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Reviews: Nintendo Wii

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James Cameron's Avatar: Das Spiel

Action Adventure

06.01.2010

Zum Video-Review

Autor: Martin Küpper

 

Avatar, das neue Meisterwerk von Regisseur James Cameron, setzt im Kino neue Maßstäbe und annonciert mit etwas Glück sogar zum erfolgreichsten Kinofilm aller Zeiten. Bei einem so aufsehenerregenden Film darf eine Videospiel-Adaption natürlich nicht fehlen. Ubisoft hat sich der Sache angenommen und entführt den Spieler sowohl auf dem PC, den HD-Konsolen, der PSP, dem DS und eben der Wii, in die wundervolle Welt von Pandora. Dass Ubisoft trotz der unterschiedlichen Hardware ein anständiges Spiel auf die Beine stellen kann, haben sie mit der DS-Version (link hier) schon bewiesen. Doch ist ihnen das auch auf der Wii gelungen?

 

 

Komm hohl die Wii’Mote raus...

 

Auch wenn die Wii-Version ein komplett eigenständiges Spiel ist, taucht der Spieler wie in den anderen Varianten in die Spielwelt von Pandora ein. Für alle, die – aus welchen Gründen auch immer – den Film noch nicht im Kino gesehen haben, vorweg eine kurze Einführung in die Welt von Avatar. Pandora ist der Mond des Planeten Polyphem und Heimat der blauen, fast drei Meter großen Na’vi. Dieses naturverbundene Volk lebt im Einklang mit dem Wald, der den kompletten Mond bedeckt. Dementsprechend sind die Na’vi nicht erfreut über die Menschen, die auf der Suche nach einem wertvollen Metall keine Rücksicht auf Verluste machen.

 

Im Spiel übernimmt der Spieler einen Krieger der Na’vi, der den Mord an seinen Gefährten rächen und die heiligen Artefakte seines Stammes aus den Klauen der Menschen zurück erobern möchte. Das dichte Dickicht des Dschungels kommt ihm dabei zu gute, denn primär geht es in Avatar darum, unentdeckt zu bleiben und die Menschen aus dem Hinterhalt auszuschalten. Im Gegensatz zu den Menschen, die mit Maschinengewehren und Raketenwerfern bis an die Zähne bewaffnet sind, kämpft der Krieger schließlich bloß mit seinem Stab. Daher nutzt er seine Umwelt und pirscht sich entweder durch Gebüsch oder von oben über das Geäst an die Feinde heran, um sie mit einem Tarnangriff auszuschalten. Damit dieser gelingt, muss man schnell reagieren und die Wii Remote wie angezeigt schwingen. Das ist gar nicht so leicht wie es sich anhört, da man wirklich sehr schnell reagieren muss, um den Gegner zu treffen. Schafft man es nicht, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich dem direkten Kampf zu stellen und den Feind durch schütteln der Fernbedienung anzugreifen. Das kann jedoch schnell ins Auge gehen, wenn man es mit mehreren Menschen zu tun hat, die einen natürlich sogleich unter Beschuss nehmen.

 

Anfangs ist es noch recht spaßig, sich an die Gegner heranzuschleichen und die ahnungslosen Opfer auszuschalten. Doch mit der Zeit überwiegt der Frust, da die Erkennung beim Tarnangriff leider wirklich viel zu pingelig ist. Durch dieses kleine Manko fällt das gesamte Spielkonzept wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Wozu soll man sich denn anschleichen, wenn der Tarnangriff doch eh misslingt und man danach so oder so von allen Seiten beschossen wird? Da zieht man es doch vor, sich den Menschen direkt im Kampf zu stellen und darauf zu hoffen, dass man mit der Übermacht zurrecht kommt.

 

 

...wir spielen Cowboy und Indianer.

 

Zum Glück bekommt das Spiel aber doch noch den Bogen – buchstäblich, denn mit Pfeil und Bogen lässt es sich merklich besser umgehen. Schon recht früh im Spiel erlangt der Krieger den Bogen, der im Gegensatz zum Tarnangriff hält, was er verspricht. Zielt man eine Weile auf einen Widersacher, färbt sich das Fadenkreuz rot. Nun reicht ein einziger Pfeil um den Gegner tödlich zu treffen, während ein schneller Schuss die Feinde nur leicht verletzt. Trotz der großen Effizienz des Bogens, ist der direkte Angriff mit dem Stab in manchen Situationen aber die bessere Wahl, da man für das Zielen – wieso auch immer – die sicherer Deckung des Gebüschs verlassen muss.

 

Leider gestaltet sich der Spielverlaufrecht eintönig. Das stupide und hirnlose Geschüttel im Kampf ist einfach viel zu dröge. Schade, denn eigentlich hatte Ubisoft einige gute Ideen, um das Spiel aufzulockern. Während die Sprungpassagen noch weitestgehend automatisch erfolgen, ist gerade das Umgehen von Alarmanlagen eine echte Herausforderung. Dabei muss man mit dem richtigen Timing durch Laserbarrieren huschen um zu dem Terminal zu gelangen, das die Alarmanlagen kontrolliert, um dieses zu zerstören. Darüber hinaus kann der Krieger auch mit dem Wald interagieren. Das hört sich zunächst spektakulär an, beschränkt sich letzten endlich aber nur darauf, dass man für kurze Zeit die Kontrolle über eine Biene übernehmen kann, um die Gegend auszukundschaften und Feinde mit dem giftigen Stachel anzugreifen. Obwohl diese Einlagen nur mit Wii MotionPlus spielbar sind, steuert sich die Wespe allerdings furchtbar ungenau.

 

Das gilt zum Glück nicht für die Fluglevel, in denen der Krieger auf einem Banshee (vergleichbar mit einem Flugdinosaurier) durch die Lüfte gleitet. Mit dem Analogstick des Nunchuks weicht man Hindernissen aus und schießt gleichzeitig mittels Cursor auf feindliche Flugobjekte. Viel mehr gibt es hier nicht zu tun – und dennoch avanciert sich die Flugpassagen zum einzigen Highlight des Spiels. Gerade der Endkampf gegen den stählernen Vogel - Menschen nennen so etwas Flugzeug - ist eine nette Sache. Die Flugpassagen lassen sich übrigens auch mit dem Balanceboard steuern. Das ist zwar ganz nett und funktioniert recht ordentlich, ist den Aufwand (anschließen und umstellen) aber nicht wert.

 

 

Wir schütteln um die Wette...

 

Überall in den Leveln (ob am Boden oder in der Luft) kann man blau leuchtende Punkte, die sogenannten Geister von Eywa, einsammeln. Mit diesen ist es möglich, die Fähigkeiten des Kriegers an Stab und Bogen, sowie sein Geschick zu verbessern. Die nötige Spieltiefe bringt das System aber nicht, da sich die Auswirkungen – bis auf das Verbessern der Lebensenergie vielleicht – in Grenzen halten.

 

Wenn ihr euch vom Schütteln der Wii Remote einen Muskelkater geholt habt und Unterstützung sucht, könnt ihr auch jederzeit einen Freund einladen dem Spiel beizutreten. Nun kann man sich die Arbeit teilen und hat nur noch halb so viele Gegner zum „totschütteln“. Wirklich besser wird das Spiel zu zweit zwar auch nicht, doch der Frust über die verbockte Steuerung beim Tarnangriff lässt etwas nach, da man nun schneller mit den Gegnern fertig wird. Gerade dass man sich gegenseitig heilen kann, ist eine echte Hilfe. Dumm nur, dass nun die Kamera nicht mehr mit kommt was das Geschehen unsagbar unübersichtlich macht.

 

 

...und verhunzen unser Spiel.

 

Ich komme nicht umher, noch einmal über die Steuerung zu sprechen. Wir fassen zusammen: Ubisoft entscheidet sich weise dazu, bei der Wii Version von Avatar einen eigenen Weg zu gehen und das Spiel unabhängig von den HD-Varianten zu entwickeln. Dennoch scheitert das Spiel ausgerechnet bei der Steuerung, also bei dem Punkt der die Wii nun mal ausmacht. Das eintönige Geschüttel im Kampf und die viel zu pingeligen Tarnangriffe verwehren dem Spiel somit eine recht ordentliche Note.

 

Dabei schaut das Spiel nicht mal schlecht aus – im Gegenteil! Der Dschungel ist für Wii-Verhältnisse wirklich gut präsentiert und bringt die wundervolle Welt von Pandora erstaunlich gut rüber. Gerade die Fluglevels schauen fantastisch aus und gleichen die kleineren optischen Mängel, wie die schwankende Framerate und die gelegentliche aufpoppenden Büsche wieder aus.

 

Der Sound, der beim Film einer der wenigen Kritikpunkte darstellt, ist ebenfalls gut gelungen. Der Soundtrack wirkt sehr cineastisch und passt stets zur Spielsituation. Auch die deutsche Sprachausgabe weiß zu überzeugen, obwohl sich die Sprüche der Menschen wie „Du bist zum letzten mal auf einen Baum geklettert!“ schnell wiederholen.

 

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Das James Cameron’s Avatar im Gegensatz zur DS Version kein Überraschungshit geworden ist, liegt nicht nur an der verkorksten Steuerung. Es fehlt dem Spiel auch an guten Ideen und die Präsentation ist - trotz guter Grafik – alles andere als cineastisch, da die langweilige Handlung nur per Text erzählt wird. Im Gegensatz zu anderen Titeln von Ubisoft, wie Splinter Cell oder Assassins Creed, fühlt sich das Schleichen so erzwungen an. Man hat keine Wahl – der Krieger wird in der Nähe von Gegnern automatisch langsamer, ob man will oder nicht! Da ist die Steuerung nur noch die Prise Maggie in der versalzenen Suppe. Schade, denn in der Suppe schwimmen auch einige gute Zutaten.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

schwach

Spielspaß

schwach

50%

Singleplayer

52%

Multiplayer

Release

03.12.2009

Developer

Ubisoft

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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