Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo Wii

< zurück

F1 2009

Rennspiel

08.01.2010

Autor: Lukas Strübig

 

 

Obwohl sie von vielen belächelt wird, ist die Formel 1 eine der beliebtesten und bekanntesten Rennsportserien weltweit und hat besonders in Europa eine große Anhängerschaft. Somit ist es auch kein Wunder, dass neben Spielen wie Fifa auch jedes Jahr Neuauflagen eines F1-Rennspiels erscheinen. Der diesjährige Vertreter heißt, wie sollte es auch anders sein, Formel 1 2009 und bietet auf der Wii etwas, was es bisher nicht besonders oft gibt: Realismus.

 

 

Gameplay - Sag „bye bye” zu Mario Kart

 

Nachdem man das imposante Intro hinter sich gelassen und sein Profil erstellt hat, landet man im Hauptmenü des Spiels und bekommt vorerst einen Dämpfer. Das Interface wurde ganz eindeutig für die PSP entwickelt, auf der das Spiel ebenfalls erschien, und wirkt auf einer Heimkonsole daher unübersichtlich und verwirrend. Nachdem man sich ein wenig durch die Optionen gearbeitet hat wird einem dann sehr schnell auffallen, dass ein Online-Modus fehlt, der von Codemasters bewusst nicht eingefügt wurde, da Wii-Spieler laut dem Entwickler lieber lokal zusammen spielen, als über das Internet. Warum ein Online-Modus aber wirklich fehlt, erläutere ich später.

 

Der lokale Multiplayer ist wie gewohnt: Zu zweit fährt man verschiedene Rennen auf verschiedenen Strecken und wer als erstes das Ziel passiert, hat gewonnen. Dazu gibt es noch verschiedene Modi und Herausforderungen, so dass das Spielen zu zweit auf Dauer interessanter wird.

 

Der Einzelspieler-Modus bietet natürlich das „Schnelle Rennen“, mit dem man sofort „durchstarten“ kann und den etwas anspruchsvolleren Karriere-Modus. Dieser bietet einem gleich am Anfang schon Schwierigkeiten, denn zu Beginn fühlt man sich ein wenig im Regen stehen gelassen, auch wenn man in den schlimmsten Situationen einen Regenschirm bekommt. So gibt es praktisch keine Einfahrphase, kein Turtorial, man muss sofort Leistung bringen und sein Können beweisen. Und hier zeigt sich auch stark die Neigung des Spiels zum Realismus:

 

Konnte man bei Mario Kart noch Stumpf auf den A-Knopf drücken und damit bis zu einer konstanten Geschwindigkeit beschleunigen, leisten die kleinen, leichten Maschinen der Formel 1 immer mehr und immer mehr und BAM!, fliegt man aus der Kurve, zerschrottet seinen Vorderreifen und muss sich über den Rasen zurück auf die Strecke schleichen.

 

Natürlich kann man bei den Einstellungen auch Fahrhilfen aktivieren und Schadensmodelle deaktivieren, auf Dauer möchte man dann aber auch den Realismus gänzlich ausnutzen. Dazu gehört es auch, dass während des Rennens keine Musik läuft und man per Funk Anweisungen von seinen Teamkollegen bekommt, doch mal wieder einen Boxenstopp einzulegen.

 

Der Karrieremodus ist solide, man schließt sich verschiedenen Teams an, gewinnt Rennen und steigt auf. Verwirrend ist er aber auch, so kann man in dem unübersichtlichen Menü gerne mal "Session" und "Saison" verwechseln, nicht genau erkennen, welche Nachrichten bereits gelesen wurden und merkwürdigerweise hat man immer zwei bis drei Trainingssessions hintereinander, obwohl man jede unendlich lange fahren kann. Das ganze wirkt daher ein wenig unausgereift, aber diese kleinen Fehler stören kaum.

 

Kommen wir zurück zum Online Modus, denn der Realismus lässt diesen sehr vermissen. Mario Kart haben Gäste schnell auf dem Schirm und so macht es lokal ziemlich großen Spaß, aber Formel 1 ist realistisch, man muss sich einfahren und es lernen. Somit lohnt sich der lokale Multiplayer eher bedingt (die 70% unten zählen nur, wenn beide das Spiel gut können) und ein Online-Modus hätte mehr Sinn gehabt, da man sich nach langer Zeit im Singleplayer auch mal mit Anderen weltweit messen möchte. Man fühlt sich irgendwie eingesperrt und weiß nicht so recht, was für einen Sinn die ganze Fahrerei denn hat, da das "Drumherum" ein wenig lieblos wirkt.

 

 

Die Steuerung

 

Formel 1 lässt sich mit dem Classic Controller, der Wiimote-Nunchuk Kombination und der Wii-Fernbedienung alleine steuern. Die ersten beiden Steuerungsmethoden sind zwar solide und in Ordnung, aber ich empfehle ganz klar die letztere Steuerungsoption zusammen mit dem Wii Wheel. Zwar muss man sich anfangs eingewöhnen, da der Lenkradius, wie in einem echten Formel 1 Wagen, eingeschränkt ist, doch hat man so die beste Kontrolle über sein Fahrzeug. Dies hängt weniger damit zusammen, dass die Entwickler gute Arbeit geleistet haben, sondern vielmehr mit der Art des Spiels. Machte das Wii Wheel Mario Kart als Funracer eher schwieriger, wird ein realistisches Rennspiel dadurch bereichert.

 

 

Die Grafik: Altbacken aber OK

 

Der Realismus wurde in Bezug auf das Gameplay oft genug erwähnt, aber wie sieht es mit der Grafik aus? Nun, die Texturen sind matschig, die Framerate bricht hin und wieder ein, die Polygonanzahl könnte höher sein und die Hintergründe, wie Bäume oder Zuschauertribünen sind Pappkameraden. Dazu hilft es auch nicht, dass die Kameraperspektive in jeder Einstellung die Weitsicht auf die Strecke raubt.

 

Aber das Spiel sieht dennoch gut aus! Das hat wohl etwas damit zu tun, dass man bei den Geschwindigkeiten die Texturen eh nicht sieht. Aber auch sonst macht das Spiel viel richtig. Bei voller Fahrt sieht der Asphalt richtig gut aus, die Lichteffekte leisten ihren Teil dazu, besonders wenn die Sonne auf die Straße scheint. Zuletzt verändern die Reifen ihre Farbe, wenn man über Kies oder Gras gefahren ist. Wenn man die Lupe drauf hält sieht es zwar nicht so gut aus, aber jemand, der so etwas macht, hat wohl nicht verstanden worum es in dem Spiel geht. Es ist ein Rennspiel, es geht nun mal um Geschwindigkeit!

 

Der Sound ist so eine Sache. Es gibt nämlich nur ein Musikstück für das Menü, das mit der Zeit sehr nervig wird, da sich die einzige Melodie immer und immer wieder wiederholt. Auf den Strecken spielt keine Musik, aber die Motoren der Rennwagen hören sich zwar nicht gut, aber echt an, genau wie die Geräusche, wenn man einen Unfall baut oder andere Wagen trifft und die Sounds, die sonst noch so im Menü rumgeistern rocken!

 

 

Vielen Dank an Codemasters für die Bereitstellung des Testmusters.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Formel 1 2009 macht viel falsch und auch viel richtig. Ja, die Grafik könnte schöner sein, ja der Online-Modus fehlt und ja, das Menü ist scheiße. Aber sein Realismus macht es besonders, da auf der Wii bisher kaum solche Spiele erschienen sind. Es ist das erste Rennspiel auf der Wii für richtige Core-Gamer, ein Anfänger nimmt hier nämlich nicht einmal die erste Kurve. Ich empfehle es daher nicht nur für Formel 1 Fans, sondern auch für diejenigen, die Mario Kart zu unrealistisch finden. Aber eine Warnung spreche ich auch aus! Mario Kart Fans und Leute, die immer noch darauf warten, dass das nächste F-Zero angekündigt wird, sollten sich den Kauf nicht zwei Mal, sondern drei Mal Überlegen, denn der Realismus kann für solche Menschen schon einen Dämpfer auf den Spielspaß legen.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

75%

Singleplayer

70%

Multiplayer

Release

19.11.2009

Publisher

Codemasters

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes