekommt man auch noch Zustände, dass man nicht dort hin fährt, wo man hin will. Ziemlich großes Chaos.

 

Auch sonst wirkt das Spiel wie nichts Halbes und nichts Ganzes. Dinge, wodurch die etlichen Vorgänger oftmals glänzen konnten, wurden entweder gestrichen, oder durch halbgare Alternativen ersetzt. Besonders im Level-Design ist das deutlich spürbar, da man nur noch zwischen Street- und Vert-Bereichen wählen kann, also Straßen und Half-Pipes. Eine wirkliche Tony Hawk-Story gibt es auch nicht mehr und die lieblos gestalteten Levels tragen auch nicht zu mehr Abwechslung bei. Aber hey, dafür darf man sich durch unübersichtliche und überladene Menüs kämpfen und sich extrem viele Tipps bei extrem vielen Ladezeiten zu Gemüte führen. Die Möglichkeit eigene Miis ins Spiel zu integrieren, kann da auch nicht mehr viel retten und lässt das Spiel eher noch bescheidener erscheinen.

 

 

Schwache Technik und schlechter Mehrspieler-Modus!

 

Und der Multiplayer-Modus ist auf der Wii tatsächlich nur stiefmütterlich behandelt worden und hätte genau so gut weggelassen werden können. Dieser besteht nämlich nur daraus, sich abwechselnd aufs Board zu stellen und so in einem Punkte-Kampf zu beweisen. Da hat z.B. die Xbox 360 mal wieder einen Vorteil, mit dem 8 Spieler Online-Modus. Auch hier erneut ein extrem dicker Minus-Punkt, da die Spiele in der Vergangenheit doch gerade im Multiplayer eine Menge Spaß gemacht haben.

 

Mit der Grafik kann man noch ganz gut leben, selbst für durchschnittliche Wii-Verhältnisse und der leichte Comic-Stil ist auch ganz nett. Dennoch wäre hier deutlich mehr drin gewesen, besonders im, wie schon erwähnten, Level-Design. Immerhin bekommt man mit typischen Songs aus dem Punkrock-Bereich usw. noch einen ordentlichen Soundtrack serviert.

 

 

Vielen Dank an Activision für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Meine innere Skater-Stimme hat die Oberhand behalten. Spaßig gestartet, endete es darin, dass man nur noch gefrustet auf dem Board steht und es am liebsten in den Fernseher rammen würde. Zu Anfang dachte ich ja noch, dass es nur so schwer zu beherrschen ist, da es tatsächlich realistisch ist, aber das war eine große Fehleinschätzung meinerseits. Schlecht umgesetzte Steuerung, mieses Level-Design, Alibi-Multiplayer-Modus, aber immerhin ein kraftvoller Soundtrack. Eine Kaufempfehlung kann ich hier nicht aussprechen, besonders nicht bei einem Preis von etwa 100€. Wer will schon so viel für ein halbfertiges Produkt zahlen?

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

schwach

Spielspaß

sch...

40%

Singleplayer

20%

Multiplayer

Release

26.11.2009

Developer

Robomondo

Publisher

Activision

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-8


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